…und noch ein Wort zum Freitag


Zugegeben, die Eidgenossen haben sich durch das mit ihrer „Unsere Moschee soll nicht schöner werden“-Initiative verbundene Pläydoyer gegen die Religionsfreiheit selbst ein geistiges Armutszeugnis ausgestellt (wobei ihre deutschen Nachbarn da kaum anders entschieden hätten, die fragt man nur vorsichtshalber nicht). Aber das hier ist trotzdem eine Frechheit:

Im saudi-arabischen Dschiddah forderte die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) Muslime in aller Welt zu einer „friedlichen und demokratischen Reaktion“ auf. In dieser Organisation sind 57 islamische Länder vertreten. Ihr Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu nannte das Ergebnis der Abstimmung „enttäuschend und beunruhigend“. Es sei das jüngste Beispiel für das Schüren von Angst vor dem Islam durch fremdenfeindliche Politiker, sagte der aus der Türkei stammende Ihsanoglu. Die westlichen Gesellschaften befänden sich in der Geiselhaft von Extremisten, die Muslime als Sündenböcke ausnutzten, um an die Macht zu gelangen. Er sagte, das Minarettverbot sei eine „bedauerliche Entwicklung, die das Bild der Schweiz als ein die Pluralität, Religionsfreiheit und Menschenrechte achtendes Land trübt“.

Soso, im saudi-arabischen Dschiddah also. Das ist da, wo man nicht nur keine Kirchtürme bauen darf, sondern nicht mal die dazugehörige Kirche, und wo sogar der christliche Koran verboten ist. Aber schön zu wissen, daß der Begriff Islamofaschismus damit de facto nicht nur von neokonservativen Scharfmachern, sondern endlich auch von prominenten Muslimen verwendet wird. „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gibt es eben nicht nur in der Schweiz.

~ von Paul13 - Freitag, 4. Dezember 2009.

7 Antworten to “…und noch ein Wort zum Freitag”

  1. Bauvorschriften haben nichts in der Verfassung zu suchen, aber was das Minarettverbot mit einem Angriff auf die Religionsfreiheit zu tun hat, müsste mir mal jemand erklären.
    Dass arabische Länder und die UN sich jetzt als letzte Bastion der Freiheit aufspielen war doch aber zu erwarten ;)

  2. Nun ja die Schweiz sieht das wohl ein bischen anders mit den Bauvorschriften.
    Nur wer sich ein bischen in der Welt umschaut, der sieht genug grosse und durchaus schoene Moscheen ganz ohne Minarett.
    Hat ja keiner den Islam in der Schweiz verboten, auch wenn der eine oder andere das gerne so haette.

  3. Das mit den Bauvorschriften ist meine persönliche Meinung, ich habe keinerlei Anspruch, dass die Schweizer diese teilen müssen :)
    Dem zweiten Teil deines Kommentars kann ich voll zustimmen. Ein Minarett ist kein notwendiger Bestandteil einer Moschee, ein Minarettverbot also auch kein Angriff auf die Religionsfreiheit.
    Paul hat seinen Beitrag aber damit eröffnet.

  4. Die westlichen Gesellschaften befänden sich in der Geiselhaft von Extremisten,

    Welche Extremisten sind eigentlich gemeint?

    ;-)

  5. Mit dem Vergleich auf „islamische Länder“ zu kontern, ist sicher das falscheste was man angesichts dieses Arschtritts für den Liberalismus, der das Minarettverbot ist, tun kann. Wenn man sich freiwillig auf das Niveau einer voraufgeklärten Gesellschaft begibt, hat man gegen den Islamfaschismus nicht mehr viel zu verteidigen. Dafür wird das wahre Ziel offenbar: das Ausleben von Ressentiments.

  6. @ Massmer

    Ich kontere nicht, ich kritisiere die Schweizer ja sogar für ihre freiheitsfeindliche Haltung. Ich spreche allerdings den Islamisten das Recht ab, sich über die Schweizer aufzuregen. Das dürfen nur Leute wie ich, die sich auch über die Zustände in Saudi-Arabien aufregen.

  7. grade wunderbaren spruch gelesen:
    den Islam als Religion begrüßen,
    als Kultur überkommen und
    als Politik bekämpfen.

    Nichts mehr hinzuzufügen

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