Und es hat (virtuell) Bumm gemacht


Während beim SPIEGEL jede noch so absurde Beschuldigung gegenüber den USA oder Israel in der Regel erst mal unwidersprochen abgedruckt wird, enthalten Artikel zum Atomstreit mit dem Iran seit Jahren meist eine Art Disclaimer, der im Laufe einer Woche ungefähr so aussieht:

Die USA und ihre Verbündeten, insbesondere Israel, beschuldigen Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und beharrt darauf, dass sein Atomprogramm nur friedlichen Zwecken diene.

SPIEGEL ONLINE vom 29.11.

Die USA und ihre Verbündeten, insbesondere Israel, beschuldigen Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und beharrt darauf, dass sein Atomprogramm nur friedlichen Zwecken diene.

SPIEGEL ONLINE vom 29.11.

Die USA und ihre Verbündeten, insbesondere Israel, beschuldigen Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und beharrt darauf, dass sein Atomprogramm nur friedlichen Zwecken diene.

SPIEGEL ONLINE vom 27.11.

Der Westen beschuldigt die Islamische Republik, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und beharrt darauf, dass sein Atomprogramm nur friedlichen Zwecken diene.

SPIEGEL ONLINE vom 26.11.

Der Westen beschuldigt die Islamische Republik, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und beharrt darauf, dass sein Atomprogramm nur friedlichen Zwecken diene.

SPIEGEL ONLINE vom 25.11.

Der Westen, und insbesondere die USA, beschuldigen Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies.

SPIEGEL ONLINE vom 25.11.

Der Westen verdächtigt das Land, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das und hat erklärt, das Atomprogramm lediglich für zivile Zwecke zu betreiben.

SPIEGEL ONLINE vom 21.11.

Schlimm genug, daß der peinliche Versuch, diesen Textbaustein immer leicht umschreiben zu lassen, damit er weniger auffällt, recht stümperhaft umgesetzt ist (sofern es nicht gleich ganz vergessen wird, weil die Abteilung Realsatire gerade geschlossen in der Kantine war). Vollends bescheuert wird es aber, wenn man sich dieses nukleare ceterum censeo als Schluß der folgenden Nachricht denkt:

German intelligence reports that Iranian scientists have successfully simulated the detonation of a nuclear warhead in laboratory conditions, in an effort to sidestep an underground nuclear test like the one that brought the world down on North Korea’s head earlier this year.

Schauen Sie also demnächst wieder bei SPIEGEL ONLINE rein, wenn Ihnen ein fachkundiger Redakteur des Ressorts Wissenschaft in einfachen Worten erklärt, für welche Art von Atomkraftwerk denn dieser Test wenigstens theoretisch sinnvoll gewesen sein könnte. Muß ja ein verdammt schneller Brüter sein.

~ von Paul13 - Freitag, 4. Dezember 2009.

Eine Antwort to “Und es hat (virtuell) Bumm gemacht”

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