Des Präsidenten neue Freunde


Die dubiose Putinokratie in Rußland oder die jungen Demokratien Osteuropas – Obama hat seine Wahl getroffen:

Genugtuung in Russland, Frust in Osteuropa: Obamas geplanter Stopp der US-Raketenabwehr ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Vor allem Polen und Tschechien sind enttäuscht – die Wut richtet sich gegen den unzuverlässigen Partner in Washington.

Bisherige, vor allem aber potentielle zukünftige Verbündete werden daraus ihre Schlüsse zu ziehen wissen. Und wer glaubt, daß diese Schlüsse der internationalen Position Amerikas in der Nach-Bush-Ära irgendwie zuträglich sein werden, muß Obama schon sehr, sehr lieb haben. Oder aber sehr, sehr dumm sein. Oder beides.

~ von Paul13 - Donnerstag, 17. September 2009.

22 Antworten to “Des Präsidenten neue Freunde”

  1. Was die Atomwaffenprogramme vieler Staaten vorantreiben wird. Es steht uns ein Wettrüsten ins Haus. Der Sudan will welche haben, Venezuela auch und die Russen bauen in Myanmar ein AKW. Brave new world.

  2. Also ich glaube kaum, dass die paar Abfangraketen in Polen und Tschechien Sudan, Venezuela oder wen auch sonst von atomaren Plänen, so es sie denn gibt, abgehalten hätten.

    Obama hat – sofern die Informationen der US-Geheimdienste Iran betreffend richtig sind – eine kluge Entscheidung getroffen. Frieden in Europa ist nicht gegen Russland zu erreichen, sondern nur im Verbund mit Russland. Das Raketensystem war ebenso ein falsches Signal wie die ehedem forcierte NATO-Aufnahme Georgiens und der Ukraine. Anstatt gegeneinander hochzurüsten, ist es intelligent wenn Amerikaner&Europäer mit den Russen in Punkto Sicherheit zusammenarbeiten.

  3. Anstatt gegeneinander hochzurüsten, ist es intelligent wenn Amerikaner&Europäer mit den Russen in Punkto Sicherheit zusammenarbeiten.

    Schade nur, dass man Obamas Politik in Russland nicht durch die Parsa-Kakashanian-Brille sieht, sondern wachen Auges: „Das ist eine logische Folge der kompromisslosen Haltung Russlands.“

    So ist es: Obamas Entscheidung ist nichts weiter als ein erneutes Zeichen an die Diktatoren und Schlächter dieser Welt: Sorgt euch nicht, von den Vereinigten Staaten unter Obamas Führung habt ihr nichts zu befürchten!

  4. Sehe ich genauso, Obama wird in dem Fall schon wissen was er tut.

  5. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Russen sich während Bushs Präsidentschaft sehr zurückgehalten hätten. Bush wurde 2000 gewählt. Damals bezeichneten die Optimisten Russland noch als eine Art Diktatur. 8 Bush-Jahre später ist Russland ganz gewiss von allen demokratischen Maßstäben weit entfernt. Auch hier stellt sich also wieder die essenzielle Frage: Where’s the beef? Wo ist der großartige Erfolg von Bushs Großmaulpolitik?

    8 Jahre Bush: Russland stärker, China stärker, Iran stärker, Indien als Atommacht anerkannt, ganz Südamerika voller Linksregierungen, alle Verbündeten Amerikas im Nahen Osten sind Kleptokratien geblieben, Hamas rulez Gaza, Hizbollah dominiert den Libanon. Erfolg der Neocons? WO IST ER???

  6. „Damals bezeichneten die Optimisten Russland noch als eine Art Diktatur.“

    Ich will den Optimisten zubilligen, dass sie Russland damals als relativ demokratisch sahen.

  7. Erfolg der Neocons? WO IST ER???

    Ob Sie jemals einsehen werden, dass Bush kein Neocon war/ist? Ach ja, ich vergaß: die Neocons haben die Zügel ja im Hintergrund fest in der Hand gehalten! ;)
    Warten wir zudem mal ab, wie die Welt nach dem (hoffentlich baldigen) Ende der Obama-Regierung aussehen wird. Zumindest die Anzahl der Atommächte dürfte sich dann vergrößert haben ;) (wobei, hier gebe ich Ihnen Recht, daran natürlich nicht allein Obama schuld wäre, auch wenn er – wenigstens dem Anschein nach – die Bomben am Liebsten persönlich nach Teheran trüge ;))

  8. Geschenkt, dann ist Bush eben kein Neocon. Trotzdem verteidigen Sie ihn ja bei jeder Gelegenheit, und heben hervor wie beglückend seine Präsidentschaft sich doch auf den Fortschritt der Freiheit in der Welt auswirkte. Und genau das sehe ich eben nicht. Ich verstehe ja, dass Bushs pathetische Freiheitsreden ihnen ganz doll gefallen haben müssen, aber vor den desaströsen Ergebnissen seiner Politik können Sie doch schwer die Augen verschließen, oder?

  9. @ alle

    Obama hat also eines von Bushs Lieblingsspielzeugen abbestellt. Weil es militärisch unsinnig, unfinanzierbar und politisch contraproduktiv war. Absehbar, notwendig und eigentlich selbstverständlich – außer Darth Vader & Co und den Jungs von NBFS regt sich ja auch keiner auf.

    Wenn ihr wissen wollt, warum: die geplanten Entwicklungs- und Beschaffungskosten des Star-Wars-Systems mit dem üblichen Faktor 2,5-3 multiplizieren – und dann in den entsprechenden Prozentsatz der Kosten einer allgemeinen Gesundheitsversorgung für alle US-Bürger umrechnen.

    Obama bleiben noch acht Jahre Präsidentschaft, in denen er den gröbsten Blödsinn von dubya beseitigen kann. Lernt damit zu leben.

  10. @Parsa Kakashanian:

    Geschenkt, dann ist Bush eben kein Neocon. Trotzdem verteidigen Sie ihn ja bei jeder Gelegenheit, und heben hervor wie beglückend seine Präsidentschaft sich doch auf den Fortschritt der Freiheit in der Welt auswirkte. Und genau das sehe ich eben nicht. Ich verstehe ja, dass Bushs pathetische Freiheitsreden ihnen ganz doll gefallen haben müssen, aber vor den desaströsen Ergebnissen seiner Politik können Sie doch schwer die Augen verschließen, oder?

    Das ist nicht geschenkt, denn Sie haben es nicht zum ersten Mal geschrieben. Über den Rest haben wir uns schon zu oft unterhalten. Bleiben wir doch hier einfach bei unseren Standpunkten: ich halte einen freien Irak für eine gute Sache, Sie präferieren stabile Diktaturen.

    @a new era:

    Obama bleiben noch acht Jahre Präsidentschaft, in denen er den gröbsten Blödsinn von dubya beseitigen kann. Lernt damit zu leben.

    Ob es acht Jahre werden, wird sich zeigen. Noch besteht diesbezüglich immerhin Hoffnung ;)

  11. „ich halte einen freien Irak für eine gute Sache, Sie präferieren stabile Diktaturen.“

    Ich halte einen freien Irak auch für eine gute Sache. Nur: wo ist die Freiheit, wo ist die Demokratie im Irak? Mein Punkt ist doch gerade, dass Bushs tolles Demokratieexperiment dort gescheitert ist. Wenn wir Pech haben, ist das volle Ausmaß noch gar nicht absehbar. Das wird es erst nach dem Abzug der US-Truppen.

    Dass ich stabile Diktaturen präferiere ist zudem eine dreiste Unterstellung. Wo habe ich das gesagt? Ich habe stets gesagt, dass ich an die Demokratie durch Bomben nicht glaube, weil ich Demokratisierung für einen durchaus diffizilen Prozess halte, der nicht allein durch die Entfernung eines Diktators entscheidend beschleunigt werden kann.

    Der Irak war ein Desaster. Das sage ich gerade als Iraner. Kein Mensch in der Region möchte, dass sich dieses Katastrophenszenario – 5 Mio. Vertriebene, 1. Mio. Tote, wirtschaftlicher und sozialer Niedergang, Bürgerkrieg, Exodus der christlichen Minderheiten – auf ein anderes Land überträgt. Der Irak steht nicht für den Erfolg, er steht für das Scheitern der reichlich simplistischen neokonservativen Ideologie. Wenn das der Preis ist für ein Demokratisierungsexperiment mit ungewissem, aber doch wahrscheinlich negativem Ausgang, dann präferiere ich in der Tat eine Diktatur. Sicherheit ist ein Wert, den man erst erkennt, wenn einem daran mangelt. Die Opfer des irakischen Bürgerkriegs erinnern uns alle daran.

  12. „Ob es acht Jahre werden, wird sich zeigen. Noch besteht diesbezüglich immerhin Hoffnung ;)“

    Eure einzige Hoffnung ist, dass der Hass der Konservativen Obama irgendwann das Schicksal eines Rabin oder eines Kennedy beschert. Die Republikanische Partei ist so nach rechts gerückt, dass ihr auch eine Massenmobilisierung ihrer Basis nichts nützen wird. Obama muss nur die Wahlbeteiligung hochhalten, dann gewinnt er auch. Unter parteitaktischen Aspekten sind 50 Mio. Neuversichterte durch ObamaCare natürlich durchaus ganz nützlich ;-)

  13. Interessantes Timing übrigens: heute ist der 70ste Jahrestag der Invasion Polens durch die Soviet Union.

  14. @Michael
    Doch bitte jetzt nicht die Jubelfeiern stören. Solche Fakten sind doch nur störend!
    War es nicht ein Sozi, der den ehemaligen Commie-Spion zum Demokraten hochgelobt hat?

  15. löööööööööölööööööööööööl

  16. @Parsa Kakashanian:

    Ich halte einen freien Irak auch für eine gute Sache. Nur: wo ist die Freiheit, wo ist die Demokratie im Irak?

    Das hatten wir schon zu Genüge.

    Wenn wir Pech haben, ist das volle Ausmaß noch gar nicht absehbar. Das wird es erst nach dem Abzug der US-Truppen.

    Ich bin es nicht, der nach einem Abzug schreit.

    <blockquote_Dass ich stabile Diktaturen präferiere ist zudem eine dreiste Unterstellung. Wo habe ich das gesagt?
    Sie haben etwa geschrieben, dass Ihnen das Mullah-Regime lieber ist als der Irak im Jahr 2009.

    Ich habe stets gesagt, dass ich an die Demokratie durch Bomben nicht glaube, weil ich Demokratisierung für einen durchaus diffizilen Prozess halte, der nicht allein durch die Entfernung eines Diktators entscheidend beschleunigt werden kann.

    Kein Mensch behauptet, dass der Sturz eines Diktators automatisch zur Demokratie führt. Der Sturz ist keine hinreichende Bedingung, sehr wohl aber eine notwendige.

    dann präferiere ich in der Tat eine Diktatur.

    Manchmal frage ich mich, ob Sie sich selbst noch daran erinnern, was Sie ein paar Zeilen weiter oben geschrieben haben. Aber gut, ich wiederhole: „Dass ich stabile Diktaturen präferiere ist zudem eine dreiste Unterstellung.“ Meine Antwort: wie kann etwas Unterstellung sein, was Sie selbst gerade eben wiederholt haben? ;)

    Eure einzige Hoffnung ist, dass der Hass der Konservativen Obama irgendwann das Schicksal eines Rabin oder eines Kennedy beschert.

    Oder aber, dass die amerikanischen Wähler bemerken, dass Obama zwar ein guter Wahlkämpfer, aber ein miserabler Präsident ist. Im Übrigen sägt er ja auch selbst fleißig an dem Ast, auf dem er sitzt.

  17. Ich ziehe eine Diktatur in der Tat einem Bürgerkrieg mit Millionen Vertriebenen und Ermordeten vor. Sie schrieben davon, ich würde stabile Diktaturen einem „freien Irak“ vorziehen. Das bleibt eine Unterstellung, weil es den „freien Irak“ nicht gibt. Da müssten sie „Freiheit“ schon arg pervertieren, um den Zustand im Irak damit zu beschreiben. Aber Freiheit pervertiert, haben bekanntlich schon andere…

  18. „Kein Mensch behauptet, dass der Sturz eines Diktators automatisch zur Demokratie führt. Der Sturz ist keine hinreichende Bedingung, sehr wohl aber eine notwendige.“

    Im Falle des Iraks hat der Sturz des Diktators zu einer humanitären Katastrophe geführt. Gerade bildet sich ein kleptokratisches Regime aus, das droht auseinanderzufallen, sobald die Amerikaner abziehen. Ihre notwendige Bedingung verfällt. Wann bomben die Amerikaner den Irak aufs neue in den Demokratisierungsprozess?

    „dass die amerikanischen Wähler bemerken, dass Obama zwar ein guter Wahlkämpfer, aber ein miserabler Präsident ist“

    Dass Sie Obama die Grätze an den Hals wünschten, war schon klar, bevor der gute Mann sein Amt überhaupt angetreten hat. Ich setze einstweilen auf die Intelligenz des amerikanischen Wählers. Nach 8 Jahren Bush-Failure wird er sich nicht so schnell wieder umentscheiden. Zumal die Republikaner in einem miserablen Zustand sind. Ich warte nur auf die Kandidatin Sarah Palin. Dummheit gepaart mit Heuchelei. Sie haben ja richtig erkannt, dass Obama ein glänzender Wahlkämpfer ist. Ich setze auf eine liberale Ära ;-)

  19. Ich setze auf eine liberale Ära ;-)

    Sie setzen auf einen Krieg im Nahen Osten, gegen den alles vorherige Kindergeburtstag war. Aber wir beide, Sie und ich, wissen ja, wem dann dafür die Schuld zu geben sein wird, nicht wahr?

  20. […] ausgehen könnte. Denn mit Parsa Kakashanian ist NBFS adäquater Ersatz zugelaufen, der netterweise dieselben Fehler wie seine Vorgänger macht, so daß man die alten Schlachten gleich noch einmal gewinnen und auch […]

  21. @ Moe

    Bomb, Bomb Iran ist nicht mein Spruch. Sie haben sich doch stets für möglichst schnelle amerikanische und israelische Militärschläge gegen Iran ausgesprochen. Sie haben den Krieg gegen den Irak unterstützt. Seien Sie so anständig, dazu zu stehen. Ja, Sie setzen auf einen Krieg im Nahen Osten.

    Zum Thema: Russland hat heute erklärt, es verzichte auf die Stationierung von Raketen in Kaliningrad. Ich denke, das ist ein Erfolg für die Abrüstung in Europa und zeigt, dass sich Obamas Ansatz gelohnt hat.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,650082,00.html

  22. @Parsa Kakashanian:
    Sie setzen auf eine Politik, die früher oder später auf einen israelischen Militärschlag hinauslaufen wird. Auch wenn Ihnen Ihre Schwäche für Obama es nicht erlaubt, dies zu erkennen: ein hartes und entschlossenes Vorgehen gegen den Iran ist bzw. wäre die einzige Möglichkeit (gewesen), dies zu verhindern.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: