No more Mr. Nice Guy?


Man hatte die Hoffnung ja schon fast aufgegeben, aber nach den demütigenden Erfahrungen des bestenfalls ergebnislosen Appeasements der letzten Monate hat Obama möglicherweise nun doch keine Lust mehr, von der Teheraner Filiale der Bad Guys International Ltd. länger am Nasenring vorgeführt zu werden, und denkt offenbar darüber nach, sich das „Kick me!“-Schild endlich vom Rücken zu reißen:

The weeklong US-Israel marathon in Jerusalem and Tel Aviv ending Thursday, July 30 was the platform for the Obama administration’s first unveiling of a new US diplomatic-military program for Iran and its nuclear threat […] The new approach consists of three steps for thwarting Iran’s drive for a nuclear bomb:

1. Diplomatic engagement as far as it will go. The American officials assured Israel they were aware of the diminishing chances of this track succeeding in view of the Islamic regime’s domestic troubles, but the US administration is still determined to give it a chance up until early September.

2. If diplomacy fails, Washington will embark on the phased introduction of increasingly harsh sanctions against Iran, such as an embargo on exporting refined oil products including gasoline to Iran and a blockade on its sea ports.

All die Sarkozys und Merkels und Putins, die an dieser Stelle wollen, daß es bei einem Zwei-Punkte-Plan bleibt, hätten dann, aber eben auch nur dann, die einmalige Möglichkeit, harte und effiziente Sanktionen uneingeschränkt durchzuwinken. Sollten sie das aus welchen Gründen auch immer nicht tun, dann sollten sie sich hinterher auch nicht beklagen, wenn auf den dritten Punkt des Plans zurückgegriffen werden muß:

3. If Iran continues to forge ahead with its nuclear and missile development, the US will resort to its military options. DEBKAfile’s military sources report that the American visitors shared with Israeli leaders their specific plans of actions with details of the resources they planned to wield.

Gates and Jones wound up their presentation by stating unambiguously: Iran is a big power issue and it behooves the United States as the leading world power to handle it. So leave it to us and act like an American ally and friendly government. The role they assigned Israel was to leave its military option on the table in order to keep Tehran under pressure.

Bleibt zu hoffen, daß hier nicht nur die Israelis ruhiggestellt werden sollen, sondern die USA auch nach Bush noch wissen, daß es nur dann Sinn macht, ihr Alliierter zu sein, wenn sie ihre Alliierten umgekehrt im Ernstfall auch nicht im Stich lassen. Daher wollen wir mal zugunsten des Angeklagten annehmen, daß, auch wenn es bei ihm vielleicht etwas länger dauert, letztlich auch ein Obama tut, was ein US-Präsident tun muß.

~ von Paul13 - Freitag, 31. Juli 2009.

27 Antworten to “No more Mr. Nice Guy?”

  1. Mir geht grad der Arsch auf Grundeis:

    http://www.meforum.org/blog/obama-mideast-monitor/2009/07/nyt-mag-obama-will-accept-a-nuclear-armed-iran

    Bitte, lasst es eine Ente sein.

  2. Wir werden sehen

    http://www.haaretz.com/hasen/spages/1104207.html

    Im Zweifel wird es auf einen Israelischen Schlag hinauslaufen mit US Airborne Dispatchern die wohl an dem Tag mit Blind und Taubheit geschlagen sein werden.

  3. Die nächste fröhliche Nachricht. Hamas will Palästinenserstaat in 67er-Grenzen.

    http://www.haaretz.com/hasen/spages/1104397.html

  4. @Paul
    Upps – falsches Browser-Fenster – bitte den Kommentar löschen – Danke!

  5. @ S1IG

    Done!

  6. @ paul

    “ … DEBKAfile’s military sources report that the American visitors shared with Israeli leaders their specific plans of actions with details of the resources they planned to wield.“

    Ja,ja. Wie aus gewöhnlich nicht unterrichteter Quelle verlautet …
    UNd wovon träumst Du nachts so?

  7. Die WashTimes berichtet, dass die CIA berichtet, dass Haaretz berichtet, dass DEBKA berichtet, dass IranFocus berichtet, dass der Mossad berichtet, dass die MKO berichtet, dass der Iran Atom-Uboote an somalische Piraten liefern will.
    Quellenbewertung: F6 / passt aber sehr gut hierher, ne wohr?

  8. MKO würde ich schon mal nicht trauen….

  9. @ Parsa Kakashanian

    Ach, wenn man der PLO als geläutert und gemäßigt vertrauen kann, kann man das sicher auch bei der MKO, meinst Du nicht?

  10. @ Benedikt Ratzenberger

    Ich weiß zwar nicht wo Du Deine Informationen her hast, aber falls das dann doch nicht ernst, sondern nur als Medienkritik gemeint war, solltest Du Dich vielleicht besser mal an SPON & Co. wenden.

  11. Die PLO ist nie mit einer fremden Armee ins eigene Land eingefallen..

    Die Mudschaheddin haben noch ein paar Anhänger, deshalb konnten sie das Atomprogramm „aufdecken“. Aber generell werden die ziemlich gehasst.

  12. @ Parsa Kakashanian

    Wenn fremde Armeen zu unfähig sind, ist das deswegen noch lange nichts, was man einer Befreiungsorganisation aufs Habenkonto packen kann. Und Arafat hat den Friedensnobelpreis nicht stellvertretend für den syrischen Generalstab bekommen. Also nächstes Argument, bitte. Und ein sinnvolles diesmal, wenn’s recht ist.

  13. „Wenn fremde Armeen zu unfähig sind“

    Ja, echt bedauerlich, dass Saddams kleiner Angriffskrieg trotz Giftgaseinsatz und anderer Beglückungen gescheitert ist. Aber die Volksmudschaheddin haben ja ihr bestes gegeben… Völlig unverständlich, dass die iranische Bevölkerung nicht einsehen will, dass die MKO nur das beste für Iran wollten als sie sich Saddam andienten…

    „Und Arafat hat den Friedensnobelpreis nicht stellvertretend für den syrischen Generalstab bekommen.“

    Das Argument erschließt sich mir nicht…?

  14. @ Parsa Kakashanian

    Das überrascht mich jetzt ein wenig. Du hast es schließlich selber als Begründung in die Diskussion eingeführt.

  15. Parsa nun auch noch hier? Der ist echt überall unterwegs. ;-)
    Wir sind bald der einzige strikt parsafreie Blog :D

  16. @ paul

    Muss ein Missverständnis sein. Was hat Arafats Nobelpreis mit den Mujahedin-e Khalq zu tun?

    @ CK

    Ich schau mir auch gern mal Luxemburg an ;-)

  17. Hm, mal am Rande ich suche gerade verzweifelt durch die Medien nach einer ernsthaften Beteiligung der Europaer, allen voran natuerlich deutschland und Frankreich, an irgendwelchen wichtigen Themen an die President Obama sie ernsthaft teilnehmen laesst.
    Bilde ich mir da gerade was ein weil ich was verpasst habe im Stress der letzten Wochen?

  18. „Bilde ich mir da gerade was ein weil ich was verpasst habe im Stress der letzten Wochen?“

    Wahrscheinlich!

    „„Wir sollten unseren Sieg erklären und möglichst schnell abhauen“, schrieb kürzlich ein hoher US-Militär in einem vertraulichen Memorandum. Vor allem den irakischen Ordnungskräften stellt er ein schlechtes Zeugnis aus. Zwar verfügen Polizei und Militär mit rund 750 000 Mann über eine beachtliche Truppenstärke. Schlagkraft und Einsatzwille jedoch lassen sehr zu wünschen übrig. Viele Offiziere seien korrupt, Mannschaften würden schlecht behandelt und hätten keine Lust, ihre Haut zu riskieren. Faulheit sei verbreitet wie eine Seuche. Und die Militärführung könnte in den Einheiten „weder Disziplin noch die einfachsten militärischen Standards“ durchsetzen, heißt es in dem Gutachten. Als dieser Tage eine irakisch geführte Patrouille ein drei Kilometer langes, ausgetrocknetes Kanalbett nach versteckten Waffen absuchen sollte, wurde mehr gejammert, als gesucht, wie ein amerikanischer Reporter beobachtete. Erst war den irakischen Uniformierten das Schilf zu dick, dann forderten sie eine Mittagspause. Schließlich wollten sie die Suche nach der Hälfte der Strecke abbrechen und waren nur mit Mühe durch ihre amerikanischen Begleiter zu bewegen, ihre Arbeit zu Ende zu bringen.“

    http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Irak-USA;art123,2872368

  19. Grandios. Da geht sie hin die vielbeschworene Demokratisierung der amerikanischen Volldeppen. Eine Million Menschen umsonst gestorben, Milliarden in den Sand gesetzt. Schade, dass der Schuh Bush nicht voll in der Fresse erwischt hat. Er wäre zu schön gewesen – ein wahrlich demokratisches ‚Attentat‘ ;-)

  20. @Parsa Kakashanian
    Tja es waere wirklich besser gewesen wenn man Sadam haette weitermachen lassen. Keine Verantwortung keine Kosten und wenn jucken schon die Millionen von Toten die ein Diktator auf dem gewissen hat. Ist ja allgemein bekannt wie das so abgeht in solchen Laendern da erwartet man ja nichts anderes.
    Und ganz wichtig, da hat man keine Verantwortung fuer die ganzen Wilden die eh nicht demokratiefaehig sind.
    Und dann auch noch der ganze Verlust fuer die deutsche, franzoesische und russische Industrie, damit haette man bestimmt Wirtschaftskrise verhindern koennen.

  21. @ auslaender

    Zu Stand der Dinge im Irak 2 1/2 Jahre vor dem Ende des amerikanischen Rückzugs:

    http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/8200257.stm

    http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/8176399.stm

    http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/8178237.stm

    Oder um den Überblick zu behalten:

    „MAJOR ATTACKS BEFORE AND AFTER US PULLBACK
    31 July: At least 27 dead in string of bombs outside five mosques in Baghdad
    9 July: 50 killed in bomb attacks Talafar (near Mosul), Baghdad, and elsewhere
    30 June: US troops withdraw from Iraqi towns and cities. Car bomb in Kirkuk kills at least 27 people
    29 June: Four US soldiers killed in combat in Baghdad
    26 June: 13 killed, dozens hurt in bomb attack at Baghdad motorcycle market
    24 June: 70 killed, 130 injured in marketplace blast in Sadr City, Baghdad
    22 June: Wave of bomb attacks in Baghdad and elsewhere kills at least 29, wounds 75
    20 June: At least 72 dead and 200 injured in lorry bombing outside mosque in Kirkuk.“

    Any questitions?

  22. @a new era
    Ich sagte doch schon, das es besser gewesen waere wenn Sadam haette weiter machen koennen. Keinen haetten die toten Iraqer gejuckt da sie ohne das eingreifen der Coalition keinen interessiert haben.
    Alle haetten ihre Geschaefte schon weiter machen koennen Frankreich und Russland ihre schulden eintreiben koennen und Sadam haette die Wilden weiter in schach gehalten.
    Immerhin konnte man damals noch Nachts auf die Strasse und in Ruhe seinen Geschaeften nachgehen.

  23. Saddam hin, Saddam her. Der war ja auch lange ein Geschöpf der Amerikaner. Hätten die den nicht unterstützt, dann hätte Khomeini ihn schon 1982 durch die Straßen von Teheran gejagt – mit einem brennenden Pfal im Arsch wohlgemerkt.

    Die Amerikaner sind Versager und Idioten. Sie hatten null Ahnung und null Expertise als sie diesen dümmlichen Krieg angefangen haben. So einen Krieg im Morgenland gewinnt man nicht mit Shock and Awe und *bums*. Man braucht ein Konzept für danach. Das hatten diese Schwachmaten nicht. Die Iraker dürfen das jetzt ausbaden. Sie haben bereits fürchterlich geblutet.

  24. @ auslaender

    I know: „freedom comes with a price.“ Den natürlich die Iraker bezahlen …

  25. @ parsa kakashanien

    „Die Amerikaner sind Versager und Idioten“.
    Nicht „die Amerikaner“ – die Bush-Administration: dubya, darth vader, Rumsfeld, Rice, Wolfowitz, Perle, Feith und Konsorten. Das wollen wir doch sorgfältig auseinanderhalten.

  26. Und noch der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld:

    „Wenn Kriege anders geführt werden, dann werden auch Siege anders errungen werden müssen: Wie gewinnt man einen asymmetrischen Krieg?

    Van Creveld: Clausewitz lehrt, daß der Sieg erreicht ist, wenn der Wille eines der Kontrahenten gebrochen ist – das gilt auch im 21. Jahrhundert. Wie ich in „Gesichter des Krieges“ darlege, gibt es zwei Wege, um das zu erreichen: Entweder man hält aus und „überzeugt“ die Terroristen davon, daß die Zeit gegen sie arbeitet, wie es den Briten in Nordirland gelungen ist, oder man trifft den Feind so hart und vernichtend, daß er sich nie wieder erhebt, wie das Präsident Hafis al-Assad 1982 mit seinen Gegnern in Syrien getan hat.

    In „Gesichter des Krieges“ stellen Sie fest, hochgerüstete Staaten verlieren asymmetrische Konflikte in der Regel.

    Van Creveld: Das stimmt. Seit 1945 haben fast alle entwickelten Länder, die asymmetrische Kriege geführt haben, diese verloren. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben eine Handvoll Juden 1947 das Britische Empire zum Rückzug aus Palästina gezwungen. Das war der Anfang. Danach verloren die Briten Malaysien, Kenia, Zypern und Aden, die Niederlande Indonesien, die Franzosen Indochina und Algerien.

    Danach kamen die Amerikaner in Vietnam an die Reihe und die Russen in Afghanistan. Außerdem verlor Portugal in Angola, Südafrika in Namibia, Äthiopien in Eritrea, Indien in Sri Lanka und schließlich erneut die USA in Somalia. Die Geschichte des jüngeren asymmetrischen Krieges ist eine Chronologie des Scheiterns für die beteiligten entwickelten Mächte.

    Warum sind die Briten in Nordirland und Hafis al-Assad in Syrien Ausnahmen?

    Van Creveld: Weil sie sich für zwei extreme Strategien entschieden haben: Voraussetzung für den Erfolg der Briten in Nordirland war die ungewöhnliche Bereitschaft, mehr eigene Opfer zu verkraften, als sie der IRA zugefügt haben. Großbritannien hat im Kampf um Nordirland rund 1.000 Soldaten und etwa 1.700 Zivilisten verloren, aber im Gegenzug nur 300 Terroristen getötet. Das Erdulden dieser Verluste, ohne sich davon provozieren zu lassen, hat der IRA schließlich die Puste ausgehen lassen.

    Hafis al-Assad dagegen hat 1982 die Hochburg seiner Gegner, die Stadt Hama, derart brutal und entschlossen angegriffen, daß es ihm gelang, die Gegenseite komplett auszulöschen. Und statt sein hartes Vorgehen vor der Weltöffentlichkeit zu verschleiern, prahlte er sogar noch vor der Presse damit und ließ seine Sprecher die Opferzahlen hemmungslos übertreiben.“

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M56bfdec419d.0.html

  27. @ auslaender

    q.e.d.:
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/8208976.stm

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