Profis unter sich


ARD-Chef Peter Boudgoust erklärte in einem Interview den Qualitätsjournalismus für irgendwie durch Google bedroht […] Verleger Hubert Burda kritisierte in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), dass Google zu viel Werbeeinnahmen erzielt […] Mit Verspätung, aber umso lauter fordert nun der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Michael Konken, […] das Bundeskartellamt müsse „Meinungsmonopole im Internet“ verhindern.

Toll. Die GEZ-Monopolisten, Medienkonzerne und Parteibuchschreiberlinge beklagen mangelnde journalistische Qualität, Werbung bei der Konkurrenz und Meinungsmonopole. Und der Wolf weint bitterlich, weil in letzter Zeit so viele Geißlein gefressen werden.

~ von Paul13 - Donnerstag, 23. Juli 2009.

19 Antworten to “Profis unter sich”

  1. So viel Neid steht Dir aber wirklich schlecht zu Gesicht Paul.

  2. @ Daniel

    Wieso denn Neid? Weil ich Google verteidige?

  3. Du verteidigst ja Google noch nicht einmal. Du drischst auf „GEZ-Monopolisten, Medienkonzerne und Parteibuchschreiberlinge“ ein. Das ist ja PI-Stil. Sag doch mal „Mainstreammedien“.

  4. Was stimmt an dem Begriff „GEZ-Monopolisten“ nicht?
    Der Vorwurf, Google erziele zu viele Werbeeinnahmen, ist echt gut, vor allem in der „marktfreundlichen“ Faz.
    Um Meinungsmonopole zu verhindern, sollte man vielleicht Organisationen wie den deutschen Journalistenverband verbieten.

  5. @ Daniel

    Was ist daran PI-Stil, die so zu bezeichnen? Soll ich lügen und sie als parteiunabhängige, objektive Grassroot-Mittelständler bezeichnen? Und was machst du nach dieser Logik, wenn Stefan Herre rausfinden sollte, daß die Sonne im Osten aufgeht? Forderst Du dann den Polsprung?

    Im übrigen ging es hier klar und deutlich um meine Kritik an den heuchlerischen Angriffen der „Mainstreammedien“ (wer sagt mir, daß PI den Ausdruck nicht von mir hat, mein Blog ist schließlich das ältere ;-) auf die virtuelle Konkurrenz. Wobei ich das sogar ohne die Angriffe auf Google so sehen würde.

  6. Ich glaube, dann hast Du Kritik an Google nicht verstanden. Und nein, Du musst nicht „lügen“. Du kannst gerne weiter über die Medien herherren. Aber es unterscheidet einen Teil der Menschen von einem anderen dass es eben die Herres gibt, die glauben die Medien kranken an zu vielen Rundfunkgebühren und Parteibüchern. Der andere Teil kommt ohne große Verschwörung der Nachrichtenmacher aus.

  7. @ Daniel

    Wieso Verschwörung? Dann wär’s ja einfach, das Problem zu lösen, denn Verschwörungen fliegen irgendwann auf. Nein, das Problem ist viel mehr, daß es eben gerade keine Verschwörung ist, sondern daß die Journalisten sich – wirtschaftlich ja durchaus sinnvoll – primär danach richten, was ihre Kunden wollen. Und die wollen offenbar genau diese einseitige und eingeschränkte Sicht der Dinge, die man ihnen serviert, sonst würden sich die „alten“ Medien ja nicht halten können.

    Da sind die auch nicht wirklich bevölkerungstypischen parteipolitischen Präferenzen der Journalisten selbst fast schon sekundär. Aber für die Wahrheit bleibt dann eben nur noch Platz 3, und das ist mir ein bißchen zu wenig dafür, daß man so das Maul aufreißt und über Google schimpft.

  8. Die Kritik an Google hat ja noch eine andere Ebene. Nämlich die, dass Google Geld mit Inhalten verdient, die woanders hergestellt werden. Das ist vergleichbar mit youtube (Da bist Du ja auch gegen die Verlinkung „illegaler“ Videos). Ich hab‘ da weniger Probleme mit, weigere mich aber zu tun als wäre das die selbe Debatte wie die über Qualität der Onlinemedien.
    Das Du die Qualität daran misst, zu welcher Aussage „die Medien“ am Ende kommen, das ist der PI-Stil. Nur weil der Spiegel, die Faz, die Welt, die Bild und wer-auch-immer schlecht oder gut über wen-auch-immer-berichten, kann man sich nicht anmaßen, das pauschal als fehlende Qualität abzutun. Um es konkreter zu machen. Wenn sich die Ansicht, der Irakkrieg sei eher blöd, so weit verbreitet hat, dass man kaum noch was anderes liest, dann braucht es schon sehr starke Argumente zu behaupten, alle die das sagen seien verblendete, falsch informierte Idioten. Ich nehme an Dir liegt – wie mir – eine alles-Idioten-außer-mir recht nahe, aber man muss Dich dann ja auch mal dran erinnern, dass das ein für sich genommen recht schwaches Argument ist.
    Zumal es genug Angebote gibt die etwas anderes sagen.

    Zusammengefasst. Nicht alles, was Du als Schund bezeichnest ist Schund, nicht alle schreiben was Du ihnen vorwirfst und dieser Komplex ist etwas anderes als die Frage, ob Google nur Gatekeeper oder selbst schon Anbieter von Medieninhalten ist.

  9. Ich glaube der Profi Paul hat gar nicht verstanden um was es dabei geht:

    „Hintergrund der Maßnahme ist eine seit Monaten schwelende Debatte über Zukunft des Urheberrechts im digitalen Zeitalter. Die seit 2004 von der Internet-Suchmaschine Google betriebene Digitalisierungsaktion von Millionen von Büchern hat nicht nur in Deutschland die Politik für das Thema sensibilisiert. Die kritischen Stimmen mehren sich, die vor den unabsehbaren Folgen des Google Book Settlement warnen.“

    http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EF88C53B3371B4ED199BDC8CDC3350F7B~ATpl~Ecommon~Sspezial.html?rss_googlenews

  10. @ Adnan

    Ach so war das! Ich habe das mit der Bedrohung des Qualitätsjournalismus, dem Zuviel an Werbeeinnahmen und den Meinungsmonopolen im Internet nur falsch verstanden. Die haben damit ihr Haltung zum Urheberrecht zum Ausdruck bringen wollen. Logisch, ergibt sich ja aus der Formulierung fast zwangsläufig. Zum Glück hast wenigstens Du gut aufgepaßt, Du alter Fuchs!

  11. @ Daniel

    Für die Sorge um das Urheberrecht habe ich durchaus Verständnis, aber dann sollen sie das auch so sagen, anstatt es mit Vorwürfen einzutüten, die seit Jahrzehnten auf sie selbst zutrafen und nur jetzt, wo es plötzlich eine neue Konkurrenz gibt, auf einmal ein Problem werden.

    Auch habe ich keine Schwierigkeiten mit anderen Haltungen zu den Konflikten im Mittleren Osten, aber dann soll man das fundiert darlegen. Einfach nur unvorteilhafte Bush-Bilder zu posten, Terroropfer nie in Zusammenhang mit „Rebellen“ zu bringen, die Massengräber der „Friedenszeit“ auszublenden, obwohl man bei der Frage des iranischen Atomprogramms durchaus in der Lage ist, jedem Artikel einen Disclaimer mit den Hintergründen anzufügen, und bei martialischer Kriegsberichterstattung erst im dritten Anlauf die korrekten Fotos in den Artikel zu stellen, ist kein Qualitätsjournalismus, sondern ganz objektiv faktenbefreiter Dreck.

    Tatsachen nur selektiv bringen, die falschen Schlüsse daraus ziehen, Nachrichten und Kommentar vermischen, dem Leser aufs Maul schauen, und am Ende sind die Musels nicht denmokratiefähig, der Afghanistankrieg ein Fehler und die NeoCons doof. Das aber ist dann wirklich PI-Niveau.

  12. Ich kann Deinem Argument folgen auch wenn ich all Deine Beispiele für genau die Art von Wertungen halte, die genau zu den Dingen gehören die ich angesprochen habe. Dass man von „Rebellen“ und „Friedenszeit“ spricht, wertet die Sachen einfach nur anders als Dir das passt.
    Was ich schlimm finde ist, dass ich die viele Sachen, die Du ansprichst, bei manchen gar nicht finde. Welt, BILD, FAZ, halten sich in meiner Wahrnehmung stark zurück mit unvorteilhaften Bildern und sind dennoch betroffen von der Krise. Ganz abgesehen davon, dass die Blogsphären-Krankheit (Ich sage MSM, meine aber SPON denn mehr les‘ ich nicht) hier durchkommt. Und noch schlimmer: Die NZZ macht das alles auch mit und schreibt ungefähr genau das, was Du lesen willst. Wie kommt’s?
    Ich geb‘ Dir Recht wenn Du sagst, das Problem der Online-Medien ist ein Problem der eigenen Qualität. Ich kann das aber nicht an den Sachen festmachen die Dich stören. Dafür aber an anderen, die meiner Ansicht nach eindeutiger sind.

  13. @Paul

    Kleines Beispiel gefällig? Aber nur weil’s du bist!

    Schauen wir kurz bei Amazon vorbei:
    http://tinyurl.com/lbz3dj

    Das Buch „Der „Deutsche Herbst“ und die RAF in Politik, Medien und Kunst“ kostet aktuell 22,80€

    Und jetzt schauen wir mal bei Google Books vorbei:
    http://tinyurl.com/m3k4y3

    Alles kein Problem? Bist du dir da soooo sicher?

  14. @Adnan

    Herausgegeben von transcript Verlag. Seiten werden mit Genehmigung angezeigt.. Urheberrecht.

    Verstanden?

  15. ficken!

  16. @ Asl Akubahukar

    Nicht ficken. Denken.

  17. Bist Du asexuell?

  18. Suppe. Soupé.

  19. @ Asl Akubahukar

    Bist Du asexuell?

    Nein, aber bei diesem Blog geht’s nun mal nicht primär um Dein Liebesleben. Das solltest Du im Hinterkopf behalten, sonst könnte es passieren, daß mein Spamfilter irgendwann meint, Kommentare wie die, die Du in diesem Thread abgelassen hast, würden nichts zur Sache beitragen. Wär doch schade um die anderen, die dann auch nicht erscheinen könnten, findest Du nicht?

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