Domino Days


Christopher Hitchens hat Anfang der Woche auf den nicht nur für eingefleischte NeoCons offenkundigen Zusammenhang zwischen der Befreiung des Irak und der Austrahlung der demokratischen Idee in dessen Nachbarschaft hingewiesen. Daß sein Text pünktlich zu Bushs Geburtstag erschien, dürfte wohl Zufall sein, da Hitchens übermäßiger Sympathien für Bush eigentlich unverdächtig ist, und er vermeidet auch die Erwähnung von dessen Namen, aber in der Sache ist er eindeutig:

Did the overthrow of the Saddam Hussein regime, and the subsequent holding of competitive elections in which many rival Iraqi Shiite parties took part, have any germinal influence on the astonishing events in Iran? […] consider this: Many Iranians go as religious pilgrims to the holy sites of Najaf and Kerbala in southern Iraq. They have seen the way in which national and local elections have been held, more or less fairly and openly, with different Iraqi Shiite parties having to bid for votes (and with those parties aligned with Iran’s regime doing less and less well). They have seen an often turbulent Iraqi Parliament holding genuine debates that are reported with reasonable fairness in the Iraqi media. Meanwhile, an Iranian mullah caste that classifies its own people as children who are mere wards of the state puts on a „let’s pretend“ election and even then tries to fix the outcome.

Bevor jetzt Bushs Nachfolger die Ernte einfährt und als der große Demokrator in die Geschichte eingeht, wollen wir noch mal für die Akten festhalten: Obama hat die Dominosteine nicht nur nicht angestoßen, er hat sogar gemeint, daß sie nicht umfallen würden, wenn man den ersten antippt. Zudem vertritt er bis heute die Ansicht, daß es schon aus Gründen der Stabilität ganz grundsätzlich falsch ist, Dominosteine überhaupt umzuwerfen. Was immerhin erklärt, wieso er sie so gerne am Boden festklebt.

(Gefunden über Free Iran Now!)

~ von Paul13 - Donnerstag, 9. Juli 2009.

3 Antworten to “Domino Days”

  1. @ Paul

    Welcher „offensichtlicher Zusammenhang“?
    Bedeutet das die Iraner müssen auch warten, bis das amtierende Regime durch eine amerikanische Invaasion gestürzt und ihr Land von ausländischen Streitkräften besetzt wird, bevor sie Wahlen abhalten dürfen? Und ist der anschließende Bürgerkrieg zwingend vorgeschrieben oder dürfen sich die Iraker auch friedlich einigen?

    Fragen über Fragen …

  2. @ a new era

    Nein, die Kavallerie muß auch nach neokonservativer Lehre nirgendwo auflaufen, wo sich die Demokratisierung so erreichen läßt. Die ist nur der Plan B, wo sich ein Terrorregime zu sehr wehrt bzw. noch zu viel Unheil anrichten kann.

    Die Widerlegung des rassistischen Geschwätzes der kulturrelativistischen Realpolitiker, die der Meinung sind, daß der Muslim/Araber/Perser als solcher nicht demokratiefähig ist, bleibt unabhängig davon trotzdem zeitlos schön.

  3. […] diabolische Neocon Cheney hatte das Programm dem Kongress acht Jahre lang […]

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