Mal unter uns Moralaposteln


Ich bin ein erklärter Tierfreund. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, daß im konkreten Einzelfall das Leben eines Hundes möglicherweise mehr wert sein kann als das seines Herrchens (man denke beispielsweise nur an Blondi). Und ich finde es durchaus sehr sympathisch, wenn jemand ein Tier, das zur „Familie“ gehört, nicht im Stich läßt, wenn es mal ein wenig Geld kostet. Trotzdem gibt es Nachrichten, die mich da schwer ins Grübeln bringen. Wie z.B. diese hier:

Der graue Star kann jeden treffen – auch Tiere. Eine kleine Firma aus Brandenburg hilft den vierbeinigen Patienten: Das Unternehmen entwickelt Speziallinsen für Tiger, Pferde oder Schoßhunde. […] eine Augenoperation, die mehr als 1000 Euro kostet.

Vor allem, wenn man sie mit dieser hier im Zusammenhang liest:

Wer auch ein „goldenes Herz“ besitzt und einem Menschen in Bangladesch das Augenlicht wieder schenken will, muss dafür nur 20 Euro spenden – genau soviel kostet die einfache Star-Operation, die einen Mitmenschen aus der lebenslangen Blindheit befreit.

Bei aller (Tier)liebe, aber ist ein Hund wirklich 50 Menschenleben wert, nur weil man ihn anders als die anonymen Bewohner eines anderen Landes persönlich kennt? Vielleicht sollte man bei der nächsten größeren OP für einen langjährigen vierbeinigen Freund drüber nachdenken, ob nicht wenigstens zur Beruhigung des eigenen Gewissens auch eine kleine Spende die Andheri-Hilfe oder etwas vergleichbares abfällt. Nur mal so als Idee von Gutmensch zu Mitmensch.

~ von Paul13 - Sonntag, 5. Juli 2009.

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