Weißwurst jetzt auch ohne Hirn


Der CSU-Sicherheitsexperte Hans-Peter Uhl forderte ein baldiges Ende des Bundeswehreinsatzes. „Es ist an der Zeit, die Priorität des Afghanistan-Einsatzes vom Militär zur Polizei zu verlagern“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Jetzt muß sich nur noch ein Freiwilliger finden, der dies den Taliban überzeugend erklärt, damit sie besagte Polizisten ebenfalls nicht länger mit Granatwerfern und Panzerfäusten beschießen, sondern nur noch mit Zwillen und Pflastersteinen, und sich brav die Rechte vorlesen lassen statt ihnen vorher die Kehlen durchzuschneiden.

Das klingt lächerlich, ja idiotisch? Stimmt. Aber der solche Illusionen offenkundig trotzdem für realistisch hält, ist wohlgemerkt nicht der Dorfdepp, sondern ein sogenannter „Sicherheitsexperte“, und zwar nicht irgendein eh irrelevanter grüner Friedensforscher, sondern ein rechter Stahlhelmer der einstmals eisenfressenden CSU.

Da sollten wir allmählich anfangen uns Sorgen zu machen, womit erst linke Amateure den Rückzug aus Afghanistan begründen werden. Wobei die Sicherheit Deutschlands nach dieser Einlassung zweifellos nicht mehr nur am Hindukusch gegen die Islamisten verteidigt werden sollte. Sondern bereits an den Alpen gegen die Dummschwätzer.

~ von Paul13 - Freitag, 3. Juli 2009.

12 Antworten to “Weißwurst jetzt auch ohne Hirn”

  1. @ paul

    Der Unterschied zwischen Europa und dem Alten Amerika: hier war Krieg seit 1945 das Ergebnis einer Kosten-Analyse. Deswegen hatte er zumeist ei VORHER festgelegts Ziel und durfte auch nicht zu lange dauern. Im AA dagegen handelte es sich um das exclusive Hobby des Präsidenten (bzw. des VP) – da spielten Verluste und Kosten keine Rolle. Problem ist nur: seit dem letzten Herbst sind die USA pleite …

  2. […] Hans-Peter Uhl, CSU-Sicherheitsexperte – “Es ist an der Zeit, die Priorität des Afghanistan-Einsatzes vom Militär zur Polizei zu verlagern”, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ja klar, die Taliban werden dann sofort mit den Polizisten kuscheln und sich auf weniger terroristische Unterdrückung der Bevölkerung bestehen! […]

  3. @ paul

    Was Herrn Uhl betrifft: in 2 1/2 Monaten sind Bundestagswahlen. Und deshalb muß man angesichts der Stimmungslage:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article4034749/Mehrheit-der-Deutschen-will-Soldaten-zurueckholen.html
    schon ein bißchen was erzählen, wenn man z.B den AWACS-Beschluss durchwinkt. Sonst steht die Linke bei den nächsten Prognosen nicht nur im Osten bei 25 % …

  4. Diese „linken Amateure“ sind ja nicht mal in der Lage die Nationalhymne zu singen.

    Auf Uhl zu schimpfen, weil er diese Debatte anstößt, ist ein Fehler. Der Afghanistan-Krieg wurde unter Schröder/Fischer von Rot-Grün begonnen. Was das Ziel in Afghanistan ist, kann kaum jemand sagen. Vor einiger Zeit hieß es mal, „Demokratie, Wohlstand und Menschenrechte“ sei das Ziel. Das mit dem Wohlstand hat man mittlerweile abgehakt, weil es unrealistisch ist. Menschenrechte sind ebenfalls aufgegeben, weil man lieber ein stabiles demokratisches System hat, in dem Menschenrechte verletzt werden, als das Taliban-System, das es dort davor gab.

    Ich finde es gut, wenn Leute, die von Linken als „Stahlhelmer“ bezeichnet werden, diesen Krieg beenden. Lustig ist auch, daß Gauweiler jetzt parteiübergreifend von allen gelobt wird. In der Ära nach Strauß war er noch das Haßobjekt #1, weil er in der AIDS-Politik eine Außenseitermeinung vertreten hatte.

  5. @ a new era

    Na, wenn Du Dich dann für CSU-Hardliner in die Bresche wirfst, war’s das ja fast schon wieder wert. ;-)

  6. @ Antifo

    Diese “linken Amateure” sind ja nicht mal in der Lage die Nationalhymne zu singen.

    Also wenn das das schlimmste wäre, was sie anstellen, hätte ich kein Problem mit ihnen. Ich kann die Nationalhymne ja auch nicht.

    Auf Uhl zu schimpfen, weil er diese Debatte anstößt, ist ein Fehler. Der Afghanistan-Krieg wurde unter Schröder/Fischer von Rot-Grün begonnen.

    Falsch. Er wurde unter Bush begonnen. Schröder hat nur wohlfeile Solidaritätsrhetorik abgeliefert und nach dem Sturz des Talibanregimes olivgekleidete THW-Mitarbeiter zum Verkehrsregeln geschickt.

    Was das Ziel in Afghanistan ist, kann kaum jemand sagen. Vor einiger Zeit hieß es mal, “Demokratie, Wohlstand und Menschenrechte” sei das Ziel.

    Unter den NeoCons war’s das auch mal. Daß der (Ir)realpolitiker Obama das anders sieht, ändert im nachhinnein nichts an der ursprünglichen lobenswerten Intention.

    Das mit dem Wohlstand hat man mittlerweile abgehakt, weil es unrealistisch ist.

    Wieso ist das unrealistisch? Stell Dir mal ein demokratisches Afghanistan vor, daß ein Freihandelsabkommen mit uns hat. Das einzige was da unrealistisch ist, sind Lohnsteigerungen für deutsche Bauern.

    Menschenrechte sind ebenfalls aufgegeben, weil man lieber ein stabiles demokratisches System hat, in dem Menschenrechte verletzt werden, als das Taliban-System, das es dort davor gab.

    Also bei allen derzeitigen Mängeln, aber ein noch so korruptes demokratisches System wird nie auch nur ansatzweise an den Talibanterror rankommen.

    Ich finde es gut, wenn Leute, die von Linken als “Stahlhelmer” bezeichnet werden, diesen Krieg beenden.

    Und ich finde, es ist mal wieder ein weiterer Beweis dafür, daß Ideen, die von linken wie von rechten Spinnern gleichermaßen abgelehnt werden, in der Regel so schlecht schon mal nicht sein können.

    Lustig ist auch, daß Gauweiler jetzt parteiübergreifend von allen gelobt wird.

    Also ich lobe ihn ganz bestimmt nicht (und wenn jemand parteiübergreifend ist, dann ja wohl ich!) ;-) Der ist noch schlimmer als dieser Weißwurst-Komiker, den sie hier als „Sicherheitsexperten“ bezeichnen. Wenn ich’s nicht besser würde, würde ich sagen, Gauweiler ist das „missing link“ zwischen Todenhöfer und Lafontaine.

    In der Ära nach Strauß war er noch das Haßobjekt #1, weil er in der AIDS-Politik eine Außenseitermeinung vertreten hatte.

    Ich erinnere mich. Damals hat er sich mit seiner legendären Idee der Lagerhaltung von AIDS-Kranken den Spitznamen „Gauleiter“ erarbeitet. Das ist aber jetzt nichts, was für ihn spricht, finde ich.

  7. Was Uhl hier abgeliefert hat war dämlich und erinnert mich ein wenig an Pfarrer Schorlemmer, der kurz nach den Anschlägen von 2001 eine Polizeitruppe nach Afghanistan schicken wollte, die bin Laden festnehmen sollte (wahrscheinlich mit Passkontrolle etc.).

    Dennoch würde ich es bei Uhl eher als unüberlegten Ausrutscher betrachten, wenn man seine Stellungnahmen sonst betrachtet kan man eigentlich nicht groß meckern. Vergessen wir nicht, dass er sich zusammen mit Kristina Köhler eindeutig gegen Durban 2 positioniert hatte, als alle anderen den Schwanz eingezogen hatten.

  8. Also wenn das das schlimmste wäre, was sie anstellen, hätte ich kein Problem mit ihnen. ich kann die Nationalhymne ja auch nicht.

    Macht nichts. Das ist schnell gelernt. Zur Not kannst Du sie ja auch vom Blatt absingen ;)

    Falsch. Er wurde unter Bush begonnen. Schröder hat nur wohlfeile Solidaritätsrhetorik abgeliefert und nach dem Sturz des Talibanregimes olivgekleidete THW-Mitarbeiter zum Verkehrsregeln geschickt.

    Die bundesdeutsche Beteiligung an dem Krieg fing unter Schröder/Fischer an und unsere Teilnahme war keineswegs unabwendbar. Sie war erst dann unausweichlich, nachdem Schröder einen Tag nach dem Attentat vom 11. September 2001 seine berühmte Rede zur „uneingeschränkten Solidarität Deutschlands“ gehalten hatte, die von allen Parteien bejubelt wurde:
    http://www.documentarchiv.de/brd/2001/rede_schroeder_terror-usa.html

    sieht man von der Wortwahl und den fehlenden Hurra-Rufen ab, war das das selbe, wie die „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Deutsche.“-Rede Kaiser Wilhelms II. nach dem Attentat von Sarajewo im Sommer 1914. Daß es ein Fehler war, eines Attentats wegen den Verteidigungsfall auszurufen, erkennt man an der in den USA ja bis heute noch nicht beendeten Debatte über den problematischen Umgang mit irregulären Kämpfern. Daß wir nur „olivgekleidete THW-Mitarbeiter“ dort hingeschickt hätten, ist vollkommener Unsinn.

    Wieso ist das unrealistisch? Stell Dir mal ein demokratisches Afghanistan vor, daß ein Freihandelsabkommen mit uns hat. Das einzige was da unrealistisch ist, sind Lohnsteigerungen für deutsche Bauern.

    Hier in Bayern kommentiert man solche Ideen mit „Du träumst wohl von Weißwürsten?“ Warum nicht gleich in die EU aufnehmen?

    Unter den NeoCons war’s das auch mal. Daß der (Ir)realpolitiker Obama das anders sieht, ändert im nachhinnein nichts an der ursprünglichen lobenswerten Intention.

    Diese Fokussierung auf Bush ist doch nur ein Ablenkungsmanöver von der politischen Verantwortung von Rot-Grün für diesen Krieg, den man sich nicht Krieg zu nennen traut und bei dem niemand weiß, was dabei rauskommen soll.

    Und ich finde, es ist mal wieder ein weiterer Beweis dafür, daß Ideen, die von linken wie von rechten Spinnern gleichermaßen abgelehnt werden, in der Regel so schlecht schon mal nicht sein können.

    Politisch magst Du anderer Auffassung sein als Uhl, aber das ist doch kein Grund ihn als „rechten Spinner“ zu bezeichnen. Uhl ist einfach nur ein Politiker, der Verantwortung übernimmt. Im Gegensatz zu den „linken Spinnern“ hat Uhl selbst Wehrdienst geleistet und geht folglich mit Realismus an die Sache heran. Was bitte ist daran falsch?

  9. Vergessen wir nicht, dass er sich zusammen mit Kristina Köhler eindeutig gegen Durban 2 positioniert hatte, als alle anderen den Schwanz eingezogen hatten.

    Eben. Uhl hatte sich auch zusammen mit Frau Köhler für die Abberufung des türkischen Generalkonsuls nach dessen rassistischen Äußerungen stark gemacht:
    http://www.kristina-koehler.de/presse/mitteilungen/2009/uhl-koehler-auswaertiges-amt-m/

  10. @ paul: nimms mir nicht krumm, aber kannst du den satz mit „lohnsteigerungen fuer deutsche bauern“ nochmal ueberdenken?
    das waere ja schoen wenn die nen lohn bekommen wuerden, anstatt dass die grossen subventioniert werden und die kleinen verrecken..
    nur am rande, ansonsten top kommentar

  11. @ Antifo

    Macht nichts. Das ist schnell gelernt. Zur Not kannst Du sie ja auch vom Blatt absingen ;)

    Ich bin schon in der Schule im Musikunterricht als einziger nicht mal aufgestanden, als ich genau das tun sollte, da werde ich damit jetzt bestimmt nicht mehr anfangen. Und damals hat mir das anders als heute sogar einigen Ärger unter meinen Mitschülern eingebracht.

    Die bundesdeutsche Beteiligung an dem Krieg fing unter Schröder/Fischer an und unsere Teilnahme war keineswegs unabwendbar. Sie war erst dann unausweichlich, nachdem Schröder einen Tag nach dem Attentat vom 11. September 2001 seine berühmte Rede zur “uneingeschränkten Solidarität Deutschlands” gehalten hatte, die von allen Parteien bejubelt wurde:

    Also unter „uneingeschränkter Solidarität“ verstehe ich wenigstens politische Solidarität beim Irakkrieg und uneingeschränkte Kampfeinsätze in Afghanistan, aber kein Schönwetterblabla, daß schon im nächsten Wahlkampf auf dem Marktplatz von Goslar wieder über Bord geworfen wird.

    […] Hier in Bayern kommentiert man solche Ideen mit “Du träumst wohl von Weißwürsten?” Warum nicht gleich in die EU aufnehmen?

    Dazu müßte es erst eine kleinere Kontinentalverschiebung geben. Aber Freihandelsabkommen ist ja auch schon was. Und auf jeden Fall weit besser als wirkungslose Entwicklungshilfe hinzuschicken oder am Ende wieder Soldaten.

    Diese Fokussierung auf Bush ist doch nur ein Ablenkungsmanöver von der politischen Verantwortung von Rot-Grün für diesen Krieg, den man sich nicht Krieg zu nennen traut und bei dem niemand weiß, was dabei rauskommen soll.

    Was wäre denn Dein vorschlag? Afghanistan wieder in Terror und Elend versinken lassen und sich dann mit großen Augen wundern, wenn die Terroristen beim nächsten mal vielleicht schon die Skyline von Frankfurt umgestalten?

    Politisch magst Du anderer Auffassung sein als Uhl, aber das ist doch kein Grund ihn als “rechten Spinner” zu bezeichnen. Uhl ist einfach nur ein Politiker, der Verantwortung übernimmt. Im Gegensatz zu den “linken Spinnern” hat Uhl selbst Wehrdienst geleistet und geht folglich mit Realismus an die Sache heran. Was bitte ist daran falsch?

    Daran wäre nichts falsch. Aber hier geht es ja gerade nicht um Realismus. Bei jemandem, der allen Ernstes den Taliban einen Wachtmeister mit einem Haftbefehl schicken möchte, darf es ja wohl erlaubt sein, an seinem Geisteszustand zu zweifeln.

  12. @ NEB

    OK, genau geommen hast Du recht. Ich hätte korrekterweise eigentlich von „Einkommensteigerung“ reden müssen, weil da offen bleibt, wie das Einkommmen zustande kommt.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: