Was macht eigentlich…


…Marcel?

Nun, er entlarvt die altehrwürdige ZEIT als „neokonservative Geheimdienstpostille“, enthüllt den Aufstand im Iran als glücklicherweise „chancenlose Psywar-Operation der CIA“, macht ein wenig Reklame für das Menschenjagdblog der Mullahs, sieht die iranischen Demonstranten als „leicht zu manipulierende Jugendliche aus den Wohlstandsvierteln von Teheran“, findet „es nun an der Zeit, aufzuräumen“, erklärt Achmadinedschad zum Präsidenten der Herzen, bestätigt das offizielle Wahlergebnis des iranischen Staatsfernsehens, und freut sich über die Niederlage der CIA-Marionette Moussavi.

Aber sonst geht’s ihm gut.

Und wir nehmen die Erkenntnis mit, daß man unabhängig voneinander in einer deutschen Gummizelle offensichtlich zu denselben Schlüssen kommen kann wie in einem Teheraner Präsidentenpalast.

~ von Paul13 - Samstag, 27. Juni 2009.

10 Antworten to “Was macht eigentlich…”

  1. Das mit dem Internetanschluß in der Geschloßenen sollten die Psychiatrien noch mal überdenken.

  2. Iran: Stärke des Westens oder Schwäche des Islam?

    http://antifo.wordpress.com/2009/06/27/iran-starke-des-westens-oder-schwache-des-islam/

  3. @ antifo

    Du glaubst doch nicht wirklich, daß die Mullahs, selbst wenn die USA sich völlig heraushielten, nicht einfach trotzdem behaupten würden, daß die CIA dahintersteckt? Marcel schafft das doch auch.

  4. Mir geht es erst mal darum, wie glaubwürdig wir uns selbst gegenüber sind. Wenn etwa die USA Programme zur weltweiten Demokratie-Förderung laufen haben, dann sollte man das nicht leugnen, sondern inhaltlich beleuchten.

    Demokratie-Förderung ist doch etwas anderes, als Undercover-Aktionen der CIA, wie das Teheraner Regime das behauptet. Die Schwäche des Westens ist, daß er nicht mehr zu dem steht, was er tut. Erst dadurch entsteht doch dieses Vakuum, das Verschwörungstheoretikern aller Coleur dann füllen.

    Von einer Unterstützung der CIA zu reden sicher Unsinn. Was es gibt, ist das von der US-Regierung geförderte National Endowment for Democracy (NED), dessen Aufgabe in der weltweiten Förderung von Demokratie besteht. Das NED vergibt seinerseits wiederum Geldmittel an das National Iranian American Council (NIAC). Das NIAC unternimmt ganz sicher einiges an Anstrengungen, wie man auf den Iran Einfluß nehmen kann – nur ist das eben nicht “die CIA”.

    An dem Punkt mit offenen Karten zu spielen, wäre Obama gut zu Gesicht gestanden. Wenn die Menschen im Iran sich nach Demokratie sehnen und die USA das unterstützen, gibt es keinen Grund, weshalb er als Präsident nicht auch von dieser Unterstützung sprechen sollte. Es ist keine Schande, sich für Demokratie einzusetzen und wenn Obama offen damit umgehen würde, müßte sich die iranische Opposition jetzt keine blöden CIA-Geschichten anhören. Stattdessen könnte sie sagen, daß es eine Schande für die Nation ist, daß man die Unterstützung der USA bei der Verbesserung der Demokratie überhaupt notwendig hat! Die Opposition würde so argumentativ die Oberhand behalten und könnte auf Ayatollah Chamenei als eigentlich Schuldigen zeigen.

    Den Anspruch eine Demokratie zu sein, haben die Mullahs doch genauso!

    http://antifo.wordpress.com/2009/06/24/iran-demokratieforderung-durch-die-usa/

  5. @ antifo

    Der Anspruch reicht eben nicht.

  6. @Paul13
    Uns reicht der Anspruch freilich nicht, aber wenn er im Iran ernst genommen wird, reicht es doch.

    Das Blut was durch meine Adern fliesst, ist ein Geschenk für meinen Führer

    Das klingt zwar wie ein Spruch der Hitler-Jugend, stammt aber aus dem Shia-Forum.

    Den Strang, in dem dort die Wahl diskutiert wird, findet man hier: http://tinyurl.com/mvh3gt

    Auch da gibt es sehr deutliche Spannungen, bei denen mit wilayat al-faqih argumentiert wird. Der Begriff bezeichnet quasi das Führerprinzip der islamischen Republik und ist nun ins Gerede gekommen sein, weil Khamenei das Wahlergebnis schon wußte, bevor es vom Wächterrat offiziell verkündet wurde.

    Wilayat al-faqih ist die politisch-ideologische Basis der Macht von Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah und Ayatollah Ali Khamenei:

    http://www.aina.org/news/20090625215155.htm

  7. @lalibertine
    Das ganze ist bestimmt Teil einer Therapie. Sollte nicht an die Öffentlichkeit – da hat ein Admin Mist gebaut und nun steht es im Internet ;-)

  8. @ Antifo

    Er wird von einer kleinen Clique im Iran ernst genommen. Um herauszubekommen, ob die Iraner in ihrer Mehrheit das ähnlich sehen, müßte man dann eben doch wieder eine richtige Demokratie mit FREIEN Wahlen durchführen. Du willst ja auch nicht, daß im NPD-Vorstand entscheiden wird, was die dem Deustchen angemessene Regierungsform ist, nur weil der sich zufällig auch aus Landsleuten zusammensetzt. Zumindest hoffe ich das mal.

  9. @S1IG

    Da fällt mir auf, was ist nur aus dem guten alten Rene geworden? Der hatte doch damals in der Klapper irgendwie den Zugang zum Internet ergattert – hat er die Fackel an Marcel weitergegeben?

  10. Er wird von einer kleinen Clique im Iran ernst genommen. Um herauszubekommen, ob die Iraner in ihrer Mehrheit das ähnlich sehen, müßte man dann eben doch wieder eine richtige Demokratie mit FREIEN Wahlen durchführen. Du willst ja auch nicht, daß im NPD-Vorstand entscheiden wird, was die dem Deustchen angemessene Regierungsform ist, nur weil der sich zufällig auch aus Landsleuten zusammensetzt. Zumindest hoffe ich das mal.

    Vom Grundsatz her keine Einwände. Allein die kollosale Reaktion auf die vermutete Wahlfälschung zeigt eben doch, daß ein großer Teil der Leute dort der Meinung sind/waren, daß sich mit Kreuzchen-Machen etwas verändern läßt/ließe. Insofern wäre es eben doch eine Demokratie – eine „gefühlte“ quasi ;-)

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