Geben wir ihnen etwas zum Fürchten


— von Analytics

Ein Gespenst geht um in der Welt!

Libanesische Hizbollah und venezoelanische Söldner, russische Präsidenten und deutsche Volkstümmler, der Elsäßer und die taz, sie alle fürchten sich vor diesem einen Geiste, dem Geiste der Freiheit. Etwas unglaubliches, ja geradezu ungeheuerliches läuft vor unseren Augen ab. Ist das der Anfang vom Ende? Ist das die letzte große Schlacht des globalen und globalisierten Faschismus, all seiner Spielarten des 21. Jhd.? Man weiß es nicht und kann es nur hoffen. Doch egal wie dieser Titanenkampf auszugehen vermag, jedem kritischen Beobachter sollte klar sein um was es sich eigentlich handelt, um den Beginn einer neuen Ära. Change. Real Change.

Seit dem antisemitischen – und jedem sollte klar sein, dass es sich um Antisemitismus in Reinform gehandelt hat – Attacken der klerikalfaschistischen Al Quaida durchlebt die Welt etwas, was noch vor 10 Jahren als Relikt einer längst vergangenen Epoche angesehen wurde, nur noch vorhanden im neuesten Spielbergstreifen und den Erinnerungen von Altersheimbewohnern. Vor eben jenen 10 Jahren schien die Welt in ein neues Zeitalter des Friedens und des Wohlstandes einzutreten. Die Intifada? Ein trauriges Endspiel von religiösen Fanatikern Beidseits der Front, dass in wenigen Monaten abebben wird. Der Kosovokrieg? Eine Mop-up Operation um den letzten stalinistischen Diktator Europas zu stürzen. Afghanistan? Ein fernes, unbekanntes Land, welches sich seine wahre Kultur erhalten konnte und sich nichts dringlicheres sucht als in Frieden gelassen zu werden. Etwas was vielen im Westen aus der Seele spricht, etwas vorbildliches also.

Die Dot-com Blase? Etwas was die Fed mit niedrigeren Zinsen in den Griff bekommen wird. Es war immer nur „etwas“, „etwas“ was sich A.: Von sich selbst erledigt oder aber B.: Dem „irgendwie“ beizukommen sei. Knapp 1 ½ Jahre später hat sich diese Sichtweise als illusorisch erwiesen – zumindest für diejenigen unter den Beobachtern, die sich nicht erfahrungsresistent gaben und nicht dem postmodernen Geschwätz von der Unmöglichkeit des Erkennens von objektiven Sachverhalten anheim fielen, für die absolute Minorität der Gattung also. Verwies man aber auf das verhängnisvolle Ganze, so wurde man gleichzeitig der Panikmache, des politischen Opportunismus und des christlich-evangelikalen Fanatismus beschuldigt. Der 11. September? Eine Einzeltat von mutigen antiimperialistischen Desperados, heldenhaft zwar aber irgendwo auch übertrieben. Das Nordkoreanische Atomprogramm? Kim Jong-Ils Bewältigung seiner Midlifecrisis. Putin? Ein luppenreiner Demokrat. Der Sturz Saddams dagegen ein Affront gegenüber einer Jahrtausende alten Kultur, Massenmord und Raub arabischen Öls. Man kam gegen diese einbetonierten Eisernen Vorhang der Lügen und vorallem Lebenslügen nicht an. Egal was man auch tat, immer hatte man diesen Rauchvorhang vor Augen. Und doch, Geschichte wurde geschrieben, natürlich nicht von den einzelnen Menschen, wie sollte es auch anders sein, sondern von den menschenentrückten und erst dadurch unmenschlichen Verhältnissen und die sind nun mal konsequent und machen auch keine Gefangenen. Immer. Das falsche Ganze hatte wiedereinmal obsiegt und wiedereinmal würde es versuchen sich zu verwirklichen indem es sich selbst auf seiner eigenen Grundlage aufhebt.

Während also der amerikanische Präsident George W. Bush in seiner zweiten Amtszeit zur lame duck wurde, immer mehr auf das Gegrölle des Peacenikmobs zu hören begann und sich Realpolitiker á la Breszinski durchzusetzen begannen, nutzen all die Kräfte, die außer dem Nichts, nichts wollten, die Gunst der Stunde zu nutzen. Zu einem Vorreiter dieses immergleichen Trauerspiels mit wechselnden Laiendarstellern wurde der militante Islam und vorallem die exponierteste seiner Vertreterinnen, die islamische Revolution der iranischen Schiiten des Jahres 1979. In ihr kam die Totalitarismustheorie zu ihrem Geltungsrecht. Wenn Krauthammer also behauptet, in der schiitischen Revolte seien Nazismus und Staatskommunismus verschmolzen und so zum Sozialismus des 21. Jhrdt. geworden, also zum Zukunftsmodell schlechthin, heißt dass nur, das dieses Potenzial schon immer bestand und nur durch Konkurenzgerangel der beiden Ideologien verhindert wurde. So gesehen war die Iranische Revolution ihrer Zeit weit voraus – sie bot lediglich einen Ausblick auf das was kommen würde, die Verifizierung der Totalitarismustheorie – die globale Querfront aus amerikanischen Liberalen, russischen Kommunisten, nordkoreanischen Nationalbolschewisten, europäischen Nazis und islamistischen Faschisten. Die Bewegung schlechthin. Die eine Bewegung. Die wahre Bewegung. Die reine Bewegung um der Bewegung willen. Triumph des Willens.

Mit dem Sieg von Barack Hussein Obama bei den US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2008, schien der Beginn des neuen unheilvoll glänzenden Zeitalters gekommen zu sein, das Zeitalter des „Weltsouveräns“ ( Scheit ), der alle Widersprüche der Moderne zu eliminieren vermag. Der Eine. Der Andere. Der Bessere. Die Bewegung hatte auf einmal einen Bezugspunkt, einen aus ihrer Mitte, einen der so war wie sie alle, eine Führungspersönlichkeit ohne Persöhnlichkeit, einen ideelen Gesamtbewegten, Charaktermaske ohne Charakter, Mr. Change, Mr. Sein, Mr. Nichts. Einer der durchgreift, einer der zupackt. Einer. Der Eine der Alle ist. Chavez´ Freund, Achmadinejads Gesprächspartner, Kims Appeaser. Sozialarbeiter und Dozent. Anwalt und Junior-Senator. Ehemann und Vater. Community organizer des globalen Dorfes. Eingeweihten sollte klar sein, welchen Präzedensfall Obama ähnelt, nur dieses Mal auf globaler Ebene.

Alle Ingredenzien für einen neuerlichen Verrat der Aufklärung an sich und durch sich selbst schienen in der korrekten Dosis zusammengemischt worden zu sein, doch da geschah wieder „etwas“. Etwas was keiner erwartet hatte, etwas was so wahrscheinlich war wie ein neuerlicher Meteoriteneinschlag auf die Yukatan-Halbinsel in Mexiko. Das Iranische Volk erhob sich. Nicht länger betrogen wollte es sein. 30 Jahre Mullahfaschismus war ihm genug. Die Kinder der Revolution, die einstmals die neuerliche Regression in den Wahnsinn begann, waren es leid sich von notgeilen bigoten alten Männern vorschreiben zu lassen, was sie anziehen sollten, wie lange sie feiern sollten und was sie bei ihren Feiern zu trinken hätten. Die gestohlene Wahl am 12. Juni 2009 war nur ein Tropfen welches das Fass zum überlaufen brachte. Jetzt versinkt der Iran im rotem See der Revolution, einer Revolution die alles was der Welt gedroht hatte abzuwenden vermag. In Beijing und in Havana, in Moskau und in Damaskus zittert man. Man zittert vollkommen zurecht, den man hat nichts mehr zu verlieren als den Privatkerker. Das ist er nun, das ist der spanische Bürgerkrieg des digitalen Zeitalters. Und er wird auch entscheiden, wie die kommende Dekade auszusehen vermag. Gelingt es den Revolutionären Massen die Mullahbande außeinander zu nehmen, nun dann fällt die gesamte faschistische Internationale in sich zusammen. Sie fürchten sich. Geben wir ihnen einen trifftigen Grund Angst zu haben! Unterstützen wir den Kampf des iranischen Volkes für seine Freiheit, welche auch unsere Freiheit ist! Ihre Schlacht ist unsere Schlacht, ihr Schmerz unser Schmerz, ihr Sieg unser Sieg! Es lebe die antifaschistische Revolution!

~ von analytics23a - Montag, 22. Juni 2009.

7 Antworten to “Geben wir ihnen etwas zum Fürchten”

  1. Leute, ein paar klarstellende Worte vorab:

    Solche Aktionen wie Gestern die Idee den Farsnewsserver zum Absturz zu bringen können getrost als „Friendly Fire“ bezeichnet werden. Egal welcher Schwachkopf diese verdammte Hirnverrenkung hatte, es hat der Revolution geschadet und zwar massiv. Am Ende standen die Massen mit 375 bytes da und die Mullahs hatten immernoch die Hosen an. Bitte unterlasst solche Tieffliegeraktionen demnächst, ist das einleuchtend?
    Was die Leute dort dringender Brauchen ist Serverplatz. Auch wenn ich anscheinend zu dämlich dazu bin, ihr dürftet das schaffen. Folgt dem Link: http://blog.austinheap.com/2009/06/15/how-to-setup-a-proxy-for-iran-citizens-for-windows/ und richtet euren PC ein. Damit ist den Menschen dort echt besser geholfen als mit euren Spontikramm.
    Dann bräuchten wir 2 Dinge: 1. Koordinierung der einzelnen Aktionen. Jede Idee ist willkommen, doch sollte der eine Blogger schon vorher wissen, was der andere macht. Dafür bräuchten wir einen eigenen Blog oder aber ein Genosse stellt sein Blog zur Verfügung. Egal wie wirs lösen, wir müssen schnell vorgehen. 2. Oberaufsicht. Um immer einen Überblick zu haben, müssten wir eine art Instanz schaffen um notfalls zur eben dieser Instanz appelieren zu können. Es kann eine art Supervisor sein und der Posten kann rotieren, nur sollte er 24h am Tag besetzt sein um adäquat reagieren zu können. Was haltet ihr von der Idee?

  2. Hugo Chavez, Jürgen Elsässer, die taz = Faschisten?
    Nur, wenn du zugibst, dass Faschismus links ist!

  3. Das gebe ich sogar sehr gerne zu. Siehe Jonah Goldberg.

  4. Cool, und ich dachte immer der eine Allesversteher, der Faschismus definieren und daraus einen Welt- Zeit- und wahrscheinlich auch Dimensionenumspannenden Erklärungsschirm spannt kommt erst wenn die Welt untergeht. Dass Du jetzt schon da bist, sehr gut.
    Im ernst: Übertreibst Du da nicht ein bißchen? Und ich meine nicht das „ist-doch-nur-polemisch“-übertreiben sondern das „Kuchenbacken-und-Arschbacken-gehören-zusammen“-übertreiben? Da ist ja alles Teil von allem – was übrigens bedeutet dass es sonst nichts mehr gibt.

  5. „Dafür bräuchten wir einen eigenen Blog“
    Gibts doch schon
    http://freeirannow.wordpress.com/

    Mr. Moe, den Du hier beschimpfst, hat das u.a. auf die Beine gestellt.

    Wenn es jetzt noch einige Diven lassen könnten rumzuzicken, dann geht da vielleicht was.

  6. Diese Anleitung ist detaillierter, mehr was für DAUs ;)
    http://thoughtsections.blogspot.com/2009/06/proxies-for-iran-walkthrough.html

  7. @analytics
    Und wie bringen wir das der taz etc. bei? :)

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