Ich schieße, also bin ich


Keine Armee, keine Kontrolle über die Außengrenzen, keine Lufthoheit, keine Bündnisfreiheit – ein souveräner Staat sieht anders aus.

Ein souveräner Staat benimmt sich aber auch anders. Es gibt Staaten wie Island, die sind auch ohne Armee glücklich, und sei es nur, weil sie nicht vorhaben, in Grönland einzufallen und die Eskimos auszurotten.

Auch gibt es eine ganze Reihe von neutralen Staaten, die wie beispielsweise die Schweiz recht gut damit leben, daß die Bündnisse anderer de facto ihre Sicherheit gewährleisten, ohne daß sie selber auch nur dafür zahlen müssen.

Wer hingegen die Kontrolle über die Außengrenzen sowie die Lufthoheit benutzt, um Terroranschläge gegen diejenigen vorzubereiten, von denen er eben diese Kontrolle haben will, der darf sich nicht wundern, wenn ihm das potentielle Opfer genau diese Möglichkeit nur äußerst ungern zubilligen möchte.

Wobei es schon etwas verwunderlich ist, daß in einem Nachrichtenmagazin, welches noch nie großes Verständnis für die Anliegen des Militärs gezeigt hat, die Verwirklichung des alten Pazifistentraums, endlich mal ohne Waffen Frieden schaffen zu können, auf einmal als unzumutbare Einschränkung der Souveränität wahrgenommen wird. So viel waffenvernarrter Machismo war jedenfalls selten im SPIEGEL.

Dabei heißen derartige Einschränkungen ja nicht mal, daß sie für alle Zeiten bestehen bleiben. Die Besiegten wurden von den Siegern schon wenige Jahre nach dem II. Weltkrieg wieder regelrecht dazu gedrängt, genau die Truppen aufzustellen, die ihnen nach der Niederlage gerade erst verboten worden waren. Und die Begeisterung darüber hielt sich durchaus in Grenzen.

Wenn die Palästinenser also endlich mal lernen, sich wie ein zivilisiertes Volk aufzuführen, und anfangen Kindergärten aufzubauen anstatt welche zu zerstören, und sich auch ansonsten als liebenswerter demokratischer Handelspartner erweisen, dann werden die Israelis sie vielleicht schneller drum bitten, auch was für die eigene Verteidigung zu tun, als ihnen lieb ist.

Wenn sie clever sind, können sie sich dann ja an den Zionisten rächen, indem sie einfach „Nein“ sagen und die Steuern senken.

~ von Paul13 - Montag, 15. Juni 2009.

7 Antworten to “Ich schieße, also bin ich”

  1. […] Lesetipp: Ich schieße, also bin ich […]

  2. […] Blood for Sauerkraut! – “Ich schieße, also bin ich” Beschlagwortet mit:Israel, Journalismus, Nahostkonflikt, Palästinenser Noch keine Kommentare […]

  3. Blah, blah. Würden die Israelis die gleichen Bedingungen von ihren Nachbarn akzeptieren? Im Leben nicht. Weil sie eben nicht, wie die Schweizer, nur Freunde als Nachbarn haben, sondern Todfeinde. Und das ist bei Palis und Israelis eine vergleichbare Situation.

    Und, Paul: Ich lese Dich schon lange genug, um zu wissen, dass Du nicht die tollen Friedensinitiativen der Israelis loben willst. Hier wird mehr die Fähigkeit Bibis gelobt werden, sich durchzusetzen. Auch okay. Aber bitte nicht so verlogen.

    Schließlich: Wenn Netanhjahu der aktuellen „Regierung“ der Palästinenser etwas anderes anbieten würde, wäre das politischer Selbstmord, und diplomatisch wohl auch unklug. Da sind wir uns aber sicher einig.

  4. @Karsten: Nein, ist es nicht. Du übersiehst, dass Israel immer nur reagiert und die Hamas der Agressor ist. Israel hätte keinen Grund Palästina anzugreifen, weder heute noch in Zukunft, wenn die Araber auf Pazifisten machen würden. Umgekehrt jedoch beginge Israel Selbstmord.

    Sag bitte nicht, neben Libertären sind nun auch Liberale vom postmodernen Relativismus befallen?

  5. @karsten
    Die Israelis würden die gleichen zu Recht nicht akzeptieren.
    Israels Nachbarn haben deutlich geringere Rechtsstaatliche Standards und die historischen Erfahrungen der Juden mit Leben unter Fremdherrschaft sind unglaublich schlecht.
    Was haben die Palästinenser eigentlich für Optionen? Sie sind Israel ohnehin ausgeliefert.
    Man kann andere historische Vergleihe ziehen. Nach dem zweiten Weltkrieg haben viele osteuropäische Länder sich mit eingeschränkter Souveränität und russischer Fremdbestimmung abgefunden. Und nicht weiter und weiter Krieg geführt, „Tod den Russen“ gerufen und Terrorismus gewählt. Sogar die meisten deutschen Nazis, haben sich in die neue (von Fremden Mächten dominierte) Ordnung eingefügt. Im Endeffekt hat sich diese Strategie ausgezahlt, vor allem da Russland eben keine Angst haben musste, vernichtet zu werden, wenn ihre Nachbarn die Gelegenheit dazu haben. Israel ist nicht das Dritte Reich, sie werden die Palästinenser nicht ausrotten oder versklaven, also sollten die Palästinenser einsehen, dass sie mit Terror nichts gewinnen und mit Frieden nichts verlieren.
    Was man den Palästinensern vorwerfen muss ist weniger, dass sie die jüdischen Israelis hassen, als dass sie sich selbst nicht genug lieben.

  6. @ Karsten

    Es ging mir tatsächlich nicht um Bibi, sondern wie CK und Schmock zbereits bemerkten, sondern darum, daß jemand, der andauernd Kriege anzettelt und verliert, vom Sieger logischerweise irgendwann bestimmte Auflagen gemacht kriegt, bis er keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit darstellt. Wenn der Jäger dauenrnd auf die Nachbarn schießt, nimmt man ihm auch irgendwann den Waffenschein weg.

  7. @Karsten:

    Korrekt. Alle „Palästinenser“-Fans müssen sich fragen lassen, mit WELCHEN sog. „Palästinensern“ sie sympathisieren. Hamas oder Fatah. Bekanntlich foltern und ermorden sich diese Mohammedanergruppen gegenseitig. Also, Palli-Fans, Hamas oder Fatah? Entweder oder.

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