Auch ein Dick Cheney hat mal recht


„Ich habe nie einen Beweis gesehen“ – der ehemalige US-Vizepräsident Cheney hat eingeräumt, dass Saddam Hussein nichts mit den Anschlägen vom 11. September zu tun hatte.

[…] Er verteidigte den Feldzug allerdings trotzdem als Teil des Krieges gegen den Terror: Hussein habe ohne Frage Terroristen Unterschlupf, einen sicheren Hafen und Unterstützung gegeben.

Schön, daß er das noch mal in einfachen, auch für Irakkriegsgegner verständlichen Worten klargestellt hat. Denn in diesen Kreisen wird der Aspekt der Terroristenförderung durch Saddam Hussein immer ganz gerne unter den Tisch gekehrt.

Seine Unterstützung der diversen nahöstlichen Terrorgrüppchen wäre jedoch schon für sich alleine genommen Anlaß genug für eine klassisch begründete Kriegserklärung gegenüber dem Irak gewesen, und das nicht erst seit dem 11. September.

Wenn diesbezüglich also Kritik an den USA geäußert werden kann, dann höchstens, wieso sich das so ewig hingezogen hat, kombiniert mit der Aufforderung, beim nächsten Mal doch bitte schön nicht ganz so lange zu warten.

~ von Paul13 - Dienstag, 2. Juni 2009.

8 Antworten to “Auch ein Dick Cheney hat mal recht”

  1. Da man ja nicht so ohne weiteres davon sprechen kann, daß die Terrorgefahr, die vom Irak ausgeht, tatsächlich beseitigt wurde, wäre ich mit Prognosen über die Erfolgsaussichten weiterer völkerrechtswidriger Angriffskriege etwas vorsichtiger. Insbesondere, weil unter den Terrorunterstützern einige von Amerikas besten Freunden und vor allem besten Gläubigern sind.

    Es sei denn, Du wolltest einfach nur Krieg um des Krieges Willen…

  2. Ich frage mich, wieviele Leute dazu gerade (besonders in Online-Foren) sagen, dass das doch Unsinn ist, denn wozu brauchen Terroristen Haefen?

  3. Flughäfen?

  4. wenig Beachtung hat wieder einmal diese Irak-Schlagzeile gefunden:

    http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/LV236072.htm

    typischerweise hat die BBC daraus eine etwas andere Schlagzeile gemacht:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2009/06/01/eine-schlagzeile/

  5. Soweit ich weiß haben auch die USA den Terroristen Unterschlupf gewährt. Mohammed Ata durfte sogar seine Flugausbildung in den USA machen.

  6. @ Paul / neocons

    Auch wenn ihr euch no so sehr windet – die Führung der Bush-Administration (Bush, Cheney, Rumsfeld et.al.) hat gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit systematisch den Eindruck erweckt, dass es eine direkte Beteiligung des Irak unter Saddam und 9/11 gab, obwohl sie wußten, dass die Geheimdienste dafür keinerlei Beweise gefunden hatte. Durch gezielte Propaganda – Halbwahrheiten, Verdrehungen, geschickte Verallgemeinerungen und ih einigen Fällen dreiste Lügen – wurde in großen Teilen der amerikanischen Bevölkerung die Wahrnehmung erzeugt:

    1. Saddam Hussein kooperiert mit Al Quaeda
    2. der Irak unter Saddam verfügt über einsatzbereite WMD.

    Dies waren die beiden zentralen Argumente für die Invasion des Irak in der politischen Debatte 2002/03. Die Feigheit des Kongresses und die Ignoranz der Medien taten ein übriges. Aber es bleibt festzuhalten, dass dieser Krieg von der Bush-Administration systematisch mittels Lügen vorbereitet wurde:

    http://www.thenewamerican.com/usnews/foreign-policy/581

  7. @ a new era

    Daß Du nicht mal ansatzweise versuchst, meine obigen Feststellungen zu widerlegen, sagt alles. Auch ohne NeoCon-Ideologie und Regime-Change-Träume wäre Saddam schon ganz realpolitisch fällig gewesen. Sowohl seine Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen wie auch seine Unterstützung des Terrorismus hätten für ein unilaterales Vorgehen absolut ausgereicht. Bush sein Entgegenkommen, um den UNO-Mulitlateralisten eine Freude zu machen, auch noch vorzuwerfen, ist so lächerlich wie unfair.

    Aber ich hoffe, der nächste NeoCon-Präsident, so es noch einen geben sollte, und die Israelis haben draus gelernt, und fragen beim nächsten Mal nicht erst noch irgendwelche UNO-Vollidioten um Erlaubnis, bevor sie die Paläste des verantwortlichen Diktators in Schutt und Asche legen.

  8. @ Paul

    „Bush sein Entgegenkommen, um den UNO-Mulitlateralisten eine Freude zu machen, auch noch vorzuwerfen, ist so lächerlich wie unfair.“
    Bullshit. Ohne die beiden angeführten Propagandalügen hätte er nie eine Mehrheit für eine Invasion des Irakbekommen. Und wenn Cheney in seiner „undisclosed location“ auf dem Tisch tanzt: ohne Lügen keinen Krieg. Das wußte er und darum die Powell-Farce vor der UN, seine state of the union adress usw.

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