Neulich, im Schlaraffenland – Teil II: Untertan sticht Überbau


Nachdem wir uns im ersten Teil ein geeignetes Volk gewählt haben, wollen wir uns im zweiten mal näher anschauen, was unsere frischgebackenenen Genossen denn mit ihrer neu gewonnenen Freiheit jetzt alles so anfangen sollen. Denn ab jetzt gilt es, einen Weg zu organisieren – Organisation ist bekanntlich sehr wichtig für Kommunisten! -, um Entscheidungen zu treffen, und das möglichst ohne daß sich irgendjemand von irgendjemand anderem überfahren fühlt.

Die Kibbutzim haben diese Anforderung tatsächlich hervorragend gelöst, indem sie schon vor langer Zeit eine wirklich vorbildliche Basisdemokratie auf die Beine gestellt haben, die selbst jahrzehnte später die Grünen noch vor Neid erblassen lassen dürfte. Über alles von Relevanz wird in der Vollversammlung von den Mitgliedern diskutiert und jeder kann dabei seine Meinung kundtun, sei er dazu noch so unqualifiziert, so daß eigentlich alle zufrieden sein müßten.

Theoretisch zumindest. In der Praxis sieht es dann aber leider etwas anders aus. Die Ernüchterung beginnt zunächst damit, daß auch in der Vollversammlung irgendwann eine Abstimmung erfolgt, und da gibt es dann – Marx hin, Kommunismus her – eine Gruppe, die sich durchsetzt, und eine, die das nicht tut. Der Diktatur des Proletariats folgt irgendwann unweigerlich die Demokratie, und die ist ja bekanntlich nur die Unterdrückung der Minderheit.

Es hat zwar anfangs in neugegründeten Kibbutzim Versuche gegeben, alles einstimmig zu beschließen und dazu notfalls auch mal ein wenig länger zu diskutieren, aber die scheiterten früher oder später alle am eigenen Erfolg und dem damit verbundenen Wachstum. Bis zu einer gewissen Größe ist – genügend Zeit vorausgesetzt – offenbar tatsächlich eine Konsensdemokratie möglich, aber an der magischen Grenze von 20 Mitgliedern scheint irgendwie Schluß zu sein.

Damit nicht genug, ist die Forderung nach mehr Mitbestimmung zwar eine feine Sache, wenn es draußen regnet und gerade nichts im Fernsehen kommt, aber wenn es darum geht, zum x-ten Mal die Vor- und Nachteile des Erwerbs einer neuen Melkanlage zu wälzen, wo man doch gerade viel lieber in Adornos interessanten Buch über die Freizeitgestaltung weiterlesen würde, ist der basisdemokratische Elan schneller verschwunden als man „imperatives Mandat“ sagen kann.

Das Ergebnis sind katastrophale Wahlbeteiligungen, gegenüber denen selbst die einer bundesdeutschen Kommunalwahl an einem sonnigen Frühlingstag wie ein Ausbruch demokratischer Urgewalt erscheinen. Ein einzelner Besuch der Wahlkabine alle paar Jahre, um den drohenden Atomkrieg zu verhindern, ist auch für Otto Normalkommunist eben immer noch attraktiver als die endlosen allwöchentlichen Diskussionen wegen dieser blöden Melkmaschine.

Das Ergebnis dieses – durchaus nachvollziehbaren – Desinteresses an den trockenen Details des Alltags mag in der anonymen kapitalistischen Mehrheitsgesellschaft mit ihren Millionen von Menschen noch ohne größere Auswirkungen bleiben, in einer so kleinen Gruppe, wo jeder jeden kennt, ist sie fatal. Denn eine „Vollversammlung“ besteht dann schnell mal aus 30, 40 Personen, die über die Geschicke der ganzen Gemeinschaft von vielleicht 500 Leuten bestimmen.

Und diese Leute wurden von niemandem gewählt, sie sind nur hingegangen. Vielleicht aus Interesse, vielleicht aus Langeweile, vielleicht aber auch, weil drei größere, untereinander verschwägerte Familien dafür sorgen, daß bei der nächsten Abstimmung eine ausreichend große Mehrheit gesichert ist, um der richtigen Sache zum längst verdienten Durchbruch zu verhelfen. Und schon herrscht nicht mehr das Proletariat in seiner Gesamtheit, sondern die „Familie“.

An alledem ist nicht „das System“ schuld, viel mehr „menschliches Versagen“. Es braucht nun mal keine bösen Absichten finsterer Ränkeschmiede, solange der neue Mensch nicht nur neu, sondern immer auch noch Mensch ist. Das ist wohlgemerkt nicht schlechter als die parlamentarische Demokratie, wo man zu faul ist, alle 4 Jahre sein Kreuzchen zu machen, und dann über „die da oben“ meckert. Nur die perfekte Welt ohne jegliche Nachteile, die ist es auch nicht.

~ von Paul13 - Freitag, 15. Mai 2009.

15 Antworten to “Neulich, im Schlaraffenland – Teil II: Untertan sticht Überbau”

  1. Paul, nur zur Warnung, gleich kommt ein größerer Artikel. Schön durchlesen, er beschreibt nämlich das Problem der Selbstverwaltung ziemlich gut.

  2. Here we go.

    Rainin’ in Paradise

    14. Mai 2009 von bonjour tristesse

    Das Soziokulturelle Zentrum „Reilstraße 78“ in Halle ist das (bis heute) letzte Haus in der Bundesrepublik, das nach seiner Besetzung einen Nutzungsvertrag erhielt. Im Sommer feiert es sein achtjähriges Bestehen. Melanie Hübner blickt zurück und gratuliert im Vorfeld schon einmal mit einem Nachruf.

    [Weiter geht’s hier:

    http://bonjourtristesse.wordpress.com/2009/05/14/rainin%E2%80%99-in-paradise/

    Die Red.]

  3. @ Analytics

    Ist der Artikel jetzt von Dir? Falls nicht, poste bitte nur den Link oder aber kurze, jeweils explizit kommentierte Auszüge. Aus Copyrightgründen muß ich ihn nämlich sonst löschen, sofern mir der Autor nicht die Genehmigung erteilt, ihn hier stehen zu lassen. Und bitte auch in Zukunft beachten!

  4. Ok, werde mich in Zukunft daran halten. Sorry for the mess. Ich poste jetzt den Link. Dennoch, bitte durchlesen, weil der Artikel ziemlich gut die Probleme umschreibt. http://bonjourtristesse.wordpress.com/2009/05/14/rainin%E2%80%99-in-paradise/

  5. @ Analytics

    Danke! Ich lese es mir dafür auch gleich durch, versprochen!

  6. @ Analytics

    Sehr interessanter Text, muß ich sagen. Ich war ja zunächst skeptisch, aber er ergänzt tatsächlich sehr gut die von mir angesprochenen angesprochenen Punkte. Sollte Pflichtlektüre werden für alle, die den Kapitalismus und die Demokratie mal auf Verdacht abschaffen wollen. Wer die hier angesprochenen Probleme nicht lösen kann, sollte von Kommunismus, Anarchie und dergleichen besser die Finger lassen, ihn dürfte hinter seinem Bildervebot nämlich eine ziemlich unerfreuliche Überraschung erwarten.

    Das kollektive Gerede von „Basisdemokratie“ und „Freiraum“, der, so stellte man sich das vor, am Gartenzaun beginnen sollte, konnte jedoch nur schwerlich überdecken, dass sich aufgrund von Alter, Erfahrung und Grad des Engagements selbstverständlich Hierarchien manifestierten.

    Das kommt noch erschwerend zur angerissenen Problematik hinzu, denn aus genau diesen Gründen entwickeln sich von selbst informelle Hierarchien, die aber jetzt, mit dem Fehlen der formellen Hierarchien, nicht mal mehr in Zaum gehalten werden können, und so ganz schnell zur Despotie mutieren.

    Anstatt sich das einzugestehen und vernünftige Regelungsmechanismen und Verfahrensweisen zu schaffen, die dies berücksichtigen, hielt man jedoch – gemäß des Gründungskonsenses – um so vehementer an den zur Lüge mutierten Schlagworten von Hierarchiefreiheit, Gleichberechtigung und Basisdemokratie fest.

    Wenn man diesen Text mit einem wohligen Schaudern liest, muß man sagen, daß die Kibbutzim das bei allen Mängeln um Längen besser hingekriegt haben. Die haben zwar auch nicht das Paradies auf Erden geschaffen, aber dem richtigem Leben im falschen sind die spürbar näher als all die hier beschriebenen pubertären Albernheiten.

    […] Der Urlaub des einen wurde abgewartet, um bestimmte Entscheidungen durchzusetzen, welche dann wenig später – bei Abwesenheit des anderen – wieder rückgängig gemacht wurden.

    Und damit nähern wir uns bereits einer Willkürherrschaft, die selbst den reaktionärsten Kapitalisten peinlich wäre. Wie Kommunisten, aber auch Anarchisten derartige Mißstände verhindern wollen, müssen sie uns nicht nur erklären, sondern sich vorher wohl auch selbst erst noch überlegen.

    Es ist überflüssig zu erwähnen, dass Wutausbrüche damit notwendig zum regelmäßigen Rahmenprogramm der linken Lebensfreude wurden. Dieses Verhalten zeigt vor allem eines: wie sehr man sich gegenseitig hasst, sich wechselseitig das Leben zur Hölle macht und dabei nicht einmal bemerkt, dass das Leben „da draußen“ möglicherweise netter ist als der Horror, den man sich gegenseitig im „selbstverwalteten Freiraum“ verschafft.

    Das war’s dann wohl mit dem Paradies auf Erden. Da beginnt man ihn richtig liebzugewinnen, den Kapitalismus mit all seinen betrüblichen Kümmernissen.

    […] Das winterliche Frieren im hölzernen Bauwagen wird nicht nur als „radical chic“ begriffen, sondern als ernst gemeinte Gesellschaftskritik verstanden. Das Sammeln von vergammeltem Blumenkohl aus Supermarktmülltonnen (das berühmte „Containern“) ist kein Hinweis auf gesellschaftliche Missstände, sondern gilt als subversiver Akt und erster Schritt in Richtung „befreite Gesellschaft“.

    Das schlimme ist, daß unsere Möchtegernrevoluzzer nicht mal merken, daß diese Abfälle nur verfügbar sind, weil der vielgeschmähte Kapitalismus sie offenkundig im Überschuß produziert. Sie selber hingegen dürften nicht mal in der Lage sein, zwischen Graffiti sprühen und Transparente malen auch nur den lebensnotwendigen Teil des Blumenkohls für den Eigenbedarf selber herzustellen. Von den Spraydosen für die Graffitis und den Farben für die Transparente mal ganz zu schweigen.

    […] So „gingen“ zuerst jene, die in den Verhandlungen mit der Stadt einen Pakt mit dem Teufel erkannten. Kurz darauf die, die „offensichtlich nicht verstanden hatten, worum es in diesem Projekt geht“. Gemeint waren Punks, deren „Aktivitäten sich auf saufen, kaputtmachen und vollmüllen beschränkten“.

    Dumm, wenn ein Punk das Bedürfnis hat zu saufen, kaputtzumachen und vollzumüllen. Noch dümmer wenn ihm die Fähigkeiten zur Aufzucht von Blumenkohl fehlen. Es reicht gerade noch, um Marx aufs Grab zu pinkeln.

    […] Das absurde Hoffen, dass jemand, der am Abend zu einem Konzert kommt, am nächsten Morgen die Klos reinigt, hat sich seit dem ersten Tag an der Realität blamiert.

    Sehr schön zusammengefaßt. Auch hierzu wäre von den Kritikern „des Systems“ das eine oder andere erhellende Wort nett.

    […] Wer will sich schon von griesgrämigen, frustrierten alten Männern, deren Lebensinhalt offenkundig darin besteht, Kronkorken zu entfernen und die Besucher des gegenüberliegenden Zoos zu zählen, den Tag verderben lassen? Oder stundenlange Plena und sich über Wochen hinziehende Diskussionen ertragen, die sich mit der Frage beschäftigen, an welcher Stelle genau ein Kickertisch stehen soll?

    Womit wir bei einem Grundproblem der Basisdemokratie wären: Mehr Einfluß bedeutet auch mehr Verantwortung, oder konservativer ausgedrückt, mehr Rechte bedeuten auch mehr Pflichten. Vielleicht dämmert dem einen oder anderen Gegner der parlamentarischen Demokratie, daß auch die Politik von den meisten Menschen nur als letztlich doch überaus praktische Dienstleistung angesehen wird, für die man denjenigen, die den Laden am laufen halten, ganz bewußt lieber einen dicken Dienstwagen und überhöhte Pensionen gönnt, als sich selbst an den beschwerlichen Aufbau des Paradieses zu machen.

    […] Mit an Corporate Identity erinnernden Dresscodes (denn soviel hat man vom Kapitalismus dann doch gelernt), mit dem man sich selbst im hintersten Winkel Indiens als Mitglied der „Szene“ zu erkennen gibt.

    Was darauf hindeuten würde, daß der Drang zur Uniformierung doch keine Erfindung imperialistischer Militaristen ist, sondern bereits zur psychologischen Grundausstattung des homio sapiens gehört.

    Und dem bis zur Unerträglichkeit angepriesenem „Do-it-Yourself“-Quatsch, der sich vom sinnlosen Herumbasteln des Papas in der Hobbywerkstatt kaum unterscheidet und im autarken Leben in einer Waldhütte seine höchste Form findet.

    Wo sie bei einer simplen Blinddarmentzündung ihr jähes, aber immerhin autarkes Ende findet. Nur schade um Adornos Weisheiten zur Freizeitchirurgie, die dann ungelesen auf dem als Bank genutzten Baumstamm vor der Hütte vergammeln.

  7. Vieleicht wäre es möglich die Themen die nicht alle interessieren, in „Räte“ auszugliedern, welche sich extern damit beschäftigen, so könnten sich die Milchbauern (und alle Anderen die sich dafür interessieren) um das pro und kontra einer Melkmaschiene kümmern, während andere über den Anbau von Blumenkohl diskutieren. Die Ergebnisse könnten dann wieder in das groß Plenum getragen werden. Darüber hinaus könnte man alle Diskussionen transparent für die Gemeinschaft machen um Anregung für eine Partizipation zu schaffen so wie als auch die Möglichkeit zu geben jederzeit einzusteigen. Darüber muss man einfach realistisch betrachten in welchem System man lebt und wie man seinen Freiraum da eingliedern kann und welche Freiheiten er bieten kann ohne seine Lebensgrundlage(zu meist Geld und Menschen) zu verlieren. Vieleicht ist der Mensch auch (noch) nicht in der Lage bzw willens in einem System zu leben, welches ihm mehr Freiheit und Verantwortung gibt.

  8. @ Paul:
    Brilliant as always. Du hast genau die Probleme herausgearbeitet, die bei der Errichtung des Kommunismus auftretten. Ich bin froh, dass ich das ganze Gruselkabinet mit 16 verlassen konnte. Manche enden mit 50 in solchen WGs oder werden gleich Lenin oder Gysi.
    Ich bin ja nicht alleine so, Wolfowitz war Trotzkist, trotzdem die Kurve gekriegt. Gleich kommt ein anderer Text, ebenfalls von Bonjour Tristesse. Genial die Zeitschrift.

  9. „Am letzten Juliwochenende eines jeden Jahres erfasst eine seltsame Reisewelle weite Teile der Republik. Auch aus Halle starten regelmäßig ganze Heerscharen mit Irokesenhaarschnitten, Exploited-Aufnähern und an Nietengürteln hinter sich hergezogenen Bierkästen. Die sonst üblichen Szenetreffs wie der hallische Marktplatz und die an der Saale gelegene Peißnitzinsel leeren sich, der Sternburgverkauf der Supermärkte geht deutlich zurück, Tierauffangstationen haben Hochkonjunktur und selbst die Schnorrer vom Hauptbahnhof sind auf wundersame Weise verschwunden. Ihr Ziel: das Punkfestival „Force Attack“ an der Ostsee.“

    Weiter gehts hier: http://bonjourtristesse.wordpress.com/2008/12/24/if-the-kids-are-united/

  10. @ Nebur

    Vieleicht wäre es möglich die Themen die nicht alle interessieren, in “Räte” auszugliedern, welche sich extern damit beschäftigen, so könnten sich die Milchbauern (und alle Anderen die sich dafür interessieren) um das pro und kontra einer Melkmaschiene kümmern, während andere über den Anbau von Blumenkohl diskutieren.

    Möglich wäre das sicher. Es setzt aber voraus, daß sich zufälligerweise jemand mit Melkmaschinen auskennt, und der dann auch noch Lust hat, sein Wissen in die Gemeinschaft einzubringen. Findet sich da keiner, was angesichts der Erfahrungen in der Reilstraße nicht völlig auszuschließen ist, hilft auch ein einstimmiges Votum nichts, wenn unser Fachmann die Wahl anschließend nicht annimmt. Also muß man ihn motivieren, sich da reinzuknien, beispielsweise, indem er als einer der ersten einen der neuen Flachbildfernseher kriegt. Und schon sind wir im schönsten Kapitalismus inkl. Leistungsprinzip. Ansonsten gibt’s zwar Sozialismus, aber keine Milch.

    Die Ergebnisse könnten dann wieder in das groß Plenum getragen werden. Darüber hinaus könnte man alle Diskussionen transparent für die Gemeinschaft machen um Anregung für eine Partizipation zu schaffen so wie als auch die Möglichkeit zu geben jederzeit einzusteigen.

    Also der Marktanteil von Phoenix, wo die ganzen Bundestagsdebatten übertragen werden, liegt noch unter dem Bevölkerungsanteil der Kibbutzim. Und im Bundestag reden sie sogar noch über deutlich spannendere Dinge als Melkmaschinen. Da wäre ich mal nicht zu optimistisch, zumal Adornos Bücher, in denen er beschreibt, wie die Milch aus der Steckdose kommt (oder war’s der Honig aus dem Wasserhahn?), wahrscheinlich attraktiver sind als das Ausmisten eines Kuhstalls.

    Darüber muss man einfach realistisch betrachten in welchem System man lebt und wie man seinen Freiraum da eingliedern kann und welche Freiheiten er bieten kann ohne seine Lebensgrundlage(zu meist Geld und Menschen) zu verlieren.

    Wichtiger Nebensatz! Denn er zeigt, daß zwischen Freiheit und Notwendigkeit nicht nur die Einsicht steht. Sondern ganz schnell auch der Hunger. Womit Marxens Bedürfnis-Fähigkeit-Geschwafel wohl endgültig widerlegt wäre.

    Vieleicht ist der Mensch auch (noch) nicht in der Lage bzw willens in einem System zu leben, welches ihm mehr Freiheit und Verantwortung gibt.

    Dann müßten Kommunisten für den Zeitraum, in welchem der neue Mensch noch nicht zur Verfügung steht, mit der Abschaffung des Kapitalismus eigentlich nicht nur warten, sondern das herrschende System auch ein wenig enthusiastischer als bisher mittragen. Und wenn sie Pech haben wird der Mensch nie so weit sein. Das aber hieße dann „Capitalism forever!“

  11. Was wiederrum die Kritik am System nicht verbieten sollte. Horkheimer dazu: „Die sogenannte freie Welt an ihrem eigenen Begriff zu messen, kritisch zu ihr sich zu verhalten und dennoch zu ihren Ideen zu stehen, sie gegen Faschismus Hitlerscher, Stalinscher oder anderer Varianz zu verteidigen, ist Recht und Pflicht jedes Denkenden. Trotz dem verhängnisvollen Potential, trotz allem Unrecht im Inneren wie im Äußeren, bildet sie im Augenblick noch eine Insel, räumlich und zeitlich, deren Ende im Ozean der Gewaltherrschaft auch das Ende der Kultur bezeichnen würde, der die kritische Theorie noch zugehört.“

  12. @ Analytics

    Kritik ja, aber eben konstruktiv. Z.B. das was Nebur eben geschrieben hat oder der Ansatz der Kibbutzim, das ist ok. Da kann man drüber reden, für und wieder abwägen, und Argumente austauschen, um zu vergleichen, ist das jetzt besser oder schlechter als das existierende System bzw. hat am Ende vielleicht jedes seine Vor- und Nachteile?

    Aber nicht mit Bilderverbot kommen und sich dann wundern, wenn es nach der Revolution so aussieht wie während des Force Attack.

  13. Noch n paar überflüssige Floskeln zum Force Attack? ;)
    Ich les disch halt so gern. :P

    HA fertig, Pizza im Offen, PS3 an, der Abend kann kommen. Das ist richtiges Leben für mich. ;)

  14. … scheiße hab gestern vergessen Coke zu kaufen, Resistance 2 ohne Coke, eine Sauerei. Siehst das wäre im Komm… lassen wir das. :D

  15. Just-In: Mir ist grad aufgefallen, dass wir in wenigen Artikeln 150 Jahre kommunistischer Praxis widerlegen konnten, tw. mit Stimmen von commies und ex-commies. Beeindruckend, sagt viel über die Geistesgeschichte der Bewegung aus.

    Ich geh Duschen…

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