Die Reise nach Schlaraffia


Um es mir zur Abwechslung mal mit pro- wie antikapitalistischen Bloggerkollegen gleichzeitig zu verderben, hier 4 provokante Thesen zur Schaffung des Paradieses auf Erden:

1. Die wirtschaftliche Entwicklung der Menschheit strebt dem Kommunismus entgegen.

2. Auch wenn er nie erreicht wird, geht es darum, sich ihm soweit wie möglich zu nähern.

3. Zur Schaffung der nötigen materiellen Voraussetzungen braucht man den Kapitalismus.

4. Je mehr dieser behindert wird, desto länger dauert es, dem Endziel näherzukommen.

Mit anderen Worten: Alles was den Kapitalismus besser und effizienter macht, trägt dazu bei, den Kommunismus schneller bzw. umfassender zu verwirklichen. Alles was ersteren hingegen ausbremst, schiebt die Ankunft von letzterem bloß hinaus. Denn nur wenn Fähigkeiten gefördert wie gefordert werden, ist man eines Tages in der Lage, auch die dazugehörigen Bedürfnisse befriedigen zu können.

Je konsequenter das falsche Leben im falschen geführt wird, desto schneller besteht schließlich auch die Chance, daß die Menschheit irgendwann einmal das richtige Leben im richtigen führen kann. Je intensiver hingegen das richtige Leben im falschen geführt wird, desto falscher ist es, auf das richtige zu warten, zumal das richtige Leben im falschen ohnehin deutlich attraktiver ist als das falsche im richtigen.

Deshalb kann die Losung nur lauten:

Kommunisten aller Länder, vereinigt Euch, und zwar mit den Kapitalisten! Ihr hab nichts zu verlieren als Eure Ketten.

Ok, Eure Freunde unter sozialdemokratischen Reformisten wie konsumverseuchten Hedonisten natürlich auch…

~ von Paul13 - Montag, 4. Mai 2009.

115 Antworten to “Die Reise nach Schlaraffia”

  1. Klingt zumindest reichlich sympathischer als die zänkische Häme, die sich bisweilen in den Beiträgen der FdoG findet.

  2. Wie wuerdest Du Kommunismus definieren?

  3. Ja und Nein. Kapitalismus ist auch ohne Liberalismus zu haben. Liberalismus löst sich nach gewisser Zeit selbst auf und verwandelt sich in sein scheinbares Gegenteil. Das ist die Gefahr die ein 1789er Kapitalismus mit sich bringt. Nicht so ein 1776er. Aber da werden wiederrum große Teile der Bevölkerung vom Wohlstand ausgeschlossen. Das kann dann soweit gehen, dass sie einen 1789er Liberalen wählen, der dann nach 100 Tagen im Amt ein protofaschistisches Staatsprogramm fährt. Das ist die Gefahr des Kapitalismus. Dass es schön wäre denn 1776er Liberalismus jedem Menschen zu eröffnen ist klar, aber das schließt das System aus. Hat sich aber der Pöbel gebildet wird daraus 1789. Wie das zu lösen ist, ka. Für meine Person heißt das aber nicht 1776 zu verteufeln. Sondern treu zu ihm zu stehen. Kritik wurde daran schon geübt, jetzt gilt es ihm zu verteidigen. Mit aller Macht.

  4. Wie gesagt, wäre da nicht die Gefahr eines faschistischen Umschlages bzw. des Umschlages von 1776 zu 1789, ich wäre der nächste Buffon. :D ;)

  5. Paul, dein Zug. Wie verhindert man 1933 bzw. in den Staaten 1789 ( und damit Potenziell 1933 )? Offere uns ne gute Antwort und ich kaufe GM-Aktien.

  6. @ Gegenkritik

    ;-)

  7. Streng genommen ist es nach These 1 ja völlig egal was man macht. Da kann ich auch im Dreiertakt Kommentare verfassen – ich fördere damit konsequent den Kommunismus.
    So wird aus einem gut gemeinten Determinismus eine lustige Self-fulfilling prophecy.

  8. @ beer7

    Also hier ist es so gemeint wie das idyllische „jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen, ist ja schließlich genug für alle da, und alle haben sich lieb“. Das soll erst mal ganz ohne Wertung in den Raum gestellt sein.

  9. @ Analytics

    Man könnte den 1776er-Liberalismus ja prinzipiell erst mal allen Menschen in allen Ländern öffnen. Das wäre dann aber immer noch ein primär liberales, demokratisches und kapitalistisches System, daß sich mal mehr, mal weniger schlecht darum bemüht, das richtige Leben im falschen erträglich zu machen.

  10. Es ist aber auch ein Elend.
    Findet man den Kapitalismus sch.., dann handelt man sich prompt den Vorwurf ein, man sei ein Kommunist. Was für ein plumpes manichäisches Weltbild.
    Dabei untescheiden sich Kapitalismus und Kommunismus/Sozialismus nur geringfügig: beide pflegen einen bizarren Kult der Lohnarbeit.

  11. @ Daniel

    Da ist was wahres dran. ;-)

    Aber im Ernst, nehmen wir mal an, es wäre tatsächlich möglich, alle Menschen gleichzeitig mit allem zu versorgen, was sie begehren, ohne dies auf Kosten ihrer Mitmenschen zu tun (die Umwelt lassen wir mal außen vor, dann würde es richtig kompliziert) – und nichts anderes behaupten die „guten“ unter den Kommunisten ja anzustreben -, dann müßte ja irgendjemand erst mal den Wohlstand schaffen, den das große rote Füllhorn auf Knopfdruck ausschüttet.

    Dazu aber bräuchte man – sozusagen als Marxens unfreiwilligen Erfüllungsgehilfen – den verhaßten Kapitalismus. Außer irgendjemand kann mir erklären, wie der Kommunismus innerhalb des „falschen“ Systems jenen materiellen Überfluß generieren soll, um damit am Ende dann das „richtige“ zu schaffen.

  12. Was ist mit den Krisen und den daraus entstehenden Pöbel, welches 1789 fordert? Hanson hat ein soziales Sicherungsnetz vorgeschlagen. Doch wo ist die Grenze? Wie soll das funktionieren? Wieviel Staat?

  13. @ Lebowski

    Auch praktikable Alternativen zur Lohnarbeit sind hier herzlich willkommen. ;-)

  14. @ Analytics

    Wie verhindert man 1933 bzw. in den Staaten 1789 ( und damit Potenziell 1933 )?

    Durch baldmöglichste globale Demokratisierung (ist aber ein eigenes Thema). GM steht derzeit bei €1,42.

  15. beer7,

    Ging die Frage an mich?

  16. P.S.: Adorno sprach vom Bilderverbot einer solchen Gesellschaft. Begründet wurde das ganze damit, dass es eine ideologisierung verhindern sollte. Auch wenn ich mich bei meinen „Genossen“ unbeliebt mache, klingt das eher nach Kapitulation vor der Realität. Ka, aber vllt. können wir hier iwas neues anstossen, irgendetwas, was zb. Erkenntnisse des 21 Jhd. mit einbezieht wie zb. Rifkins aussage, dass wir bald nicht mehr zu arbeiten brauchen – und das ohne Revolution. Ist gewagt, aber einen Versuch ist es alle mal wert. Also was haltet ihr davon?

  17. @ Analytics

    Hanson hat ein soziales Sicherungsnetz vorgeschlagen. Doch wo ist die Grenze? Wie soll das funktionieren? Wieviel Staat?

    Natürlich grenzenlos. Alle Menschen sind ja schließlich gleich. Zumindest habe ich die Kommunisten so verstanden. Wieviel Staat und wie das organisiert wird, lassen wir sie am besten in einer gemeinsamen Kommission mit dnn Anarchisten klären. Das wird bestimmt nett.

  18. ;)

  19. Ahm, jein, alle Menschen sollten frei sein. Marx ist die Gleichheit eher unwichtig. Mir ist es Egal. Freiheit zählt.

  20. Äh, Paul, ich stimme dir ja durchaus zu, aber so knallhart neu und provokant ist die These nicht. Daß der Kapitalismus nötig ist, um den Kommunismus zu ermöglichen, ist doch seit geraumer Zeit einigermaßen unumstritten, steht sogar schon bei Marx…

  21. @Paul
    Dann gehst Du aber davon aus dass nur der Kapitalismus in der Lage ist, Wohlstand zu schaffen. Also einfachst gesagt mehr zurückzulassen als er vorgefunden hat. Dem Kommunismus sprichst Du das ab, der taugt nur noch zum Wohlstandverwalten.
    Jetzt könnte man argumentieren dass in beiden Systemen Wohlstand durch Arbeit „geschaffen“ wird. Das System entscheidet dann nur noch über die Verteilung. Wachstum entsteht dann durch Arbeit und wird im Kommunismus einfach nur verteilt. Dann wird der Kapitalismus – und übrigens der „real existierende Liberalismus“ – zum Zähmunsinstrument des menschlichen Egoismus. Was der Knaller an der Sache ist, da der Kommunismus mit dem Egoismus nicht mehr geht. Der Liberalismus übrigens auch nicht, weswegen ich mich hier auf meine Ausgangsaussage zurückziehe und einfach auf die Weltrevolution warte. Die kommt ja eh. Irgendeine. Wartet’s nur ab.

  22. @Paul13
    „Auch praktikable Alternativen zur Lohnarbeit sind hier herzlich willkommen. ;-)“

    Bist Du nicht als Blogbetreiber schon eine praktische Alternative zum für Lohn arbeitenden Journalisten? Bleibt noch das Problem, dass Du für das Führen deines Blogs keine Kohle kriegst (vermute ich jedenfalls) und damit Deinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kannst.
    Wie schon letztens verlinkt, hat da Jeremy Rifkin ein paar Vorschläge:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_skip=3

    „Aber wie soll dieser Nonprofitsektor finanziert werden?

    Durch Steuerumschichtung. 90 Prozent der Regierungseinnahmen weltweit stammen aus der Besteuerung von Arbeit und Kapital. Wir müssen viel stärker zur Besteuerung von natürlichen Ressourcen kommen. Warum sollen sich die Unternehmen einfach frei bedienen? Eine Besteuerung von Ressourcen würde sowohl zur Schonung der Umwelt führen wie zur Senkung von Unternehmensgewinnen. Die Steuereinnahmen könnten dann in den Nonprofitsektor fließen und dort Mehrbeschäftigung stimulieren. Man könnte auch über etwas anderes nachdenken. Wenn Maschinen immer mehr Menschen ersetzen, warum sollte es in Zukunft nicht genau so eine Maschinensteuer geben, wie es heute eine Einkommenssteuer gibt?

    Haben Sie noch mehr Anregungen?

    In meinem Land gibt es 250 Zeitdollar-Projekte. Es handelt sich dabei um eine Parallelwährung, die ganz auf der Zeit basiert. Für jede Stunde Arbeit erhält man einen Zeitdollar, für den man wiederum Waren oder Dienstleistungen kaufen kann. Die Idee dahinter ist, das in einer sozialen Gemeinschaft jenseits von Gewinnmaximierung die Zeit eines jeden von uns gleich wertvoll ist – sei er nun Arzt, Müllmann oder Taxifahrer.“

  23. @ Bruno

    Den hatte ich auch im Hinterkopf als ich das geschrieben hatte. Mit provokant meinte ich aber auch weniger die einzelnen Thesen als ihre Kombination in diesem Zusammenhang.

  24. @ Daniel

    Dann gehst Du aber davon aus dass nur der Kapitalismus in der Lage ist, Wohlstand zu schaffen. Also einfachst gesagt mehr zurückzulassen als er vorgefunden hat. Dem Kommunismus sprichst Du das ab, der taugt nur noch zum Wohlstandverwalten.

    Ich habe bisher halt noch keinen Kommunisten gefunden, der mir auch nur ansatzweise überzeugend darlegen konnte, wie der Kommunismus das schaffen soll. Er will ja ohne jegliche Zwänge, Einschränkungen und Unannehmlichkeiten auskommen. Also braucht der Kommunismus eine Welt, in der wir vom Zwang zur unfreiwilligen Arbeit befreit sind und uns trotzdem alles leisten können, was wir wollen. Das geht aber nur in einer Welt, in der uns Maschinen alle unangenehme Arbeit abnehmen, und die wollen erst einmal gebaut werden. Und jetzt sag mir, von wem.

    Jetzt könnte man argumentieren dass in beiden Systemen Wohlstand durch Arbeit “geschaffen” wird. Das System entscheidet dann nur noch über die Verteilung. Wachstum entsteht dann durch Arbeit und wird im Kommunismus einfach nur verteilt.

    Was die Frage aufwirft, wer verteilt und nach welchen Kritereien. Und wie man das dann all jenen erklärt, die dann aus irgendwelchen Gründen weniger bekommen als sie haben wollten. Und das ist eigentlich immer mehr, als da ist.

    Dann wird der Kapitalismus – und übrigens der “real existierende Liberalismus” – zum Zähmunsinstrument des menschlichen Egoismus. Was der Knaller an der Sache ist, da der Kommunismus mit dem Egoismus nicht mehr geht.

    Das hast jetzt Du gesagt. ;-)

    Der Liberalismus übrigens auch nicht, weswegen ich mich hier auf meine Ausgangsaussage zurückziehe und einfach auf die Weltrevolution warte. Die kommt ja eh. Irgendeine. Wartet’s nur ab.

    Also ich persönlich tippe ja eher auf die Weltevolution statt der Weltrevolution.

  25. @Paul13: Diese Provokation funktioniert ja nur, weil du die argumentative Entkoppelung kommunistischer Theorie und Praxis mitmachst. Ich schaue mir die kommunistische Vergangenheit an und weiss genau, warum ich es auch in Zukunft mit Ronald und Maggie halte.

  26. Alles schön und gut. Nur sind da immernoch die beiden Ziffern 1933 und 1789. Wie die verhindern? Das ist meine Kernfrage.

  27. Die Barbarei präventiv zu Verhindern, darum geht es mir. Angesichts des Aufstieges des globalen Faschismus, seien es die Taliban, Hamas, Assad, Chavez, Putin, Lukatschenka, Kim Jong-Il etc. ist diese Frage ÜBERLEBENSWICHTIG. Europa ist am Rande eines faschistischen Umschwungs. Warum? Wie konnte es soweit kommen? Das sind die Fragen, die beantwortet werden müssen. Meinetwegen akzeptiere ich die Ungleichheit des 1776er Systems. Ich kann damit sehr gut lebe.

  28. „A study commissioned by the Anti-Defamation League (ADL), who co-sponsored the YIISA conference, found in a December/January poll that 31 percent of Europeans blamed Jews in the financial industry for the economic meltdown, while 58% of those asked said their opinion of Jews had worsened because of events in Israel“

  29. Unter den Punkten die Analytics schon genannt hat ist genau das zu kritisieren – du verscherzt es dir hier keinesfalls mit deinen kommunistischen Lesern und Leserinnen und wenn, dann zumindest aus meiner Sicht, am ehesten mit These eins…
    Denn die Entwicklung – und es ist ja nicht so als wäre die wirtschaftliche Entwicklung losgelöst vom Rest zu betrachten – strebt nicht etwa zum Kommunismus, sondern nach Auschwitz.
    Analytics sagt meines Dafürhaltens nach schon das richtige, wenn es darum geht, die Barbarei zu verhindern und hält auch einen anderen wichtigen Punkt hoch:
    Wichtig ist nicht der Kapitalismus, sondern der Liberalismus, der mit ihm im Duo angelümmelt kommt.

    Daher eine Umformung deiner Thesen, die schon da anfangen muss, wo du – mangels Marx-Lektüre, nehme ich an, wie du ja im anderen Kommentarthread schon einräumst – den Kommunismus für ein System hältst. Das ist er aber nicht. Er ist nur die Bewegung, die die Klassenlose Weltgemeinschaft herbeiführen soll, bzw. genauer: Den bestehenden Zustand aufhebt.

    1. Die Entwicklung der Menschheit strebt der verwalteten Welt entgegen, schlussendlich der Vernichtung alles Nichtidentischen.

    2. Auch wenn die totale Vernichtung alles Lebens nicht absehbar ist, gilt es doch schon jene ideologischen Fragmente zu beseitigen, die in ihrer Konsequenz in sie hineinführen.

    3. Zur Schaffung der nötigen materiellen Voraussetzungen für ein freies Leben benötigt man den Kapitalismus.

    4. Je mehr mit dessen Mitteln das gute Leben geschaffen werden soll, umso mehr nähert man sich dem Endziel – der Beendigung der Geschichte. Das ist aber gar nicht das Projekt des Kommunismus, sondern Menschengeschichte soll begonnen werden.

  30. Ich versteh gar nicht, was an den Thesen so provokant sein soll. Ein Rundum-Wohlfahrtsstaat bedarf natürlich einer funktionierenden Marktwirtschaft, sonst ist er gar nicht finanzierbar. Natürlich kann nur der Kapitalismus das leisten, was der Kommunismus für sich in Anspruch nimmt: Ein Leben im Wohlstand für alle. Und bevor hier wer mit den armen Hartz-IV-Empfängern ankommt: Die sind im internationalen Vergleich reich. Es ist ein unglaublicher Luxus in einem Staat zu leben, in dem man z.B. nicht zum krepieren auf die Straße geworfen wird, wenn man durch Krankheit seine Arbeit verliert (und keine Großfamilie hat die einen auffängt). Schade, dass das viele unserer geschätzten Mitbürger nicht zu schätzen wissen.

  31. Wobei ich nicht an eine Bewegung glaube. Nicht mehr. Du verzeihst mir wenn ich das so formuliere, aber Paul hat recht, wie soll das Verteilen funktionieren? Wer soll verteilen?

    Ich bin eher auf Pauls Seite, ich glaube an eine Evolution des 1776er Liberalismus. Hier unterscheiden wir uns.

  32. @ lali

    Du forderst in letzter Instanz Faschismus. Ich hoffe es ist dir unbewusst.

  33. Berichtigung: Ich glaube an eine BEWUSSTE Evolution des 1776er Liberalismus.

  34. Ich glaube, dass diese Bewegung klinisch tot ist.
    Aber im Gegensatz zu einem toten Menschen kann eine Bewegung wiederauferstehen – und damit ist nicht das Wiedergängertum der autonomen Gruppen als Zombies der K-Gruppen gemeint.
    Ich glaube nicht, dass man sich in eine Bewegung sinnvollerweise integrieren kann, ich glaube auch nicht, dass es je eine nicht-kritisierbare Bewegung geben wird, aber genau daran müssen sich wirklich kommunistische Bewegungen eben messen lassen: Wie sie zur Kritik stehen.
    Sobald das individuelle ausgelöscht werden soll, sobald eine Gleichschaltung erfolgt, bei der ersten kleinen Absage an den Individualismus, ist auch der Kommunismus Geschichte.
    Eine Evolution halte ich insofern nicht für ausgeschlossen, als dass natürlich zunächst einmal eine Bewusstseinsbildung stattfinden muss, da – da sind wir uns ja einig – mit dem bisherigen ein Umschwung alles andere als wünschenswert ist. Die Frage ist nur, wohin geht die Reise mit der Evolution?
    Und da würde ich sagen: Zur Revolution, das heißt zur Änderung der Produktionsverhältnisse und der politökonomischen Grundlagen.
    Ob diese Revolution gewaltsam ist oder nicht, sei hier mal dahingestellt, dass sie nicht Revolution der Revolution willen sein darf, scheint mir aber klar… etwas um seiner selbst willen tun, das sei doch den Deutschen überlassen. ;)

  35. Ich behaupte sogar, dass JEDE nicht 1776er Bewegung gegen den Individualismus sein wird. Genau deswegen war, um mir es wiederrum mit Paul etwas zu verderben ;) Uncle Ho eben kein Antiamerikaner, sondern er betrachtete seine Revolution als Nachfolgerin der „Grossen“ von 1776. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte unverfroren das der Weg Jefersons rein logisch betrachtet in den Kommunismus führt.

  36. Adorno nannte den Kommunismus als das Andere, du verzeihst mir meine Lust am Provozieren, ich würde sogar behaupten das es Jefersonismus genannt werden müsste. ;)

  37. Zwei Revolutionen

    Die Versuchung, die von Frankreichs „Protestkultur“ ausgeht, ist also der wesensverwandt, die alle „Dritten Wege“ der letzten Jahrzehnte auf das juste milieu der Bundesrepublik ausübten und die selber wiederum nur Kostümierungen einer urdeutschen Ideologie waren: nämlich mit Hilfe des autoritären Staates den zersetzenden Einfluß des Liberalismus wie die auf antagonistische Weise ihm zugehörige Utopie des Kommunismus fernzuhalten.

    Das genau macht Frankreich zum „Traumland“ nicht nur des Gewissens der Nation, Ulrich Wickert. Deutsche Ideologie wird durch die französischen Verhältnisse schlicht zurückgespiegelt: Die besonders Deutschen haben sich deshalb via Frankreich in sich selbst verliebt – und das frei von „historischer Belastung“. Die Geschichte der hegemonialen Konkurrenz der beiden Länder, und mehr noch die Tatsache, dass in Frankreich die „Staatsusurpation“ (Marx) als „republikanischer Wert“ gilt, während sie in Deutschland immer noch durch das Odium Bismarck-Hitler ein wenig verleidet ist, gibt dafür eine perfekte Tarnung und Ausrede zu­gleich ab.

    Allein so lässt sich erhellen, wie sich vier Jahrhunderte „Erbfeindschaft“ so rasch und so vollständig in Wohlgefallen auflösen konnten – während andererseits der Antiamerikanismus, der ja stets auch antiliberales Ressentiment ist, zur selben Zeit immer neue Blüten treibt. Das Ressentiment wittert nämlich sehr genau, dass der Westen wirklich „gespalten“ (Habermas), oder besser gesagt: mit sich zerfallen ist. Frankreich und die Vereinigten Staaten repräsentieren tatsächlich zwei wesensverschiedene Typen bürgerlicher Gesellschaft: die eine mit überdeutlichen Malen absolutistischer Abstammungsgeschichte, die andere genau dagegen abgesetzt. Schon die bürgerlichen Revolutionen, die französische einerseits, die amerikanische andererseits, hätten verschiedener kaum sein können: Auf der einen Seiteerschöpft sie sich in der Übernahme des absolutistischen Zentralstaates – ist also eher von der Natur eines breit angelegten Staatsstreichs –, auf der anderen Seite stellt sie sich als Befreiungskrieggegen eben jene „Staatsmaschine“ dar. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg setzt die Republik in der Erklärung der bill of rights 1776 als eine völlig neue und präzedenzlose „Kopfgeburt“ aus dem Willen der Kämpfer und dem Verstand ihrer Anführer in die Welt, die vor allem eins sein wollte: ganz anders als die monarchische Staatsmaschinerie – und damit eine wahrhafte Umwälzung der vorher bestehenden Verhältnisse, eine Revolution wurde.

    Das heißt nun aber keineswegs, dass die französische Revolution, nur weil sie eher den Charakter eines Staatsstreiches besaß, deswegen unblutiger verlaufen wäre, im Gegenteil: Während in den USA der Milizenkrieg der Siedler gegen die britische Krone mit dem Aufbau lokaler Selbstorganisationsstrukturen in den eroberten Gebieten einhergeht, wird in Frankreich die Apparatur des soeben erstürmten Zentralstaats zu einer Umverteilungsmaschinerie von Macht und Besitz. Die französische Revolution trat im „Jahr 1 der Freiheit“ (16), also: 1793, unter dem Triumvirat Danton, Robespierre und Marat die Phase des terreurs ein. Der im und mit terreur tatsächlich ablaufende höchst profane Prozess der Ersetzung von Teilen des alten Hochadels durch Familien aus den mittleren Beamten- bzw. Militärsrängen und des „Etagenadels“ in den Führungseliten dieses Staates (die bis heute übrigens quasi-dynastische Kontinuität wahren u.a. durch die Verknüpfung des gehobenen Bildungswesens mit dem Beamtentum)(17) pluderte sich moralisch auf zu einem Massenmorden durch die „Sichel der Gleichheit“ (Robespierre), die Guillotine: Der beschränkte Zweck, die Übernahme des zentralistisch-dirigistischen Staates, und die dabei in Gang gesetzte gesellschaftliche Enthemmung ideologisieren sich im Rosseauschen Kultus vom Kampf des Natur-Guten gegen das Natur-Widrige. Tocqueville verwies deshalb in seinem Spätwerk (Der alte Staat und die Revolution, 1856) bereits sehr hellsichtig auf den Zusammenhang von Tugendterror und autoritärer Kontinuität, Absolutismus und Revolutionismus. Denn der absolute Staat drängt nach dem Terror immer wieder seinem eigenen Organisationsprinzip folgend zur Restauration: Zwei usurpatorische Kaiserreiche und zwei legitimistische Königtümer sind deshalb die Frucht der französischen Revolution bis 1871; demgegenüber ist die Lebensdauer der zwei Republiken kümmerlich, die sich auf die Zeit von 1791–99 und 1848–51 beschränkt. In den USA hingegen besteht die Republik seit 1776 ununterbrochen; eine lange Geschichte, in dem sich der Kreis der vor dem Gesetz Freien und Gleichen immer mehr erweiterte (1776: Gleichstellung der Juden, 1865: landesweite Emanzipation der Schwarzen, 1921: Einführung des Frauenwahlrechtes) – begleitet von schweren Konflikten, Rebellionen und einem echten Bürgerkrieg (1861–65), doch ohne Guillotine und ohne einen Hauch Royalismus.

    Dieser wesenhafte Unterschied in der Installation bürgerlicher Macht- und Verkehrsverhältnisse prägt die gesellschaftlichen Debatten und Konflikte in beiden Ländern bis zum heutigen Tag. Das „Aufstands“-Spektakel, der ritualisierte riot, wie es jüngst die Sudenten, Schüler und Gewerkschaften inszenierten und die Art und Weise, wie die befehdete CPE-Gesetzesinitiative zur Aufhebung der Quasi-Verbeamtung von Berufsanfängern vorgeschlagen und wieder kassiert wurde, kündet deutlich vom Fortleben vorbürgerlicher Herrschafts- und Legitimationsformen: Die allumfassende Steuerungsbefugnis des tatsächlich „absoluten“ Staates und seiner kameralistischen Wirtschaftsordnung fand seinen Ausdruck gerade durch die unmittelbare, d.h. unvermittelte Beziehung, in der König bzw. sein Hof und Plebs zueinander standen: so unantastbar das Privileg des Souveräns war, so direkt volkstümlich musste es auch sein: Der Tumult war die Form des sich nicht artikulieren könnenden Einspruchs. Es ist bezeichnend, dass auch heute noch ein virulenter Polit-Karneval die gesellschaftliche Debatte ersetzen kann, die auch heute einzig und allein bei „Hofe“ geführt wird, dort aber nicht als Interessenkonflikt von Gruppen, sondern als Intrigenspiel von einzelnen Höflingen. Und damit beleidigt man Sarkozy und de Villepin nicht einmal, wenn man sie als Höflinge bezeichnet, war doch die Keimzelle und Urform des Staatsbeamtentums die absolutistische Verhofstaatlichung des ehemaligen Feudaladels. Es sind genau dies die Kontinuitäten, die das nachrevolutionäre Frankreich so eng mit dem vorrevolutionären verbinden: Der amtierende Präsident hat an Königs bzw. Kaisers Stelle in seiner Person Plebs und Elite zu synthetisieren: die Infantilität, sprich: tumultuarische Unangemessenheit des Protestes zu seinem Gegenstand ist dabei das genaue Pendant zur höfisch/autoritären Herrschaft, ja, die eigentliche Sucht nach ihr: einer Herrschaft, in der nicht offen geredet, sondern anmaßend gehandelt wird.

    Checks and Balances

    Ganz anders in den USA: der Staat ist hier als notwendiges Übel konzipiert, das auf das Allernotwendigste zu beschränken sei, während ansonsten lokales self-government herrschen solle. Dem wohnt unzweifelhaft auch ein reaktionäres Moment inne, das übermäßigen Bestandsschutz für „lokale Eigenheiten“ wie die der Sklaverei gewährte, was einstmals die Debatte über die unionsweite Aufhebung der Sklaverei Jahrzehnte lang andauern ließ. Die Grundlage der Rechtsordnung aber bleibt das Individuum und nicht die Gruppe oder Kommune etc., so dass schließ­lich doch der Zentralstaat eingreift, wenn die Freiheit und Gleichheit der Individuuen dauerhaft gefährdet oder gar nicht gegeben ist – so wie schließlich im Bürgerkrieg oder ein knappes Jahrhundert später, 1957, als Bundestruppen den Eintritt schwarzer Studenten in die Central High School der Hauptstadt des Staates Arkansas, Little Rock, erzwangen.

    In Sorge vor und im Misstrauen gegen den absolutistischen Staat und seine Begleiterscheinungen ist das politische System der USA – jenseits der Scheinähnlichkeit zu demjenigen Frankreichs aufgrund der starken Stellung des Staatspräsidenten – geprägt von einem höchstmöglichen Grad von Vermitteltheit der Herrschaft: ein enorm fein austariertes System von „checks and balances“ zwischen und in den Gewalten, den gesellschaftlichen Interessengruppen, den Ebenen der Politik und beim Modus der Bestimmung der Mandatsträger wurde installiert und in der Waage gehalten – im Gegensatz zum höchst zentralisierten „Durchregieren“ á la France. Eingebunden in vielfältige Vermittlungen sind die ideologischen Fronten anders gestrickt als es dem Alt-Europäer in den Kram passt. Aktuell beispiels­weise setzt ein christlich-republikanischer Präsident auf die Stimmen der Latinos (mit denen er bereits als Gouverneur die ehemals demokratische Hochburg Texas gewonnen hatte), knüpft also an die Lincoln-Tradition an, verbündet sich dazu mit Liberalen und Unternehmern und wird von den demokratisch gesinnten Gewerkschaften und einer WASP-Ideologen-Lobby im eigenen Lager bekämpft: Um das, worum es dem Präsidenten geht, durchzubekommen: die Legalisierung illegaler Beschäftigung und die Einbürgerung der illegal ohnehin in den USA Lebenden, wird Bush seinen Kurs so tarieren müssen, wie es eben die Checks and Balances aktuell verlangen – eine hysterisierte Tumultkampagne dafür oder dagegen ist dabei fast ausgeschlossen: denn auch die Gegner bedienen sich der Mittel des Lobbyismus und der Partizipation.

    Deswegen wirken Protestbewegungen in den USA häufig so seltsam, nahezu befremdlich zivilisiert: weil sie nämlich nicht Autokraten im Elysée-Pallast erschrecken wollen, sondern in einer bürgerlichen Öffentlichkeit und einem System der Vermittlungen politischen Einfluss gewinnen möchten; ein System, das in keiner Weise – darin ganz anders als Frankreich – die Möglichkeit bietet, geschmäcklerische Deutschlandkritik mit dem, was deutsch ist, unter einen Hut zu bringen: Umgekehrt kann man daran, wie ressentimentgeladen über die USA gesprochen und geurteilt wird, ganz leicht ermessen, wie wirkmächtig deutsche Ideologie ist. Oder noch einfacher gesagt: ob Jürgen Habermas draufsteht, aber Gregor Strasser drin ist.

    Uli Krug (Bahamas 50/2006)

  38. Es ist schade dass ständig totalitäre Systeme wie Stalins UdSSR als kommunistisch bezeichnet werden. Das ist eine Selbstzuschreibung über die eigentlich nur gelacht werden sollte.
    Wie genau der Kommunismus funktionieren soll, darüber kann IMHO nichts ausgesagt werden solange die Bedingungen die ihn ermöglichen nicht erfüllt sind. Und dazu gehört u.a. eine Gesellschaft in der alle Menschen zu einer freien Assoziation freier Individuen überhaupt befähigt sind. Da ist 1776 evtl gar kein schlechter Ansatz.
    Auf der anderen Seite ist der Kapitalismus, wie Marx bereits sagt, absolut notwendig, da er erst eine Produktivkraftentwicklung bringt die eine Gesellschaft ermöglicht in der die vorhandene Arbeitskraft die „Zum guten Leben für Alle“ benötigte Arbeitskraft bei weitem übersteigt.

    Ein Gedanke meinersets dazu:
    Wenn dank Automatisierung erstmal ein Grosz der Menschheit nicht mehr zur Produktion benötigt wird kommt meineserachtens die Entscheidung zwischen Kommunismus und Barbarei, also zwischen einer Gesellschaft aus freien Individuen (die die vorhandenen Reichtümer nicht nur Verwalten, sondern das beste daraus machen), oder dem Versuch das notwendige, systembedingte Elend grosser Teile der Bevölkerung durch projektive Erklärungsmuster zu erklären und zu bekämpfen.

    Eine globale liberale/libertäre Geselschaft also absolut wünschenswert, oder?

  39. @ana: Ich forder nichts, ich habe eine Beschreibung des Ist-Zustands geliefert.

  40. Es ist Zeit 1776 angesichts Obamas protofaschistischen Allüren bediengungslos zu unterstützen. D.h. auch anders zu betrachten. Marx, Hegel, sogar Horkheimer und Adorno betrachteten die bürgerliche Gesellschaft als Produkt von 1789. Doch was ist, wenn man dss von 1776 aus betrachtet. Kommt was? ;)

  41. @ lala

    Billigend beschrieben.

  42. @ana: Und wir haben heute Faschimus? Wegen Hartz IV? ;)

  43. Potenziell. Zwingend sogar.

  44. @ lebowski

    Bist Du nicht als Blogbetreiber schon eine praktische Alternative zum für Lohn arbeitenden Journalisten? Bleibt noch das Problem, dass Du für das Führen deines Blogs keine Kohle kriegst (vermute ich jedenfalls) und damit Deinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kannst.

    Ganz genau. Und irgendwas sagt mir, daß sich da im Kommunismus nichts wesentliches dran ändern würde. Zumindest würde es mich überraschen, wenn gerade dort ein größerer Bedarf an NeoCon-Propaganda bestehen sollte.

    […] 90 Prozent der Regierungseinnahmen weltweit stammen aus der Besteuerung von Arbeit und Kapital. Wir müssen viel stärker zur Besteuerung von natürlichen Ressourcen kommen. Warum sollen sich die Unternehmen einfach frei bedienen? Eine Besteuerung von Ressourcen würde sowohl zur Schonung der Umwelt führen wie zur Senkung von Unternehmensgewinnen. Die Steuereinnahmen könnten dann in den Nonprofitsektor fließen und dort Mehrbeschäftigung stimulieren.

    Alles durchaus interessante und diskussionswürdige Ideen, gerade was die Entlastung des Faktors Arbeit angeht. Allerdings eher für die Frage relevant, wie man das Steuersystem intelligent so umbauen kann, daß der Kapitalismus die Ankunft des Kommunismus noch möglichst lange sozialverträglich hinauszögern kann. Für die Zeit danach stellen sich hingegen ganz andere Probleme.

    Zum Beispiel, wie man den aus dieser künstlichen Verteuerung von Rohstoffen resultierenden Mangel an bezahlbaren Ferraris wieder ausgleicht. Oder wie wir den zu Beginn der Diskussion erwähnten lallenden Punk dazu kriegen, es als sein Bedürfnis zu empfinden, seine Fähigkeiten dazu einzusetzen, besagte Rohstoffe abzubauen, damit mein Bedürfnis, die größte Ferrarisammlung außerhalb der arabischen Halbinsel zu besitzen, nicht so lange unerfüllt bleibt, daß ich zu grübeln anfange, ob zwischen Fähigkeiten und Bedürfnissen am Ende nicht doch eine klitzekleine Diskrepanz besteht.

    Man könnte auch über etwas anderes nachdenken. Wenn Maschinen immer mehr Menschen ersetzen, warum sollte es in Zukunft nicht genau so eine Maschinensteuer geben, wie es heute eine Einkommenssteuer gibt?

    Also wenn die Maschinen erst mal alles alleine erledigen, ist es mir relativ schnuppe, wie deren interne Leistungsverrechnung aussieht. Wir echten Commies aus Fleisch und Blut kriegen dann ja eh alles, was wir zu brauchen glauben, jederzeit und in unbegrenzter Menge.

    […] In meinem Land gibt es 250 Zeitdollar-Projekte. Es handelt sich dabei um eine Parallelwährung, die ganz auf der Zeit basiert. Für jede Stunde Arbeit erhält man einen Zeitdollar, für den man wiederum Waren oder Dienstleistungen kaufen kann. Die Idee dahinter ist, das in einer sozialen Gemeinschaft jenseits von Gewinnmaximierung die Zeit eines jeden von uns gleich wertvoll ist – sei er nun Arzt, Müllmann oder Taxifahrer.

    Gleich wertvoll? Cool, ich nehme mir dann für meinen Anteil an der Dienstleistungszeitscheibe den Arzt. Du kriegst dafür den Müllmann (außer montags, wo ich ihn auch mal kurz brauche) und den Taxifahrer (ich fahre selbst). Ich finde das klingt fair. Und die Rechnung geht bestimmt auf, ohne daß irgendwo ein Mangel an Ärzten auftritt. Gibt ja auch keinen an Müllmännern und Taxifahrern. Wo doch jeder Arzt kann. Und jeder gerne Müllmann macht. Und Politologen für die Taxis sind im Kommunismus sicher das letzte was knapp wird.

  45. @ DF

    Auch wenn selbst Maggie und Ronnie sicherlich weit weniger Blut an den Händen haben als die zeitgenössischen Commies, so ist doch nicht jeder unausgelastete Student, der heutzutage glaubt, ein Kommunist zu sein, auch gleich ein halber Stalin. Und gerade weil er auf diesen Unterschied Wert legt, möchte ich ihm schon die Gelegenheit geben darzulegen, wie er sich das denn dann so vorstellt, ohne daß am Ende wieder ein Völkermord oder eine Hungersnot stehen.

  46. Paul, es geht uns aber um ganz was anderes. Um die Verhinderung der Barbarei.

  47. @ Analytics

    Alles schön und gut. Nur sind da immernoch die beiden Ziffern 1933 und 1789. Wie die verhindern? Das ist meine Kernfrage.

    Das ist keine Frage von Kommunismus oder nicht, sondern des Vorgehens gegen die Tyrannei, und das möglichst ein bißchen plötzlich und mit Nachdruck. Das hat zugegeben höhere Priorität, weil wenn dieser Kampf nicht gewonnen wird, brauchen wir uns um die Frage der Ausgestaltung des Schlaraffenlands keine Gedanken mehr zu machen. Nichtsdestotrotz gönne ich mir hier mal den Luxus, trotzdem danach zu fragen, gerade weil das Thema des Kampfs gegen die Barbarei hier viel öfter zur Sprache kommt.

  48. @ anti

    Unter den Punkten die Analytics schon genannt hat ist genau das zu kritisieren – du verscherzt es dir hier keinesfalls mit deinen kommunistischen Lesern und Leserinnen und wenn, dann zumindest aus meiner Sicht, am ehesten mit These eins…
    Denn die Entwicklung – und es ist ja nicht so als wäre die wirtschaftliche Entwicklung losgelöst vom Rest zu betrachten – strebt nicht etwa zum Kommunismus, sondern nach Auschwitz.

    Ich denke im Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei gibt es beide Entwicklungen, und wenn wir uns dumm anstellen, setzt sich die falsche durch, aber das ändert nichts daran, daß Kommunisten schon die Frage beantworten müssen, wie er denn wenigstens so ungefähr ökonomisch funktionieren soll, denn so viel schöner als ein Atomkrieg ist eine Hungersnot auch nicht. Und mit der Mullahherrschaft wird noch lange nicht auch gleich Hartz IV abgeschafft.

    Analytics sagt meines Dafürhaltens nach schon das richtige, wenn es darum geht, die Barbarei zu verhindern und hält auch einen anderen wichtigen Punkt hoch:
    Wichtig ist nicht der Kapitalismus, sondern der Liberalismus, der mit ihm im Duo angelümmelt kommt.

    Daher eine Umformung deiner Thesen, die schon da anfangen muss, wo du – mangels Marx-Lektüre, nehme ich an, wie du ja im anderen Kommentarthread schon einräumst – den Kommunismus für ein System hältst. Das ist er aber nicht. Er ist nur die Bewegung, die die Klassenlose Weltgemeinschaft herbeiführen soll, bzw. genauer: Den bestehenden Zustand aufhebt.

    Gut, den bestehenden Zustand kann man auch aufheben, indem man alle Atomraketen gleichzeitig auf die größten Städte der Erde abfeuert. Destruktive Kritik ist meines Erachtens aber keine, zumindest keine, die sich zu diskutieren lohnt.

    1. Die Entwicklung der Menschheit strebt der verwalteten Welt entgegen, schlussendlich der Vernichtung alles Nichtidentischen.

    Oha, da sehe ich aber einen nicht ganz unerheblichen Widerspruch zwischen all den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen einerseits und ihrer Organisation zum Wohle aller andererseits.

    2. Auch wenn die totale Vernichtung alles Lebens nicht absehbar ist, gilt es doch schon jene ideologischen Fragmente zu beseitigen, die in ihrer Konsequenz in sie hineinführen.

    Schön. Und was folgt daraus? Man kann ja so ziemlich jede Ideologie – sei sie politisch, sei sie religiös – massenmordtauglich tunen. Gerade der Kommunismus ist auf diesem Gebiet ja kein ganz unbeschriebenes Blatt mehr. Soll er jetzt verboten werden, um seine eigene Verwirklichung nicht zu stören?

    3. Zur Schaffung der nötigen materiellen Voraussetzungen für ein freies Leben benötigt man den Kapitalismus.

    Dann verstehe ich den lallenden Punk nicht, der sich besser mal um die materiellen Voaussetzungen für ein freies Leben kümmern sollte.

    4. Je mehr mit dessen Mitteln das gute Leben geschaffen werden soll, umso mehr nähert man sich dem Endziel – der Beendigung der Geschichte. Das ist aber gar nicht das Projekt des Kommunismus, sondern Menschengeschichte soll begonnen werden.

    Wozu brauchen wir ihn dann, den Kommunismus? Er ist untauglich für den Weg, ein Ziel ist er auch nicht – wozu dann am 1. Mai noch randalieren?

  49. @ lalibertine

    Du hast natürlich recht, daß es uns im Kapitalismus vergleichsweise gut geht. Aber wenn ich die Kommunisten richtig verstanden habe, sollen da am Ende ja alle so richtig reich sein, also zumindest so reich, daß sie keine ungestillten Bedürfnisse mehr haben, womit sie schon mal reicher sein müßten als selbst unsere reichsten Superreichen, denn selbst die sind aus ihrer Sicht noch nicht reich genug. Wenn’s bis dahin ja nicht schon längst ein VEB wäre, müßten Ferrariaktien ungemein in die Höhe schießen.

  50. Richtig, jede Ideologie ist massenmordtauglich tunebar, daher ist der Kommunismus ja auch keine Ideologie und wer ihn ideologisch vollzieht, ist kein Kommunist, sondern bestenfalls Marxist, Stalinist, Leninist oder eine ähnliche Scheußlichkeit.
    Destruktive Kritik ist übrigens die einzige Kritik, die Kritik ist – das Ziel der Kritik ist nämlich generell die Zerstörung ihres Gegenstandes.
    Dass du den lallenden Punk nicht verstehst, ist kein Wunder. Er ist schließlich ein lallender Punk. Das ist nicht das uncoolste was dir passieren kann, aber sicherlich sind 6 Milliarden besoffene mit Irokesenschnitt nicht der Anfang, sondern das Ende der Zivilisation.
    Das Verbieten von Ideologie ist übrigens selbst auch schon wieder ideologisch und liberalen Idealen widersprechend. So störend ich Ideologie auch finde, das reine Verbot wird nicht wider sie aushelfen, da die Ideologie das zusammenschweißende Element unserer Zivilisation ist.
    Für den Weg ist der Kommunismus übrigens nicht untauglich, mehr noch, er ist der Weg. Nur muss dieser Weg in jeder historischen Situation neu bestimmt werden. Wie Analytics schon richtig anmerkte, war die 1776er Revolution in gewissem Sinne eine kommunistische – sie hob den bestehenden Zustand auf, sorgte für zusätzliche Freiheit, etc.pp.
    Der Weg müsste jetzt zu noch mehr Freiheit – namentlich der vom Arbeitszwang – führen, aber dazu bräuchte es mündige Menschen, die aus eigener Einsicht die Zivilisation erhalten wollen, statt ihr Unbehagen in der Kultur (um mal mit Freud zu sprechen) auszuleben.
    Wozu man am ersten Mai randalieren sollte, da fragst du den falschen. Bestünde die leiseste Chance, da eine Revolution heraus zu machen – natürlich, dann wäre das interessant. Aber jede Revolution die momentan stattfinden kann wäre eine faschistische, denn – wie richtig angemerkt – das Personal ist denkbar untauglich grade.

  51. @ anti

    Sobald das individuelle ausgelöscht werden soll, sobald eine Gleichschaltung erfolgt, bei der ersten kleinen Absage an den Individualismus, ist auch der Kommunismus Geschichte.

    Das würde aber bedeuten, daß der Kommunismus nicht funktionieren kann, denn wenn er den Individualismus nicht antasten darf, bekommt der Bedürfniserfüllungsminister ein Problem, wenn sich mein Individualismus darin ausdrückt, daß ich unbedingt noch einen 14. Ferrari brauche, denn ich habe noch keinen mit Goldüberzug.

    Eine Evolution halte ich insofern nicht für ausgeschlossen, als dass natürlich zunächst einmal eine Bewusstseinsbildung stattfinden muss, da – da sind wir uns ja einig – mit dem bisherigen ein Umschwung alles andere als wünschenswert ist. Die Frage ist nur, wohin geht die Reise mit der Evolution?

    Evolution heißt aber immer auch Arrangieren mit dem falschen Leben unter den herrschenden Verhältnissen und Verschieben des richtigen Lebens auf irgendwann kurz nach St. Nimmerlein.

    Und da würde ich sagen: Zur Revolution, das heißt zur Änderung der Produktionsverhältnisse und der politökonomischen Grundlagen.
    Ob diese Revolution gewaltsam ist oder nicht, sei hier mal dahingestellt, dass sie nicht Revolution der Revolution willen sein darf, scheint mir aber klar… etwas um seiner selbst willen tun, das sei doch den Deutschen überlassen. ;)

    Ganz gleich ob sie nun gewaltsam wäre oder nicht, zuerst sollte mal geklärt werden, was denn dadurch genau geändert werden soll. Die Produktionsverhältnisse? Das alleine kann schon viel bedeuten. Volkseigentum und Urabstimmung vor jeder Bestellung über 100 Euro? Alles geht an Berlusconi, und der entscheidet dann einstimmig? Irgendwelche Aussagen muß man schon treffen, sonst bleibt’s beim kaputtmachen, weil die Herren Revolutionäre anschließend nicht wissen, wie’s weitergeht. Falls sie dann überhaupt mitmachen, wenn sie nicht mal wissen wofür.

  52. @ Analytics

    Also wenn ein GULag-Leiter wie Onkel Ho sich aus Propagandagründen auf die amerikansiche Verfassung beruft, würde ich das mal nicht überbewerten.

  53. Paul, ernsthaft, das Ding ist, dass es um eine Kritik der politischen Ökonomie geht – eine, wie bereits gesagt, destruktive Kritik.
    Das Problem ist nur, dass ich dir den Abriss warum die Notwendig ist und wie genau die aussieht, jetzt in der Kürze nicht geben kann, da muss ich dich eben auf den Quellentext verweisen.
    Aber Kritik der politischen Ökonomie bedeutet Abschaffung der Politik zum einen, der klassischen Ökonomie zum anderen.
    Das heißt, weder Bedürfniserfüllungsminister, noch „Anschaffungen über 100 Euro“ stehen da letztlich zur Debatte…
    vielleicht kann Analytics da nen Abriss geben, ich werde mich für meinen Teil jetzt schlafen legen, da ich entgegen anderslautender Annahmen ein eher überlasteter Student bin. ;)

  54. @ dajak

    Es ist schade dass ständig totalitäre Systeme wie Stalins UdSSR als kommunistisch bezeichnet werden. Das ist eine Selbstzuschreibung über die eigentlich nur gelacht werden sollte.

    Das wäre nicht passiert, wenn die kommunistischen Parteien und Bewegungen bzw. deren Mitglieder während des Kalten Kriegs vorbehaltlos auf Seiten des Westens und der NATO gestanden hätten, statt ihnen in den Rücken zu fallen. Eigentlich hätten wahre Kommunisten ja die schärfsten Gegner des Sowjetsystems sein müssen, denn es war nicht nur schlimmer als das des Westens, es beging seine Verbrechen auch noch in ihrem Namen.

    Wie genau der Kommunismus funktionieren soll, darüber kann IMHO nichts ausgesagt werden solange die Bedingungen die ihn ermöglichen nicht erfüllt sind. Und dazu gehört u.a. eine Gesellschaft in der alle Menschen zu einer freien Assoziation freier Individuen überhaupt befähigt sind. Da ist 1776 evtl gar kein schlechter Ansatz.

    Also freie Wahlen? Haben wir. Inzwischen sogar ohne Sklaverei. Oder muß erst noch geklärt werden, wär nach welchen Kritierien entscheidet, wer dazu befähigt ist?

    Auf der anderen Seite ist der Kapitalismus, wie Marx bereits sagt, absolut notwendig, da er erst eine Produktivkraftentwicklung bringt die eine Gesellschaft ermöglicht in der die vorhandene Arbeitskraft die “Zum guten Leben für Alle” benötigte Arbeitskraft bei weitem übersteigt.

    Dann verstehe ich nur nicht, wieso Kommunisten immer so Probleme mit der Effiziensteigerung der Wirtschaft haben.

    Ein Gedanke meinersets dazu:
    Wenn dank Automatisierung erstmal ein Grosz der Menschheit nicht mehr zur Produktion benötigt wird kommt meineserachtens die Entscheidung zwischen Kommunismus und Barbarei, also zwischen einer Gesellschaft aus freien Individuen (die die vorhandenen Reichtümer nicht nur Verwalten, sondern das beste daraus machen), oder dem Versuch das notwendige, systembedingte Elend grosser Teile der Bevölkerung durch projektive Erklärungsmuster zu erklären und zu bekämpfen.

    Da ist insofern was wahres dran, als ich dieses Blog auch nur schreiben kann, weil ich nicht jeden Tag 14 Stunden im im Kohlebergwerk schuften muß. Aber ich bin skeptisch, ob die Menschen, wenn es das kommunistische Schlaraffenland wirklich gäbe, jene Entscheidungen träfen, von denen Kommunisten glauben, daß es sich um die richtigen Ansichten freier Individuen und nicht um projektive Erklärungsmuster handelt.

    Eine globale liberale/libertäre Geselschaft also absolut wünschenswert, oder?

    Auf jeden Fall! Aber um das zu erreichen, müßten auch Kommunisten eigentlich den Kapitalismus stärken statt ihn zu bekämpfen, um ihn durch seinen eigenen Erfolg überflüssig zu machen, und zudem, wie Analytics schon zu recht erwähnte, sich für die globale Verbreitung liberaler Ideen durch den Kampf gegen die Barbarei einsetzen. Den Eindruck hatte ich bisher aber abgesehen von den sogenannten „Antideutschen“ eher nicht.

  55. @ anti

    Destruktive Kritik ist übrigens die einzige Kritik, die Kritik ist – das Ziel der Kritik ist nämlich generell die Zerstörung ihres Gegenstandes.

    Was Ihr Ziel ist, ist egal, was sie erreicht, ist das entscheidende. Und das ist in einem destruktiven Sinne konstruktiv. Denn wenn ich nur etwas zerstöre ohne darüber nachzudenken, wie man es ersetzen kann, dann habe ich es trotzdem zerstört und die Verhältnisse damit bereits geändert. Nur halt mangels Alternative eben nicht zum besseren.

    Wenn man oben in einem Hochhaus steht und raus will, aber weder die Treppe (zu beschwerlich und langsam) noch den Aufzug (zu beengt und unökologisch) benutzen möchte, ist es nicht sehr clever, einfach aus dem Fenster im 52. Stock zu springen und sich, da das Konstruieren eines Fallschirms dem Bilderverbot widersprochen hätte, erst während des Flugs Gedanken um die nähere Ausgestaltung der Landung zu machen.

    Dann lieber ein reformistischer Kompromissler sein und überlegen, ob man nicht einen solarbetriebenen, geräumigen, vollverglasten, klimatisierten Aufzug an der Außenwand des Hochhauses anbringen könnte, der damit zwar nicht das System Hochhaus in Frage stellt, aber die oben genannten Kriterien erfüllt und sogar gegenüber einem selbstgebastelten Fallschirm noch den einen oder anderen Vorteil hätte.

    […] Das Verbieten von Ideologie ist übrigens selbst auch schon wieder ideologisch und liberalen Idealen widersprechend. So störend ich Ideologie auch finde, das reine Verbot wird nicht wider sie aushelfen, da die Ideologie das zusammenschweißende Element unserer Zivilisation ist.

    Es muß ja nicht mal gleich eine komplette Ideologie sein. Aber ein paar konstruktive Vorschläge, die man zur Diskussion stellt – und damit auch mal selbst der Kritik aussetzt! -, wären schon nett.

    Für den Weg ist der Kommunismus übrigens nicht untauglich, mehr noch, er ist der Weg.

    Dann mal her mit der Landkarte!

    Nur muss dieser Weg in jeder historischen Situation neu bestimmt werden. Wie Analytics schon richtig anmerkte, war die 1776er Revolution in gewissem Sinne eine kommunistische – sie hob den bestehenden Zustand auf, sorgte für zusätzliche Freiheit, etc.pp.

    Also wenn es nur um die Terminologie geht, dann dürfen die Kommunisten die neoliberalen Teufeleien wegen mir gerne als ihre eigene Erfindung ausgeben, die ihnen die einfallslosen Kapitalisten nur geklaut haben. So sie dann endlich begeistert im Shareholder-Kommunismus mitmachen statt ihn abschaffen zu wollen, soll mir das Recht sein.

    Der Weg müsste jetzt zu noch mehr Freiheit – namentlich der vom Arbeitszwang – führen, aber dazu bräuchte es mündige Menschen, die aus eigener Einsicht die Zivilisation erhalten wollen, statt ihr Unbehagen in der Kultur (um mal mit Freud zu sprechen) auszuleben.

    Die Freiheit vom Arbeitszwang ist aber erst dann denkbar, wenn ich meinem 14. Ferrari (das war der vergoldete) nicht noch einen 15. in Platin hinzufügen muß um mich selbst zu verwirklichen, sondern bereits mit einem Trabant aus gehärteter Jute glücklich bin. Sonst landest Du immer bei einem Konflikt zwischen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Und über den sollten sich Kommunisten schon Gedanken machen. Daß das in der ganzen Diskussion bisher noch keiner getan hat, macht mich ehrlich gesagt ein wenig stutzig.

  56. Jetzt ist Maestro dran. Anti, natürlich helfe ich Dir gerne und erkläre das Konzept Marxens:
    Ich weiß nicht wo ich beginnen soll. Am besten Wir fangen damit an Marxens wenige Zeilen über diesen Zustand zu zitieren. Here we go:
    „Die Gesellschaft kann sich selbstredend nicht befreien, ohne dass jeder Einzelne befreit wird. Die alte Produktionsweise muss also von Grund aus umgewälzt werden, und namentlich muss die alte Teilung der Arbeit verschwinden.“ F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 273.

    „Bei einer kommunistischen Organisation der Gesellschaft fällt jedenfalls fort die Gebundenheit des Künstlers an die lokale und nationale Borniertheit, die rein aus der Teilung der Arbeit hervorgeht, und die Gebundenheit des Individuums an diese bestimmte Kunst, so dass es ausschließlich Maler, Bildhauer usw. ist und schon der Name die … Abhängigkeit von der Teilung der Arbeit hinlänglich ausdrückt.

    In einer kommunistischen Gesellschaft gibt es keine Maler, sondern höchstens Menschen, die unter anderem auch malen.“ K. Marx, Dt. Ideologie, MEW 3, 379.

    „Der … Denkweise der gelehrten Klassen muss es allerdings als eine Ungeheuerlichkeit erscheinen, dass es einmal keine Karrenschieber und keine Architekten von Beruf mehr geben soll und dass der Mann, der eine halbe Stunde lang als Architekt Anweisungen gegeben hat, auch eine Zeitlang die Karre schiebt, bis seine Tätigkeit als Architekt wieder in Anspruch genommen wird. Ein schöner Sozialismus, der die Karrenschieber von Beruf verewigt!“ F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 186.

    „Sowie nämlich die Arbeit naturwüchsig verteilt zu werden anfängt, hat Jeder einen bestimmten ausschließlichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger, Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muss es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will – während in der kommunistischen Gesellschaft, wo Jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“ K. Marx, Dt. Ideologie, MEW 3, 33.

  57. Ich bin so frei, anti: Das klingt für mich eher nach einen Alptraum. Ich mein, was ist wenn meine 90-Jährige Tante plötzlich den Jux verspürt Gehirnchirurg für einen Tag zu werden? Mit ner scheißbrille die ihr der Trapper von nebenan angefertigt hat dürfte das noch viel aufregender werden. Man sieht Farben, die es gar nicht gibt. Der Trapper muss Optiker lernen, die Tante Medizin. Aber das wollen beide nicht, da zu anstrengend. Aber es ist ihr Bedürfnis. Also ab in den OP, Frau Doktor spielen. Wird sie davon abgehalten ist das Unterdrückung. Also wasn nu.
    Anti es ist so, manche Menschen sind begabt andere nicht. Es ist kein Genieglaube. Nur glaube ich nicht, dass 90-Jährige Tanten mal einen Tag lang Hirnchirurg sein können. Das ist naiv.

  58. Besteht aber Arbeitsteilung, so besteht auch die Notwendigkeit des Äquivalenttausches. Und schon haben wir ne Währung, seien es Muscheln oder Yen. Haben wir aber ne Währung so muss es andere Kapitalinstrumente geben. Nein, das ist nicht Anthropologie. Das ist Logik. ( Jaha, instrumentelle Vernunft. ) Es ist auch kein Schicksalsglaube, wenn Du möchtest geh in den Wald und baue Weizen an, gehe Fischen und kritisiere falls dir die Augen beim Abendessen nicht schon zu fallen.

    Marx hat sehr viele helle Momente, aber das hier ist unheimlich. Das erinnert eher an Rot Kampuchea als ans Paradies. Sorry Junge ist so.

  59. Paul:
    [quote]
    Das wäre nicht passiert, wenn die kommunistischen Parteien und Bewegungen bzw. deren Mitglieder während des Kalten Kriegs vorbehaltlos auf Seiten des Westens und der NATO gestanden hätten, statt ihnen in den Rücken zu fallen. Eigentlich hätten wahre Kommunisten ja die schärfsten Gegner des Sowjetsystems sein müssen, denn es war nicht nur schlimmer als das des Westens, es beging seine Verbrechen auch noch in ihrem Namen.
    [/quote]

    Es gab durchaus Leute die den vollidioten hies und diesseits des eisernen Vorhangs kritisch gegenüberstanden, a.A. Sartre. Dass viele K-Gruppen und sonstige Linke den Sovjetterror unterstützten, oder wenigstens billigend in kauf nahmen ist schade, zeigt aber auch dass diesen nicht zu trauen ist. Ich würde diese aber lieber als Bewegungsmarzisten denn als Kommunisten bezeichnet sehen.
    Die Idee die Verhältnisse positiv überwinden zu können ist meiner Meinung nach immer noch gut.

    [quote]
    Also freie Wahlen? Haben wir. Inzwischen sogar ohne Sklaverei. Oder muß erst noch geklärt werden, wär nach welchen Kritierien entscheidet, wer dazu befähigt ist?
    [/quote]

    Ja, jedoch noch nicht überall. Ausserdem ist auch noch nicht jede Gesellschaft in der Lage damit umzugehen. Eine freie deutsche Gesellschaft kann ich momentan eigentlich nur als entfesselte denken. Von anderen Gesellschaften ganz zu schweigen.
    Die USA haben in dieser Hinsicht deutlichen Vorsprung und setzen Demokratie gerade auch durch föderalismus und dezentralisierung sehr schön um. Auch „E pluribus unum“ ist natürlich sehr schön wobei ich „In God we trust“ eher wenig abgewinnen kann.

    [quote]
    Da ist insofern was wahres dran, als ich dieses Blog auch nur schreiben kann, weil ich nicht jeden Tag 14 Stunden im im Kohlebergwerk schuften muß. Aber ich bin skeptisch, ob die Menschen, wenn es das kommunistische Schlaraffenland wirklich gäbe, jene Entscheidungen träfen, von denen Kommunisten glauben, daß es sich um die richtigen Ansichten freier Individuen und nicht um projektive Erklärungsmuster handelt.
    [/quote]

    Naja, also das Erkennen sollte nicht die schwierige Aufgabe sein. Entweder man entscheidet sich gegen Ideologie, oder aber für eine beliebige, welche widerum die Schuldigen benennen zu können glaubt und das Heil verspricht. Das muss natürlich nicht in dieser Form geschehen, allerdings ist es eine Option.

    Dass sich jeder linke Student anarchist/kommunist/sozialist oder sonstiges schimpft ist schade, kann aber leider nicht verhindert werden. Grundsätzlich halte ich aber auch nicht allzuviel von identitären selbstzuschreibungen, egal ob Antideutsche oder Kommunisten.
    Dennoch denke ich dass der Begriff Kommunismus durchaus auch weiterhin sinnvoll verwendet werden kann, ohne ihn zur Ideologie zu degradieren.

  60. Ich kann der Diskussion wenig abgewinnen.

    Folgende Praemisse wird implizit vorausgesetzt und ist mE einfach falsch:

    Bei der Befriedigung von Beduerfnissen handelt es sich immer oder jedenfalls immer im Grunde um materielle Beduerfnisse.

    Ausgeblendet wird, dass sehr viele Menschen nicht einfach danach trachten, reich zu sein, damit sie Trueffeln frustuecken, ein Privatflugzeug lenken und in einer Villa am Strand leben koennen, sondern auch um Macht ausueben zu koennen. Macht ueber andere Menschen kann aber nicht einfach gewaehrt werden, ohne dass die Beduerfnisse Anderer nicht beeintraechtigt werden.

    Bei allen realen oder ideellen Spielarten des Kommunismus geht es darum, den neuen Menschen zu schaffen, das ist ein Machtanspruch erster Groessenordnung. Und notwendig zum Scheitern verurteilt.

  61. @ Analytics

    Jetzt ist Maestro dran. Anti, natürlich helfe ich Dir gerne und erkläre das Konzept Marxens:
    Ich weiß nicht wo ich beginnen soll. Am besten Wir fangen damit an Marxens wenige Zeilen über diesen Zustand zu zitieren. Here we go:

    Na endlich gibt’s mal Fleisch auf den Knochen! Danke!!!

    „Die Gesellschaft kann sich selbstredend nicht befreien, ohne dass jeder Einzelne befreit wird. Die alte Produktionsweise muss also von Grund aus umgewälzt werden, und namentlich muss die alte Teilung der Arbeit verschwinden.“ F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 273.

    Auch wenn ich Engels für seine historischen Betrachtungen über die Militärtaktiken von Antike bis zur Neuzeit durchaus dankbar bin, so ist das dann doch ein bißchen wenig. Der erste Satz könnte so genauso auf dem Bundeskongreß der Liberalen fallen. Und der zweite sagt auch nur was er will, nicht wie. Das aber wäre die viel interessantere Frage. Wie sehen sie also aus, die neue Produktionsweise und die neue Arbeitsteilung?

    „Bei einer kommunistischen Organisation der Gesellschaft fällt jedenfalls fort die Gebundenheit des Künstlers an die lokale und nationale Borniertheit, die rein aus der Teilung der Arbeit hervorgeht, und die Gebundenheit des Individuums an diese bestimmte Kunst, so dass es ausschließlich Maler, Bildhauer usw. ist und schon der Name die … Abhängigkeit von der Teilung der Arbeit hinlänglich ausdrückt.

    In einer kommunistischen Gesellschaft gibt es keine Maler, sondern höchstens Menschen, die unter anderem auch malen.“ K. Marx, Dt. Ideologie, MEW 3, 379.

    Dann sind wir ja schon auf dem besten Weg in den Kommunismus. Statt Musikern gibt es zunehmend Menschen, die unter anderem auch Musik machen. So klingt DSDS dann ja auch. Aber während ich das noch unter „Preis der gesellschaftlichen Demokratisierung“ akzeptieren kann, möchte ich eine Herzoperation nur äußerst ungern von jemandem erledigt sehen, der in seiner Freizeit unter anderem auch am Herzen rumschnippelt. Seien wir mal ehrlich, das was Marx hier abläßt, sind die psychischen Spätfolgen der Romantik und des Unbehagens an der unübersichtlichen Moderne. Das mag aus der Zeit heraus eine skurrile Anekdote sein, aber als Basis für eine Ideologie oder Bewegung oder auch nur Kritik im 21. Jahrhundert ist das lächerlich.

    „Der … Denkweise der gelehrten Klassen muss es allerdings als eine Ungeheuerlichkeit erscheinen, dass es einmal keine Karrenschieber und keine Architekten von Beruf mehr geben soll und dass der Mann, der eine halbe Stunde lang als Architekt Anweisungen gegeben hat, auch eine Zeitlang die Karre schiebt, bis seine Tätigkeit als Architekt wieder in Anspruch genommen wird. Ein schöner Sozialismus, der die Karrenschieber von Beruf verewigt!“ F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 186.

    In der einen Richtung – das ist die, welche letztlich die Löhne definiert – funktioniert das tatsächlich, denn der Architekt könnte durchaus auch Karren schieben, vorausgesetzt er hat auch die Zeit dazu. Das aber setzt voraus, daß die meisten lieber Architekten werden wollen und der daraus resultierenden Architektenschwemme ein Mangel an Karrenschiebern entgegensteht. Andererseits möchte ich dann aber nicht in einem Haus wohnen, das unser Karrenschieber und Freizeitarchitekt geplant hat. Ehrlich gesagt möchte ich es nicht einmal betreten.

    „Sowie nämlich die Arbeit naturwüchsig verteilt zu werden anfängt, hat Jeder einen bestimmten ausschließlichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger, Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muss es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will – während in der kommunistischen Gesellschaft, wo Jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“ K. Marx, Dt. Ideologie, MEW 3, 33.

    Ja, wie regelt sie die allgemeine Produktion denn jetzt, die Gesellschaft? Wird ja keiner mehr gedrängt was zu machen, was er gar nicht machen will. Wer holt die Kohle aus der Grube, damit dem kritischen Kritiker im Winter nicht kalt wird? War das tatsächlich alles? Mehr steckt da nicht hinter? Das ist die intellektuelle Nahrung für Generationen tatsächlicher wie gefühlter Kommunisten? So leicht läßt sich der große Karl Marx von einem dahergelaufenen Freizeitblogger bloßstellen? Kommt, Jungs, da geht noch was! ;-)

  62. Macht… Was ist „Macht“ wenn nicht Verfügungsgewalt? Warum über etwas verfügen wollen? Weil es Bedürfnisse befriedigt.

  63. Paul, ließ auch meine comments zu. ;)

  64. @ beer7

    Ich kann der Diskussion wenig abgewinnen.

    Folgende Praemisse wird implizit vorausgesetzt und ist mE einfach falsch:

    Bei der Befriedigung von Beduerfnissen handelt es sich immer oder jedenfalls immer im Grunde um materielle Beduerfnisse.

    Sagt ja keiner. Auch immaterielle Bedürfnisse müssen befriedigt werden. Aber auch da muß noch immer jemand da sein, der sie befriedigt. Ich weiß nicht, ob’s nur eine Ente war, aber ich hab vor Jahren mal gehört, daß in Schweden auch eine bestimmte Anzahl an Bordellbesuchen zum Existenzminimum gehörte. Selbst wenn das nicht stimmt, ist das eine sehr interessante Überlegung, denn sexuelle Bedürfnisse sind sicherlich weit wichtiger als ein DVD-Player im Hartz IV-Warenkorb.

    Davon mal abgesehen sind den meisten Menschen die materiellen Bedürfnisse offensichtlich ziemlich wichtig, sonst sähe man zu Weihnachten mehr Menschen in der Kirche als im Kaufhaus. Aber selbst wenn es nur eine Minderheit wäre, alleine meine 15 Ferraris dürften den regionalen Planungschef schon vor große Probleme stellen. Nicht das ich die wirklich will (die schaffen es ja nicht mal über die Bordsteinkante), aber alleine um der Argumentation willen nehm ich sie dann halt.

    Ausgeblendet wird, dass sehr viele Menschen nicht einfach danach trachten, reich zu sein, damit sie Trueffeln frustuecken, ein Privatflugzeug lenken und in einer Villa am Strand leben koennen, sondern auch um Macht ausueben zu koennen. Macht ueber andere Menschen kann aber nicht einfach gewaehrt werden, ohne dass die Beduerfnisse Anderer nicht beeintraechtigt werden.

    Das stimmt, aber dazu gibt es dann ja die Demokratie, um das zu verhindern. Übrigens ist auch Konsum Demokratie. Es wird an der Kasse abgestimmt, und am Ende gewinnt dann die schlechtere Videokassette.

    Bei allen realen oder ideellen Spielarten des Kommunismus geht es darum, den neuen Menschen zu schaffen, das ist ein Machtanspruch erster Groessenordnung. Und notwendig zum Scheitern verurteilt.

    Wenn er allumfassend sein soll, bleibt dem Kommunismus auch nichts anderes übrig. So die Teilnahme aber freiwillig ist und die Koexistenz mit der nichtkommunistischen Mehrheit akzeptiert wird, geht’s auch ohne Umerziehungslager.

  65. @ dajak

    Naja, also das Erkennen sollte nicht die schwierige Aufgabe sein. Entweder man entscheidet sich gegen Ideologie, oder aber für eine beliebige, welche widerum die Schuldigen benennen zu können glaubt und das Heil verspricht. Das muss natürlich nicht in dieser Form geschehen, allerdings ist es eine Option.

    Ich persönlich will zunächst nur mal die weltweite Demokratie. Ich hab dann zwar meine ideologischen Präferenzen, aber die sind mir letztlich zweitrangig, so lange ein System existiert, in welchem die verschiedenen Ideologien friedlich miteinander konkurrieren können. Bin ich damit schon Kommunist?

  66. @ Analytics

    Ach so, hatte Dich mißverstanden. Trotzdem danke für die Auflistung!

  67. Anti um mich bei Dir vollends unbeliebt zu machen, Adorno´s Bilderverbot gibt mir Recht. Es ist der Traum eines hegelianischen Universalgelehrten, kein Universalplan. Es ist geradezu Amateurhaft. Von Marx hätte Paul und auch ich mehr erwartet. Das klingt eher nach Sektenführer.

  68. @Paul & Beer7

    Es ging doch nie darum DEN Masterplan aufzustellen und diktatorisch festzulegen WIE es denn im Kommunismus genau ausschaut, sondern eher nagativ festzulegen was es dort nicht mehr geben sollte. Allerdings ist das auch ein Prozess, der die Gesellschaften mitformt. Evtl kann ein Mensch einer freieren Gesellschaft eher auf persönliche Macht über andere verzichten, und damit leben, dass andere – aufgrund der Produktivkraftentwicklung, also automatisierung – auch ohne Lohnarbeit gut leben können.
    Das Problem an solch einer Evolution ist aber, dass es die Gefahr des Umschlagens in einen starken Staat begünstigt. Andererseits sehe ich aber – wie bereits ausgeführt – auch die Gefahr dass bei sinkender Nachfrage nach Arbeitskraft die Ausgeschlossenen meutern, und eben die Schuld auf die Partizipierenden projezieren; was sicherlich nicht zum Kommunismus sondern viel eher in Richtung Barbarei führt.
    Ich sehe hier durchaus ein Dilemma, falls das jemand auflösen könnte wäre ich dankbar!

    Und hey, Paul, wenn du Kommunist sein willst darfst du dich gerne so nennen, tut ja sonst auch jeder! ;)

  69. Es gibt kein Geld, Naturalientausch. Keinen Wert, Selbstversorger. Selbstversorger = nach nem Jahr tot. Hatten wir alles.

  70. Analytics: für die aktuelle gesellschaftliche verfasstheit hast du natürlich recht. Das Geist aber nicht dass die Gesellschaft sich nicht auch positiv Evolutionieren kann.

  71. Paul13

    Ich sehe nicht, wie sich Demokratie und Kommunismus vertragen sollen?

    Bei immateriellen Beduerfnissen dachte ich nicht an Spiritualitaet, sondern an psychische Beduerfnisse. Warum z.B. sind Diaeten, Light-Produkte usw. ein solch riesiger Markt? Hier geht es doch nicht darum, etwas „haben“ zu wollen, sondern etwas „sein“ zu wollen.

    Die Befriedigung sexueller Beduerfnisse durch das Benutzen einer Ware „Mensch“ vertraegt sich doch schlecht mit dem Anspruch des Kommunismus, dass kein Mensch „Ware“ sein muss?!

  72. @beer7:
    Warum sollen kommunismus und Demokratie unvereinbar sein?

  73. @ Dajak:

    Deshalb sage ich, Weltrevolution nach 1776er Vorbild. Notfalls durchgesetzt durchs USMC. Der Rest ergibt sich.

  74. @Paul13
    „Cool, ich nehme mir dann für meinen Anteil an der Dienstleistungszeitscheibe den Arzt. Du kriegst dafür den Müllmann (außer montags, wo ich ihn auch mal kurz brauche) und den Taxifahrer (ich fahre selbst). Ich finde das klingt fair.“

    In Ordnung! Wenn ich meine letzten 5 Arztbesuche so Revue passieren lasse, komme ich zu der Schlussfolgerung, dass der gesellschaftliche Nutzen von Müllmännern größer ist.

  75. @Paul13
    „Dann sind wir ja schon auf dem besten Weg in den Kommunismus. Statt Musikern gibt es zunehmend Menschen, die unter anderem auch Musik machen. So klingt DSDS dann ja auch.“

    Soweit ich weiß, treten bei DSDS ein Haufen Pfeifen auf, die trotz mangelndem Talent Musikstars werden wollen. Hauptsächlich wegen der Kohle und dem Starrummel. So etwas ist dann ja wohl Kapitalismus in Reinkultur. Deswegen heißt der Quark ja auch Deutschland sucht den Superstar“ und nicht „Deutschland sucht den besten Musiker“.
    Für meinen Geschmack ist jeder kubanische Hobbymusiker den Kandidaten turmhoch überlegen, was dann schon mal ein gutes Argument für den Kommunismus wäre.

  76. hey ihr ganzen neocons/liberalen, kann mir jemand evtl. Einen guten Text empfehlen der 89 und 76 sowie die daraus entsprungenen denkrichtungen vergleicht; gerade auch im Hinblick auf das mögliche umschlagen von Zivilisation in barbarei.

    Wäre sehr dankbar!

  77. Yep, den Anfang macht Uli Krug.

    http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web50-2.htm

  78. Paul, nebenbei ich habe doch den nächsten Mitarbeiter des Monats-Titel so gut wie in der Tasche? ;)

  79. Weshalb postet niemand den nahe liegenden Gedanken, dass Bedürfnisse nicht frei flottieren, sondern präformiert sein könnten? Viel „Adorno“, viel „Ideologie“ – aber keine Erwähnung der simpelsten aller ideologiekritischen Theoreme:

    „Rien faire comme une bête, auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen, »sein, sonst nichts, ohne alle weitere Bestimmung und Erfüllung« könnte an Stelle von Prozeß, Tun, Erfüllen treten und so wahrhaft das Versprechen der dialektischen Logik einlösen, in ihren Ursprung zu münden. Keiner unter den abstrakten Begriffen kommt der erfüllten Utopie näher als der vom ewigen Frieden.“

    (TWA, GS4, 179)

  80. Analytics: „Vom Wohlstand ausgeschlossen“ ist ein erfrischender Euphemismus für „vor Hunger oder Krankheit krepieren“, vielen Dank für diese Lektion in Zynismus.

  81. C.P. A: Was ist wenn ich doch Hirnchirurg werden will. B: Werde gleich Robbespiere oder Lenin.

  82. Noch was, das kann man auch im Kapitalismus haben. Geh raus und leg dich hin, basta.

  83. Analytics:
    A: Das Argument ist völlig absurd. Kein Mensch, der einigermaßen beieinander ist, wird anderen Menschen im Zerebrum herumpfuschen wollen, sei’s aus Gaudi oder Fürsorge, weder im Kapitalismus, noch sonstwo.
    B: Wohlfeile Polemik.
    C: „Noch was, das kann man auch im Kapitalismus haben. Geh raus und leg dich hin, basta.“
    Ich kann das, Sie können das, andere können das nicht – und ich meine nicht die Bewohner ausgedehnter Wüstenregionen.
    In keinem Kommentar taucht der Trikont auf. Ichselbst bin vollkommen d’accord, was die These vom Umschlag in die Barbarei im Zuge einer Revolution betrifft. Das kann aber doch nicht bedeuten, existentielles Leid, wie es Hunger beispielsweise doch nun einmal darstellen dürfte, einfach zu ignorieren.
    Was die Bedürfnisse anbetrifft, da sei denn doch mal die Lektüre des Kulturindustrie-Kapitels empfohlen.

  84. Offensichtlich tendiert der Kapitalismus, entgegen lalibertines etwas merkwürdiger Behauptung, ja gerade nicht dazu, Wohlstand zu globalisieren. Die Armut in den abgehängten Weltregionen liegt nicht primär an korrupt-faschistoiden Diktatoren, nicht ist dafür die Rentierhaftigkeit bodenschatzreicher Staaten zuallererst verantwortlich.

  85. „Die Armut in den abgehängten Weltregionen liegt nicht primär an korrupt-faschistoiden Diktatoren. “ Ich behaupte jetzt ganz forsch: Doch. Der Trikont hat noch eine Nachholende Entwicklung vor sich, das stimmt, aber es wäre besser diese Entwicklung dem USMC und der jeweiligen Liberalen Politbewegung zu überlassen. Traditionalismus spielt auch eine entscheinende Rolle. Nebenbei glauben Afrikaner daran das mann von AIDS geheilt wird, wenn mann eine Frau damit ansteckt. Sozialer Imperialismus ist eine Universallösung. Send in the 82nd.

  86. „Wohlfeile Polemik“ Die Wahrheit, Freak.

  87. „Der Trikont hat noch eine Nachholende Entwicklung vor sich, das stimmt…“ – es dürfte interessant werden, wie diese „nachholende Entwicklung“ sich gestaltet. Zugegeben: Meine Behauptung lässt sich ebenso wenig belegen, wie es die Ihrige tut.

    „aber es wäre besser diese Entwicklung dem USMC und der jeweiligen Liberalen Politbewegung zu überlassen“ – Dieser Ansicht bin ich auch, da eben „Afrikaner daran [glauben] das (sic!) mann (sic!) von AIDS geheilt wird“. Ich schlage mich weder auf die Seite postmoderner Kulturrelativisten, noch möchte ich mich mit Bewegungsmarxisten gemein machen. Ich glaube nur, dass weder das UMSC noch liberale Politikbewegungen den sog. „Lebensstandard“ im Trikont denjenigen in den kapitalistischen Kernländern wird anpassen können, nicht einmal annähernd. Siehe Marx und das Problem der „gesellschaftlich notwendigen durchschnittlichen Arbeitszeit“. Entwicklungshilfe halte ich übrigens, wenn ich den letzten Satz richtig verstanden habe, für ebenso problematisch wie Sie.
    Das alles ändert nichts daran, dass der Kapitalismus kein Instrument ist, allen Menschen Reichtum zu verschaffen.
    Und dass Sie zu Beleidigungen („Freak“) neigen, ficht mich zwar nicht an, deutet aber auf eine gewisse Unsicherheit der eigenen Position und/oder ein schlechtes Gewissen hin, das sich recht flott in ein Beißreflex entlädt. Take it easy!

  88. Ich habe den Satz nicht richtig verstanden. Peinlich.

  89. Es war nicht als Beleidigung gemeint. Das war slang. Dumme Angewohnheit, ich weiß. Entschuldige bitte.

  90. Keine Ursache. Ich kannte dieses Wörtchen nur als Beleidigung. So ist das in der Anonymität: Sender – Verrauschung – Empfänger. ;)

  91. Ich weiß, sprachlich betrachtet mache ich „unseren“ großem Lehrer TWA keine allzu grosse Ehre. Ist einer meiner Tadelnswerten Seiten. :D

  92. „Das Argument ist völlig absurd. Kein Mensch, der einigermaßen beieinander ist, wird anderen Menschen im Zerebrum herumpfuschen wollen, sei’s aus Gaudi oder Fürsorge, weder im Kapitalismus, noch sonstwo.“ Ok, ein anderes Beispiel: Ich will ne F-14 fliegen. Wer beschafft mir nen ausgemusterten Marineflieger der flugtauglich ist? Tom Cruise hatte auch eine! Also los, wo ist meine F-14?

  93. @ dajak

    Es ging doch nie darum DEN Masterplan aufzustellen und diktatorisch festzulegen WIE es denn im Kommunismus genau ausschaut, sondern eher nagativ festzulegen was es dort nicht mehr geben sollte.

    Wenn ich etwas ausschließe, lege ich aber bereits etwas fest. Kein Privateigentum? Kein Problem. Also keine Investitionen mehr. Armut, Elend, Hungersnot, das volle Programm. Wie, doch noch Investitionen? Von wem denn? Von irgendjemand anders? Wer ist das denn genau? Kann man vorher nicht sagen? Ok, bis es gesagt wurde, keine Investitionen mehr. Also Armut, Elend, Hungersnot. Und spätestens dann muß irgendwer KONKRETE Alternativen nennen. Sonst hat sich’s mangels überlebender Kandidaten ausgekommunistet, bevor es überhaupt angefangen hat.

    Allerdings ist das auch ein Prozess, der die Gesellschaften mitformt. Evtl kann ein Mensch einer freieren Gesellschaft eher auf persönliche Macht über andere verzichten, und damit leben, dass andere – aufgrund der Produktivkraftentwicklung, also automatisierung – auch ohne Lohnarbeit gut leben können.

    Ein Mensch kann das sicher, aber ob das jeder kann? Und selbst wenn, Macht entsteht auch ohne formelle Bestätigung. Wenn ich die Beine hochlege und Du der Starchirurg bist, dann sind wir beide nicht gleich, selbst wenn wir beide offiziell das selbe verdienen. Den Unterschied wirst Du merken, wenn jemand möchte, daß Du sein Leben rettest.

    Das Problem an solch einer Evolution ist aber, dass es die Gefahr des Umschlagens in einen starken Staat begünstigt. Andererseits sehe ich aber – wie bereits ausgeführt – auch die Gefahr dass bei sinkender Nachfrage nach Arbeitskraft die Ausgeschlossenen meutern, und eben die Schuld auf die Partizipierenden projezieren; was sicherlich nicht zum Kommunismus sondern viel eher in Richtung Barbarei führt.
    Ich sehe hier durchaus ein Dilemma, falls das jemand auflösen könnte wäre ich dankbar!

    Da hast Du sicher recht, und ich bezweifle, daß sich das so ohne weiteres lösen läßt. Wenn es sich aber lösen läßt, dann nur innerhalb des existierenden Systems, nicht indem man erst die Revolution macht und dann weitersieht. Dann aber braucht man keinen Kommunismus mehr.

    Und hey, Paul, wenn du Kommunist sein willst darfst du dich gerne so nennen, tut ja sonst auch jeder! ;)

    Cool, Commie wollte ich schon immer mal sein! Und wenn ich jetzt einen Militärschlag gegen Nordkorea fordern sollte, tue ich das mit Karl Marx und der Weltrovultion im Rücken. Das hat was, zugegeben.

  94. @ Beer7

    Ich sehe nicht, wie sich Demokratie und Kommunismus vertragen sollen?

    Solange die Mitgliedschaft freiwillig ist, geht das durchaus. Ansonsten hast Du aber völlig recht, denn Demokratie heißt, daß wenigstens ein paar Kommunisten überstimmt werden und ihr Bedürfnis, nicht überstimmt zu werden, von der kommunistischen Gesellschaft dann nicht mehr befriedigt werden kann. Und – poff – ist er weg, der Kommunismus.

    Bei immateriellen Beduerfnissen dachte ich nicht an Spiritualitaet, sondern an psychische Beduerfnisse. Warum z.B. sind Diaeten, Light-Produkte usw. ein solch riesiger Markt? Hier geht es doch nicht darum, etwas “haben” zu wollen, sondern etwas “sein” zu wollen.

    Aber auch das sind legitime Wünsche. Eine etwas füllige Jungkommunistin möchte vielleicht aussehen wie irgendsoeine magersüchtige Germany’s Next TopModel-Schlampe. Da muß sich der Kommunismus natürlich auch etwas einfallen lassen.

    Die Befriedigung sexueller Beduerfnisse durch das Benutzen einer Ware “Mensch” vertraegt sich doch schlecht mit dem Anspruch des Kommunismus, dass kein Mensch “Ware” sein muss?!

    Dieser Anspruch verträgt sich aber schlecht mit seinem anderen Anspruch, das es nämlich heißt „jedem nach seinen Bedürfnissen“. Das ist ja genau das was ich meine: Es gibt IMMER einen Widerspruch zwischen Angebot und Nachfrage, den es aber nicht geben darf, soll der Kommunismus funktionieren.

  95. @ lebowski

    In Ordnung! Wenn ich meine letzten 5 Arztbesuche so Revue passieren lasse, komme ich zu der Schlussfolgerung, dass der gesellschaftliche Nutzen von Müllmännern größer ist.

    Das sagst Du nur, weil Du den Müllmann noch nicht am Operationstisch gesehen hast.

  96. @ Analytics

    Paul, nebenbei ich habe doch den nächsten Mitarbeiter des Monats-Titel so gut wie in der Tasche? ;)

    Aber nur, wenn Du Deine Antworten nicht in kleine Häppchen splittest. Sonst wirst Du pauschal abgerechnet. ;-)

  97. @ C.P.

    Weshalb postet niemand den nahe liegenden Gedanken, dass Bedürfnisse nicht frei flottieren, sondern präformiert sein könnten?

    Interessant. Woran erkennt man das denn? Und wer erkennt das? Ich spüre da irgendwie einen Hauch Umerziehungslager und Wahrheitsministerium.

    Viel “Adorno”, viel “Ideologie” – aber keine Erwähnung der simpelsten aller ideologiekritischen Theoreme:

    “Rien faire comme une bête, auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen, »sein, sonst nichts, ohne alle weitere Bestimmung und Erfüllung« könnte an Stelle von Prozeß, Tun, Erfüllen treten und so wahrhaft das Versprechen der dialektischen Logik einlösen, in ihren Ursprung zu münden. Keiner unter den abstrakten Begriffen kommt der erfüllten Utopie näher als der vom ewigen Frieden.”

    Sofern alle Arbeit von Maschinen gemacht wird, muß tatsächlich niemand mehr was tun. Bis dahin führt diese Haltung aber nur deswegen zum ewigen Frieden, weil dann alle verhungert sind, bevor sie die entsprechenden Maschinen bauen können.

  98. Reine Taktik, mein Alter, reine Taktik. ;)
    Und ich geh Frühstücken. Man sieht sich bald…

  99. @ C.P.

    Das Argument ist völlig absurd. Kein Mensch, der einigermaßen beieinander ist, wird anderen Menschen im Zerebrum herumpfuschen wollen, sei’s aus Gaudi oder Fürsorge, weder im Kapitalismus, noch sonstwo.

    Der Hirnchirurg ist das Extrembeispiel. Aber Atomkraftwerkstechniker beispielsweise reicht voll aus, um noch weit größeren Schaden anzurichten.

    […] In keinem Kommentar taucht der Trikont auf. Ichselbst bin vollkommen d’accord, was die These vom Umschlag in die Barbarei im Zuge einer Revolution betrifft. Das kann aber doch nicht bedeuten, existentielles Leid, wie es Hunger beispielsweise doch nun einmal darstellen dürfte, einfach zu ignorieren.

    Und das kommt noch erschwerend hinzu! Denn wenn der Kommunismus bisher irgendwo versagt hat, dann auf dem Gebiet der Hungerbekämpfung. Und damit meine ich jetzt nicht mal die künstlichen Hungersnöte zur Ausrottung imaginärer Feinde, sondern nur die der bloßen Unfähigkeit und der ideologischen Verblendung geschuldeten.

    Und wenn ich mir die mit dem Bilderverbot begründete Weigerung anschaue, darzulegen, wie man das beim nächsten Mal besser machen könnte, dann habe ich weder den Eindruck, daß das ein Zufall war noch daß sich da in einem zukünftigen Kommunismus etwas wesentliches dran ändern würde.

    Falls ich mich irren sollte, nur zu, ich freue mich auf konkrete Vorschläge, wie das Bedürfnis nichts zu tun und das Bedürfnis etwas zu essen miteinander in Einklang gebracht werden können.

  100. @ C.P.

    Offensichtlich tendiert der Kapitalismus, entgegen lalibertines etwas merkwürdiger Behauptung, ja gerade nicht dazu, Wohlstand zu globalisieren.

    Und ob er das tut! Wenn man sich die Entwicklung Asiens anschaut und sie mit der Entwicklung Afrikas vergleicht, dan fällt ganz klar auf, daß überall da, wo die III. Welt vor allem Industriegüter relativ frei exportieren konnte, der Wohlstand weit stärker stieg als da, wo dies – wie mit Agrargütern – wegen des Protektionismus nicht möglich war.

    Als ich ein Kind war, war Indien beim Thema „Teller leer essen“ noch auf einer Stufe mit Biafra, also ungefähr das, was heute eigentlich Nordkorea sein müßte. Inzwischen ist es ein Wirtschaftsgigant, der zunehmend als aufstrebender Konkurrent wahrgenommen wird statt als Kinderschreck.

    Die Armut in den abgehängten Weltregionen liegt nicht primär an korrupt-faschistoiden Diktatoren, nicht ist dafür die Rentierhaftigkeit bodenschatzreicher Staaten zuallererst verantwortlich.

    Das sind beides Faktoren, aber für die Armut sind primär die mangelnde Teilhabe am Welthandel verantwortlich, nicht ein Übermaß davon. Dumm ist, daß Freihandel für Diktaturen deren Herrschaft stabilisiert. Und damit sind sie indirekt doch wieder schuld, weil Freihandel erst nach deren Sturz Sinn macht.

  101. @ C.P.

    Das alles ändert nichts daran, dass der Kapitalismus kein Instrument ist, allen Menschen Reichtum zu verschaffen.

    Also bisher gibt es kein besseres. Und sei es nur, weil es sich hinter dem Bilderverbot versteckt.

  102. @Paul
    „Interessant. Woran erkennt man das denn? Und wer erkennt das? Ich spüre da irgendwie einen Hauch Umerziehungslager und Wahrheitsministerium.“
    Das lässt sich empirisch naturgemäß nicht erkennen, nicht positiv dingfest machen, umgekehrt lässt es sich aber ebenso nicht beweisen, das jedes Bedürfnis gesellschaftsunabhängig entwickelt sein soll. Das berührt eben das Thema „Ideologie“, das hier noch gar nicht recht aufgegriffen wurde, bzw. nur in einem prä-kritischen Sinn, insofern damit entweder die Realisierbarkeitsproblemchen von Utopien gemeint sind oder gleich faschistischer Irrsinn. Ideologie fängt aber viel früher an und zieht sich durch diverse Ebenen. Dass ein Ding ein Preis haben müsse, treffender: dass der Preis eines Dinges seinen Wert widerspiegele, der dem Ding irgend inhärent sei – dies ist Ideologie. Stichwort „Warenfetisch“, ich bitte da mal nachzulesen. Eine prima Einführung in den Ideologiebegriff bietet Terry Eagleton.
    Dass z.B. das Bedürfnis eines Waffen-maniacs bspw. als Mischung aus Angst, überbordendem Selbsterhaltungtrieb und libidinöser Fehlbesetzung möglicherweise (!) in einer anderen Gesellschaft verschwinde, ich denke, das kann sich noch der unkreativiste Zeitgenosse wenigstens vorstellen.
    Dass gleichfalls das allseitige Bedürfnis nach sedierenden Drogen in einer Gesellschaft verschwände, die dem Einzelnen die nötige Ruhe böte, ich denke, die Möglichkeit (muss ja gar nicht sein! darüber nachdenken könnte man aber, ohne sofort in Abwehrreflexe zu verfallen) bewegt sich durchauch noch im unpathologischen Denkhorizont; dass weiters andersrum das Bedürfnis nach uppern möglicherweise (!) nicht mehr vorhanden wäre, weil die Interaktionen zwischen Mensch und Mensch hier, zwischen Mensch und Natur dort keine exzessiven Leistungssteigerungen verlangt, auch diesen Gedanken halte ich nicht für krankhaft.
    Für tatsächlich nahe am praktizierten Irrsinn halte ich dagegen den Wunsch, eine F-14 zu befinden und noch weit mehr, eine F-14 zu besitzen, weil Tom Cruise sie geflogen hat. Da muss man auch keine „Umerziehungslager“ bemühen. Zarte Versuche der Entidiologisierung können auch anders aussehen: Indem ich z.B. überprüfe, ob ich wie ein Bekloppter den ganzen Tag PS3 zocken muss, oder ob es nicht Alternativen gibt.
    Um Attacken gleich vorzubeugen: Das Problem liegt freilich nicht im Reichtum. Es soll nicht zurück gehen zur Substistenz – Reichtum für alle, das wäre die Losung, die umzusetzen aber die Marktwirtschaft schlechterdings nicht im Stande ist, mit Verlaub.
    Auf Pauls andere Einwende werde ich später eingehen, man hat ja zu arbeiten. ;)

  103. TWA in Ehren, aber das klingt eher nach Esoterik. Ok, keine F-14. Eine 747 wäre auch nett.
    Das mit Tom Cruise war Polemik, war das so unvorhersehbar.
    Das mit dem Preis… Ja, alles schön und gut. Ich gehe hier mit TWA überein, dass das soweit gehen kann, den Wert eines Menschen bestimmen zu wollen. Dennoch Warenfetisch hin, Warenfetisch her. So etwas wie das Euthanesieprogramm des NS ist z.b. in den USA unmöglich und dort herrscht ein noch größerer Fetisch als hier. Anscheinend wissen die Amerikaner besser, wann man welche Grenze nicht überschreiten sollte. Sicherlich auch dort gibt es Morde an Beeinträchtigten. Aber ein staatliches Programm wird das dort nie, weil wenn der Zentralstaat soweit vordringt bricht die Union eh außeinander. Darüberhinaus sind dort die Bürger bewaffnet und werden im Zweifelsfalle sich und ihre Lieben zu verteidigen wissen. Nenn mich ruhig einen Waffenfetischisten, aber SA-Horden lassen sich Notfalls durch ein gut plaziertes MG aufhalten.

  104. Paul, vergib mir, wenn ich wieder in Salve poste. Ich tick halt doch wie eine M16A2. ;)

    AAbber: „ich z.B. überprüfe, ob ich wie ein Bekloppter den ganzen Tag PS3 zocken muss, oder ob es nicht Alternativen gibt.“
    Was ist wenn ich das aber mag und das nur noch tun will. Mein ganzes Leben lang. Das klingt tatsächlich nach Paradies. Pizza, Bier ( eher Coke, hasse Bier ) und haufenweise gute Shooter. Keine Arbeit, keine Schule. Action!

  105. Paul:
    „Wenn ich etwas ausschließe, lege ich aber bereits etwas fest. Kein Privateigentum? Kein Problem. Also keine Investitionen mehr. Armut, Elend, Hungersnot, das volle Programm. Wie, doch noch Investitionen? Von wem denn? Von irgendjemand anders? Wer ist das denn genau? Kann man vorher nicht sagen? Ok, bis es gesagt wurde, keine Investitionen mehr. Also Armut, Elend, Hungersnot. Und spätestens dann muß irgendwer KONKRETE Alternativen nennen. Sonst hat sich’s mangels überlebender Kandidaten ausgekommunistet, bevor es überhaupt angefangen hat.“

    Du argumentierst systemimmanent und somit ideologisch. Investitionen – im kap. Sinne – sind im Kapitalismus selbstverstaendlich notwendig, ist ohne sie ja keine Kapitalakkumulation möglich.
    Jedoch stellt sich die Frage ob nach erreichen der hinreichenden Produktionskraft, wenn also nicht mehr länger der Mensch arbeitet sonder die Maschine dies noch möglich, oder gar nötig ist.

    Die Produktionskraftentwicklung wird, bisher jedenfalls, vom Kapitalismus mit höchster geschwindigkeit vorangetrieben. Ich finde das super, da ich Computer, Autos und Tiefkühlpizzen eindeutig feuchten Erdhöhlen vorziehe.
    Ich fordere ja auch nicht JETZT SOFORT eine „Kommunistische Weltrevolution“ (ausser wenn ich betrunken bin), sondern sage viel mehr, dass man sich gedanken machen solle was passiert wenn die Produktivkraftentwicklung nicht mehr in der Form weitergeht wie bisher, da sie ein hinreichendes Niveau erreicht hat.
    Des weitern will ich natürlich auch noch anmerken, dass je weniger menschliche Arbeit tatsächlich für die Produktion von Waren verwendet wird die Kapitalakkumulation verlangsamt wird -> tendenzieller Fall der Profitrate.
    Diese Tendenzen könnten zu einer positiven Überwindung der kapitalistischen Ideologie führen, und damit auch mit dem Warenfetisch brechen, oder aber in die Barbarei zurückfallen.

    Das Problem des Trikonts könnte durchaus durch die „Westiche Welt“ gelindert werden, was auch zur demokratisierung und kapitalisierung beitragen würde. Meineserachtens wird dieses Problem zu stiefmütterlich behandelt. Und nein, ich denke dass es nicht nur das USMC richten kann, obwohl es wahrscheinlich nötige Vorarbeit leisten könnte.

    P.S.:
    Analytics schrieb:
    „hasse Bier“

    Damit hast du dich natürlich selbst disqualifiziert ;)

  106. @ C.P.

    Ideologie fängt aber viel früher an und zieht sich durch diverse Ebenen. Dass ein Ding ein Preis haben müsse, treffender: dass der Preis eines Dinges seinen Wert widerspiegele, der dem Ding irgend inhärent sei – dies ist Ideologie.

    Sofern der Kommunismus die Existenz jeglicher Ideologie verhindern will, hat er aber einiges zu verbieten. Und clever ist das auch nicht, denn sofern es auch nur an einem Gut einen Mangel gibt – und mit meiner Ferrarisammlung schaffe ich den notfalls sogar im Alleingang – wird die Verteilung des jeweiligen Guts irgendwie zu regeln sein. Und den Leuten, die dann keinen kriegen, wird man überzeugend erklären müssen, warum. Und spätestens da bist Du wieder bei der Ideologie.

    […] Dass z.B. das Bedürfnis eines Waffen-maniacs bspw. als Mischung aus Angst, überbordendem Selbsterhaltungtrieb und libidinöser Fehlbesetzung möglicherweise (!) in einer anderen Gesellschaft verschwinde, ich denke, das kann sich noch der unkreativiste Zeitgenosse wenigstens vorstellen.

    Irgendwann wäre das durchaus denkbar. Aber wie geht man mit den Betreffenden in der Anfangszeit vor, wo sie noch nicht ausgestorben sind? Es gibt nun mal Leute, die noch von der früheren Zeit geprägt wurden. ist das dann trotz Schlaraffenland noch kein Kapitalismus? Braucht der Kommunismus also doch den neuen Menschen? Muß man Pnomh Penh also tatsächlich erst räumen?

    Dass gleichfalls das allseitige Bedürfnis nach sedierenden Drogen in einer Gesellschaft verschwände, die dem Einzelnen die nötige Ruhe böte, ich denke, die Möglichkeit (muss ja gar nicht sein! darüber nachdenken könnte man aber, ohne sofort in Abwehrreflexe zu verfallen) bewegt sich durchauch noch im unpathologischen Denkhorizont; dass weiters andersrum das Bedürfnis nach uppern möglicherweise (!) nicht mehr vorhanden wäre, weil die Interaktionen zwischen Mensch und Mensch hier, zwischen Mensch und Natur dort keine exzessiven Leistungssteigerungen verlangt, auch diesen Gedanken halte ich nicht für krankhaft.

    Das mag ja alles sein, aber was wenn es nicht so kommt? Wird der Kommunismus dann mangels gegeigneten Menschenmaterials eingestellt? Was wenn ein Kommunist gerne Drogen nimmt oder Ballerspiele spielt, einfach weil es ihm Spaß macht? Kommt dann der Tugendterror, der Abweichung von der als richtig erachteten (von wem eigentlich?) Norm auf die eine oder andere Weise ausmerzt? So schön klingt das aber ehrlich gesagt bisher nicht.

    Für tatsächlich nahe am praktizierten Irrsinn halte ich dagegen den Wunsch, eine F-14 zu befinden und noch weit mehr, eine F-14 zu besitzen, weil Tom Cruise sie geflogen hat. Da muss man auch keine “Umerziehungslager” bemühen.

    Mag ja alles sein, aber wenn es nun mal sein Bedürfnis ist? Es gibt ja auch ein Recht auf Irrsinn. Hat Marx dann mit dem „jedem nach seinen Bedürfnissen“ geirrt? Und wenn jemand mangels Qualifikation seine private F-14 quer durch den nächsten Kindergarten landet, gilt sein Irrtum dann auch für „jeder nach seinen Fähigkeiten“? Oder gibt es irgendjemand, der die Fähigkeiten vernünftig organisiert und die Erlaubnis, von ihnen nach gewissen Regeln Gebrauch zu machen, zuteilt?

    Zarte Versuche der Entidiologisierung können auch anders aussehen: Indem ich z.B. überprüfe, ob ich wie ein Bekloppter den ganzen Tag PS3 zocken muss, oder ob es nicht Alternativen gibt.

    Kann man überprüfen. Der eine wird zu diesem Ergebnis kommen, der nächste zu jenem. Beide sind aber Kommunisten, die wollen daß man ihre Bedürfnisse nicht nur respektiert, sondern auch erfüllt, und sich dabei mit Fug und Recht auf den alten Charlie berufen können.

    Um Attacken gleich vorzubeugen: Das Problem liegt freilich nicht im Reichtum. Es soll nicht zurück gehen zur Substistenz – Reichtum für alle, das wäre die Losung, die umzusetzen aber die Marktwirtschaft schlechterdings nicht im Stande ist, mit Verlaub.

    Aber sie ist bisher besser als jede Alternative im der Lage, diesem Ziel nahezukommen. Diesbezügliche Versuche der Kommunisten endeten immer irgendwo zwischen Mangelwirtschaft und Hungersnot. Aber das ist hier sogar egal, denn am Ende muß ohnehin der totale Überfluß an allem und jedem für die gesamte Menschheit stehen, sonst hat Marx hinsichtlich der Bedürfniserfüllung im Kommunismus völligen Mist geredet.

    Auf Pauls andere Einwende werde ich später eingehen, man hat ja zu arbeiten. ;)

    Noch sind wir ja im Kapitalismus, da will ich derlei Vorwände noch mal gelten lassen. ;-)

  107. @ dajak

    Du argumentierst systemimmanent und somit ideologisch. Investitionen – im kap. Sinne – sind im Kapitalismus selbstverstaendlich notwendig, ist ohne sie ja keine Kapitalakkumulation möglich.

    Also wenn Du eine neue große Lackieranlage anschaffen mußt, um meine Ferraris zu vergolden, muß die ja irgendwo her kommen. Wie Du das verrechnest und ob Du das dann Investition nennst ist mir wurst. Tatsache ist, dafür werden Resourcen gebraucht und irgendjemand muß sie erstens der Produktion der Lackieranlage zuteilen und zweitens die Anlage selbst Deiner Ferrari-Fabrik. Diese Fabrik wiederum wird irgendjemand gehören. Kein Privateigentum, is klar. Aber wem gehört sie dann? Allen Menschen? Allen Beschäftigten? Den Ferrari-Fahrern? Irgendwer muß ja derartige Entscheidungsbefugnisse haben.

    Jedoch stellt sich die Frage ob nach erreichen der hinreichenden Produktionskraft, wenn also nicht mehr länger der Mensch arbeitet sonder die Maschine dies noch möglich, oder gar nötig ist.

    Gut, dann könnte die Entscheidung theoretisch tatsächlich sogar ein Computer treffen. Aber, und jetzt spiele ich mal ein erstes As aus, die Erde ist auch im Kommunismus immer noch in ihrem Umfang begrenzt und kreist weiterhin um die Sonne. Daraus ergeben sich gewisse Folgen für Menge und Beschaffenheit der verfügbaren Rohstoffe, die zwar inzwischen von Maschinen hergestellt werden, aber immer noch – oder deswegen sogar noch stärker – nicht unendlich vorhanden sind.

    Was wenn – ich wage jetzt einfach mal eine ganz kühne These – der Wunsch nach 15 Ferraris, davon je einer in Gold und Platin, schon bei wenigen Millionen Menschen (also nur 1 Promille der Weltbevölkerung, und der Anteil der Idioten ist nachweislich bereits deutlich größer), die verfügbare Menge an den benötigten Rohstoffen übersteigt? Sollte das am Ende gar heißen, daß auch bei perfekter Arbeitsorganisation auch im Kommunismus eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bestehen könnte? Und falls ja, wie wird die gelöst?

    Die Produktionskraftentwicklung wird, bisher jedenfalls, vom Kapitalismus mit höchster geschwindigkeit vorangetrieben. Ich finde das super, da ich Computer, Autos und Tiefkühlpizzen eindeutig feuchten Erdhöhlen vorziehe.

    Ok, das beruhigt mich ein wenig.

    Ich fordere ja auch nicht JETZT SOFORT eine “Kommunistische Weltrevolution” (ausser wenn ich betrunken bin), sondern sage viel mehr, dass man sich gedanken machen solle was passiert wenn die Produktivkraftentwicklung nicht mehr in der Form weitergeht wie bisher, da sie ein hinreichendes Niveau erreicht hat.

    Ok, diese Frage stelle ich mit diesem Artikel ja auch, und wenn es tasächlich so weit kommen sollte, ist er wohl da, der Kommunismus. Aber bis dahin, also wo es noch etwas zu verbessern gibt, und das dürfte grob geschätzt die nächsten Zillionen Jahre weiter der Fall sein, brauchen wir den Kapitalismus, sofern die Kommunisten nicht vorher doch noch überraschend mit ein paar konkreten Vorschlägen rüberkommen, wie sie den Kapitalismus nicht nur verbessern, sondern vor Erreichen dieses Zustands durch etwas besseres ersetzen können.

    Des weitern will ich natürlich auch noch anmerken, dass je weniger menschliche Arbeit tatsächlich für die Produktion von Waren verwendet wird die Kapitalakkumulation verlangsamt wird -> tendenzieller Fall der Profitrate.

    Was macht ein Kapitalist eigentlich bisher mit seinem Profit? Legt er ihn in einen Geldspeicher oder investiert er ihn irgendwo, um noch reicher zu werden? Denn nur die wenigsten Kapitalisten – und gewiß nicht die erfolgreicheren unter ihnen – dürften ja so blöd sein, ihr mühsam zusammengerafftes Geld einem Hersteller überteuerter italienischer Sportwagen für vergoldete Sondermodelle in den Rachen zu werfen.

    Diese Tendenzen könnten zu einer positiven Überwindung der kapitalistischen Ideologie führen, und damit auch mit dem Warenfetisch brechen, oder aber in die Barbarei zurückfallen.

    Wieso sollte das der Fall sein?

    Das Problem des Trikonts könnte durchaus durch die “Westiche Welt” gelindert werden, was auch zur demokratisierung und kapitalisierung beitragen würde.

    Andersherum wird ein Schuh draus: Die Demokratisierung und Kapitalisierung durch die westliche Welt würde die Probleme des Trikonts lindern. Denn bei allen Problemen die es dort gibt, der Teil des Trikonts, der demokratisch und kapitalistisch ist steht immer noch weit besser da als der, der es nicht ist.

    Meineserachtens wird dieses Problem zu stiefmütterlich behandelt.

    Das ist zweifellos richtig. Aber von allen, und von den meisten mehr als von den Kapitalisten.

    Und nein, ich denke dass es nicht nur das USMC richten kann, obwohl es wahrscheinlich nötige Vorarbeit leisten könnte.

    Das USMC hätte nur den kleinsten Teil daran zu tun. Vorausgesetzt die anderen machen ihren Job.

  108. Pizza Margarita vom Türken nebenan, Resistance 2 auf dem HD-Fernseher, ne Coke classic. Der Abend läuft geil. Gleich noch Battlestar Galactica um 11e und der Abend ist perfekt. Capitalism roolz. ;)

  109. @ Analytics

    Wobei das natürlich nur möglich ist, weil irgendwo jemand lebt, der sich all das nie wird leisten können. Insoweit ist die kommunistische Kritik am Kapitalismus also sogar berechtigt. Nur haben die Kommunisten selber auch keine Idee, wie man den Wohlstand ohne Senkung der Produktivkraft besser verteilen, geschweige denn die Marx’schen Verheißungen einer Welt ohne Mangel realisieren kann.

  110. „Nur haben die Kommunisten selber auch keine Idee, wie man den Wohlstand ohne Senkung der Produktivkraft besser verteilen, geschweige denn die Marx’schen Verheißungen einer Welt ohne Mangel realisieren kann.“ Was nicht immer so bleiben muss. :)

  111. @ Analytics

    Dazu im Laufe des Wochenendes mehr. Ich hätte da noch ein paar fragen. Stay tuned!

  112. Hab dir ein paar youtube videos gesandt. Got it?

  113. @ Analytics

    Danke! Aber wenn ich nicht dazu komme, in mein Postfach zu schauen, hab ich eh keine Zeit, die Mails abzuarbeiten. evtl heute abend, mal schauen. Ich lösche Deine Mail-Hinweise aber hier mal, damit sie nicht die Kommentarstaistik verfälschen.

  114. Mach das, Mann. Irgendwie alles ruhig hier. Vllt. wird es ja heute Abend besser. Hoffe es. :S

  115. […] Nachdem wir jetzt alle unseren Spaß hatten und ungestört von der tristen Realität darüber debattieren konnten, inwieweit sich die Tapetenfarbe eines theoretisch denkbaren Luftschlosses schon vor dem Bau von […]

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