Hart, aber gerecht(s)


Poilitically Incorrect schlägt jetzt auch international Wellen. Angesichts der braunen Soße, die dort im Rahmen der megapeinlichen Dauerberieselung mit Pro(köln)paganda seit langem hin- und herschwappt, hat Charles Johnson über PI ein vernichtendes Urteil gesprochen:

The pro-fascist German website pi-news.net

Dort nimmt man natürlich prompt übel, weil Pro Köln ja mit Nazis nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, sondern sich nur um die Ängste besorgter Bürger kümmert. Womit wir immerhin wissen, was man sich bei PI & Co. so alles unter freiheitlich-demokratisch vorstellt.

~ von Paul13 - Montag, 27. April 2009.

48 Antworten to “Hart, aber gerecht(s)”

  1. Noch 2007 hatte man LGF in den Himmel gehoben. Als die aber dann kritische Worte über Fjordman verloren, waren sie bei PI und anderen Blogs unten durch.

    Schon damals wusste man, wohin die Reise geht. Und spätestens dann dämmerte es mir auch.

    Dabei hatte es einmal ganz anders angefangen….

  2. Ich kann nicht alles, was bei LFG abgeht, gutheissen. Charles hat offensichtlich Probleme damit, Fehler zuzugeben. Bei der angeblichen Verbeugung Bushs vor dem saudischen Koenige hat er wider die Blogettikette so getan, als habe er von Anfang an realisiert, dass Bush sich beugte, damit der Koenig ihm einen Orden umhaengen kann. Auch bei der Auseinandersetzung mit Robert Spence ist er nicht ganz ehrlich. Gegenueber pro-Koeln verwendet er schmierige Taktiken. Das heisst nicht, dass Charles in der Sache notwendig Unrecht hat, aber Vorsicht scheint mir angebracht.

  3. Bei der angeblichen Verbeugung Bushs vor dem saudischen Koenige

    Habe ich da was verpasst?

  4. Hi beer7. Was für einen Unterschied macht es, ob sich Busch verbeugt, um einen Orden zu akzeptieren, oder aus falsch verstandener Höflichkeit einem islamistischen Herrscher gegenüber? Vielleicht hat er es nicht kapiert, aber ist das wichtig? Ich finde es nur anständig bei aller Kritik an Obamas unterwürfigem Verhalten gegenüber den Saudis zuzugeben, dass auch Bush (obendrein nicht nur in dieser Szene) hier Schwächen zeigte.

    Was genau empfindest du als schmierig bei der Kampagne gegen pro-Köln? Soweit ich es verstehe, folgert er aus der persönlichen Vernetzung pro-Kölns mit anderen „faschistischen“ Gruppierungen in Europa, dass auch pro-Köln „faschistisch“ sei – ist das soweit hergeholt?

  5. Simon,

    es geht ueberhaupt nicht um Bush, Obama und das Haus Saud. Es geht darum, dass Charles einen ganz harmlosen Fluechtigkeitsfehler gemacht hat, wie er jedem passieren kann, und das nicht zugeben konnte.

    Schmierig ist von der gesamten Buchliste auf der Webseite von Rouhs genau einen Titel zu nehmen, den Amerikaner nicht leicht einordnen koennen und das als Beweis dafuer praesentiert, es handle sich um Nazis.

    http://littlegreenfootballs.com/article/33481_Pro_Koln_Organizers_Nazi_Merchandise

    Offensichtlich hat Charles spaeter einen zweiten Titel hinzugefuegt, wieder ohne kenntlich zu machen, dass es sich um eine spaetere Aenderung handelt. Ich mache keine Screenshots, kann also nicht beweisen, dass er seine Texte nachtraeglich aendert, um Fehler zu vertuschen, aber mein Gedaechtnis ist intakt und ich bin nicht die einzige, der es auffaellt.

    Das ist keine saubere Argumentation.

    Ich fuerchte, Charles ist sein Ruhm zu Kopfe gestiegen. Das tut mir leid, weil sein Blog sehr lange sehr wichtig war und immer noch viel mehr beitragen koennte.

  6. Das Problem ist, dass Johnson überall Faschismus feststellt, dazu aber Verbindungen konstruiert, die so nicht in Ordnung sind. Wenn man sich ansieht, wen er inzwischen alles als Faschisten und Neonazis klassifiziert, dann kann man nur den Kopf schütteln. Wenn man sieht, wie viel Unsinn ihm schon nachgewiesen wurde, ohne dass er seine Behauptungen korrigierte, dann kann einem schlecht werden. Und wenn man sich ansieht, wie er mit Leuten umgeht, die versuchten ihn auf seine Fehler hinzuweisen, dann kann man dem Mann nur attestieren, dass er sie nicht mehr alle hat. (Und das völlig unabhängig davon, was man von ProKöln und PI hält.)
    Das dollste an der Sache ist, dass inzwischen Islamisten in den USA (CAIR) genüsslich LGF als Beleg für ihre eigene Hetze benutzen – und jedesmal, wenn Spencer ihn darauf aufmerksam macht, wird Johnson schlimmer und giftet heftiger. Es ist zum Kotzen.

  7. Welchen Flüchtigkeitsfehler? Den mit den gefaketen Bildhintergrund? Den hat er doch zugegeben. Ich glaube auch, dass er Fehler begeht – zum Beispiel ist das Golo Mann Buch auf der Liste ja wohl nicht neonazistisch oder revisionistisch. Aber auf der Bücherliste sind einige Hämmer, die nicht mit der angeblichen Israelfreundlichkeit Rouhs in Einklang zu bringen sind. Unter anderem sind in der Liste auch die Verschwörungstheorien von Bülows zu finden. Wenn Charles das kapieren würde, hätte er wohl das als Beispiel genannt. Einen weiteren Artikel hinzuzufügen halte ich für legitim, einen zu löschen ohne diese Änderung kenntlich zu machen wäre illegitim. Ich finde das Wort Nazi oder Faschist hier auch nicht angebracht, aber diese Herren sind wohl mit rechtsradikal korrekt beschrieben. Sie stehen rechts der Jungen Freiheit und es tut der anti-islamistischen Bewegung nicht gut, die Abgrenzung an den rechten Rand verwischen zu lassen (wie es wohl Ziel der JF ist). Charles versucht mit der Holzhammermethode genau dies zu verhindern und Spencer und andere die entweder weniger Skrupel haben oder zumindest weniger sensibel für die „Feinheiten“ europäischer Politik sind, haben das Nachsehen.

    Die Grenzen zwischen legitimen und illegitimen Positionen der Leute um PI sind fließend. Broder ist so weit ich verstehe beispielsweise nicht bereit, sich grundsätzlich von PI zu distanzieren. Broder sieht auch in Wilders einen Helden, während Charles ihn wegen seiner Forderung, den Koran verbieten zu lassen, inzwischen teilweise kritisch sieht. Ich finde: sehr zu Recht. Auch dumme und anstößige Ideologien sollten veröffentlicht werden dürfen.

    Spencer sollte endlich klipp und klar sagen, dass er mit pro-Köln nichts zu tun hat und Spencer und Johnson sollten mal einen Heben gehen. Das würde vielleicht so einiges klären.

  8. Aber während Spencer immer wieder zeigt, dass er zu Kommunikation bereit ist, erweist sich Johnson als absolut faktenresistent und ist zu nichts bereit, außer der eigenen Heiligsprechung… :(

  9. Simon,

    der Fluechtigkeitsfehler, den ich meine, war, dass er beim ersten Betrachten das Neigen Bushs bei der Ordensverleihung als Verbeugung bei einer Begruessung eingeordnet hat. Mir ging es nicht anders. Umso weniger Schwierigkeiten sollte jemand haben, hinterher zu sagen: „Das habe ich erst im falschen Kontext gesehen, aber es macht so oder so keinen grossen Unterschied“. Stattdessen aenderte Charles den Eintrag dahingehend, als habe er immer schon gemerkt, dass Bush einen Orden bekommt. Wie gesagt, habe ich keinen Screenshot, Du kannst mir also glauben oder auch nicht.

    Ich habe auch so meine Bauchschmerzen bei PI etc. In einem langen Kommentarstrang bei Manfreds Korrektheiten nachzulesen. Im Endeffekt kann ich aber auch die Entscheidung und Begruendung von Manfred, warum er sich nicht distanziert, akzeptieren. Im Gegenzug kann er meine andere Haltung ebenfalls respektieren. Bei Charles habe ich den Eindruck, dass ihm sein Ego inzwischen wichtiger ist als die gemeinsame Sache.

    „Reinheit der Ideologie“ kann auch uebel missbraucht werden, wie uns die Geschichte mehr als einmal vorgefuehrt hat.

  10. לKannst du verlinken in welchem Kommentarstrang das war? Ich hab zu dem Thema nur das hier gefunden, aber da kommentierst du nicht, oder? Danke für den Hinweis übrigens: kannte diesen Blog noch nicht.

  11. @ Beer7

    Niemand gibt gerne Fehler zu. Der eine tut’s vielleicht souveräner, der andere weniger, aber das ist letztlich absolute B-Note, wobei die Frage ist, ob es sich bei der Tatsache, daß ein Ausländer nicht sämtliche Flaggen jeder lächerlichen deutschen Kiezmiliz parat hat, wirklich um einen Fehler handelt.

    In der Sache jedenfalls hat Charles Johnson völlig recht, und nur darum geht es letztlich. Das Pro-Köln-Führungspersonal ist ein dubioser Haufen, und Rouhs ist kein harmloser Verleger, dem zufällig mal ein falscher Artikel ins Sortiment gerutscht ist, sondern ein Rechtsradikaler wie aus dem Bilder- bzw. Liederbuch.

    Ich gestehe dir aber ebenso wie Johnson bei der Flaggenparade auf dem Foto zu, nicht den politischen Werdegang jedes dahergelaufenen deutschen Lokalpolitikers kennen zu müssen, deshalb zitiere ich mich ausnahmsweise mal selbst:

    Rouhs hingegen ist nicht das unschuldige Opfer, bei dem immer nur gerade dummerweise die falschen Leute durchs Bild laufen. Und damit sind jetzt gar nicht mal die guten Beziehungen von “Pro Köln” zu den einschlägig Bekannten wie der österreichischen FPÖ oder dem belgischen “Vlaams Belang” gemeint. Denn Rouhs politischer Werdegang ist nicht der eines harmlosen konservativen Biedermann(i)s, der in der Jugend vielleicht mal ein paar Dummheiten gemacht hat, für die er sich heute schämt, sondern sozusagen ein Best Of Rechtsradikal, welches wohl nur die wenigsten Größen der Szene vorweisen können. Vor “Pro Köln” führte ihn sein gesellschaftliches Engament nämlich nicht, wie man nach der Lektüre von Kewils Text annehmen möchte, über Pfadfinder, Heilsarmee und Arbeiterwohlfahrt, sondern über NPD, “Republikaner” und die “Deutsche Liga für Volk und Heimat”. Wenn das nicht rechts ist, was dann?

    https://nbfs.wordpress.com/2007/06/20/islamhasser-auf-abwegen/

    Wer den Kampf gegen die religiöse Rechte gewinnen will, sollte sich dafür nicht die nationale Rechte als Verbündete suchen, sonst gibt’s am Ende eine böse Überraschung. Und es ist ausgesprochen schön, daß gerade ein Amerikaner dem ach so „proamerikanischen“ PI mal die Leviten liest.

  12. Vorsicht, da muß man aufpassen. Es könnte sich nämlich durchaus um einen gemäßigten Nazi handeln. ;-)

    http://debatte.welt.de/weblogs/4881/boess+in+berlin/126322/gemaessigte+nazis?req=RSS

  13. Hallo Simon,

    der Link ist hier http://www.korrektheiten.com/2008/11/05/linke-und-rechte-islamkritik/#comments

    Habe selber eine Weile gebraucht, um ihn wieder zu finden.

  14. Wenn in einem Film Vergleiche mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich und der (mehr als überfälligen) Kritik an Pro Köln gezogen werden, muss man nicht mehr groß diskutieren.

    PI hat diesen Film extrabreit veröffentlicht und ihn nicht rausgenommen:
    http://www.pi-news.net/2009/03/deutscher-fitna-jetzt-online/

    Mich wundert, dass darauf kein Bezug genommen wird, stattdessen aber auf einen handwerklichen Fehler von LGF.

    Wer so etwas unkommentiert lässt muss sich die Frage stellen lassen, wie er es mit den Rechtsaußen wirklich hält.

    Dabei ist dieser Film ja keine Ausnahme…so nach dem Motto, die Autoren könnten nichts für die Kommentare.

    Da kann ich nur lachen.

  15. zum Beisicht-Foto:

    Hier der Foto-Link, der beweist, dass LGF auf einen Bluff hereingefallen ist – also für das Foto nicht verantwortlich ist:

    http://patriotischesforumsueddeutschland.wordpress.com/2008/10/02/markus-beisicht-pro-nrw-islamisierung-bekampfen/

    Das Foto ist von Politisch Korrekt eingestellt worden, also einer Webseite, die auch nicht unbedingt den Ruf genießt, isarelfreundlich zu sein.

    In diesem Fall würde ich sagen, dass es der (fotografischen) Wahrheit entspricht, soweit wir das beurteilen können. Alles spricht dafür, dass es stimmt – sowohl die Hintegrundfarbe als auch die Gesamtkonzeption des Fotos. Auch die fotografisch-dimensionalen Abstände zwischen Vorder- und Hintergrund. Das ist aber meine persönliche Einschätzung als (ehemaliger) Fachmann, der sich mit grafischer Verarbeitung befasst hat.

  16. @ Bernd Dahlenburg

    Ganz genau! Ich hätte das auch nicht als manipuliert erkannt. Und wenn ich es gepostet hätte, würde ich es auch nicht gerne sehen, wenn man mir dann eine Fälschung unterstellt hätte. Und wenn man sieht, daß bei den MSM manchmal komplett falsche Fotos ausgewählt werden, ist das noch verzeihlicher.

    Wenn man die weitere Diskussion verfolgt, sieht man auch, daß PI selbst sämtliche Vorwürfe hinsichtlich der Ausrichtung nach rechtsaußen bestätigt. Sonst würden sie nicht mit weiterer Pro-Köln-Propaganda nachlegen und das Lob der „Jungen Freiheit“ empört zurückweisen statt voller Stolz damit hausieren zu gehen:

    http://www.pi-news.net/2009/04/pi-korrektiv-zu-den-mainstream-medien/

  17. Das Foto ist von Politisch Korrekt eingestellt worden, also einer Webseite, die auch nicht unbedingt den Ruf genießt, isarelfreundlich zu sein.
    Ursprünglich stammt das Foto wohl von einer linken Watchblog Seite („pro Gelsenkirchen“), die PafoSued-Nazis haben’s direkt verlinkt.

    Find’s übrigens recht bedenklich, in welcher Art und Weise hier mancher Kommentator Johnson ob dessen Artikeln angeht, zumal vor dem Hintergrund, daß Robert Spencer beim Ausbleiben selbiger mit einiger Wahrscheinlichkeit am 9.Mai vor dem faschistischen Elendshaufen von pro-Köln gesprochen hätte.

  18. Fuer mein Teil habe ich kein Problem mit den Inhalten von LGF, aber mit dem Stil. Ich erlebe, dass Charles weniger abweichende Meinungen zulaesst und schaerfer (und teilweise auch ungerecht) gegen Andersdenkende vorgeht. Ich wuerde mir wuensche, dass der Blog wieder mehr zum Pluralismus zurueckkehrt.

  19. Bernd,

    Du meinst ja wohl nicht im Ernst, dass ich Sympathien mit Rechtsaussen entwickle!

    Es ging mir keine Sekunde um PI, sondern um den Stil bei LFG, wobei ich ein junges Beispiel zur Illustration verwendet habe.

    Auch an Dich die Bitte: Etwas pluralistischer ist manchmal gut, die Reinheit der Lehre hat auch ihre Schattenseiten.

  20. #Beer7

    Bernd,

    Du meinst ja wohl nicht im Ernst, dass ich Sympathien mit Rechtsaussen entwickle!

    Es ging mir keine Sekunde um PI, sondern um den Stil bei LFG, wobei ich ein junges Beispiel zur Illustration verwendet habe.

    Auch an Dich die Bitte: Etwas pluralistischer ist manchmal gut, die Reinheit der Lehre hat auch ihre Schattenseiten.

    beer7 schrieb dies am Donnerstag, 30. April 2009 um 7:32
    —————–

    Was sollte mehr Anlass zur Kritik geben – der Stil von LGF oder die mangelnde Distanz von PI zu Rechtsextremen?

    Exakt darum geht es.

    Um die Gewichtung der Themen geht’s mir. Und das ist Einiges aus dem Gleichgewicht geraten, wenn ich mir die Diskussion in der Blogoshäre ansehe.

  21. „Ich erlebe, dass Charles weniger abweichende Meinungen zulaesst und schaerfer (und teilweise auch ungerecht) gegen Andersdenkende vorgeht.“
    Ist schließlich sein Blog, in welchen er wohl nicht wenig investiert hat, also kann er auch die Spielregeln festlegen.
    Und wie’s ausschaut, hat er halt – vielleicht aus Erfahrung – wenig Lust auf Diskussionen mit Kreationisten, Trooferfreaks, Ron Paul-Fans oder den Apologeten europäischer Rechtsradikaler. Mag sein, daß er bei dem einen oder anderen zu rigoros durchgreift, aber es ist halt sein Blog und persönlich ist mir seine Vorgehensweise lieber, als unter pluralistischen Vorzeichen noch den größten Unsinn qua Diskussion zur legitimen Meinung zu veredeln.

  22. Gegenkritik,

    Natuerlich ist das sein Blog und er kann es damit halten, wie er will. Trotzdem haette ich ihn lieber etwas gelassener.

    Bernd,

    ich lese PI nie (mehr), LFG aber regelmaessig, daher kann ich mich zu ersteren nicht auessern, zu letzeren aber wohl. Ich sehe auch nicht ganz ein, dass ich erst eine Liste abarbeiten muss, bevor ich eine Meinung abgeben darf.

  23. Robert Spencer vom Jihad Watch leistet wichtige Arbeit. Soll das alles den Bach heruntergehen, weil er und Charles Johnson miteinander streiten? PI ist fuer Charles kein Thema an sich, sondern ein Argument in dieser Auseinandersetzung.

  24. Daß die Gelassenheit angesichts der Gehässigkeit und Boshaftigkeit, die Johnson entgegenschlug (vor allem von Seiten Gellers) auch schon mal leidet, ist so unverständlich nicht.
    Weshalb sollte sich LGF auch näher mit PI auseinandersetzen? Herre und seine Gang sind ob ihrer Sympathien für und Nähe zu deutschtümelnden Rechtsradikalen wie pro-Köln zwar unappetitlich, aber in der politischen Landschaft Deutschlands schlicht unbedeutend; es sind deren erklärte Gegner, die Islamfreunde allerorten, welche die politische Hegemonie innehaben.
    Wenn allerdings Spencer, der sich selbst reputabel dünkt, mit solchen Leuten wie PI gemein macht, dann liefert er höchstselbst Johnson das Argument, denn dieser lag mit seiner Einschätzung, PI sei eine „pro-fascist German website“ vollauf richtig.

  25. Atlas Shrugged von Pamela Geller lese ich auch nicht, muss also passen.

    Macht sich Spencer wirklich mit PI gemein? Ich lese widerstreitende Behauptungen und bin nicht bereit, irgendjemanden nur auf’s Wort zu glauben, auch Charles nicht.

    Wenn der Fall PI so eindeutig ist, dann braucht es doch das Verdikt von Charles gar nicht.

  26. Der Kontakt von Spencer zu pro-Köln wurde mit ziemlicher Sicherheit via PI hergestellt: die pro-Köln-Führungsriege ist doch viel zu provinziell und auf ihr Köln(-Ehrenfeld) fixiert, als daß sich ein Kontakt zu JihadWatch ergeben hätte. Lustigerweise brachte PI die Meldung, daß Geller – und eventuell Spencer – nach Köln kämen, fast einen halben Tag vor pro-Köln. Das spricht Bände.

    Im übrigen war Spencers Rumgedruckse nach der ganzen Chose schlicht peinlich. Es ist für jeden ersichtlich, aus welchem Milieu Rouhs und Entourage kommen und auf JihadWatch wird weiter fleißig eine Entschuldigung pro-Kölns betrieben, unter Zuhilfenahme plumpester Argumentationsmuster: Rouhs‘ NS-Propaganda – Marschmusik der HJ und ähnlich feine Sachen – sei deshalb vollkommen unbedenklich, weil bekanntermaßen in der BRD solche unter Strafe stehe, Rouhs‘ Internetladen aber nicht verboten sei. Zudem böte Rouhs auch Literatur von Michael Moore und Norman Finkelstein (einem Juden!) an, könne deshalb also auch kein Nazi sein.

    Diese ganze Apologetik ist schlicht erbärmlich, denn es ist kaum vorstellbar, daß Spencer nicht weiß, daß Nazis gerne USA-Hasser wie Moore oder Alibijuden wie Finkelstein als Kronzeugen zitieren.

  27. @beer7

    da bin ich vielleicht falsch verstanden worden; und dir will ich auch nicht am Zeug flicken. Warum auch?

    Mir geht es lediglich darum, dass Leute, die PI’s Koalition mir Pro Köln kritiklos hinnehmen, sich vorher überlegen sollten, warum sie LGF (übermäßig) kritisieren.

    Das meinte ich mit Einiges aus dem Gleichgewicht geraten.

  28. Gegenkritik,

    so wie Du es beschreibst, ist Spencer entweder anfaenglich auf ein abgekartetes Spiel hereingefallen oder hielt es fuer besser, gute Miene zum boesen Spiel zu machen, um nicht zusaetzlich Aufmerksamkeit darauf zu lenken. In diesem Fall waere der Schuss dann nach hinten losgegangen.

    Kann durchaus sein, dass auch Spencer ungern Fehler zugibt und manchmal zu forsch formuliert, den Eindruck hatte ich auch schon. Das ist aber alles nicht dasselbe, wie sich mit Neonazis gemein zu machen. Der Vorwurf erscheint mir ebenso polemisch und falch wie der umgekehrte Vorwurf an Johnson, er mache sich mit CAIR gemein.

    Es ist ein Trauerspiel, dass sich diese beiden wichtigen Blogger in den Haaren liegen. Von den Spaenen profitieren vor allem diejenigen, denen wir wirklich keinen Nutzen goennen!

  29. Bei Robert West im American Thinker habe ich folgende Ueberlegungen gefunden:

    „I believe that we have too often viewed the small demonstrations and media antics of radicals to be silly and pointless exercises with little practical effect. Conservatives must now realize the important role that these groups and activities play in our political system. Rather than being pointless exercises, these events serve as springboards for media coverage, even when the events are relatively small and ideas seem far from mainstream. In fact, these events sometimes seem most effective when they involve extreme views, because they garner media attention and get people thinking and talking.“

    Ihm geht es um Opposition zu Obamas Politik und als Beispiel bringt er den Irakkrieg und wie sich hohe US-Unterstuetzung allmaehlich in Ablehnung verwandelte.

    Vielleicht sollte man sich das auch in Deutschland mal durch den Kopf gehen lassen. Wenn ich richtig verstehe, dann besteht die Erwartung umgekehrt: Widerstand gegen einen Moscheenbau ist bedenklich, weil damit noch extremeren Ideen der Weg bereitet wird. Aber vielleicht hat West Recht, dass die Rezeption nicht stets in Richtung der Extreme geht, sondern dass solche Events die Aufmerksamkeit auf Probleme lenken, die daraufhin in einer dem mainstream besser entsprechenden Weise behandelt werden koennen.

  30. Aeh, da waere noch der Link:
    http://www.americanthinker.com/2009/04/this_is_not_working.html

  31. Kleiner Nachtrag:

    Politisch Korrekt ist im Kern auch antisemitisch, obwohl der Betreiber noch so oft abstreiten will.

    Aber nicht nur er, sondern auch viele in seiner Entourage. Man sehe sich das Kommentarforum an.

    Er bedient sich (antiisraelisch-) antisemitischer Quellen und „verkauft“ sie als israelkritisch. Zum Beispiel hat er kein Problem, mir gegenüber gestandene Antisemiten wie Alfred Grosser, Uri Avnery, Norman Paech und Gideon Levy als Belege für seine krude Nahost-Konstruktion anzubieten, obwohl er von dem Sujet null Ahnung hat (Von PI versteht er etwas, das ist es aber dann schon).

    Ich habe ihm darauf einmal geantwortet:
    http://castollux.blogspot.com/2008/12/pk-politisch-korrekt-und-unheilbar.html

    Mir gegenüber hat er sich sogar dagegen verwehrt, dass ich ihn als antizionistisch bezeichne (und das war noch zurückhaltend). Dabei wäre das noch ein Kompliment für ihn.

    Selbst das ist für ihn ein Affront, obwohl er Antisemiten zitiert.

    Wenn PK nicht antisemitisch ist bin ich der Kaiser von China.

    Vielleicht ist Dietmar auch nur ein wenig naiv….

    …..meine ich sogar wohlwollend…

  32. beer7,

    Nein, Spencer ist nicht reingefallen im Sinne einer arglistigen Täuschung, vielmehr ist das die Konsequenz aus seiner zunehmenden Distanzlosigkeit zu europäischen Rechtsaußenparteien (Vlaams Belang, Sverigedemokraterna u.a.).
    Was den Moscheebau angeht: es ist eben nicht so, daß pro-Köln und Anhang diesen ablehnen, weil ihnen auch nur irgendetwas am Schicksal der dort Zugerichteten (zuvörderst also der Mädchen) läge und sie die Praxis des realen Islam als zutiefst abscheulich durchschaut hätten: die Moschee dient nur als Aufhänger zur deutschtümelnd aufgeladenen Agitation gegen diejenigen, die nicht dazugehören sollen.

    Bernd,

    Über PK ist wohl alles gesagt. Gegenüber diesem eingefleischten Israelhasser und Apologeten noch der übelsten Regime und Diktaturen wirkt PI wie ein Hort der Aufklärung.
    Aktuell hetzt dieser Widerling gegen das Pärchen aus Duisburg, dessen in der Wohnung aufgehängte Israelfahnen Anfang Januar von der Polizei heruntergerissen worden waren (der Vorfall dürfte allen noch in Erinnerung sein). Weil ein Untersuchungsbericht der Polizei zum Ergebnis kam, daß die Beamten vollkommen rechtmäßig vorgegangen wären, tritt Näher noch einmal nach und behauptet, kritisieren müsse man nicht die Polizei, die schließlich nur einem „Antideutschen“ („Judenfreund“ traut Kryptonazi Näher sich noch nicht zu sagen) berechtigterweise die Tür eingetreten hat, immerhin hatte dieser Volksschädling vor hunderten von Nähers islamischen Gesinnungskameraden eine Israelfahne gehisst.

    Bei solcher Kumpanei mit Islamnazis und unverhohlenem Antisemitismus hilft keine Kritik mehr, sondern nur noch die Woody Allen-Methode, möglichst mitten ins Gesicht.

  33. @ Gegenkritik

    Das ist ein wichtiger Aspekt! Den Machern von Pro-Köln geht es gar nicht um Religionskritik, sondern das ist bloß klassische Fremdenfeindlichkeit in neuem Gewand.

    In ihren hellsichtigeren Momenten merkt das sogar die Kommentarmeute bei PI, wo man Pro-Köln dann gerade kritisiert, weil deren Islamkritk nur aufgesetzt sei.

  34. @Ruth

    yi>Über PK ist wohl alles gesagt. Gegenüber diesem eingefleischten Israelhasser und Apologeten noch der übelsten Regime und Diktaturen wirkt PI wie ein Hort der Aufklärung.

    Genau dagegen will ich mich verwehren, dass man PI im Vergleich zu „PK“ als das kleinere Übel sieht. Für mich sind beide gleich gefährlich.

    Wir wissen doch, dass die Geseelschaft niemals nur von einem Rand bedroht wird, sondern von beiden. Dass sie vom rechten Rand weniger bedroht sein soll, wie PI suggerieren will, ist ein schlechter Witz.

  35. „Dass sie vom rechten Rand weniger bedroht sein soll, wie PI suggerieren will, ist ein schlechter Witz.“

    Gratuliere! Also eine noch gestörtere Realitätwahrnehmung wie die Junge Welt, das ist dann schon Championsleague:

    http://www.jungewelt.de/2009/05-02/023.php

  36. […] sich PI bemüssigt fühlt, ProKöln zu verteidigen (hierzu NBFS), enthüllt Gudrun Eussner[1]: Der Initiator der beiden Anti-Islamisierungskongresse in Köln ist […]

  37. Paul,

    Mit Religionskritik hat pro-Köln in der Tat gar nichts zu schaffen, im Gegenteil: wenn „der Islam“ fernab von Kölle-Ihrafeld und deutschen Landen Menschen zurichtet, dürfte das den Herren Rouhs, Beisicht usw. ziemlich egal sein.

    Bernd,

    Typen wie Näher bedrohen diese Gesellschaft nicht, sie bilden ihre Grundlage.

  38. @adnan
    “Dass sie vom rechten Rand weniger bedroht sein soll, wie PI suggerieren will, ist ein schlechter Witz.”
    Gratuliere! Also eine noch gestörtere Realitätwahrnehmung wie die Junge Welt, das ist dann schon Championsleague:
    http://www.jungewelt.de/2009/05-02/023.php
    Adnan schrieb dies am Samstag, 2. Mai 2009 um 6:18

    ————–
    Auch ein schlehter Witz: Mich mit dem Standpunkt der Jungen Welt in Beziehung zu setzen.

    Aber ich habe mich mittlerweile schon daran gewöhnt, zwischen allen Stühlen zu sitzen, weil ich mich gegen totalititäre Haltungen an beiden Rändern stelle.

    Es ist ja so einfach – nich wahr, Adnan? – einfach nur Schubladen aufzumachen und sich dann für eine sichere seite zu entscheiden.

    @gegenstimme: Du schreibst:
    Typen wie Näher bedrohen diese Gesellschaft nicht, sie bilden ihre Grundlage.

    Ich meine schon auch , dass sie keine direkte Bedrohung darstellen; da gebe ich dir Recht. Aber gerade weil sie die Grundlage dieser Gesellschaft darstellen, sind sie eine indirekte Gefahr, da sie den Politischen Islam unterschätzen bzw. ihm bereitwillig die Firewall öffnen, um mal ins Bild zu kommen.

    Die (viele) Linke muss sich erst noch emanzipieren, was Islamkritik betrifft. Alex hat das in Jungle World einmal ganz hervorragend beschrieben. Es trifft genau meinen Standpunkt:
    http://jungle-world.com/artikel/2007/38/20354.html

  39. Bernd,

    Gegenkritik, bitte schön! Sonst hagelt’s nachher noch Beschwerden von den Rush Limbaugh-Fans. ;-)

    Alex hat mit seiner Kritik der deutschen Linken vollkommen recht, allerdings hat diese Linke in weiten Bereichen ja eine Avantgardefunktion für den Rest der Gesellschaft, und einer wie Näher gehört ja nun nicht zu den Vordenkern der radikalen Linken, sondern zum von dieser beeinflussten gesellschaftlichen Mainstream, was auch daran ersichtlich ist, daß seine Positionen gegen Israel und für den Islam in Deutschland weithin mehrheitsfähig sind.

  40. Oh entschuldige ;-)

    was hat mich da geritten…

    Vollkommen einverstanden mit deiner Antwort.

  41. Gegenkritik,

    ich bin etwas ueberrascht, dass Du der radikalen Linken eine Avantgardefunktion zugestehst.

    Als ich vorsichtig ueberlegte, ob die radikale Rechte zumindest in manchen Fragen ebenfalls einen Vorstoss leisten koennte, von der die Gesellschaft profitieren wuerde, dann ist das anscheinend nicht diskussionswuerdig?

  42. Mit Zugeständnissen hat das nichts zu tun, sondern nur mit Benennung des Sachverhalts. Daß mir diese Avantgardefunktion ein Gräuel ist und ein generelles Verschwinden der deutschen Linken wünschenswert wäre, geht doch eigentlich aus meinem Kommentar hervor.

  43. Nein, das war mir aus dem Kommentar nicht klar. Also, Du bist gegen Extreme aller politischer Couleur?

  44. Naja, eine totalitarismustheoretische „Schlimme Extremisten von links und rechts bedrohen unsere prinzipiell gute deutsche Gesellschaft“-Einstellung würde ich mir sicher nicht zu eigen machen.
    So ärgerlich pro-Köln ist, bleiben sie eben, wie erwähnt, eine winzige Minderheit, wohingegen die linke Mehrheit in diesem Land – die publizistisch vom ND und der jungen Welt über taz bis Sueddeutsche hin zur ZEIT reicht und zu der auch so abscheuliche Gestalten wie Dietmar Näher gehören – ein lohnenderes Objekt der Kritik abgibt.

  45. @beer7

    Nein, das war mir aus dem Kommentar nicht klar. Also, Du bist gegen Extreme aller politischer Couleur?

    ——–

    Ich misch‘ mich mal wieder ein.

    Ja. Ohne Wenn und Aber.

    Da gibt es auch keine noch so gearteten Sympathien für die eie oder andere Äußerung aus dieser oder jener totalitären Ecke, nur weil deren Gegner hin und wieder auch mein Gegner ist.

    Manche Christen machen aber immer wieder den Fehler, dass sie sich in Fragen Islamkritik aus dem Fundus der Rechtsextremen bedienen bzw. keine Scheu haben, mit ihnen zusammenzuarbeiten und deren Ansichten, die weit über die Islamkritik hinausgehen und auf eine Gewaltherrschaft abzielen, tolerieren oder aus purer Naivität schlicht übersehen.

  46. @ gegenkritik

    Ich würd’s mal so formulieren: Die Linksextremen haben zwar mehr Einfluß auf die Gesellschaft insgesamt, aber die Rechtsextremen sind in der Regel für Leib und Leben des einzelnen gefährlicher. Die wirken halt auf unterschiedlichen Ebenen.

  47. Paul,
    Ja, zumindest in unmittelbaren, konkreten Situationen, was jeder bestätigen kann, der mal mit freundlichen Mitgliedern von „Kameradschaften“ oder anderen Nazirackets physischen Kontakt hatte.
    Allerdings beschränkt das Problem sich doch hauptsächlich auf einige ostzonale Landstriche, die von der Zivilisation unberührt vor sich hin welken.
    Die linke Mehrheitsgesellschaft hingegen kann in der Abgrenzung zu Nazis und Rechtsextremen sich als wiedergutgewordene Volksgemeinschaft konstituieren: man hat ja todesmutig die Machtübernahme durch pro-Köln verhindert und bewiesen, daß man aus der Geschichte gelernt hat. Derartiger Einsatz berechtigt dann auch zur beliebten „Israelkritik“, die von den in meinem vorherigen Kommentar aufgezählten Zeitungen ja auch bis zum Erbrechen exerziert wird; und wenn ein linker Nationaler Sozialist und Vordenker wie Oskar Lafontaine von den Gemeinsamkeiten zwischen Islam und linker Politik schwadroniert, dann ist das Ausbleiben einer lauteren Kritik schon bedenklich.

  48. […] 4. http://gegenkritik.wordpress.com/200…lly-incorrect/ 5. https://nbfs.wordpress.com/2009/04/27…aber-gerechts/ 6. http://zmag.de/artikel/201ebusiness-…ufs-maul-hauen 7. http://www.wadinet.de/blog/?p=505 […]

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