Wenn UNO-Spieler pokern wollen


Drei Stunden lang tagte der Uno-Sicherheitsrat wegen des nordkoreanischen Raketenstarts – ohne Erfolg: Das Gremium ist gespalten.

[…] Eine Dringlichkeitssitzung ging ohne Ergebnis zu Ende. Die Mitglieder konnten sich noch nicht mal auf eine Ächtung einigen, die in solchen Fällen üblich ist.

Diplomaten zufolge gab es Widerstand von China, Russland, Libyen und Vietnam.

OK, liebe Verteidiger einer von der UNO durchgesetzten Weltordnung, dann laßt mal hören, welche Reformvorschläge Euch jetzt gerade so durch den Kopf gehen. Als Verfechter des diktatorengestützten multilateralismus habt Ihr ja sicher noch das eine oder andere As im Ärmel, um der Welt die Vorteile gruppendynamischer Sitzungen bei Vorfällen wie diesem nahebringen zu können.

Wohlgemerkt, es handelt sich hier nicht um das große Megahammersanktionspaket, das wenigstens eine theoretische Chance gehabt hätte, in Pjöngjang auch nur wahrgenommen zu werden, geschweige denn ein wie auch immer geartetes militärisches Vorgehen gegen eine Bedrohung der globalen Sicherheit, sondern um eine schlichte und folgenlose, rein symbolische Unmutsbekundung.

Also Karten auf den Tisch! Nicht daß der Verdacht aufkommt, Ihr hättet gar keine in der Hand, obwohl Ihr permanent mitbietet.

~ von Paul13 - Montag, 6. April 2009.

26 Antworten to “Wenn UNO-Spieler pokern wollen”

  1. @ Paul

    Dazu passt in gewisser Weise der unfreiwillige Humor dieser Meldung:
    „Der Korea-Experte der American University in Washington, Peter Beck, erklärte, die Festnahme der Journalistinnen könnte für die Regierungen in Washington und Pjöngjang ein Anlass sein, sich an einen Tisch zu setzen und miteinander zu reden.“

    http://www.welt.de/politik/article3477432/Nordkorea-will-verhaftete-Journalistinnen-anklagen.html

    What’s next? Lesen wir bald Meldungen wie „Nach dem Anspucken bedankte sich der US-Delegationsleiter für das Reichen einer Erfrischung“?

    Was deinen Artikel betrifft: Dass die UNO-Diplomaten nicht nur kein As, sondern nicht einmal eine Karo 7 in der Hinterhand haben, versteht sich von selbst. Man könnte allerdings noch erwähnen, dass es mit den Strategien irgendwelcher inzwischen nur noch theoretisch denkbarer Unilateralisten gegenüber der Atommacht Nordkorea auch nicht wirklich zum besten steht. Kein Plan, alle miteinander. Weitere überflüssige Bemerkungen zum brandgefährlichen, weil unwiderbringlichen Ausstatten (lassen) von Diktaturen mit dem großen, roten Power-Knopf spare ich mir. Sie erklären sich von selbst.

  2. Wenn wir bei Wahrheit und Klarheit sind:
    „Die beiden Frauen hatten im Auftrag des US-Kabelsenders Current TV eine Geschichte über nordkoreanische Flüchtlinge recherchiert, als sie am Grenzfluss Tumen festgenommen wurden. Nordkorea wirft ihnen illegalen Grenzübertritt vor.“

    Irgendwie wehrt sich jeder Staat gegen illegale Grenzübertritte und wenn man sich die Grenze zwischen USA und Mexiko anschaut auch die USA.

  3. @ Paul

    Obama wird gegen Nordkorea ziemlich genau so viel unternehmen wie sein Vorgänger – nämlich nichts. Denn alles, was über freundliche Gespräche hinausgeht würde einen Konsens der Anrainer erfordern, den es nicht gibt. Und Ressourcen, die er nicht hat bzw. gerade woanders benötigt. Du erinnerst Dich: Irak, Afghanistan, Pakistan, Weltwirtschaftskrise. Ist das so schwer? – Nix mehr Neocon auf dieser Welt …

  4. Ja ja die UN so handlungsfaehig und so eine wichtige Institution.
    Da wird der „Weltfrieden“ geregelt und ueberhaupt……
    Leider werden dort immer noch tagtaeglich meine Steuergelder verschwendet.

  5. Denn alles, was über freundliche Gespräche hinausgeht würde einen Konsens der Anrainer erfordern, den es nicht gibt.

    Da hast Du ausnahmsweise sogar mal nicht ganz unrecht. Aber man könnte den Anrainern ja mal klar machen, daß der Preis, den sie für die Unterstützung von Kims GULag-Hölle zu zahlen haben, um ein vielfaches höher liegt als alles, was ihne das je einbringen wird.

  6. Es wäre interessant, das weiter auszuführen. Wie hoch ist denn dieser Preis?

  7. Die Schutzmächte der diversen Schurkenstaaten sind glücklicherweise ja – noch, muß man leider sagen – mehr von uns abhängig als umgekehrt. Mit politischem Druck wie einem kleinen Empfang des Dalai Lama im Weißen Haus, oder nötigenfalls auch durch einen kleinen Handelskrieg läßt sich da schon eine ganze Menge bewirken.

    Speziell im Falle Nordkoreas gibt es allerdings noch eine weitere Option, die China mehr als alles andere dazu veranlassen könnte, die schützende Hand über Kim Jong Il wegzuziehen und an einer schnellen Lösung des Problems mitzuarbeiten, nämlich die Förderung vergleichbarer Ambitionen bei Staaten, bei denen China das gar nicht gerne sehen würde.

    Dann haben die Chinesen die Wahl, Kim den Stecker rauszuziehen oder wenigstens jene gewähren zu lassen, die das für sie tun, oder aber mit Südkorea, dem dann auch noch international anerkannten Taiwan und vor allem dem Erzrivalen Japan ein paar wenig freundlich gesonnene Atommächte mehr in der Nachbarschaft zu haben.

    Dem Westen über Staaten wie dem Iran, Syrien oder Norkorea ein wenig ins Getriebe streuen mag ja ganz nett sein, aber wenn man weiß, daß man einen derartigen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Preis zu zahlen hat, dürften die nordkoreanischen Zahlen in der Kosten-Nutzen-Rechnung ziemlich schnell rot geschrieben werden.

  8. Nun ja. Also wenn ich mir die „Ein Land, zwei Systeme“-Eierei sämtlicher westlicher Staaten seit den 70er Jahren anschaue und dann gerade von Hillary höre, dass nichts, aber auch gar nichts die guten Beziehungen zu China stören soll, schon gar nicht Menschenrechtsfragen oder Tibet-Politik, dann kann es mit der alleinigen Abhängigkeit Chinas vom Westen doch nicht so weit her sein. Was einen Handelskrieg betrifft, der für Obama in Zeiten wie diesen selbstverständlich politischer Selbstmord wäre: Dass es ihn nicht gibt und geben kann, kann man nicht Obama anlasten. Sämtliche anderen Staaten, Deutschland und Frankreich voran, würden händereibend in die Bresche springen. Es gibt die von dir gewünschte internationale Solidarität nicht, und die Dikatatoren dieser Welt gehen kein besonderes Risiko ein, wenn sie bei ihren Untaten immer wieder auf diese verlässliche Karte setzen.

    Anders sieht die Sache mit einer atomaren Bewaffnung Japans aus. Diese würde, wie du richtig sagst, China sicher zu schaffen machen. Aber erst letztes Jahr hat Japans Regierung verlauten lassen, dass Japan niemals Atomwaffen besitzen werde und auf seine seit Jahrzehnten geltende, aus historischen Gründen praktizierte Anti-Nuklearwaffenpolitik verwiesen. Also solange sich daran nichts ändert, kann aus meiner Sicht niemand den Anrainern irgendwas klar machen.

  9. @ Paul

    „Dem Westen über Staaten wie dem Iran, Syrien oder Norkorea ein wenig ins Getriebe streuen mag ja ganz nett sein, aber wenn man weiß, daß man einen derartigen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Preis zu zahlen hat, dürften die nordkoreanischen Zahlen in der Kosten-Nutzen-Rechnung ziemlich schnell rot geschrieben werden.“

    Deine Paranoia in allen Ehren aber größenwahnsinnige Machtfantasien werden nicht dadurch besser, dass man den „Islamofaschismus“ durch „Asian Armageddon“ ersetzt. Gesetzt den Fall die USA würden auf die hirnrissige Idee kommen, Südkorea, Taiwan und – nachdem die Mehrheit der Bevölkerung ausgebürgert hat – Japan atomar zu bewaffnen und erstschlagfähig machen. Wen willst Du den damit erschrecken? Kim Jong Il? Das I net lach. Was könnte denn z.B.die südkoreanische Führung ihm androhen, was ihm die USA nicht schon seit fünfzig Jahren präziser, umfangreichere und endgültiger androhen könnten. Mit dem kleinen Unterschied, dass man den nordkoreanischen Streiutkräften vielleicht noch einen Gegenschlag gegen den südlichen Teil der Halbinsel zutrauen würde. Aber gegen das amerikanische Festland? Schwachsinn.

    Was die bösen Chinesen betrifft: was die von der nordkoreanischen Führung halten dürfte mittlerweile selbst in NeoCon-Kreisen bekannt sein. Aber die zumindest noch formal kommunistisch-maoistische Weltmacht kann nicht dem letzten kommunistischen Regime in Asien die Unterstützung völlig entziehen ohne das Gesicht zu verlieren. Und so etwas wird in Asien wesentlich genauer registriert als in Europa oder Nordamerika. Die Unterstützung Irans, Syrien durch China erfolgt auch nicht um die USA zu ärgern. Solche Spielchen hat der größte Gläubiger der USA (und Lateinamerikas und Afrikas) nicht nötig. Es geschieht schlicht um Einfluß in der wichtigsten Rohstoffregion der Welt in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren. Denn die Chinesen denken nicht in Wahlperioden.

    Conclusio: Obama hat andere Sorgen. Erwill mit den Russen ins Geschäft kommen, die NATO zusammenhalten und Amerikas Kriege beenden. Säbelrasseln in Chinas Hinterhof ist das Letzte, was er braucht.

  10. @ Chewey

    Nun ja. Also wenn ich mir die “Ein Land, zwei Systeme”-Eierei sämtlicher westlicher Staaten seit den 70er Jahren anschaue und dann gerade von Hillary höre, dass nichts, aber auch gar nichts die guten Beziehungen zu China stören soll, schon gar nicht Menschenrechtsfragen oder Tibet-Politik, dann kann es mit der alleinigen Abhängigkeit Chinas vom Westen doch nicht so weit her sein.

    Ich habe ja auch nicht von alleiniger Abhängigkeit gesprochen, sondern von „mehr […] als umgekehrt“. Das ist ein gehöriger Unterschied. Alleinig ist in der Weltwirtschaft nichts mehr. Aber es kommt immer noch auf den politischen Willen an, etwas zu tun oder zu unterlassen.

    Was einen Handelskrieg betrifft, der für Obama in Zeiten wie diesen selbstverständlich politischer Selbstmord wäre: Dass es ihn nicht gibt und geben kann, kann man nicht Obama anlasten.

    Der Witz ist, daß beispielweise gerade Strafzölle gegen China Obamas „America First“-Propaganda aus dem Wahlkampf sehr entgegenkommen würden, weil sie der teureren US-Konkurrenz helfen würde. Es wäre eher umgekehrt politischer Selbstmord, wenn er dann bei chinesischem Wohlverhalten in Sachen Nordkorea seinen Wählern sagen müßte „Ok, die Chinesen sind kooperativ, udn ohne ein nukleares Nordkorea können wir wieder weiter Eure Arbeitsplätze nach China verlagern.“

    Sämtliche anderen Staaten, Deutschland und Frankreich voran, würden händereibend in die Bresche springen. Es gibt die von dir gewünschte internationale Solidarität nicht, und die Dikatatoren dieser Welt gehen kein besonderes Risiko ein, wenn sie bei ihren Untaten immer wieder auf diese verlässliche Karte setzen.

    Da hast Du allerdings recht. Deswegen sage ich ja auch nicht, daß es so kommen wird, sondern daß der Westen es so machen sollte. Das wird er aber leider wohl nicht tun, und wir werden die Welt, die dann kommt, nicht wiedererkennen. Und in nicht allzuferner Zukunft wird man auch und gerade in diesen westlichen Staaten fragen, wieso man nur wegen ein paar temporärer wirtschaftlicher Nachteile dem Atomspuk der Schurkenstaaten damals, als es noch ging, ein Ende bereitet hat.

    Anders sieht die Sache mit einer atomaren Bewaffnung Japans aus. Diese würde, wie du richtig sagst, China sicher zu schaffen machen. Aber erst letztes Jahr hat Japans Regierung verlauten lassen, dass Japan niemals Atomwaffen besitzen werde und auf seine seit Jahrzehnten geltende, aus historischen Gründen praktizierte Anti-Nuklearwaffenpolitik verwiesen. Also solange sich daran nichts ändert, kann aus meiner Sicht niemand den Anrainern irgendwas klar machen.

    Die Haltung Japans würde sich ganz schnell ändern, wenn man den Japanern deutlich machen würde, daß man nicht bereit ist, Los Angeles für Tokio zu opfern. Wenn die USA wegen der mangelnden Unterstützung ihrer Freunde vor ihren Feinden kuschen müssen, dann können sie auch die Feinde zu Freunden erklären, neutral bleiben und mit allen wunderbar Geschäfte machen. Wenn Japan und Südkorea die Segnungen der chinesisch-nordkoreanischen Wohlstandsphäre dann ohne einen amerikanischen Atomschirm alleine ausbaden dürfen, haben die schneller die Bombe als Du „nukleare Proliferation“ sagen kannst.

  11. Es geht nicht darum, Japan und Südkorea die Erstschlagsfähigkeit zu verleihen, sondern die Zweitschlagsfähigkeit. Eine auf Armageddon abzielende Politik in Asien wird es schon deswegen nicht geben, weil erstens die islamistischen Fanatiker fehlen, die so was geil finden, und zweitens die Juden und Kreuzritter, die sich als Ziel eignen.

    So schwachsinnig die Idee eines nuklearen Gleichgewichts im Mittleren Osten ist, wo bestimmte Kreise den Tod nachweislich mehr lieben als das Leben, so gut wird es in Ostasien funktionieren, wo es primär um Machterhalt geht. Zumindest wenn man „gut“ mit einem ungestörten GULag-Betrieb gleichsetzt. Aber damit wirst Du ja sicher kein Problem haben.

  12. „Der Witz ist, daß beispielweise gerade Strafzölle gegen China Obamas “America First”-Propaganda aus dem Wahlkampf sehr entgegenkommen würden, weil sie der teureren US-Konkurrenz helfen würde.“

    Nanu!? Paul“Free Trade“13 reist auf dem Protektionismus-Ticket? Das war doch nur ein klein wenig argumentativ vergaloppiert, oder? Das nehme ich jetzt mal nicht ganz so wörtlich… ;-)

    „Wenn die USA wegen der mangelnden Unterstützung ihrer Freunde vor ihren Feinden kuschen müssen, dann können sie auch die Feinde zu Freunden erklären, neutral bleiben und mit allen wunderbar Geschäfte machen.“

    Da geht denke ich die Reise unter Obama auch zumindest teilweise hin.
    Dein ganzer letzter Absatz wäre als Diskussionsgrundlage superinteressant und eigentlich einen eigenen Artikel wert. Die mangelnde Unterstützung von Amerikas Freunden ist ein Fakt, der keines weiteren Beweises bedarf. Was ist Amerika seine Bündnisse noch wert, wenn es eh immer weitgehend allein die Drecksarbeit machen muss? Immerhin versuchen sie noch, die NATO beieinander zu halten. Warum? Weil sie offensichtlich der Auffassung sind, dass sie ein Problem wie bspw. Afghanistan nicht alleine stemmen können. Umgekehrt ist aber in der europäischen Bevölkerung die Auffassung weit verbreitet, dass das eigentlich ein US-Krieg sei und dass uns die Islamisten schon in Ruhe lassen werden, wenn wir ihnen nicht auf den Pelz rücken – natürlich ein fataler Irrtum, aber leider ebenfalls Fakt. Analog Russland, Iran etc.
    Es liegt sicher nicht im US-Interesse, wenn sich die Anzahl der Nuklear-Player massiv erhöht. Die Welt wird zum brennenden Pulverfass und Berechenbarkeit ist gar nicht mehr gegeben. Letztendlich führt das zu der Frage, ob sich die USA erlauben können, irgendwann „macht euren Scheiß alleine“ zu sagen. Ich fürchte nein, und deshalb sind sie inzwischen selbst von ihren eigenen Freunden erpressbar.

  13. Das ist nicht vergaloppiert. Liberal bin ich nicht gegenüber den bösen Jungs, im Gegenteil! „Free Trade for a free world!“ lautet die Parole, der Rest soll unter Sanktionen ächzen, das es nur so quietscht.

    Also innerhalb der freien, demokratischen Welt so viel Freihandel wie irgendmöglich, und gegenüber den Diktaturen Handelskrieg mit steigender Tendenz bei gleichzeitigem Angebot eines stufenweisen Abbaus der Zölle bei Vorlegen eines konkreten und verifizierbaren Demokratisierungsplans.

    Das würde die Attraktivität der Demokratie dramatisch erhöhen, und das auch noch ohne einen Schuß abzugeben. Sowas wäre sogar dann sinnvoll, wenn es gar kein Nordkorea gäbe. Nicht nur gegenüber China.

    Also her mit McCains „Liga der Demokratien“ und Steingarts Wirtschafts-NATO! Das bewirkt mehr als so manche Panzerdivision, so daß man die dann für die ganz schweren Fälle schonen kann.

  14. Okay, habe ich verstanden. Kommt noch etwas zu meinem 2. Teil?

  15. Da stimme ich in der pessimistischen Grundhaltung ja mit Dir überein. Nur was isolationistische Anwandlungen betrifft, die kann sich wohl niemand so gut leisten wie Amerika auf seiner abgelegenen Insel.

    Was die neuen Atommächte angeht, die würden die USA jedenfalls weit weniger stören als China, und damit sind sie ganz hervorragende „bargaining chips“, die zudem noch das US-Militär deutlich entlasten würden.

  16. @Klarsager
    „Irgendwie wehrt sich jeder Staat gegen illegale Grenzübertritte und wenn man sich die Grenze zwischen USA und Mexiko anschaut auch die USA.“

    Ach, lieber Klarsager, gehen denn die US-Grenzschützer auch einfach über die mexikanische Grenze um sich dort irgenjemanden zu greifen? Meine letzten Informationen waren das sich die Journalisten auf der chinesischen Seite des Grenzflusses aufhielten als sie von Nordkoreanern verhaftet wurden. Hast du andere Quellen?

  17. @ Paul

    „Also innerhalb der freien, demokratischen Welt so viel Freihandel wie irgendmöglich, und gegenüber den Diktaturen Handelskrieg mit steigender Tendenz bei gleichzeitigem Angebot eines stufenweisen Abbaus der Zölle bei Vorlegen eines konkreten und verifizierbaren Demokratisierungsplans. … Also her mit McCains “Liga der Demokratien” und Steingarts Wirtschafts-NATO! Das bewirkt mehr als so manche Panzerdivision, so daß man die dann für die ganz schweren Fälle schonen kann.“

    Über welche Welt reden wir? Zur Erinnerung: Obama ist jetzt knapp 3 Monate im Amt. Vorher war Dein Held dubya acht Jahre dran. In dieser Zeit hat sich der Außenhandel der USA so gestaltet:

    – der mit Abstand (ca. 25 % of total) größte Importeur in die USA ist die VR China

    – unter den 15 größten Ölllieferanten in die USA (ca. 90 % of total) finden wir solch bewährte Demokratien wie: Saudi-Arabien, Irak, Angola, Nigeria, Algerien, Kuwait, Rußland, Äquatorial-Guinea.

    – unter den größten ausländischen Gläubigern der USA ( US Treasury securities) finden sich folgende Staaten(gruppen): VR China / Hong Kong ca. 27 %, Ölexporteure Middle East ca. 6 %, Rußland 4 %

    – unter den größte Importeuren us-amerikanischer Rüstungsgüter finden sich folgende Staaten: Saudi-Arabien, Ägypten, Kuwait, Bahrein, Jordanien, Brunei, Oman. Allein diese Länder stehen für ca. 50 % aller Exporte von Waffen und Ausrüstung.

    Glaubst Du wirklich „corporate America“ wird auf diese schönen Deals verzichten, nur weil Dir das wichtig ist? Wovon träumst Du denn nachts?

  18. @ a new era

    Du wirst lachen, Bush hat auch meiner Meinung nach seinen Job in einigen Bereichen nicht besser gemacht als seine Vorgänger oder Nachfolger. Er hat ihn aber in ein paar ganz entscheidenden Punkten viel besser gemacht, und das zählt. Man kann nicht alles haben. Dazu müßte ich schon selber Präsident sein. ;-)

  19. Paul

    „Dazu müßte ich schon selber Präsident sein. ;-)“ Ich denke, dass uns dies erspart bleiben wird.

    Aber für die zukünftige Debatte auf NBFS: findest Du es nicht spannender darüber zu streiten was ist und was – wahrscheinlich oder möglicherweise – sein wird, als darüber, was Du gerne hättest, wenn ich Himmel gerade Jahrmarkt ist?

  20. „Ach, lieber Klarsager, gehen denn die US-Grenzschützer auch einfach über die mexikanische Grenze um sich dort irgenjemanden zu greifen? Meine letzten Informationen waren das sich die Journalisten auf der chinesischen Seite des Grenzflusses aufhielten als sie von Nordkoreanern verhaftet wurden. Hast du andere Quellen?“

    Das sie sich auf nordkoreanischem Gelände befunden hatten, steht in jeder Postille. Also mal raus mit der Meldung, wo sie plötzlich auf chinesischem Gebiet waren.
    Bloss zur Erinnerung: die Chinesen sind die letzten Verbündeten von Kim und er hat zwar nicht immer auf sie gehört, aber provozieren mit einer Operation auf ihrem Territorium wird er sie nicht. Also wenn Du wieder mal eine Ente aufliegst, dann solltest Du wenigstens etwas nachdenken!

  21. „Glaubst Du wirklich “corporate America” wird auf diese schönen Deals verzichten, nur weil Dir das wichtig ist? Wovon träumst Du denn nachts?“

    Vor allem: es ist immer wieder erstaunlich, dass Paulchen und seine Genossen über solch kleinen Details hinweg sehen. Denn sonst müsste es ihm schlecht werden, sind die Al Sauds doch die besten Freunde der Bushs und der frühere Washington-Repräsentant einer seiner besten Lehrer!!!
    Wenn also Paulchen mal weder was vom grossartigen Menschenfreund Bush berichten zu versucht, sollte ihm eigentlich der Kloss im Hals stecken bleiben, so viel Dreck wie der Mann am Stecken hat.
    Aber ich glaube, beim Zurechtlegen seiner Welt blendet Paulchen solche Dinge einfach aus. Sie wären zu schmerzhaft …

  22. […] Der UNO-Sicherheitsrat erweist sich als derselbe Bazar wie die Vollversammlung. Kommentiert von Paul13 auf No Blood for Sauerkraut. […]

  23. @ a new era

    Spannender ist es auf jeden Fall. Denn wenn ich mich nicht über Leute wie Dich aufregen kann, fehlt mir was. Was aber nichts dran ändert, daß DU Obama wolltest und ich Bush nachtrauere.

    Und deswegen kriegst Du Obamas Fehler jetzt um die Ohren gehauen, und das, was er wie Bush richtig macht, ebenso. Was Du bisher schon alles schlucken mußtest, war den Regierungswechsel in den USA jedenfalls fast schon wieder wert.

    Deswegen muß ich es auch noch mal zitieren, es ist einfach zu schön formuliert:

    „getting rid of Saddam“
    + „reducing violence“
    + „stabilizing the country“
    + „facilitating elections“
    + „extraordinary achievement“
    —————————–
    = „opportunity to stand on its own as a democratic country“

    Oder um es in einfachen Worten zusammenzufassen:

    Bush won, you lost.

    Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern – ein schöner Tag…

  24. Vor allem: es ist immer wieder erstaunlich, dass Paulchen und seine Genossen über solch kleinen Details hinweg sehen. Denn sonst müsste es ihm schlecht werden, sind die Al Sauds doch die besten Freunde der Bushs und der frühere Washington-Repräsentant einer seiner besten Lehrer!!!

    Laß mich raten: Du spielst bestimmt auf Bushs designierten nationalen Sicherheitsberater Chas Freeman mit seinen dubiosen Kontakten zu den Saudis und chinesischen Ölfirmen an, oder?

  25. @ paul

    Auch wenn ich weiß, dass Realität nur eine begrenzte Wirkung auf Dich hat:
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/7994657.stm
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/7991650.stm
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/7935802.stm

    Um es kurz zu machen: nichts ist entschieden, die Zukunft des Irak bleibt ungewiß, nur eines ist sicher: nach dem Abzug der amerikanischen Truppen wird der Bürgerkrieg weitergehen. Und um hier gar keine Lügen aufkommen zu lassen: dieser Krieg ist Bushs Krieg. Der sinnloseste Krieg, den die USA seit Vietnam geführt haben und so ziemlich der teuerste ever:
    http://icasualties.org/Iraq/index.aspx
    http://zfacts.com/p/447.html
    and counting …

  26. […] dieser Krieg ist Bushs Krieg.

    Stimmt und Obama sagt dazu: „That is an extraordinary achievement.”. Wie recht er hat.

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