No, we can’t (win that way)


Das Album mit den Diktatorenbildchen füllt sich zusehends. Doch Obamas Hoffnung, daß es irgendwann zu einem Posiealbum werden könnte, scheint auf absehbare Zeit enttäuscht zu werden. Bisher jedenfalls rutscht er auf den Schleimspuren, die er in die Herzen der Tyrannen zu legen versucht, immer wieder nur aus, und anstatt daß sie ihm aufhelfen und nette Widmungen wie „Yes you can!“ oder „Change (my regime)!“ reinschreiben, wird er von ihnen auch noch bespuckt und getreten:

China: Secretary of State Hillary Clinton (you know that gal married to the Saudi hireling) crawled to Beijing to tell the party bosses that human rights don’t matter. Our „relationship“ is more important than freedom and human dignity.

Beijing’s response? A staged military confrontation with an unarmed US Navy vessel; continued screw-America currency cheating; a renewed crackdown on dissidents and, yesterday, a call for a new global currency to replace the dollar.

Bad Guys – USA 1:0

[…] Iran: Obama tried to reach out, to talk. After all, talking got him to the White House. But America-bashing is what keeps Iran’s leaders in office, it’s their political essence. After 30 years of fierce hostility, hasn’t anyone figured out that the senior mullahs need us as an enemy? Without the Great Satan America to blame, they’d have some real explaining to do to their homies. So O got the left-hand finger.

Bad Guys – USA 2:0

He wanted to chat with the Taliban, too. They told him he could stick it where the sun don’t shine.

Bad Guys – USA 3:0

North Korea: Obama wanted a fresh start. North Korea’s response? Threats of war with South Korea and the kidnapping of two American journalists. And the renewed pursuit of weapons of mass destruction, along with rocket tests.

Bad Guys – USA 4:0

Cuba: Obama would like to liberalize our relationship. The Castro boys told him to kiss off. They need an enemy, too. (Dear Mr. President: It’s not always about us or how evil America is.)

Bad Guys – USA 5:0

Venezuela: Guess who else needs an enemy?

Bad Guys – USA 6:0

[…] Poland: Obama’s stance on our bravest ally on the European continent? The Russians are more important than you are. He’s sending the same message to Ukraine and Georgia.

Bad Guys – USA 7:0 (Eigentor)

Russia: Bolshie Biden, the commuting commissar, knows he’s the man who can turn Russia into our best pal. After „Friend of Bill“ Strobe Talbott tried and failed disastrously. And after poor W saw into Putin’s soul, only to get his butt handed to him. „Uncle Joe“ Biden has nothing to learn from past failures, though: He’s got a re-set button.

Moscow’s response to the Obama administration’s bid for a new start? It threatens NATO members it once occupied and continues to back Iran’s nuclear program. Plus, it bribes Kyrgystan to kick us off the critical-to-Afghanistan Manas airbase (then offers to help replace that supply lifeline, giving Russia a choke-hold on our troops).

Next, the Kremlin threatens massive re-armament and demands the abandonment of the dollar as the international reserve currency.

Obama’s response? Push that re-set button again. And again.

Bad Guys – USA 8:0.

Das ist wohlgemerkt der Stand nach nur den ersten zwei Monaten. 46 weitere folgen noch. Auch wenn Obama laut seinem Vize Biden derzeit nur ein bißchen getestet wird, ist das ganze aber kein Testspiel um die goldene Ananas, sondern ein WM-Viertelfinale ums nackte Überleben in einer gar nicht friedlichen Welt. Und wenn der Trainer so weitermacht, schafft sein Team das nächste mal nicht mal mehr die Vorrunde.

(Hat tip: S1IG)

~ von Paul13 - Samstag, 28. März 2009.

11 Antworten to “No, we can’t (win that way)”

  1. Klar wird Obama getestet. Er lädt ja geradezu dazu ein…Wird er irgendwann enttäuscht sein? Er ist ja nicht so dumm, dass er nicht merken würde, wie alle Bad Boys Oberwasser bekommen und ihn verarschen. Wie wird er dann reagieren? Wird er überreagieren? Wird er irgendwann wild entschlossen gegenüber dem Erstbesten Stärke beweisen wollen, um seinen Führungsanspruch (in seiner Partei, in den USA, in der westlichen Welt) zu untermauern?
    Selbst ein Clinton und ein Kennedy haben irgendwann die Bomber losgeschickt, um Menschen zu retten – oder das eigene Image…

  2. Dass China seine Muskeln spielen lässt, verwundert jetzt aber nicht wirklich, oder? Die Chinesen erwirtschaften das Geld, dass sich die Amis mittels Staatsanleihen leihen. Ich weiß jetzt nicht, wie sehr die USA bei China in der Kreide stecken, aber die Größenordnung dürfte im Billionen-Bereich liegen.
    Natürlich lässt man sich nur ungern von seinem größten Schuldner vorschreiben, was man zu tun hat.

  3. @ Paul

    Du kapierst es anscheinend nicht: Mc „Bush II“ Cain, der „a hundred years“ McCain wurde nicht gewählt. Weil er zu sehr an den letzten Trottel erinnerte und weil die USA nach 8 Jahren Bush andere Sorgen haben: Finanzkrise, credit crunch, Rezession, Staatsverschuldung, Außenverschuldung, Energieabhängigkeit, Irak / Afghanistan – von solchen Hobbies wie Infrastruiktur, Gesundheitsreform, Infrastruktur, Bildungssystem ganz zu schweigen.

    Deshalb ist leider kein Geld, keine troops und keine Spielzeug da für eurer tolles NeoCon-Spiel „freedom by quagmire“. Deshalb will Obama mit den bösen Jungs reden. Weil das billiger ist und nicht ganz so aussichtslos ist wie Bushs „Grand Design“.

    Und ob Du und Deine Stoppelhopser sich hier aufregen ist in etwa so interesssant, wie wenn in China ein Sack US-Exporte umfällt.

  4. Und ob Du und Deine Stoppelhopser sich hier aufregen ist in etwa so interesssant, wie wenn in China ein Sack US-Exporte umfällt.

    Na, solange Du Dir um den Sack noch Sorgen machst, hat es sich ja schon gelohnt. ;-)

  5. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß er überreagiert, wenn er merkt, daß man ihm auf der Nase rumtanzt. Sonst würde er bei den Mullahs nicht gleich mit dem großen Atomhammer drohen.

    Wo ein McCain gelassener hätte abwarten können, weil den niemand für ein Weichei hält, muß ein Obama, der sich mit seinem dubiosen Vorwahlkampf selber und ohne Not in den Verdacht des Ausverkaufs amerikanischer Interessen gebracht hat, schon viel früher den harten Hund geben.

    Das dürfte in friedensbewegten Kreisen noch für einige Überraschungen sorgen. In Afghanistan, wo er Bushs Ansatz um die Formel „+ Krieg, – Menschenrechte“ erweitert, kann man das schon sehr gut sehen.

  6. Muß man sich als Führungsmacht des Westens trotzdem nicht gefallen lassen. Wo den Amis eine Wirtschaftskrise droht, ist es bei den Chinesen gleich ein ausgewachsener Bürgerkrieg, der sich nur mit massiver Repression unter dem Deckel halten läßt. Ich glaube, daß wissen sie auch, sonst würden sie jetzt weit mehr auftrumpfen.

  7. Dazu eine ganz interessante Anekdote aus dem Wahlkampf 1999 aus einem Buch von Claus Kleber (Amerikas Kreuzzüge): hier behauptet Kleber, dass ihm seine Kontakte in der demokrat. Partei versichert hatten, dass die Clinton-Administration bereits die Irak-Angriffspläne fertig in der Schublade hatte, damit Al Gore als neu gewählter Präsident direkt sein Weich-Ei-Image durch einen saftigen Krieg hätte abschütteln können…
    Und George Bush hat wohl bei seinem Einzug ins Weiße Haus diese Pläne gefunden…Ironie der Geschichte…

  8. Clinton wollte immer gegen den Iraq vorgehen, ich erinnere mich da noch an die gute Hillary, die das im Vorfeld des Iraqfeldzuges ständig betonte.
    Die Plaene aus der Schublade waren allerdings nur indirekt zu gebrauchen da sie von einem Massiven Truppenaufmarsch ala Dessert Shield aus,gingen.

  9. @Paul
    Kosten – da kann einer wieder mal nicht die absoluten Zahlen fassen. Immer wieder amüsant – wie schon besprochen. Auch wie man jetzt krampfhaft Ausreden für O sucht und mit Reissäcken ablenkt … ;-)

    @ahs+auslaender
    Für den Krieg hatten sich ja schon lange vor Bush viele Demokraten ausgesprochen. Man hatte zu lange gewartet und zu viel mit den bösen Jungs gesprochen…

  10. Und: multiple Ironie der Geschichte.
    1. Die Republikaner verhinderten mit ihrem Lewinski-Impeachment, dass Clinton nach dem Rauswurf der UN-Waffenkontrolleure aus dem Irak das „Go“ geben konnte. Alles hätte ja so ausgesehen, als ob er von innenpolitischen Problemen ablenken wollte. Blair war damals schon dabei, mit den Hufen zu scharren und forderte von Clinton die Einleitung des Regime Change.
    2. Begriffe wie Schurkenstaat, Regimewechsel etc. wuchsen in der PR-Maschine von Sandy Berger und der Clinton-Administration, wurden später von Bush nur weiterverwendet.
    3. Ein Krieg des Demokraten Al Gore hätte wohl weltweit eine größere Unterstützung erfahren, vielleicht sogar inklusive französischer Bodentruppen.

    Bleibt die interessante Frage: mit welcher rosaroten Brille schaut die Welt eigentlich auf die US-Demokraten?
    Und es bleibt eine Feststellung: als Neocon fühle ich mich mit einem Präsidenten Obama extrem wohl…ist es Schadenfreude?

  11. Gut, daß Du auf die Rolle Clintons hinweist. Da kann ANE noch so viele Nebelkerzen werfen, der Regime Change im Irak ging auf die Dems zurück. Die Republikaner setzten bis zu Bushs Daddy noch klar auf die Stabilität der Hurensöhne.

    Nur das mit dem NeoCon Obama ist m.E. zu optimistisch. In Sachen Afghanistan macht er seinen Job zwar dort, wo er auf Bush-Kurs bleibt, gar nicht mal schlecht, aber die Demokratisierungskiste hat sich wohl vorerst. Er betreibt bestenfalls klassische Realpolitik. Das ist kurzfristig vielleicht besser als reines Appeasement, aber langfristig löst das kein Problem.

    Die Zeit läuft nämlich nicht für den Westen, und sie war vorher schon knapp. Wenn der Westen auf dem Höhepunkt seiner Macht die globale Demokratisierung nicht durchgesetzt hat, wird er das, wenn seine Position schwächer ist, noch mit Blut bezahlen.

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