Putin hilf!


Annäherung an Moskau: US-Präsident Obama ist laut „New York Times“ bereit, auf die umstrittene Raketenabwehr in Osteuropa zu verzichten – ein entsprechendes Schreiben soll Präsident Medwedew kürzlich erhalten haben. Als Gegenleistung soll Russland helfen, Irans Raketenpläne zu stoppen.

Falls die Russen auf so ein Angebot wirklich eingehen sollten, stellt sich die Frage, welche gehirnentkernten Volltrottel eigentlich die letzten Jahre im Kreml gesessen haben. Denn wenn Putin und seine Lakaien tatsächlich daran interessiert wären, das iranische Atomprogramm zu stoppen, hätten sie schon vor Jahren Bush genau das ja anbieten können, als er zum ersten Mal das Wort „Raketenschild“ erwähnte.

Statt dessen haben sie alles getan, um das iranische Atomprogramm voranzutreiben und gleichzeitig jegliche ernsthaften Sanktionen gegen das Mullahregime zu verhindern. Wenn Obama glaubt, daß sie jetzt nur wegen seiner charismatischen Persönlichkeit darauf verzichten werden, dem Westen weiter Sand ins Getriebe zu streuen, ist er noch mehr von sich selbst überzeugt als der durchschnittliche SPIEGEL-Autor.

[…] Das Angebot der US-Regierung an Moskau gelte allerdings erst bei einem tatsächlichen Ende der Bedrohung aus Teheran, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsvertreter. Eine Absichtserklärung Russlands zur Hilfe bei den Verhandlungen mit der Regierung in Teheran reiche den USA nicht aus, um die Pläne für den Raketenschild zu stoppen.

Und damit relativiert sich das ganze schon wieder als ein weiterer der zahllosen PR-Gags Obamas, mit denen er ratloses Nichtstun als entschlossenes Handeln verkauft und stures „Weiter so!“ als „Change“ (was er aber zugegeben weit besser versteht als sein eher undiplomatischer Amtsvorgänger). Denn solange die tatsächliche Bedrohung auch von Teheran und Pjöngjang abhängt, wird der Raketenschild wohl wie von Bush geplant gebaut. Nur daß man Obama dafür lieben wird.

~ von Paul13 - Dienstag, 3. März 2009.

5 Antworten to “Putin hilf!”

  1. Also was der Paul immer hat:

    „Auf meinem Schreibtisch liegt ein Heft, herausgegeben vom John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin, das zwei Aufsätze zum Thema Neokonservatismus enthält. Beide stellen den Tod dieser intellektuellen Strömung fest. Das Heft trägt das Datum Juni 1988.

    Etwas mehr als 20 Jahre später könnte man meinen, mit dem Ende der Ära Bush sei die Prognose von damals nun endlich in Erfüllung gegangen. Das wäre ein Irrtum. Im Gegenteil: Barack Hussein Obama ist der erste neokonservative Präsident der USA.“

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/928441/

    Einzigs Problem: Die Zeilen stammen von einem der größten Dummschwätzer vor dem Herrn.

  2. Der Lapdog hat es verkündet: Putin hilft – aber den Mullahs. Was hat Obama nur von einem KGB-Schergen erwartet? Vielleicht hilft diese Ohrfeige der Russen und der POTUS wird wieder wach…

  3. Ich hab den Artikel auch gelesen, stimme Posener hier ausnahmsweise aber mal nicht zu. Natürlich würde es mich auch freuen, wenn Obama wie Bush nach einem schlechten Start eine Kehrtwende in die richtige Richtung macht, aber ich mache mir da erst mal keine Hoffnungen.

    Derzeit sieht es eher so aus, als ob Obama außenpolitisch eine Enttäuschung für seine Fans wie für die NeoCons sein wird. Die einzigen, die sich wirklich freuen dürften, sind die klassischen Konservativen, die wieder hochdosierte Realpolitik a la Nixon und Papa Bush kriegen.

  4. Ja, das ging nicht nur erstaunlich schnell, sondern war auch demütigend deutlich. Man hat den Eindruck, daß Obama von der ganzen Bande momentan ziemlich rumgeschubst wird, um zu sehen, was er sich alles gefallen läßt. Man kann nur hoffen, daß er wenigstens, wenn die ersten Bösewichter richtig zuschlagen, den Ernst der Lage begreift.

  5. „Denn solange die tatsächliche Bedrohung auch von Teheran und Pjöngjang abhängt, wird der Raketenschild wohl wie von Bush geplant gebaut. Nur daß man Obama dafür lieben wird.“

    Und die Grassrooter werden ihn hassen. Ich glaube sowieso, dass da noch Einiges auf Obama zurollen wird, denn den Rückzug von Durban 2 hat man ihm in diesen (einflussreichen, weil die Basis dominierenden) Kreisen wohl nicht verziehen.

    ============
    Apropos Durban 2: Seit 1.März (bis 8.März) läuft die Kampagne „Israel Apartheid Week“.

    Schau‘ dir mal das Poster an, mit dem die Organisatoren diesen Dreck bewerben:
    http://backsp.wordpress.com/2009/03/04/botschaft-an-die-organisatoren-der-%E2%80%9Eisrael-apartheid%E2%80%9C-woche/

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