Nicht alles anders, aber nichts besser


Obama beendet das Kapitel Irak

Respekt, wie hat er das denn so schnell geschafft? Kann Obama nicht nur über Wasser laufen, sondern jetzt auch noch zaubern? Ach so, „beendet“ heißt, daß es jetzt noch mal drei Monate länger dauert als nach der letzten Verschiebung angedacht:

Der neue US-Präsident erfüllt eines seiner wichtigsten Wahlversprechen: Bis Ende August 2010 soll der größte Teil der Truppen aus dem Irak abgezogen sein

Mal ganz davon abgesehen, daß auch Obama Zeit und Raum unterworfen ist und sein Wahlversprechen noch gar nicht erfüllen kann, sondern nur bestätigen, daß er es weiter zu erfüllen sucht, zieht er nicht alle Truppen ab, sondern nur den größten Teil:

Zwischen 35.000 und 50.000 Soldaten würden allerdings zunächst noch in dem Golfstaat bleiben, um die irakische Regierung und Sicherheitskräfte zu unterstützen, sagte Barack Obama am Freitag vor Soldaten im Camp Lejeune im Bundesstaat North Carolina.

Das heißt, ein gutes Drittel der Truppen bleiben dann solange wie sie überhaupt dürfen. Und wenn es soweit ist, gehen sie zufällig genau zu dem Zeitpunkt, den George W. Bush zusammen mit der irakischen Regierung ausgehandelt hat, und keinen Tag früher:

Er habe vor, sämtliche US-Truppen bis Ende 2011 aus dem Irak abzuziehen.

Aber Obama hat immerhin einen brillianten Plan, der auch die übelsten Terroristen davon überzeugen wird, nicht weiter auf die dann noch im Irak stationierten amerikanischen Soldaten zu schießen, denn die werden von nun an nur noch gutes tun:

[…] „Lasst es mich so klar sagen, wie ich kann: Mit dem 31. August wird unser Kampfauftrag im Irak enden“, sagte Obama. Die verbleibenden US-Soldaten sollen irakische Truppen ausbilden und unterstützen.

Nur ein bißchen ausbilden und unterstützen ist schließlich nichts schlimmes. Und die paar GIs, die mehr machen, als den irakischen Soldaten dabei zu helfen, möglichst viele Terroristen zu töten, werfen selber natürlich nur mit Wattebäuschchen:

Außerdem sollen sie gezielte „Spezialeinsätze gegen Terroristen“ durchführen. Diese US-Soldaten sollen bis Ende 2011 abgezogen werden, wie es unlängst mit der Regierung in Bagdad vereinbart worden war.

Unlängst? Wer hat’s vereinbart? Ruhig etwas lauter, bitte. Richtig, Bush war’s, nicht Ricola. Entsprechend begeistert ist die Reaktion von Obamas Parteifreunden, die diese Herangehensweise an Wahlversprechen offensichtlich weniger freundlich aufnehmen:

Die Pläne Obamas waren vorab auf scharfe Kritik in den eigenen Reihen gestoßen. Führende demokratische Abgeordnete monieren, dass die Zahl bis zu 50.000 vorerst im Irak verbleibender US-Soldaten zu hoch sei.

Aber was soll’s, wen interessiert schon die Meinung der eigenen Leute. Die ZEIT wird jedenfalls treu zu Obama stehen, bis er 2011 den zu Recht verlorenen Irakkrieg gleichzeitig durch einen Rückzug beendet und durch seine Genialität gewonnen hat.

~ von Paul13 - Sonntag, 1. März 2009.

4 Antworten to “Nicht alles anders, aber nichts besser”

  1. @ Paul_13

    „You don´t matter any more.“

  2. Schön, daß Du der Ansicht bist, daß das zumindest früher mal anders war. ;-)

  3. @Paul
    Zettel bringt es auf den Punkt:

    Daß Obama damit sein Versprechen aus dem Wahlkampf bricht, ist gut für die USA, ist gut für die Iraker.

    Wen kümmern die Enttäuschten – es gibt nun mal keinen Weihnachtsmann ;-)

  4. […] – No Blood for Sauerkraut: Nicht alles anders, aber nichts besser – HotAir: Obama loses two more nominees […]

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