Neue Partnerschaft mit alten Partnern?


Barack Obama setzt auf den Dialog mit der muslimischen Welt. In einem Interview mit dem arabischen Sender al-Arabija hat sich der US-Präsident an die Muslime gewandt.

[…] wenn man auf die Vergangenheit zurückblicke, auf den gegenseitigen Respekt und die Partnerschaft, die Amerika noch vor 30 oder 40 Jahren mit der muslimischen Welt gehabt habe, „gibt es keinen Grund, warum wir das nicht wiederherstellen können“.

Recht hat er! In den letzten 20 Jahren, also seit Bush, der Vater von Bush und der Mann von Obamas Außenministerin den Laden geschmissen haben, hat Amerika die Muslime ja wirklich permanent erzürnt.

Ganz gleich, ob die unverschämte Befreiung der kuweitischen Muslime von fremden Eroberern, die demütigende Rettung der somalischen Muslime vor dem Hungertod, der heuchlerische Schutz der bosnischen Muslime und kurz darauf ihrer Glaubensbrüder im Kosovo vor christlichen Unterdrückern, der überflüssige Kampf für die Zukunft muslimischer Mädchen in Afghanistan, der unerwünschte Sturz eines der größten Muslimmörder der Geschichte im Irak, die unnötige Katastrophenhilfe für die indonesischen Muslime – da schwillt einem natürlich der Turban.

Vor 30 oder 40 Jahren hingegen war die Welt noch in Ordnung. Bis heute erzählen sich Muslime in aller Welt mit glänzenden Augen ehrfürchtig von der netten Unterstützung des Weißen Hauses für den Schah von Persien, die enge Kooperation der Vereinigten Staaten mit den diversen Ölscheichs weckt bis heute auf Solidaritätsbekundungen vor US-Botschaften Begeisterung unter den sternenbannerschwenkenden Demonstranten, und wohl nie war Amerika bei arabischen Führern so beliebt wie während des Kalten Krieges in Kairo, Damaskus und Tripolis.

Gut zu wissen, das der mächtigste Mann der Welt seine Lektion bezüglich der Ursachen des fundamentalistischen Terrorismus gelernt hat. Da wird er sich bestimmt ganz schnell in Luft auflösen.

~ von Paul13 - Mittwoch, 28. Januar 2009.

10 Antworten to “Neue Partnerschaft mit alten Partnern?”

  1. President Obama wird sehr schnell lernen wie dieser Dialog mit diversen Gruppen funktioniert.
    Haben andere vor ihm auch lernen muessen.
    Kampf gegen Islamistischen Terror, dem erzkonservativem Islam und Dialog mit diversen Laendern (deren politisch, religiosen Fuehrung) schliesst sich aus.
    Die Entaeuschung auf beiden Seiten wird hart sein.

  2. Äh.. wer löst sich jetzt ganz genau in Luft auf?

  3. Die schiitischen Muslime in Irak von Saddams Unterdrückung befreit, nicht zu vergessen!

  4. die Unterstellung, dass die letzten Jahre Moslems respektlos von der US Administration behandelt worden sein sollen, ist eines klugen und fairen Mannes, für den ich Obama halte, nicht würdig.

    Und gerade vor 30 Jahren hatte die US Außenpolitk unter Carter einen ziemlichen Tiefpunkt:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2008/08/04/obamas-berater/

  5. @ Spruance

    Stimmt, ist doppeldeutig formuliert. Gemeint ist hier natürlich der Terrorismus.

    Hab heute unter Megazeitdruck geschrieben, die letzten Sätze hab ich nur noch reingehackt und das ganze dann ohne nochmalige Korrektur abgeschickt. Sorry!

  6. http://www.truthout.org/011809Z

  7. @ a new era

    Toll, nicht? Hat Bush Saddam doch tatsächlich nicht wegen al-Qaeda stürzen wollen, sondern um den Irak ganz grundsätzlich umzugestalten. Also nicht aus kurzfristigem Rachebedürfnis, sondern wegen langfristiger, visionärer Ziele. Ich weiß schon, warum ich meinen Lieblingspräsidenten vermisse.

    Da tut mir Obama irgendwie leid, denn selbst wenn er sich bemühen würde, die realpolitischen Eseleien der Vergangenheit zu vermeiden statt zu wiederholen, hätte er es schwer angesichts der riesigen Fußstapfen, die sein republikanischer Vorgänger im Porzellanladen der Tyrannei hinterlassen hat.

  8. Wollen wir mal hoffen das die Opfer und die Arbeit die geleistet wurde durch President Obama nicht zunichte gemacht werden.
    Hier mal die Meinung von Mr. Ajami

    Obama Tells Arabia’s Despots They’re Safe
    America’s diplomacy of freedom is officially over.

    http://online.wsj.com/article_email/SB123310499999722371-lMyQjAxMDI5MzIzOTEyMDk0Wj.html

  9. […] zu hindern vermag. Und es scheint ihnen irgendwie besser zu gefallen als jene idyllische Zeit vor 30 oder 40 Jahren, wo sie das noch nicht […]

  10. Mark Steyn dazu:

    President Ahmadinejad’s spokesmullah Gholam Hossein Elham says of Obama’s Islamic outreach on al-Arabiya:

    „This request means Western ideology has become passive, that capitalist thought and the system of domination have failed.“

    Not bad for a first interview.

    Aua. (Ich denke, ich muss das nicht uebersetzen, oder? Obwohl ich doch waehrend der US-Wahl viel in der dt. Presse und von deren Nachplapperern gelesen habe, was nach dem Abschreiben aus der US-Presse so schlecht uebersetzt worden war, dass es die uebliche Bosheit ueberschritt und wohl eher wirkliche Inkompetenz war.)

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