Gaza, April ’45


Nehmen wir mal an, die Alliierten hätten im Frühjahr 1945 aufgrund der Völkerbund-Kritik an den häßlichen UFA-Bildern rauchender Ruinen und um unnötige Verluste im Kampf gegen einen ohnehin bereits geschlagenen Feind zu vermeiden, völlig überraschend beschlossen, daß die entscheidenden Kriegsziele bereits erreicht worden seien und die den Deutschen erteilte Lektion nachhaltig genug wirken würde, um sie zu überzeugen, von weiteren Eroberungskriegen auf absehbare Zeit Abstand zu nehmen, auch ohne daß man erst ihren zitternden Führer mühevoll aus seinem Bunker ausgraben müßte.

Nur noch in der Lage, einzelne der wenigen einsatzbereiten V2-Raketen abzufeuern, die Wehrmachtsverbände im Ruhrkessel und Berlin kurz vor der Kapitulation, die einstmals gefürchteten Panzerarmeen ohne Treibstoff und das Heer in weiten Teilen eine Miliz aus Kindern und Greisen, Himmler, Goebbels und Göring von alliierten Bombern getötet, die Rüstungsindustrie zerstört, viele Städte in Trümmern, die Versorgungslage katastrophal, sämtliche Verbindungen ins Ausland unter alliierter Kontrolle – angesichts dieser Fakten kämen wohl nur die fanatischsten Nazis auf die Idee, die Niederlage zu leugnen.

Und natürlich das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

~ von Paul13 - Montag, 19. Januar 2009.

9 Antworten to “Gaza, April ’45”

  1. Dann unterschreibt die Hamas morgen wohl die bedingungslose Kapitulation und lebt fortan als Neo-Hamasisten in bunter Mischung von Nostalgikern und frustrierten Ostgaza-Globalisierungsversagern auf Kleindemonstrationen und Parteitreffen weiter.

  2. @ Daniel

    Nein, auf die Kapitulation wurde ja wie gesagt verzichtet. Was ich aus realpolitischer Sicht zwar nachvollziehen kann, aber aus neokonservativer Sicht trotzdem für einen Fehler halte. Aber man kann wohl nicht alles haben. Morgen übernimmt ja auch Obama, dann passen geschwächte statt gestürzte Hurensöhne als Stabilitätsfaktoren ja auch eh besser in die neue Zeit.

  3. Hätte die IDF die #Bedingungslose Kapitulation# der Hamas fordern können? Oder ist eine solche Forderung gegenüber der Struktur der Hamas nicht möglich?

  4. Aber die Hamas stellt zumindest den „bewaffneten Kampf“ ein und geht einer geregelten Arbeit als Praktikantenbande im Schmierentheater von Theran nach, oder?

  5. @ Daniel

    Also ich gehe mal nicht davon aus, daß sie das so schnell noch mal probiert. Die Hisbollah beschränkt sich seit 2006 auch auf Paraden, und die hat das damals nur im Schongang abgekriegt.

  6. @Dagny
    Mmmmm, das müsstest Du ja Paul fragen.
    @Paul
    Also keine Raketen mehr in den kommenden Jahren, Monaten, Tagen? Würdest Du auf die Prognose ein Haus in Sderot kaufen? Oder macht der Obama-Change da alles ganz anders?

  7. zum Thema öffentlich-rechtliche Medien: die italienische RAI sticht immer wieder durch besondere Einseitigkeit hervor

    unlängst ist es in einer Sendung zu einem Skandal gekommen, der ziemlich hohe Wellen geschlagen hat und hoffentlich dazu beitragen wird die Bias der RAI zu entlarven:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2009/01/18/fesserie-blodheiten/

    habe die wesentlichen Aussagen übersetzt – also auch ohne Italienischkenntnisse lustig zum anschauen – zumal streitende Italiener sowieseo lustig rüberkommen

  8. Die Kommentatoren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens irren sich zwar regelmäßig zu den verschiedensten Themen (Weil die Politik keine exakte Wissenschaft ist), aber in diesen Kommentaren ein Körnchen Wahrheit steckt. Die Hamas kann man nur wirklich und endgültig besiegen, wenn man ihr die Basis wegnimmt. Das würde aber bedeuten, dass man wenigstens einige Hundert Tausend Palästinenser liquidieren muss. Und zwar diese Palästinenser, die noch nicht mal zu den kämpfenden Einheiten gehören. Das ist so absurd, dass man das nicht weiter zu diskutieren braucht.
    Es reicht, wenn die Abschreckung bleibt und die Hamasniks still halten, wie die Hisbullah oder Syrien.
    Es kommt eine riesige Arbeit auf die Aufklärungdienste von Shabak und Mossad zu um die neue Aufenthaltsorte der Führungkader und die neue Waffenlager zu finden (und sie für die Luftwaffe zu markieren), so dass im Fall der Fälle man schnell den HAMASS-Banditen auf die Finger klopfen kann.
    Der westlichen Begriff vom Siegen (mit der Kapitulation usw.) kann man in den Kriegen in diesem Region vergessen. Erstens, halten sich solche Typen wie Hamasniks an keine Vereinbarungen, die sie nicht mit ihrem komischen Allah getroffen haben, und zweitens, nach der Kapitulation muss man den Elend in Gaza selber verwalten und Gaza erneut unter die israelische Verwaltung stellen und die Polizeiaufgaben wahrnehmen.
    Und kein Land der Erde (nichtmal ehem. Herr vom Gaza Ägypten) will mit Gaza was zu tun haben. Das sind Aussätzigen der Neuzeit. Die Lepra hat sich denen in die Gehirne eingefressen. Man muss sie sich nur vom Leib halten. Mehr nichts. Denen ist leder nicht mehr zu helfen. Die müssen sich selbst aus dem Griff von der Hamas befreien.
    Israel will nur eins, in Ruhe gelassen zu werden. So was können Araber nicht, anderen in Ruhe zu lassen. Deshalb kommt es immer zu Kriegen und Kämpfen in diesem Region.

  9. @ Daniel

    Ein Haus würde ich mir dort natürlich nicht kaufen, aber weniger wegen der Hamas als wegen dem Iran, und weil man ein Haus nicht nach einem oder zwei Jahren, wenn die Hamas es vielleicht wieder probiert, so einfach wieder los kriegt. Ich würde mir auch im Norden Israels keins kaufen. Trotzdem hat die Hisbollah in den letzten zwei Jahren brav gekuscht. Aber Du hast natürlich recht, es wäre besser gewesen, sie hätten den Job wenigstens in Gaza und in Rafah zu Ende gebracht.

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