Der Sheriff von der Brandstwiete


Ein „ungeheuerlicher Vorfall“: Ein Duisburger Polizeioberkommissar hat in einem offenen Brief an seine Chefs den umstrittenen Einsatz vom Wochenende scharf kritisiert. Beamte hatten während einer Demo gegen den Gaza-Krieg eine Wohnung gestürmt und israelische Fahnen eingeholt.

Die erstaunliche Empörung des SPIEGEL über diesen wahrlich ungeheuerlichen Vorfall in allen Ehren, aber einer der Gründe, warum die Polizei keine rechte Lust hat – und die Justiz noch viel weniger! -, bei Zusammenrottungen eines latent gewalttätigen Mobs mit der gebotenen Konsequenz einzugreifen, sondern sich im Zweifelsfall lieber an den Opfern gütlich tut, ist nicht zuletzt die Berichterstattung eines gewissen, montäglich erscheinenden Hamburger Nachrichtenmagazins über den unverhältnismäßigen Polizeiterror, der an der folgenden Eskalation dann wieder schuld war, falls sie das jemals wirklich wagen sollte.

Das wäre schon bei den Pogromen von Rostock-Lichtenhagen nicht anders gewesen, die in den Medien nach dem ersten toten Brandstifter schlagartig primär unter dem Gesichtspunkt von dessen schwerer Kindheit behandelt worden wären, zieht sich durch die fast schon folkloristisch wahrgenommene Randale zum 1. Mai und hat sich gegenüber den erwähnten „40 oder 50 Mann an der Backe“, denen man dann lieber auch noch die andere hinhält, ganz gewiß nicht geändert. Also: Erst mal die eigenen Redakteure überzeugen, dann glauben’s vielleicht irgendwann auch die Leser. An der Polizei vor Ort wird‘s dann schon nicht scheitern.

~ von Paul13 - Donnerstag, 15. Januar 2009.

Eine Antwort to “Der Sheriff von der Brandstwiete”

  1. Und in der Empörung versteckt:“rechtspopulistische Wählervereinigung“ – so wird der Kritiker gleich mal in eine bestimmte Ecke geschoben…

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