Der Gaza-Konflikt, aus (sehr) deutscher Perspektive


Scheiß-Israelis! Da erwartet man ein zünftiges Flächenbombardement, und da schaffen diese Mistkerle es doch tatsächlich, die Hamas-Kämpfer mit Präzisionswaffen so gezielt auszuschalten, daß selbst in einem dichtbesiedelten Gebiet zivile Opfer die Ausnahme bleiben. Dann hofft man, daß es wenigstens nach Beginn der Bodenoffensive endlich mehr als nur ein paar Dutzend Tote unter der Zivilbevölkerung gibt, damit die Massakervorwürfe nicht ganz so blöd rüberkommen, und wieder trifft es vor allem jene übermotivierten Hitzköpfe, die so ungeschickt sind, sich mit der Kalaschnikow in der Hand erwischen zu lassen.

Über Kriegsverbrechen kann man auch schlecht berichten, denn die begehen bisher nur die Palästinenser, und die sind ja per se für die Opferrolle vorgemerkt. Nicht mal eine kleine Massenvergewaltigung liefern uns diese überheblichen Zahal-Rassisten. Und daß sie verletzte Palästinenser in ihren Krankenhäusern versorgen, ist jetzt auch nichts, was man unbedingt an die große Glocke hängen sollte. Wenn dieses Zionistenpack wenigstens die eine oder andere Clusterbombe einsetzen würde, dann sähen die mit Nägeln gefüllten Sprengladungen der Hamas nicht ganz so unvorteilhaft aus, aber die Juden sind wirklich clever.

Aber halt, das isses – diese elenden Feiglinge verwenden ja auch chemisches Teufelszeug wie Rauchgranaten, um sich dahinter zu verstecken, und nicht wie jeder anständige Soldat Frauen und Kinder:

Israel feuert im Gaza-Streifen laut Kritikern mit Phosphorgranaten. Die Genfer Konvention erlaubt deren Einsatz nur, um Rauchvorhänge zu legen – in dichtbesiedelten Gebieten ist er dagegen hoch umstritten, denn die Bomben können schwere Verbrennungen verursachen.

Ok, zugegeben,

[…] Letzte Sicherheit darüber, ob Israel tatsächlich Phosphor einsetzt, gibt es nicht.

Aber es wäre ja immerhin theoretisch denkbar, also kann man schon mal prophylaktisch darüber berichten, oder etwa nicht?

[…] Nach internationalem Recht erlaubt ist auch weißer Phosphor – solange er zur Tarnung und Beleuchtung eingesetzt wird.

Aber wenn doch, dann hatte Opa recht, als er mir schon vor vielen Jahren die Augen über die wahren Kriegsverbrecher geöffnet hat:

[…] Weißer Phosphor wurde bereits im Zweiten Weltkrieg beim Bombardement deutscher Städte eingesetzt.

Andererseits, Beifall von der NPD wäre dann vielleicht doch ein bißchen kontraproduktiv, und der Artikel sollte termingerecht fertigwerden. Nachdem ich soviel Zeit reingesteckt habe, muß ich das also noch irgendwie zurechtbiegen. Moment, ich hab’s: Wenn schon Zigarettenrauch für eine Geldstrafe reicht, dann führen Rauchgranaten auf Phosphorbasis bestimmt direkt nach Den Haag:

[…] Auch in Rauchgeschossen ist weißer Phosphor keinesfalls harmlos. Wer mit der weißen Wolke in Kontakt kommt, kann schwere Verletzungen erleiden. Beim Einatmen schädigt der Phosphor die Atemwege.

Und wenn jetzt noch irgendein Korinthenkacker anmeckert, daß die gesundheitlichen Nebenwirkungen von Pulverdampf gegenüber den direkten Folgen einer Explosion nicht wirklich ins Gewicht fallen, dann bleibt immer noch der Umweltschutz. Die Israelis entsorgen die verschossenen Patronenhülsen bestimmt nicht im Sondermüll und verseuchen so anders als die mit einem grünen Punkt versehene Recylingmunition der Hamas das Grundwasser in Gaza. Und ob die Invasoren ihre Coladosen wirklich ordnungsgemäß in den Gelbe Sack packen, wage ich auch mal zu bezweifeln. Die haben ja nicht mal Dosenpfand.

~ von Paul13 - Dienstag, 6. Januar 2009.

22 Antworten to “Der Gaza-Konflikt, aus (sehr) deutscher Perspektive”

  1. Ich denke, da sollte Frau Bätzing aktiv werden.

  2. Ist für Dich eigentlich die Bombardierung Dresdens in Ordnung? Ich meine jetzt nur mal so als Maßstab. Oder dürfen wir hoffen, daß sich in Deiner Persönlichkeit eventuell doch schon bei geringeren Opferzahlen so etwas wie ein Gewissen entwickeln könnte?

  3. Ja hier wird wieder hetzt gegen den Freiheitskampf der Palestinänser betrieben, ihr Bolschewikenärsche habt wohl übersehen wie viele die tag für tag umlegen das sie für ihr eigenes Wasser bezahlen müssen und es dort keine Medizin,Strom usw gibt, der größte Terrorist ist der scheiß Jude!

  4. […] Wie ein Hamas-Versteher die weltpolitische Lage 1944 kommentieren würde (Lizas Welt) – Der Gaza-Konflikt aus sehr deutscher Perspektive (No Blood for Sauerkraut, aber ziemlich […]

  5. Gazaner müssen für das Wasser, das sie verbrauchen, selbst bezahlen? Das ist wirklich schlimm und dafür sollte zumindest die israelische Regierung sofort nach Den Hag reisen.

    An deiner Rechtschreibung solltest du noch etwas arbeiten, damit deine Lehrer dich nicht noch auslachen.

  6. @ Dr.Seltsam

    Wenn Du Dich bitte nicht direkt neben mich stellen würdest!

  7. @ DINShredder

    Also aus damaliger Sicht ist sie definitiv in Ordnung. Heute, im Zeitalter der Präzisionswaffen, wäre es natürlich nicht mehr OK. Wobei die Frage insofern zweitrangig ist, als nicht die Alliierten dafür verantwortlich waren, daß in Dresden Menschen starben, sondern die Nazis.

  8. @ Dr. Seltsam

    Hat hier irgendjemand die Null gewählt?

  9. @ Paul

    „Hat hier irgendjemand die Null gewählt?“

    :-))

  10. @ Paul13

    Nein, nein, nein. Die Nazis sind die Ursache für die Bombardierung Dresdens. Die Verantwortung trägt der, der bombardiert.

    Ich sehe in der Präzision heutiger Waffen keinen ‚Vorteil‘ gegenüber früher, denn es sind Menschen, die sie abfeuern. Die unmittelbare Gerichtsbarkeit über Leben und Tod liegt bei jedem dahergelaufenen Deppen, wenn er nur in einer Uniform steckt.

  11. >Oder dürfen wir hoffen, daß sich in Deiner Persönlichkeit eventuell doch schon bei geringeren Opferzahlen so etwas wie ein Gewissen entwickeln könnte?
    Frag‘ das die HamaSS.

  12. @ DINshredder

    „Nein, nein, nein. Die Nazis sind die Ursache für die Bombardierung Dresdens. Die Verantwortung trägt der, der bombardiert.“

    Nett. Ich finde es immer wieder amüsant zu lesen, die Bombardierung Hamburgs und Dresdens hätte gar keine militärische Bedeutung gehabt, sondern sollte nur dazu dienen, die Moral der deutschen Bevölkerung zu brechen. Also wenn das kein militärischer Grund ist…

    Kurz und knapp: Nach allem, was die Nazis angerichtet haben, wäre JEDE Maßnahme bis hin zur Atombombe gerechtfertigt gewesen, um diesen Krieg zu beenden. Deutschland hat Glück gehabt, dass ihr die erspart geblieben ist. Am fehlenden Willen zum Kampf bis zum letzten Blutstropfen und zur Ausrottung alles „Unwerten“ bei den Deutschen lag’s aber nicht.

    „Die unmittelbare Gerichtsbarkeit über Leben und Tod liegt bei jedem dahergelaufenen Deppen, wenn er nur in einer Uniform steckt.“

    Selbstverständlich hat auch ein Bomberpilot Verantwortung, genauso wie der, der ihm den Befehl zum Bombardieren gegeben hat. Dass er dessen Befehl ausführt, macht ihn nicht zum Deppen. Diese Verantwortung gegen ihn ins Feld zu führen und nicht gegen diejenigen, deren Verhalten seinen Flug erst nötig gemacht haben, ist unzulässiger Relativismus.

  13. Es ist wie immer sehr einfach gegen „den Krieg“ zu sein.

  14. @Chewey:

    „Nach allem, was die Nazis angerichtet haben, wäre JEDE Maßnahme bis hin zur Atombombe gerechtfertigt gewesen, um diesen Krieg zu beenden. Deutschland hat Glück gehabt, dass ihr die erspart geblieben ist.“

    Glück? Wie schön wäre das gewesen: Jährliche, groß aufgeblasene Trauerfeiern, „nie wieder“, mahnende Worte gegen Amerika und die Jüdische Lobby. Deutschland hätte sich gar nicht mehr eingekriegt vor Opfer sein.

  15. @ Wullenwever

    „Deutschland hätte sich gar nicht mehr eingekriegt vor Opfer sein.“

    So kann man es natürlich leider auch sehen – ich wünschte, ich könnte dir widersprechen.
    Allerdings ist m.W. diesbezüglich in Japan der Revanchismus gegenüber Amerika nicht allzu ausgeprägt. Bin allerdings nicht genug mit Fernost vertraut, um das wirklich beurteilen zu können.

  16. @ Dr. Rene Jekyll-Hyde

    „Irgendwie scheint es generell sehr mau zu sein.“

    Na, gegen dein profundes Weltwissen kommt doch hier niemand an. Gegen dich hätte selbst Leibniz armselig ausgesehen.

    P.S. Lassen sie dich jetzt wieder stundenweise an den PC? Brav, weiter so.

    @ S1IG

    Sorry! War gerade Fütterungszeit im Zoo :-)

  17. Kriegspaparazzi: Hochdotierte Fotographen jagen „Kunst“ auf der Suche nach auszeichnungen: http://www.boston.com/bigpicture/2008/12/israel_and_gaza.html

  18. @Dr. J
    Ja man merkt wie belesen Du bist, vor allem wenn es um die Hamas geht. So und nun schieb weiter Deine kleinen Hamas Divisionen in deinem Sandkasten bist zum Endsieg durch die Gegend.

  19. @ Chewey

    Ich wollte den dahergelaufenen Deppen zuerst einmal als Relativierung der gepriesenen Präzision heutiger Waffen verstanden wissen.

    Die statistische Streuung von Vollidioten in den IDF dürfte sich von der in anderen westlichen Armeen wohl kaum unterscheiden.

  20. @Chewey
    No panic! Verbuchen wir es unter Traffic-Sau-Fütterung – so ein Vieh braucht ab und an ein Leckerli ;-)

    @Auslaender
    Sandkasten? Er stellt doch im Katzenklo den Sieg seine islamofaschistischen Freunde nach.

  21. Warum muss eigentlih alles immer mit WWII verglichen werden? In Dresden starben wahrscheinlich in drei Tagen mehr Menschen als in allen Kriegen, in die Israel bis jetzt verwickelt wurde.

    Und das Völkerrecht und die Moral ist voll auf Seiten der IDF: wenn eine Kriegspartei Zivilisten als Schutzschild missbraucht, ist das ein Kriegsverbrechen. Dass die Palis mit Flugblättern und neuerdings sogar SMS vor Bombardements gewarnt werden, zeigt doch, dass die Zeiten von Area Bombing Directive definitiv vorbei sind.

  22. @ Tyrion

    „Und das Völkerrecht und die Moral ist voll auf Seiten der IDF“

    Völlig richtig. Aber hast du den Eindruck, dass das in den Medien auch so rüberkommt? Und wenn nein, wie erklärst du dir das?

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