ZEIT? LOGO!


Bei der altehrwürdigen ZEIT ist man angesichts der Entwicklung im Nahen Osten inzwischen schon mit den simpelsten Wahrheiten heillos überfordert und begibt sich bei der Suche nach Erklärungen völlig verwirrt auf ein Niveau, das man eigentlich eher im Kinderprogramm erwarten würde:

Warum müssen mehr als 300 Menschen an einem Tag getötet werden?

Weil die allermeisten von ihnen eine gemeingefährliche Mörderbande mit der Waffe in der Hand verteidigen, und der Rest meint, der Aufforderung, sich von diesem Gesindel fernzuhalten, nicht nachkommen zu müssen.

Welche strategischen Nutzen hat es, Bomben auf Universitäten und Ministerien zu werfen.

Daß man den Machtapparat eines Gegners besser durch Angriffe auf seine Ministerien als auf Kindergärten und Restaurants bekämpft und militärische Forschungsprogramme effizienter vorher zentral zerstört als die dadurch entwickelten Waffen hinterher einzeln.

Und: Wodurch ist ein solches Vorgehen moralisch legitimiert?

Durch das Recht auf Selbstverteidigung gegenüber permanenten Kriegsverbrechen, die die ZEIT in mehreren Jahren nicht dazu bewogen haben, den dafür verantwortlichen Personen mal ähnlich dumme Fragen zu stellen.

~ von Paul13 - Mittwoch, 31. Dezember 2008.

16 Antworten to “ZEIT? LOGO!”

  1. Bezüglich der Universität wäre noch zu erwähnen, dass Gilad Shalit vermutlich dort gefangen gehalten wurde, und dass der (praktische) Jihad einen nicht unwesentlichen Teil des Lehrplans ausmacht. (Quellen für die Aussagen sowie weiteres zur Berichterstattung der ZEIT: http://rungholt.wordpress.com/2008/12/31/verschweigungen-verzerrungen-verleumdungen/ )

  2. Bei aller Komplexität des Nahost Konflikts gibts es eine simple Wahrheit:

    Hören die Palästinenser zu kämpfen auf, bekommen sie ihren Staat.

    Hören die Israelis zu kämpfen auf, verlieren sie ihren Staat.

  3. Warum müssen mehr als 300 Menschen an einem Tag getötet werden?

    [Sauerkraut-Paul] Weil die allermeisten von ihnen eine gemeingefährliche Mörderbande mit der Waffe in der Hand verteidigen, und der Rest meint, der Aufforderung, sich von diesem Gesindel fernzuhalten, nicht nachkommen zu müssen.

    Zudem weil es keinen völlig sauberen Krieg gibt, bei dem keine Unbeteiligten sterben. Und weil die Hamas sich u.U. bevorzugt Zivilisten als menschliche Schutzschilde sucht, die Ausrede dafür ist schließlich, diese Personen würden zu Märtyrern.

    Ansonsten empfehle ich ja mittlerweile, das Thema zu meiden. Lösen kann man da nix und in letzter Konsequenz dient das Thematisieren des Nahostkonflikts überwiegend als Wichsvorlage für Irre.

    Guten Rutsch.

  4. Aron Sperbers Text oben waere was fuer ein T-shirt (oder einen bumper sticker).

    Es wurde irgendwo erwaehnt (ich habe es bei NRO gesehen, aber es kam woanders her), dass die IDF diesmal nach ihrer Angriffswarnung fuer Zivilisten viel frueher als sonst ueblich angegriffen haben.
    Die Anteil getoeteter Zivilisten ist viel niedriger als bei frueheren Angriffen.
    Ein Schelm, wer boeses dabei denkt.

  5. @ Aron Sperber

    Kluger Spruch. So traurig wie wahr.

  6. @ Othercoast

    Ja, das ist schon peinlich für die Terroristenversteher, daß die Palästinenser, kaum daß sie ihre menschlichen Schutzschilde mal nicht rechtzeitig in Stellung bringen können, noch weniger zivile Opfer zu beklagen haben als sonst.

  7. Ähm? In dem Artikel geht es allgemein um die selbstgestellte Fragestellung der internationalen Presse in eben dieser Problematik und ist nicht die rhetorische Frage des jeweiligen Zeit-Journalisten. Der Satz direkt davor ist dabei durchaus wichtig: „Es wird vor allem nach der Verhältnismäßigkeit der Angriffe gefragt.“ Also bevor man direkt auf eine Zeitung haut, sollte man auch beachten was sie eigentlich schreibt.

  8. He, Paul. Was ist eigentlich eine Presseschau?

  9. @ Daniel

    Eine Presseschau, die primär schwachsinnige Propaganda auswählt, um sie dann distanzlos und unkommentiert zu zitieren, wird auch wie schwachsinnige Propaganda behandelt. Vor allem, wenn die ZEIT selbst auch außerhalb dieser Presseschau dieselbe schwachsinnige Propaganda nachbetet.

    Ich schätze die ZEIT nicht wegen ihres brillianten Stils – der ist anders als beispielsweise beim SPIEGEL eher medioker -, sondern wegen ihrer lobenswerten Eigenschaft, pros und contras halbwegs gleichberechtigt nebeneinander zu stellen, damit sich der Leser selber eine Meinung bilden kann.

    Bei der Berichterstattung über die Verteidigung Israel gegen den Raketenterror der Hamas fehlen die Argumente für das Vorgehen der israelischen Streitkräfte aber völlig. Das ärgert mich, und das tut es im Fall der ZEIT ganz besonders. Und wenn mich etwas ärgert, gibt’s eben auf die zwölf.

  10. […] Drei dumme Fragen der ZEIT knackig beantwortet von Paul13 auf No Blood for Sauerkraut. […]

  11. @Paul
    Mmmm, sorry, aber Du weißt mal wieder nicht was es ist. Wenn die Weltpresse – und ich wette vitale Körperteile darauf, daß Du das auch so siehst – eben mehrheitlich so berichtet, dann ist es Teil einer Presseschau das auch so darzustellen. Und zur Darstellung gehört Wertung nicht dazu. Gerade bei der ZEIT nicht, denn bei der würde ich sogar den „Intelligenten Leser“ vermuten, den es sonst nur selten gibt. Was die Berichterstattung der Zeit über den Konflikt angeht, da magst Du Recht haben. Keine Ahnung, ich interessiere mich zu wenig für das Geballer da unten. Warum Du aber dann keinen dieser Artikel genommen hast, das bleibt wohl Dein Geheimnis.
    PS.: Ohne Zusammenhang und nicht als Vorwurf gemeint: Was macht das Kochrezept zur Demokratisierung der Welt?

  12. @ Daniel

    Der Artikel war halt zufälligerweise der, bei dem mir der Kragen geplatzt ist, vielleicht auch, weil ich auf diese Weise die „Weltpresse“ – also jenen „linksliberalen“ Teil, aus dem sie sich nach Ansicht der ZEIT zusammenzusetzen scheint, gleich mit treffen konnte. Du hast aber insofern recht, als all die anderen ZEIT-Artikel ebenfalls verdient hätten, abgewatscht zu werden.

    Das Rezept ist im Prinzip fertig, die Zutaten habe ich auch schön größtenteils im Haus, jetzt muß ich nur noch die Gelegenheit finden, es zu kochen. ;-)

  13. „die Zutaten habe ich auch schön größtenteils im Haus“

    DAS macht mir Angst!

  14. Sorry, sollte natürlich „schon“ heißen. Mußt also keine Angst haben. Ich wollte damit nur sagen, daß ich das Material zusammen habe und die Struktur für den Artikel ebenfalls. Sowie sich der Pulverdampf in Gaza verzogen hat, wende ich mich dann wieder verstärkt der Rettung der Welt zu. ;-)

  15. und wenn sie nun doch noch nicht fuer die rettung bereit ist paul?./
    @mundli + jekyll: mir ist bei einer eingeschraenkten sicht doch noch lieber wenn es die richtige ist

    Auf das so wenig Palestinensische unschuldige zivilsten und sowenig israelische Zivilisten und Kombattanten wie moeglich dafuer bluten muessen, dass die einige Demokratie im Nahen Osten sicher leben kann.

  16. […] Staat. Hören die Israelis zu kämpfen auf, verlieren sie ihren Staat. Aron Sperber, Kommentar auf No Blood for Sauerkraut, 31.12.208; Eine Variation eines altbekannten Spruchs, allerdings mit einem Fehler: Die Israelis würden viel […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: