Was macht eigentlich…


…der Irakkrieg?

Er sorgt weiterhin für Opfer. In der ersten Dezemberhälfte 2008 sind es knapp 200 Tote, davon je 2 britische und US-Soldaten.

Und jetzt die Zeitreise mit einem kleinen Umweg über das Jahr 2003, als die USA durch ein Veto im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in letzter Minute daran gehindert wurden, im Irak einzumarschieren:

In der ersten Dezemberhälfte 2008 sind es zwischen 2.000 und 8.000 Tote, davon allerdings keine Soldaten westlicher Nationen.

Keine westlichen Opfer? Und es herrscht Frieden? Na, dann ist ja alles gut. Außer für den Journalisten, der so dumm war, Saddam auf einer Pressekonferenz seine Schuhe an den Kopf zu werfen. Der ist leider tot.

~ von Paul13 - Mittwoch, 17. Dezember 2008.

13 Antworten to “Was macht eigentlich…”

  1. Eine – zugegebenermaßen sehr effektive – Maßname von Saddam war die Sippenhaft. Will sagen: Nicht nur der Journalist wäre dran gewesen, sondern seine ganze Sippe.

    Deshalb „hätte es das früher nicht gegeben“.

  2. Die Zukunft der Neocons

    Von Lord Weidenfeld

    „“Der amerikanische Neokonservatismus“, sagte mir einst Isaiah Berlin, sei „ein Oldtimer mit einem liberalen Woodrow-Wilson-Chassis und einem trotzkistischen Motor.““

    „Zu diesen Fehlern gesellt sich noch die strittige Frage, ob demokratische Regierungen und Parlamentswahlen im westlichen Sinne ohne Übergangsperiode für die jahrhundertealten, autoritären, stammesbeherrschten Gemeinschaften unbedingt die einzig richtige Lösung sind. Das Beispiel von Algerien, dem Westjordanland und Gaza bezeugt, dass es einer gewissen Reife bedarf, ehe brutalisierte, von Radikalen beherrschte Wähler politisch vernünftige Entscheidungen fassen.“

    http://www.welt.de/welt_print/article2890374/Die-Zukunft-der-Neocons.html

  3. Das versteh ich nicht:

    In der ersten Dezemberhälfte 2008 sind es zwischen 2.000 und 8.000 Tote, davon allerdings keine Soldaten westlicher Nationen.

    Hat sich da eine 8 eingeschlichen weil der Nackscanner sie für ne 3 gehalten hat.

  4. @ daniel

    Die Spanne resultiert im wesentlichen aus den sehr flexiblen Angaben der Sanktionsgegner, die behaupteten, daß den Sanktionen pro Tag zwischen 100-500 Menschen zum Opfer fielen.

    Danach nannten sie sich größtenteils Irakkriegsgegner, und daß sich an ihrer Methodik seit damals nicht viel geändert hat, wissen wir ja von der berüchtigten Lancet-Studie.

    In welcher Eigenschaft und zu welcher Zeit sie jetzt nun im einzelnen gelogen…, Verzeihung! – sich geirrt haben, überlasse ich dabei aber gerne Deinem Urteil. ;-)

  5. Moment, DU bist doch der Sanktionsgegner. Und in der Phantasiewelt, in der sich die USA vom Sicherheitsrat was sagen lassen dankt Saddam auch ab, wenn man ihn mit Schuhen bewirft…

  6. die Bush Administration hat ihre Fehler gemacht

    z.B. das Waterboarding, Das Menschenrecht auf Schutz vor Folter hätte niemals in Frage gestellt werden dürfen

    z.B. Guantanamo: die Jihaddisten, die sich in Afghanistan aufhielten, hätte man nachdem man sowieso in Afghanistan blieb, genausogut dort in ein Gefängnis stecken können und sich so die Guantanamo Leier ersparen können.

    z.B die Entbaathifizierung – hier wäre mehr Pragmatismus angebracht gewesen

    die Absetzung der Taliban Irren und des Saddam Regimes waren jedoch mutige und richtige Schritte

    Würde es nach dem Sicherheitsrat gehen, könnten alle Saddams dieser Welt sich in Sicherheit wiegen

    Ab und zu werden aber zum Glück auch Politiker wie Bush oder Blair gewählt

    Zu den Opferzahlen: laut UN Zahlen starben angeblich starben 1,5 Millionen Kinder durch die Sanktionen

    diese Zahl ist natürlich eine Phantasiezahl – nicht anders als die Lancet Studie mit ihren 1 Mio Opfern (für die derselbe Riyadh Lafta mitverantwortlich war)

    http://news.nationaljournal.com/articles/databomb/index.htm

    Unschuldige Zivilisten starben leider durch die Besatzer – absichtlich ermordet wurden sie aber nur vom „Widerstand“

  7. @ Daniel

    Aber ich bin ein Sanktionsgegner, der sich für Saddams Sturz ausgesprochen hat und unter Sanktionsende nicht „dann laßt Saddam halt die Bombe kriegen“ versteht.

    Es geht hier auch nicht darum, ob das eine Phantasiewelt wäre, sondern darum, daß es das war, was sich die zu Kriegsgegnern mutierten Sanktionsgegner gewünscht haben.

  8. „Kriege entstehen aus dem Scheitern,
    das Menschsein der Anderen zu verstehen.“
    [Dalai lama]

  9. Nach Mozart-Kugeln, Fürst-Pückler-Eis und Bismarck-Hering jetzt die Bush-Schuhe. Tja, wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an…
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,597549,00.html

  10. @ aron2201sperber

    Das abschließende Urteil über den Irakkrieg wird die Geschichtsschreibung frühestens in 10-15 Jahren sprechen können. Einfach weil der Bürgerkrieg im Irak noch lange nicht vorbei ist und die langfristigen Folgen dieses Krieges noch nicht absehbar sind. Deshalb beschränke ich mich an dieser Stelle auf Ihren Beitrag zu der Höhe der IRAKISCHEN Opfer. Zwei Dinge:

    1. Die LANCET-Studie hat eine Reihe methodischer Schwächen, die der von Ihnen zitierte Artikel aus dem National Journal präzise und vergleichsweise nüchtern herausarbeitet. Dies hat weniger damit zu tun, dass die Autoren / Mitarbeiter gezielt gefälscht haben, sondern damit dass die Studie während eines laufenden Bürgerkrieges zwischen den Fronten erhoben wurde. Der entscheidende Fehler der Studie aus Sicht der Kriegsbefürworter ist aber die Umkehrung der Beweislast:
    bis zu ihr galt die Regel, dass Opfer, die nicht durch direkte Beobachtung internationaler Organisationen, internationaler Medien oder Erfassung in der offiziellen irakischen Statistik registriert wurden – nicht existieren. Seriöse Quellen wie z.B: Iraq Body Count haben dagegen immer betont, dass das von ihnen verwendete Erhebungsverfahren – als Quellen im wesentlichen in englischsprachigen Medien erschiedene Pressemitteilungen – notwendigerweise die Opfer unter der irakischen Zivilbevölkerung SYSTEMATISCH unterschätzt. Nach der Art der Kriegführung im Irak ab 2004 ist es nur realistisch, anzunehmen, dass die Mehrheit der zivilen Opfer nicht erfasst wurden. Anders ausgedrückt: es dürfte sich um mehrere hunderttausend und nicht zehntausende irakische Opfer handeln – bis jetzt. Genaue Zahlen wird nie jemand ermitteln können.

    2. Bereits vor der Intervention wurde von vielen Experten die Gefahr eines Bürgerkrieges und eines möglichen Zerfall des Irak betont. Wer diese Warnungen ignoriert, kann sich nicht darauf berufen, für eben diese Folgen einer Besetzung nicht verantwortlich zu sein. You break ist – you own it. And if you ruin the whole thing you take the blame.

  11. @ NMR

    Also wenn ehemalige Saddam-Höflinge behaupten, daß das Ergebnis einer extrem fragwürdigen Untersuchung mit einer 95%igen Wahrscheinlichkeit irgendwo zwischen 50.000 und 1.250.000 liegt, und daraufhin der Mittelwert 650.000 als wissenschaftliches Ergebnis verbreitet wird, dann ist das mehr als nur eine methodische Schwäche:

    http://www.wadinet.de/news/iraq/newsarticle.php?id=3822

  12. […] begibt sich Pauil XIII., rwd, fwd, über das Jahr 2003, als die USA durch ein Veto im Sicherheitsrat der Vereinten […]

  13. ich bi8n jetzt bald 2 jahre nicht mehr aus deutschland.
    in dieser zeit hatte ich bis auf Spon und Welt (welche beide irgendwie schlcechter geworden sind als frueher) kaum deutsche medien zur verfuegeung und mich darum mit meinem nachrichten – und wissendurst auf die blogszene gestuerzt. naja bin eher hineingeraten durch irgendeine suche bin ich bei SoE gelandet, dann bei nbfs etc.

    meine sicht auf die politik der rep. Regierung und insbesondere auf die sehr positiv behafteten Demokraten hat sich dann doch sehr geaendert.
    in diesem sinn ei9n Dankeschoen an

    Paul !

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