Der (Atom)kern des Problems


Da wir gerade so nett beim Thema sind, hier sozusagen als Gute-Nacht-Geschichte zum Darübernachdenken vor dem Einschlafen eine auf wenige, so klare wie wahre Sätze komprimierte Zusammenfassung des eigentlichen Problems mit dem iranischen Nuklearprogramm (Hervorhebungen von mir):

Iran’s nuclear ambitions are not the challenge, per se. Nuclear power doesn’t threaten people—people threaten people. […] For those Iranians who aspire to the pride and benefits of technological advances in nuclear energy, a clear choice must be made: the regime or the nuclear program, but not both.

~ von Paul13 - Dienstag, 16. Dezember 2008.

26 Antworten to “Der (Atom)kern des Problems”

  1. @ Paul

    „For those Iranians who aspire to the pride and benefits of technological advances in nuclear energy, a clear choice must be made: the regime or the nuclear program, but not both.“

    Das ist doch nur „wishful thinking“. Schön wär’s, aber so ist es eben leider nicht.

    „Es geht dabei ja nicht darum, ALLE Atomanlagen auszuschalten, sondern nur darum, genügend von den kritischen Komponenten.“

    Ich finde das Thema wichtig genug, um alle Aussagen noch einmal dezidiert abzuklopfen. Was sind die Fakten? Bitte widersprich mir, wenn ich irgendwo einen Gedankenfehler mache oder etwas nicht berücksichtige.

    – Die Mullahs sind fanatische Israelhasser und haben – auch nach deiner Aussage – keine besonderen Probleme mit Massenmord sowie ihrem eigenen Tod
    – Iran hat im Juli 2008 erfolgreich Raketentests u.a. mit „Schahab-3“ durchgeführt, die Israel erreichen und atomar bewaffnet werden können
    http://www.faz.net/s/RubE073BC45BF914FEAA6F729039898A785/Doc~E8AAE4493C5074989B9853719A91B57C5~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuel

    – Das iranische Terrorregime versucht unbeirrt seit Jahren, kernwaffenfähiges Material zu produzieren
    – Der Zeitpunkt, ab dem Iran einen nuklearen Sprengsatz zünden kann, ist unbekannt. Er könnte theoretisch auch bereits in der Vergangenheit liegen. Atombomben in Schurkenstaaten sind leider nicht meldepflichtig. Die IAEA gibt den Tag X mit ca. in einem halben Jahr an.
    http://www.welt.de/welt_print/article2776733/Herr-A-und-die-Bombe.html

    – Für die Vorbereitung einer Invasion sind mindestens 6 Monate anzusetzen, von der politischen Undurchführbarkeit mal abgesehen.

    Nach meiner Auffassung ist ab einem Tag X, dessen Datum wir nicht kennen, selbst ein konventioneller Angriff gegen iranische Atomanlagen extrem gefährlich, weil eben ALLE Abschussanlagen zerstört werden müssen, um einen Gegeschlag auszuschließen. Eine solche 100%-Aufklärung wird wegen Tarnung und Täuschung von Militärs jedoch als extrem problematisch angesehen. Beim Irakkrieg ließ sich die Luftaufklärung durch simple Sperrholzattrappen täuschen.

    Wie gesagt, selbst 99%ige Sicherheit wäre schon extrem gefährlich für Israel. Und du redest von einem Enthauptungsschlag, bei dem die Mullahs geradezu auf den roten Knopf drücken MÜSSEN, weil sie wissen, dass jetzt ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Wie du ein solches Risiko bereit wärst in Kauf zu nehmen, will mir nicht in den Kopf.

  2. @ Chewey

    – Die Mullahs sind fanatische Israelhasser und haben – auch nach deiner Aussage – keine besonderen Probleme mit Massenmord sowie ihrem eigenen Tod

    Das gilt aber auch, wenn man sie weitermachen läßt. Und wenn sie erst mal die Bombe haben, ist die Todessehnsucht noch ungleich viel gefährlicher.

    – Iran hat im Juli 2008 erfolgreich Raketentests u.a. mit “Schahab-3″ durchgeführt, die Israel erreichen und atomar bewaffnet werden können

    Deswegen ist es ja auch wichtig, daß sie nichts haben, um die Raketen atomar zu bewaffnen. Und als konventionelle Waffe sind sie nicht wirklich gefährlich, wenn man nicht gerade zufällig von ihr getroffen wird.

    – Das iranische Terrorregime versucht unbeirrt seit Jahren, kernwaffenfähiges Material zu produzieren
    – Der Zeitpunkt, ab dem Iran einen nuklearen Sprengsatz zünden kann, ist unbekannt. Er könnte theoretisch auch bereits in der Vergangenheit liegen. Atombomben in Schurkenstaaten sind leider nicht meldepflichtig. Die IAEA gibt den Tag X mit ca. in einem halben Jahr an.

    Also ein Atomtest wäre nicht unbemerkt geblieben. Selbst der seltsame nordkoreanische Knallfrosch fiel auf. Und wenn die Mullahs die Bombe schon einsatzbereit, aber noch nicht eingesetzt hätten, würde ja auch die Abschreckung möglicherweise funktionieren. Das wäre dann eher ein gutes Zeichen (wenn auch nicht gerade für die Iraner, die sich dann auf ein dunkles Zeitalter einstellen könnten).

    – Für die Vorbereitung einer Invasion sind mindestens 6 Monate anzusetzen, von der politischen Undurchführbarkeit mal abgesehen.

    Selbst wenn dem so wäre, was dank Rumsfeld nicht mehr der Fall ist, ist eine komplette Invasion wie gesagt nicht mal nötig, wenn man den Rest richtig macht. Luftoperationen sind bereits mit relativ geringer Vorbereitungszeit durchführbar ( http://www.npr.org/documents/2004/iran_wargame.pdf ), und ob der amerikanische Flotttenaufmarsch im Golf nur ein weiteres Manöver ist oder da bereits mitzählt, würde vorher kaum an die große Glocke gehängt. Mit den politischen schwierigkeiten hast du recht, aber darum geht es in der Diskussion ja gerade.

    Nach meiner Auffassung ist ab einem Tag X, dessen Datum wir nicht kennen, selbst ein konventioneller Angriff gegen iranische Atomanlagen extrem gefährlich, weil eben ALLE Abschussanlagen zerstört werden müssen, um einen Gegeschlag auszuschließen. Eine solche 100%-Aufklärung wird wegen Tarnung und Täuschung von Militärs jedoch als extrem problematisch angesehen. Beim Irakkrieg ließ sich die Luftaufklärung durch simple Sperrholzattrappen täuschen.

    Sofern man nicht den Fehler macht, zu lange zu warten, braucht man keine 100%.

    Wie gesagt, selbst 99%ige Sicherheit wäre schon extrem gefährlich für Israel. Und du redest von einem Enthauptungsschlag, bei dem die Mullahs geradezu auf den roten Knopf drücken MÜSSEN, weil sie wissen, dass jetzt ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Wie du ein solches Risiko bereit wärst in Kauf zu nehmen, will mir nicht in den Kopf.

    Auch hier gilt: Keine Bombe, kein roter Knopf. Wenn die Mullahs wirklich auf Armageddonkurs fahren, wäre es jedenfalls schon rein statistisch ein weit größeres Risiko zu warten, bis sie die Bombe sicher haben.

  3. @ Paul

    Haben Sie eigentlich mal nachgeschaut, seit wann Sie hier den endgültig endgültigen Angriff (preemptive strike) der USA auf den Iran – pardon, ich meine natürlich: das iranische Atomprogramm für morgen, nächste Woche, aber ganz bestimmt ganz bald ankündingen?

    Wenn diese Beschwörungen schon unter dem Wilden Krieger Bush nichts genützt haben – warum sollte dies unter Obama anders werden? Der hat doch wahrlich genug anderes zu tun: Irak, Afghanistan, Naoostkonflikt, Verhältnis zu Rußland, Finanz- + Wirtschaftskrise, neue Energiepolitik. Glauben Sie wirklich, der braucht in der Region NOCH einen Konflikt?

  4. @ Chewey

    Auch wenn’s bei dir anscheinend eine Zangengeburt wird. Ja! Auch radikale Humanisten wie Paul sind eben Radikale! Hinter der vorgeschobenen Aversion gegen Realpolitik steckt eigentlich eine tiefe Abneigung gegen jegliche Art von REALITÄT. Da ist es nur ein kleiner Schritt zu einem Norman Peach, der mit aller Gewalt sein antiimperialistisches Weltbild aufrecht erhalten will, obwohl er täglich eine Ohrfeige nach der anderen bekommt. HAUPTSACHE, das Weltbild stimmt! Look like this is a german disease!

  5. @Adnan

    Leuten die von radikalen Humanisten (oder Aufklärungsfundamentalisten) daher faseln kann man getrost eine tiefe Abneigung gegen die Zivilisation
    unterstellen. Realpolitik ist schließlich urdeutsch und nur Fremdwort in anderen Sprachen.

  6. @ NMR

    Ich sage in keinster Weise, daß Obama die Mullahs stürzen will, im Gegenteil, ich kritisiere ja gerade seine Alternativen! Das ist ein kleiner Unterschied. Ich bin da nicht gerade optimistisch, was meine Kritik an seinen „massive retaliation“-Plänen eigentlich deutlich gemacht haben sollte. Aber schön, daß es wenigstens Dir ein Atomkrieg als Alternative zum Regime Change zu gefallen scheint.

  7. @Paul
    Es ist schon verwunderlich, wie manche Leute drauf kommen, dass Du einen „endgültigen Angriff“ auf den Iran durch die USA angekündigt hättest. Das war doch bisher immer die Spezialität von Hr. Hersh.
    Entweder blickt da jemand nicht durch oder es wird wieder was unterstellt. Eigentlich zum lachen, wenn es nicht so traurig wäre…

    No hope, noch change!

    P.S. Warum Change? Für Feinde der Freiheit sind doch die Mullahs die richtigen Partner für Leute wie DJ ;-)

  8. @ Paul

    Du sagst selbst, dass für eine Komplett-Invasion mit Stiefeln auf dem Boden die Zeit fehlt (Geld und politischer Wille einmal beiseite gelassen). Was du dir von Luftschlägen, die über die Zerstörung der Atomanlagen hinausgehen, versprichst, erschließt sich mir nicht. Für mich ist ausgemacht, dass so etwas nur zu einer Solidarisierung der Bevölkerung mit ihrer Führung und (wenn überhaupt möglich) noch mehr Hass gegen die USA führen würde. Aber gut, lassen wir es so stehen.

    Im entscheidenden Punkt sind wir uns einig: Wenn etwas Wirksames geschehen soll, müsste es bald, SEHR bald passieren. Weil es sonst nicht mehr geht. Was uns zu der Frage bringt, warum es noch nicht geschehen ist und wie lange man noch warten will. Und damit meine ich AUCH die IDF.

  9. @ S1IG

    Er hat insofern nicht ganz unrecht, als ich einen Angriff der USA zumindest auf die Atomanlagen bis zum 20. Januar tatsächlich für nicht unwahrscheinlich halte. Was er nicht versteht ist, daß meine Kritik ja gerade dahin geht, daß sich das nach dem 20. Januar ändert.

  10. @ Chewey

    Ein Angriff nur auf die Atomanlagen reicht aber nicht, weil es, wie Du selber sagt, das Problem nicht nur nicht löst, sondern bestenfalls verschiebt und möglicherweise sogar verschärft.

    Aber was spricht dagegen, ihn mit einem Angriff auf das Regime zu eröffnen, und die Phase der Luftangriffe für einen weiteren Aufmarsch zu nutzen? Selbst wenn man am Ende auf die Durchführung einer Invasion verzichtet, hat bereits die bloße Möglichkeit einer solchen eine militärische Wirkung.

    Ob die Mullahs wie Bin Laden mit ein paar Al-Jazeera-Videobotschaften das Land dann noch aus dem Untergrund kontrollieren können, wage ich mal zu bezweifeln. Und eine auf iranischem Territorium ungestört residierende Nichtmehr-Exilregierung wäre ihr dabei gewiß nicht nützlich.

    Damit sage ich wohlgemerkt nicht, daß es so kommen wird. ich fürchte sogar, daß der Job wie schon bei „Desert Storm“ und „Desert Fox“ wieder nur halb erledigt wird. Aber es wäre eben durchaus möglich, wenn der politische Wille da wäre.

  11. @ Paul

    „Aber was spricht dagegen, ihn mit einem Angriff auf das Regime zu eröffnen, und die Phase der Luftangriffe für einen weiteren Aufmarsch zu nutzen?“

    Dagegen spricht die Einschätzung, ob die Bevölkerung von jemandem befreit werden möchte, der ihnen jahrzehntelang als die Inkarnation des Satans eingehämmert wurde. „Der“ Iraner weiß nicht, dass „deine“ Truppen an der Staatsgrenze haltmachen sollen – der sieht sein Land vom Erzfeind angegriffen und demnächst wahrscheinlich unterjocht, wenn es seinen politischen Führern nicht gelingt, den Feind zurückzuschlagen.

    Ich bin bei dem Wunsch der Iraner nach Befreiung von den Theokraten zwar nicht so pessimistisch wie Hedon, aber keineswegs so zuversichtlich wie du. Dazu habe ich die rosigen Versprechen der Exil-Iraker gegenüber der US-Administration aus dem Jahr 2002 noch zu gut im Ohr.

  12. @ Chewey

    Also so schlimm können sie Amerika nicht finden, sonst hätten nicht 70% von ihnen laut Umfragen ein positives Amerikabild. Das ist ein Wert, für den ich mich selbst bei meinen zivilisiert-westlich-demokratisch-sozialisierten Landsleuten nicht unbedingt verbürgen möchte.

    Was die Opposition im Irak angeht, so reicht es natürlich nicht, kurz vor dem Angriff ein paar versprengte Exilanten aufzutreiben und die dann von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt in repräsentative Anzüge zu stecken und ein paar von ihnen Interviews führen zu lassen.

    Da muß das volle Programm her, also Integration aller Oppositionsgruppen von Sozialisten über Liberale bis zu Konservativen, und wenn sie die Demokratie akzeptieren, auch gemäßigte Monarchisten, Kommunisten und Rekligiöse, und zwar inkl. Exilparlament und diplomatischer Anerkennung.

    Und statt ein paar hundert Hanseln ein Gewehr in die Hand zu drücken und sie dann in einer Kaserne aufs Kriegsende warten zu lassen, muß den Mullahs ihre Unterstützung des irakischen Widerstands in gleicher Münze heimgezahlt werden. Auch Iraner können moderne Waffen bedienen.

    Wenn dann am D-Day ein paar von iranischstämmigen Piloten geflogene F-18s mit den Hoheitszeichen der freien iranischen Luftstreitkräfte medienwirksam von einem Flugzeugträger zu ihrem ersten Kampfeinsatz starten, wird auch das nicht ohne psychologische Wirkung bleiben.

  13. @ Paul

    „Also so schlimm können sie Amerika nicht finden, sonst hätten nicht 70% von ihnen laut Umfragen ein positives Amerikabild.“

    Und darf man mal nach der Repräsentanz und der Datenbasis dieser „Umfragen“ fragen? Oder einem kleinen Linkchen :-)

    „Da muß das volle Programm her, also Integration aller Oppositionsgruppen von Sozialisten über Liberale bis zu Konservativen, und wenn sie die Demokratie akzeptieren, auch gemäßigte Monarchisten, Kommunisten und Rekligiöse, und zwar inkl. Exilparlament und diplomatischer Anerkennung.“

    Zeitfaktor? X-Day=T-6 Mon mit Varianz von 1-3 Monaten. D-Day > X-Day = KAWUMM!
    Gibt es denn die Kontakte zu den von dir genannten Oppositionsgruppen schon, oder würde die CIA zwei Wochen nach Obamas Vereidigung anfangen, die alten Emailadressen rauszukramen? Einverständnis? Relevanz? Rückhalt in der Bevölkerung? Verifizierung der Angaben? Verlässlichkeit? Infiltration?

    Für mich sind das bei weitem zu viele Unwägbarkeiten, um so etwas in der Kürze der gegebenen Zeit aus dem Boden zu stampfen.

  14. @ Chewey

    Nach dem Link müßte ich jetzt auch erst googlen, aber wenn ich mich recht erinnere habe ich das hier – und einige andere auch! – das seinerzeit nicht nur erwähnt, sondern auch ausführlich darüber diskutiert. Inwieweit die Zahlen tatsächlich stimmen, kannst Du wegen mir gerne bezweifeln, vielleicht hat ja auch der Jägermeister recht, daß alle Afghanen in ihrer Mehrheit die Taliban ganz toll finden und die NATO lieber heute als morgen loswerden wollen.

    Was die kurze Zeit angeht, so wird es nicht besser, wenn man noch länger wartet und diese Option damit tatsächlich unmöglich macht. Daß die Mullahs nach der Bombe streben, ist ja nicht erst letztes Jahr überraschend rausgekommen. Aber ich gebe Dir wie gesagt insofern recht, als daß ich nicht optimistisch bin, daß Obama das versuchen wird. Selbst Bush hat den Regime Change im Iran nur halbherzig betrieben, da wird der „Realist“ Obama den Etat kaum aufstocken.

    Das ändert aber nichts daran, daß es besser gewesen wäre als alle bisher genannten Alternativen. Da ich eh nichts daran ändern kann, begnüge ich mich damit, am Ende recht gehabt zu haben, wenn sowohl Appeasement als auch Atomkrieg in einem Blitz verglühen. Dann sprechen wir noch mal darüber.

  15. @ Paul

    „Inwieweit die Zahlen tatsächlich stimmen, kannst Du wegen mir gerne bezweifeln, vielleicht hat ja auch der Jägermeister recht, daß alle Afghanen in ihrer Mehrheit die Taliban ganz toll finden und die NATO lieber heute als morgen loswerden wollen.“

    Diese Infos (und vergleichbare über Iran) wären zwar tatsächlich sehr interessant, aber ich gestehe dir gerne zu, dass sie in verlässlicher Form extrem schwer zu bekommen sind. Und bei einer Vollinvasion auch nicht unbedingt erste Prioriät haben. Schließlich haben die Amis ja vor ihrem D-Day bei der deutschen Bevölkerung auch keine Nazi-Beliebtheits-Polls veranstaltet (Und wenn, wäre das Ergebnis bestimmt nicht besonders erfreulich gewesen ;-)

    Aber das gilt eben nur für eine Invasion mit anschließender Besetzung. Beim Setzen auf eine Revolution von innen, die im wesentlichen nur durch Luftschläge flankiert werden soll, musst du schon genau wissen, welche Erfolgsaussichten so etwas haben kann. Ansonsten hast du außer einem Gemetzel bei den Aufständischen keine nennenswerten Ergebnisse erzielt.

    „Das ändert aber nichts daran, daß es besser gewesen wäre als alle bisher genannten Alternativen. Da ich eh nichts daran ändern kann, begnüge ich mich damit, am Ende recht gehabt zu haben, wenn sowohl Appeasement als auch Atomkrieg in einem Blitz verglühen.“

    Du berücksichtigst die Abschreckungswirkung von Obamas Vergeltungsszenario nicht ausreichend. Wenn es funktioniert, gibt es keine Opfer (außer die durch die Mullahs an der eigenen Bevölkerung verübten).
    Hat seit dem Eintritt der Welt ins Atomzeitalter immer geklappt. Allerdings waren bisher auch noch keine Apocalypse Now-Typen am Drücker, das gebe ich zu.

  16. Plus – natürlich – Ausschaltung der Atomanlagen durch Luftschläge. Kann ja nicht sein, dass Israels Existenz nur noch durch Hoffen und Beten gesichert werden soll.
    Nachdem zeitlich wieder etwas Luft ist, mag eine sauber geplante Invasion wirklich eine bessere Alternative als alles andere sein. Da wären wir allerdings wieder bei den Kosten und dem politischen Willen, und zwar vor allem des amerikanischen Souveräns.

  17. @ Paul
    „Er hat insofern nicht ganz unrecht, als ich einen Angriff der USA zumindest auf die Atomanlagen bis zum 20. Januar tatsächlich für nicht unwahrscheinlich halte.“

    Bis zum 20. Januar – mag schon sein. Aber in welchem Jahrhundert? Und falls Sie immer noch auf dubya den Durchgeknallten hoffen sollten: wenn er wirklich einen Erstschlag gegen den Iran ohne einen entsprechenden Beschluss des Kongresses in den letzten Tagen seiner Amtszeit anordnen sollte, so habe ich die starke Vermutung, dass die JCS bei seinem Nachfolger anfragen würden, ob dieser seine Amtszeit nicht vier Wochen vorziehen könne und gleich als erste Amtshandlung beim neuen Kongress das impeachment-Verfahren für Bush, Cheney, Rice and the rest of the Wild Bunch beantragen wolle.

  18. @ Chewey

    Schließlich haben die Amis ja vor ihrem D-Day bei der deutschen Bevölkerung auch keine Nazi-Beliebtheits-Polls veranstaltet (Und wenn, wäre das Ergebnis bestimmt nicht besonders erfreulich gewesen ;-)

    Der war gut! 1:0 für Dich, selbst wenn das Argument eigentlich meine Position stärkt. ;-)

    Aber das gilt eben nur für eine Invasion mit anschließender Besetzung. Beim Setzen auf eine Revolution von innen, die im wesentlichen nur durch Luftschläge flankiert werden soll, musst du schon genau wissen, welche Erfolgsaussichten so etwas haben kann. Ansonsten hast du außer einem Gemetzel bei den Aufständischen keine nennenswerten Ergebnisse erzielt.

    Wenn das Ergebnis einen flächendeckenden Atomschlag gegen sämtliche Bevölkerungs- und Industriezentren vermeidet, ist selbst besagtes Gemetzel friedensobelpreisverdächtig, zumindest solange man sein möglichstes dafür tut, daß am Ende die Guten gewinnen.

    Du berücksichtigst die Abschreckungswirkung von Obamas Vergeltungsszenario nicht ausreichend. Wenn es funktioniert, gibt es keine Opfer (außer die durch die Mullahs an der eigenen Bevölkerung verübten).

    Eben, WENN es funktioniert.

    Hat seit dem Eintritt der Welt ins Atomzeitalter immer geklappt. Allerdings waren bisher auch noch keine Apocalypse Now-Typen am Drücker, das gebe ich zu.

    Deswegen sollten wir meiner Meinung nach nicht unbedingt versuchen es herauszufinden. Selbst wenn ich dann am Ende recht hatte und Obama unrecht.

  19. @ NMR

    Wenn der Angriff tatsächlich noch bis zur Amtsübergabe kommen sollte, dann kannst Du Gift drauf nehmen, daß Obama sein OK gegeben hat, selbst wenn der Deal so geht, daß er am Ende offiziell ganz doll dagegen war.

  20. @ Paul

    Prima. Lassen Sie uns diese Diskussion Ende Januar fortführen.

  21. @ Paul

    „Wenn das Ergebnis einen flächendeckenden Atomschlag gegen sämtliche Bevölkerungs- und Industriezentren vermeidet, ist selbst besagtes Gemetzel friedensobelpreisverdächtig, zumindest solange man sein möglichstes dafür tut, daß am Ende die Guten gewinnen.“

    Irrtum! Die Guten (im Iran) sind dann tot. Und die Bösen triumphieren. Und die Amis müssten mit eingezogenem Schwanz wieder nach Hause fahren und zugucken, wie sich die Mullahs in aller Ruhe ihre Bombe backen. Und jetzt sag nicht: Wieso, die marschieren doch dann ein. Du hast selbst gesagt, dass für ein solches Szenario in jedem Fall die Zeit fehlt.

    Versteh doch: Ich verwerfe die Möglichkeit einer Invasion nicht prinzipiell (auch wenn ich sie nach den Erfahrungen des Irakkriegs nicht mehr für eine praktikable Option amerikanischer Außenpolitik halte). Aber ich halte in DIESEM Fall einen misslungenen Regime Change für gefährlicher und schädlicher als ein gut vorbereiteter Luftschlag gegen die Atomanlagen. Du kannst diesen auch nicht mehr irgendwann nachholen, weil dann die Zeit ausläuft.

  22. @ Chewey

    Meine Kritik an Obama richtete sich nicht gegen einen Angriff auf die Atomanlagen, sondern gegen den Ersatz einer intelligenten langfristigen Strategie durch die Konzentration auf die Drohung mit dem grobschlächtigen Atomhammer.

    Aber auch ein auf die Atomanlagen begrenzter Angriff gewinnt nur etwas Zeit und führt gleichzeitig zu dem von Dir genannten „in aller Ruhe die Bombe backen“. Wenn die so gewonnene Zeit nicht für einen Regime Change genutzt wird, kann man es auch gleich ganz lassen. Und wenn man eh auf die nukleare Abschreckung vertraut, auch.

    Im übrigen ist selbst ein mißlungener Regime Change immer noch besser als ein gelungenes Ausradieren eines Großteils der Bevölkerung.

  23. @ Paul

    „Wenn die so gewonnene Zeit nicht für einen Regime Change genutzt wird, kann man es auch gleich ganz lassen.“

    Genau das. Obama wird auch den Atomanlagenbeschuss bleiben lassen und nur auf die Abschreckung vertrauen, fürchte ich. Die Mullahs werden die Bombe in die Finger bekommen. Die Welt wird mit dem Risiko leben müssen.

  24. @Chewey
    Ich tippe da mal ehr auf die Israelis die sich Zeit erkaufen werden und das mit stillschweigernder Unterstuetzung der Nachbarn.
    Die haben naemlich auch keinen Spass an einem Iran mit der Bombe.

  25. @ Auslaender

    „Ich tippe da mal ehr auf die Israelis die sich Zeit erkaufen werden und das mit stillschweigernder Unterstuetzung der Nachbarn.“

    Ich kann nicht beurteilen, ob sie das alleine hinkriegen. Der Erfolg wird nicht leicht festzustellen sein.
    Aber wenn sie es versuchen wollen – wie lange noch damit warten?

  26. @chewey
    sorry, keine Antwort darauf. Ohne den Bettnaesser Olmert waere das schon lange passiert, leider gibt es wegen dem Sack zur Zeit keine echte Politische Fuehrung bis nach den Neuwahlen.

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