Us and them


Der Republikaner John McCain hat sich in seinem ersten Interview nach der Wahl über seine Abstimmungspleite lustig gemacht. Seitdem habe er „geschlafen wie ein Baby: zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen“, sagte McCain bei einem Auftritt in der „Tonight Show“ mit Jay Leno.

[…] Sein Heimatstaat Arizona habe jetzt die zweifelhafte Ehre, vier gescheiterte Präsidentschaftskandidaten hervorgebracht zu haben, sagte McCain: „Arizona ist vielleicht der einzige Bundesstaat, wo Mütter ihren Kindern nicht erzählen, dass sie später einmal Präsident werden können, wenn sie groß sind.“

Wieso sind amerikanische Politiker eigentlich so viel lustiger als deutsche Comedians? Und wieso nehmen sie ihre Niederlage so viel entspannter als deutsche Bundeskanzler?

~ von Paul13 - Freitag, 14. November 2008.

22 Antworten to “Us and them”

  1. Und wieso sind amerikanische Politiker eigentlich so viel lustiger als deutsche SauerkrautBlogger, die jetzt die nächste vier Jahre schmollen werden, weil in den USA eine andere Partei den nächsten Präsidenten stellen wird?

  2. @Adnan
    Du verwechselst da was, es ist zumindestens mir egal welche Partei den Praesidenten stellt. Mich interessiert die Politik die er anstossen will und wie er diese dann zusammen mit den beiden Haeusern umsetzt. Und habe ich bei Senator Obama so meine Zweifel
    Was den Humor angeht, nun denn ich lache jedenfalls oft wenn ich hier bin und klopfe mir auf die Schenkel.
    Jetzt z.B. bei dieser irgendwie lustigen Frage…

  3. Und wieso sind sie im Moment der Niederlage so viel größer als deutsche Politiker?

  4. PS.: Ist das der Auftakt zu einer Serie von Einträgen, die nach Pink Floyd-Liedern benannt sind? Wenn ja, dann weiß ich schon, unter welchem Titel der Höhepunkt geschrieben wird…

  5. @ Paul

    Eine der seltenen Fälle, wo die Kopie weitaus besser ist als das Original. Zum Vergleich: Bush hat auf dem G-20-summit den real existierenden Kapitalismus alter Prägung „free market economy“ verteidigt. Jetzt weiß ich, dass wir in einer schweren Krise sind …

  6. @Ausländer

    „Du verwechselst da was, es ist zumindestens mir egal welche Partei den Praesidenten stellt.“

    Na. jetzt klopfe ich mir aber vor Lachen auf den Schenkel. Immerhin bleibt der Welt Frau Palin zumindest vorerst erspart.

    @NMR
    Siehste, das ist doch gerade das tolle an Amerika! Der ganze kommunistische und sozialistische Schwachsinn hat da, völlig unabhängig wer die Regierung stellt, nicht den Hauch einer Chance.

  7. @ Daniel

    Also ich finde den Umgang eines McCain mit der Niederlage um einiges souveräner als den von, sagen wir, Gerhard Schröder. Aber das muß natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ist zugegeben eine Geschmacksfrage.

    Und wie George W. Bush sich zusammen mit einem Doppelgänger vor Jahren ausgiebig selbst parodiert hat, war so lustig, wie es die „Scheibenwischer“-Amateure in hundert Folgen „Best of Bush-Bashing“ nicht erreichen werden.

  8. @ Daniel

    Warum eigentlich nicht. Den nächsten Text über die Bildungsmisere kann ich ja mit „Another Brick in the Wall“ überschreiben. :-)

  9. @ NMR

    Jaja, ich weiß, die einzige wirklich freie Marktwirtschaft besteht im Fünf-Jahres-Plan des Zentralkomitees. Gähn…

  10. @ NMR

    Jaja, ich weiß, die einzige wirklich freie Marktwirtschaft besteht im Fünf-Jahres-Plan des Zentralkomitees. Gähn…

  11. @Paul
    Das erste war eher auf die Niederlagen-Rede von McCain bezogen. Die fand‘ ich richtig gut.
    Und das mit den PF-Liedern. Nennst Du Deinen letzten GWB-Lobtext dann „Wish You Were Here“ oder „Comfortably Numb“.

  12. @Paul
    LOL – der Unterschied zwischen Krise und vollkommenen Scheitern wollen einige Leute nicht kennen. ;-)

  13. @ daniel / paul

    „Siehste, das ist doch gerade das tolle an Amerika! Der ganze kommunistische und sozialistische Schwachsinn hat da, völlig unabhängig wer die Regierung stellt, nicht den Hauch einer Chance.“

    Sie meinen ökonomischen Schwachsinn wie die die gezielte Intervention der Regierung in die Wirtschaftsentwicklung durch Verstaatlichung von Banken und Großunternehmen, die Subventionierung der Produktion aus dem Staatshaushalt nach politischen Vorgaben, die strikte Regulierung von zentralen wirtschaftlichen Entscheidungen wie Investitionen (über IPOs), das Verbot von bestimmten Handelsgeschäften, Kapitaltransfers und Gewinnverwendungen? Sie meinen also Sarkozy, Merkel und Brown sind Kommunisten und Mr. „Dear congress, I urgently need 700 billion dollars“ Poulson gehört nicht zur Bush-Admninistration? Sagen Sie, haben sie das letzte Vierteljahr im Koma gelegen?

    So gibt es denn böse Menschen, die seit längerem die These vertreten, im – real existierenden – Kapitalismus würden Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert. Einer vonn diesen ist ein gewisser Tucholsky, der schon 1932 zur letzten großen Krise folgenden `Schnipsel´verfaßte:

    „Und gehts gut, so ist der Kapitalist ein tüchtiger Kerl, auch zeigt dies, daß die Wirtschaft nicht auf private Initiative verzichten kann. Gehts aber schief, so ist das ein elementares Ereignis, für das natürlich nicht der Nutznießer der guten Zeiten, sondern die Allgemeinheit zu haften hat. Wirf den Bankier, wie du willst: er fällt immer auf dein Geld.“

  14. Ach mein Gottchen nmr, ohne einen Blick in die Kristalkugel zu werfen, der Staat in dem Falle die USA ist schneller wieder bei den Banken und Investmenthaeusern, abgesehen von den FM’s (die defacto eh Staatsbanbken sind und waren) draussen als du gucken kannst. Und ebenfalls ohne Kristalkugel herrscharen von Anwaelten und Bankern arbeiten bereits an den naechsten Renditemoeglichkeiten. Und Senator Obama wird es ihnen genauso wie Clinton leichtmachen in dem er die Linie Carter, Clinton weiterfuehrt. Selbst das was man in Deutschland als Sozialdemokratie ansieht ist in den USA ohne Aufstand nicht durchsetzbar, nicht heute und nicht in hundert Jahren.
    Wie im uebrigen jede Krisse bewiesen hat. In Europa fuehrten diese zu Diktaturen und Kriegen in den USA nicht.
    Warum wohl?

  15. @NMR
    „Sagen Sie, haben sie das letzte Vierteljahr im Koma gelegen?“

    Nix von den unglaublich erfolgreichen und absolut siegreichen deutschen Landesbanken – 100% staatlich – mitbekommen? Wackelkontakt in der Großhirnrinde? Und hat nicht Jo Ackermann erst kürzlich dem staatlich verordneten Helfersyndrom den Stinkefinger gezeigt?

    Aber wie unsere Linken Weltreeter ticken, dass kann man in diesem Spiegel-Artikel nachlesen:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,590643,00.html

  16. @ Alle

    Zum Stand der Dinge im real existierenden Kapitalismus made in USA:

    „Die amerikanische Regierung gibtz ihren Plan auf, Banken und anderen Finanzmarktakteuren durch den Kauf fauler Kredite und problematischer Wertpapiere aus der Klemme zu helfen. Stattdessen soll das Beteiligungsprogramm zur Repakitalisierung auf weitere Kreditinstitute und womöglich auf Versicherungsunternehmen und andere Finanzdienstleister ausgedehnt werden.

    Die Regierung hat für die erste Runde von Beteiligungen, für die sie im Gegenzug dividendenberechtigte Vorzugsaktien erhält, rund 250 Milliarden Dollar bereitgestellt. Zunächst sind neun Großbanken zum Zuge gekommen, am Freitag endet die Bewerbungsfrist für Regionalbanken, Spar- und Darlehenskassen. Darüber hinaus hat die Regierung 40 Milliarden Dollar zusätzlich in den in Schieflage geratenen Versicherungskonzern AIG investiert, so dass von der ersten 350-Milliarden-Tranche noch rund 60 Milliarden Dollar übrig sind.“
    zitiert nach dem Wirtschaftsteil der FAZ Nr. 266/08, vom 13. November 2008, S. 11

    Eine Seite weiter finden Sie – neben dem katastrophalen Versagen der amerikanischen Finanzaufsichtsbehörden den wirklichen Grund für die Wirtschaftskrise:
    – Chinas Devisenreserven lagen im November 2008 bei ca.1,9 Bilionen US-Dollar
    – das Leistungsbilanzdefizit der USA betrug in den letzten vier Jahre (05-08) jeweils über 700 Mrd. US-Dollar

    Anders ausgedrückt: die international immer weniger konkurrenzfähige amerikanische Volkswirtschaft hat ihr stabiles Binnenwachstum in den letzten Jahren auf Pump finanziert und durch eine Niedrigzinspolitik der FED unter Greenspan wurde eine Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt angeheizt. Dank der forcierten Umverteilungspolitik von unten nach oben unter Bush war die Mittelklasse trotz des billigen Geldes (mortgages, loans, plastic money) irgendwann nicht mehr in der Lage, den Binnenkonsum aufrecht zu erhalten. Dazu kommen die Aufrüstung und die militärischen Abenteuer von dubya, die den letzten Spielraum für Investitionen für die Infrastruktur im Staatshaushalt aufgefressen haben.

    Obama steht nun vor der Situation, dass es sich bei den USA um ein in großen Teilen de-insdustrialisiertes Land handelt, dessen Infrastruktur marode ist und dessen Bildungs- und Gesundheitssystem vor dem Kollaps steht.
    Deswegen: die neuen N-wörter heißen neoliberal und neokonservativ.

    Und bevor hier das große Geschrei los geht: man stelle sich vor, die akute Finanzkrise wäre ein halbes Jahr später aufgetreten. Was hätte ich mir für ein dummes Geschwätz darüber anhören müssen, wie der sozialistische Statsinterventionismus und Umverteilungsdrang der Demokraten die Märkte erschreckt und so die Katastrophe ausgelöst hätte – Impeachment for Obama und Heiligsprechung für Greenspan !!!

    Zumindestens dieser Blödsinn wird uns hoffentlich in den nächsten Jahren weitgehend erspart bleiben.

  17. Ach nmr, was meinst Du wie lange ich das schoen hoere?
    So what?
    Natuerlich ist es an sich nicht falsch und mit manchem bin ich seit Clinton, der auch nur irgendwie ein Carter war nicht einverstanden. Die Amtszeit Bush war was das angeht auch nich in allen Punkten wirklich besser. Die Frage dabei ist nur will Europa allen voran Deutschland es wirklich anders?
    Denn wenn weniger auf Pump gekauft wird werden auch weniger Produkte aus Deutschland auf Pump gekauft, sprich sie werden gar nicht erst verkauft. Ohne die hohen Miliaterausgaben selbst in Friedenszeiten haetten vor allem Europa seinen Schutz alleine organisieren muessen. Nun das mag die deutschen nicht stoeren die ja glauben auf einer Insel der Glueckselligen zu leben und sich gerne unter Russland einordnen wuerden
    , die anderen haette es sehr wohl gestoert und wuerde es stoeren. Was meinst du denn wie der ihre Haushalte aussehen wuerden wenn sie sich selber darum kuemmern muessten und die wuerden es tun wie selbst bei den kleinen Niederlanden zu sehen. Die haetten dann auch weniger Kohle um deutsche Produkte zu kaufen.
    nmr du laeufst einem feuchten Wunschtraum nach.
    Folglich wird das meiste weiter gehen wie bisher. US Buerger werden genau wie der Rest der Welt auf Pump leben, die einen machen es ueber Credit Cards die anderen ueber ihren Dispo.
    Die Welt wird von einem Aufschwung und einer Blase zur naechsten rennen. Warum? Weil dies das einzige System ist was bisher funktioniert und es hat bis heute schon laenger funktioniert als die Planwirtschaft.
    Folglich nichts Neues unter der Sonne, alles schon mal da gewesen nur die Systemfrage wird komischer weise in keinem Land so oft gestellt wie in Deutschland. Nun denn die wuerden sich ja auch heute noch wohl in Mehrheit (Achtung damit sind nicht alle gemeint) wieder einen Fuehrer oder eine Partei
    waehlen wenn er oder sie denn nur stabiliataet und Gleichheit verspricht.

  18. Um mal wieder auf die Ausgangsfrage zurückzukommen. Deshalb:

    http://usaerklaert.wordpress.com/2006/12/18/humor-teil-1-jetzt-mal-im-ernst/

    USA Erklärt ist übrigens ein sehr guter Blog wie ich finde, da sollte vielleicht auch unser werter Herr NMR öfter mal einen Blick reinwerfen.

  19. @ auslaender

    Keine Angst, Sie dürfen Ihre Vorurteile behalten. Und da da dies keine VWL-Vorlesung werden soll, beschränke ich mich auf einen Punkt: manufacturing matters

    Das Problem eines Landes, das einen Großteil der im Inland verbrauchten Fertigwaren importiert, ist nicht vorrangig das Handelsbilanzdefizit – zumindes solange sich dieses Land in der eigenen Währung verschulden kann. Das Problem besteht in den fehlenden gutbezahlten Jobs in der Industrieproduktion, die die Kaufkraft – und damit einfache Dienstleistungsjobs – in der Region sichern, Steueraufkommen und Sozialleistungen finanzieren und so Investitionen in neue Produkte / Dienstleistungen überhaupt erst ermöglichen. Wenn Sie das nicht verstehen sollten – fragen sie mal die Leute im Großraum Detroit, die erklären es Ihnen bestimmt gerne.

    Zu dem antieuropäischen Geschwätz: jaja.

  20. @nmr
    Du verwechselst da mal wieder etwas, das war kein Anti-Europaeisches Geschwaetze auch wenn Du regelmaessig Deutschland mit Europa verwechselst. Das war noch nicht einmal ein Anti-Deutsches Geschwaetze, das war eine Reaktion auf Dein Geschwaetze, was aber nicht nur von Dir kommt sondern ich seit Jahren aus bestimmten Gruppen hoere die im rechten und linken Spektrum zu finden sind. Ich habe da noch ein deutsches Buch von 1937, da steht in etwa das gleiche drinn ach ja und dann habe ich auch noch welche die aus einem VEB Verlag kommen da steht sowas auch drinn. So what?
    Alles ueberlebt und mit Demokratie und Kapitalismus weiter gemacht, wie der Teil Europas der nicht in die Haende eines Diktatoren fiel.
    Folglich Kriesen kommen und gehen die Demokratie und der Kapitalismus bleiben in den Anglo-Staaten und den Laendern Europas die keine Lust auf Diktatur haben, denn anders ist das da nicht einzuehren. Und die Wehrmacht und die Truppen der Roten Armee haben Europa verlassen also nicht immer Deine Meinung oder die Deutschlands,vor allem der Linken mit Europa verwechseln und mal ein paar Europaeische Zeitungen lesen.
    Glaub mir die kennen sich da mit Demokratie und Kapitalismus aus die haben da eine laengere Erfahrung drinn.

  21. Bill O’Reilly zum Gegenbesuch bei John Stewart.
    Der groesste Bush Veraeppler trifft den groessten Hippieveraeppler

    http://www.comedycentral.com/videos/index.jhtml?videoId=210718

    Grossartig wie die beiden sich beharken und sich die Baelle zuspielen.

  22. @ auslaender

    Gar keine Argumente mehr? Nur noch Erinnerungen an die gute alte Zeit als im Kalten Krieg die Welt noch in Ordnung und schön übersichtlich war?
    Aber bitteschön – zum aktuellen Stand des American Dream (dem real existierenden Kapitalismus in den USA) nach 8 Jahen Bush ein paar unverdächtige, d.h. nichtdeutsche Pressestimmen:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/autobauer_als_bittsteller_vor_dem_us-senat_1.1284936.html

    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/warnung_vor_neuer_welle_der_finanzkrise_1.1285987.html

    http://www.guardian.co.uk/business/2008/nov/19/subprime-crisis-us-housing-us-economy

    Im 21. Jahrhundert geht es wieder um die ganz alten FRagen: wer kontrolliert Rohstofflager / Energiequellen, Absatzmärkte, Finanzplätze und Kapitalflüsse? Wer kontroliiert die Institutionen, die Geld / Devisen, Investitionen und damit Profite kontrollieren? Dank Obama wird es vielleicht gelingen, eine neue Kooperationsgrundlage zwischen Europäern und Amerikanern auszuhandeln. Wie gesagt: die neuen N-wörter sind neoliberal und neokonservativ. Und tschüss …

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