Multiple-Choice-Test für Islamhasser


Angesichts der immer wieder auflebenden Diskussion um den angeblichen Zusammenhang von Islam und Gewalt und die in rechtskonservativen Kreisen weitverbreitete Reduzierung von Verbrechen auf einen wie auch immer gearteten muslimischen Hintergrund des Täters möchte ich hiermit alle Beteiligten – und damit meine ich ausdrücklich auch PI-Leser und Pro-Köln-Anhänger – bitten, in der folgenden Umfrage mal klarzustellen, für wie wichtig sie den Islam als Ursache für Kriminalität im Vergleich mit anderen Risikofaktoren denn nun wirklich halten. Also Karten auf den Tisch:

—> UMFRAGE: Welche Faktoren haben mehr Einfluß darauf, daß jemand ein krimineller Gewalttäter wird, als die islamische Religionszugehörigkeit?

~ von Paul13 - Donnerstag, 2. Oktober 2008.

35 Antworten to “Multiple-Choice-Test für Islamhasser”

  1. familiärere Gewalt würde ich ersetzen mit familiärer Hintergrund! Es bedarf nicht zwingend innerfamiliärer Konflikte, sondern oftmals ist es Teil der Erziehung. Einfach das, was man vorgelebt bekommt.

  2. Das Argument mit dem Islam als singulärer Gewaltursache, wie von PI und anderen oft gebraucht – ist schon deshalb Unsinn, weil im Terminus „Islam“ unzulässigerweise alles zusammengeführt und verdichtet bzw. reduziert wird, was sonst noch an Ursachen für Gewalt eine Rolle spielt (Siehe Test).

    Und wenn man schon meint, den Islam als eine der Ursachen zu benennen, was ja beim Politischen Islam zutrifft und von unsereins überhaupt nicht bestritten oder verharmlost wird -, dann sollte man wenigstens eben zwischen diesem Politischem Islam und Alltagsislam des Schneiders oder PC-Programmierers in der Nachbarschaft unterscheiden, auch wenn es – zugegebenermaßen – im Alltag auch Überschneidungen gibt: So kann der Politische Islam sehr wohl in die alltägliche Lebenswelt einer „stinknormalen“ Familie islamischen Glaubens hineinwirken. Dann bleibt aber immer noch die Frage, wie viele Familien davon betroffen sind. Und dazu gibt es keine Erhebungen. Braucht man auch nicht, weil die Realität mir zeigt, dass die Muslime, mit denen ich zusammenkomme, hin und wieder zwar heftig mit mir über Glaubensfragen diskutieren, aber ansonsten genauso „normal“ sind wie meine christlichen oder atheistischen Nachbarn.

  3. Paul,

    mir missfaellt, dass Du implizit davon ausgehst, dass jeder, der einen Zusammenhang zwischen Islam und Gewalt sieht, ein „Islamhasser“ sein muss.

    Als Israelin kann ich die klare Korrelation schlecht uebersehen, zumindest nach Ausbruch der sog. 2. Intifada war ich dazu nicht mehr in der Lage. Deswegen glaube ich nicht, dass ich bereits als „Islamhasserin“ bezeichnet werden kann.

    Die Fragen bei der von Dir verlinkten Umfrage stehen auch nicht so zusammenhangslos da, wie die Verfasser das anscheinend darstellen.

    Im Islam ist die Erziehung von Kindern je nach Geschlecht sehr unterschiedlich. Jungen werden zum Narzissmus und zum Anspruchsdenken erzogen. Von daher macht es sehr viel Sinn, dass muslimische junge Maenner deutlich aggressiver sind als muslimische junge Frauen oder junge Maenner, die in anderer Weise erzogen wurden.

    Mit einem so anerzogenen Anspruchsdenken ist der junge Mann auch dem Arbeitsmarkt schlecht angepasst. Als in Frankreich die Autos brannten, recherchierte ich, wie es eigentlich mit der Arbeitslosigkeit von jungen Frauen mit arabischem Hintergrund bestellt ist. Klares Ergebnis: Die Arbeitslosigkeit dieser Bevoelkerungsgruppe lag nicht unter dem Durchschnitt der Gesamtbevoelkerung. Junge arabische Maenner dagegen waren signifikant haeufiger arbeitslos. Rassisimus kann kaum die richtige Erklaerung sein oder?

    Arbeitslosigkeit wiederum steht in klarem Zusammenhang mit Armut.

    Auch die „Gewalt in der Familie“ hat viel mit den patriarchalen Strukturen im Islam zu tun.

    Ob ethnischer Hintergrund getrennt vom Islam behandelt werden kann, wage ich auch zu bezweifeln.

  4. Leider fehlt als Alternativantwort „Keiner dieser Gründe“.

  5. Deine Beiträge werden immer seriöser . Erst Agitprop von Bertelsmann und jetzt auch noch eine grandiose Umfrage mit bislang 37 Stimmen, wobei 135,1 % der Stimmen auf Bildungsdefizite, Justizversagen und Arbeitslosigkeit entfallen. Sensationell!

    Übrigens lege ich Wert darauf, dass ich den Islam nicht hasse sondern nur verachte.

  6. @ Dan

    Da hast Du zwar recht, aber ich hatte das mit der Familie hier im Prinzip aufgedröselt. Die Sache mit der Bildung und dem Medienkonsum hat ja auch wesentlich mit dem familiären Umfeld zu tun. Mir ging es hier aber gezielt um die Folgen von Gewalt bis hin zur Kindesmißhandlung.

  7. @ beer7

    Die Überschrift ist natürlich polemisch zugespitzt. Dich – und auch alle die hier regelmäßig kommentieren – halte ich nun wirklich nicht für Islamhasser. Und ich selber habe in der Umfrage ja auch mitgestimmt. ;-)

    Aber die Art und Weise wie bei PI jede Kneipenschlägerei, an der ein Türke beteiligt ist, von Mohammed persönlich in Auftrag gegeben worde ist, und wie dort gegen „Kulturbereicherer“ und „Musels“ gehetzt wird, läßt leider keinen anderen Schluß zu.

  8. @ JK

    Hab noch nicht drüber nachgedacht, aber kann man nicht abstimmen ohne ein Häkchen gesetzt zu haben?

  9. @ lebowski

    Dafür, daß NBFS nicht die Reichweite der BILD-Zeitung hat, kann ich nun wirklich nichts (oder zumindest nichts, was ich ändern möchte). Zu den Ergebnissen sage ich in den nächsten Tagen noch was ausführliches, so ich dazu komme. Wobei es mich jetzt interessieren bei welchem Prozentsatz für Bildungsdefizite, Justizversagen und Arbeitslosigkeit Dir die Umfrage seriöser vorgekommen wäre.

    Die Ehre, mich zu der Umfrage veranlaßt zu haben, gebührt im übrigen keinem geringeren als Dir. Bei einer Deiner Antworten ist mir nämlich klargeworden, daß man die verschiedenen Faktoren erst mal voneinander trennen muß, damit man den Islamhassern klarmachen kann, daß sie hier nur einen Sündenbock für Mißstände suchen, an die sich keiner, und zwar weder die Linke noch die Rechte rantrauen, weil dann beide ein paar ihnen heilige Kühe schlachten müßten.

  10. Paul,

    ich moechte Dir ans Herz legen, einfach nicht mehr bei PI zu lesen. Ich selber habe schon vor einiger Zeit damit aufgehoert. Die Beschaeftigung mit PI scheint bei Dir vor allem den dringenden Wunsch auszuloesen, Dich von PI zu distanzieren. Ich finde nicht, dass das ein lohnender Ansatz ist.

  11. @ beer7

    Nein, bei der Lektüre von PI geht es mir wie auch beispielsweise bei der von Marc Pitzke darum, daß es mir schlicht und einfach Spaß macht, mich darüber aufzuregen. Was gibt es für schönere Anlässe zum Bloggen als offenkundigen Unsinn zu Themen, die einen interessieren, genüßlich zu zerlegen?

    Davon mal abgesehen geht es mir natürlich auch darum, die Leser von meinen, von mir für richtig gehaltenen Ansichten zu überzeugen. Und da ist es notwendig, daß man die falschen Argumente so widerlegt, daß es für jeden ersichtlich ist. Die Umfrage ist dazu aufgrund der daraus resultierenden Folgerungen hervorragend geeignet.

  12. Paul,
    ich habe diesen Blog erst vor einigen Monaten kennengelernt, habe dann aber immer wieder gerne vorbeigeschaut und mich über die meisten Beiträge gefreut, weil sie (auch wenn ich mal anderer Meinung war) zumeist erfrischend provokant geschrieben waren.
    Die aktuelle „Islam-ist-nicht-die-Wurzel-allen-Übels“-Kampagne verstehe ich aber – ähnlich wie beer7 – nicht so recht. Daß „der Islam“ nicht an allem Schuld ist, ist doch eigentlich jedem halbwegs geradeaus denkenden Menschen bewußt. Daß „der Muslim“ ein genauso netter Mensch sein kann wie „der Christ“, „der Jude“, der „Buddhist“ oder „der Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters“ ebenso. Und daß bei jugendlichen und heranwachsenden Gewalttätern die Religionszugehörigkeit regelmäßig eine untergeordnete Rolle spielt, ist auch keine neue Erkenntnis. Andererseits ist häufig durchaus ein signifikant höherer Anteil dieser Straftäter eine Person mit Migrationshintergrund (und damit meine ich, um H.M. Broder zu zitieren, keine Dänen, Isländer oder Holländer). Ob dieses Phänomen mit der Religionszugehörigkeit zu erklären ist (ich denke, eher nicht) oder mehr mit den kulturellen Besonderheiten, die beer7 dargestellt hat, kann man sicher nüchtern analysieren.

    Natürlich (!) ist der Islam also keine Begründung oder gar Bedingung für kriminelles Verhalten.

    Dies gesagt, darf man aber auch nicht aus den Augen verlieren – was gerade Du auch häufig zu recht herausgestellt hast -, daß derzeit bei keiner anderen Religion ein derart großes Erregungs- und Gewaltpotential der Volksmassen besteht wie beim Islam. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann zuletzt in München, Basel oder Cheyenne, aber eben auch in Nahariya, Phuket, Omsk, Quito oder Tarawa Menschenmassen mit haßverzerrten Gesichtern Fahnen weit entfernter Länder verbrannt haben, weil irgendwer irgendwo irgendwas gemalt oder gezeichnet hat.
    Das muß nichts mit dem Islam als Religion zu tun haben – dafür fehlt mir die theologische Kenntnis. Aber es hat zweifelsohne etwas mit seiner Rezeption in bestimmten Bevölkerungsebenen zu tun.

  13. @ DHH

    Die aktuelle “Islam-ist-nicht-die-Wurzel-allen-Übels”-Kampagne verstehe ich aber – ähnlich wie beer7 – nicht so recht. Daß “der Islam” nicht an allem Schuld ist, ist doch eigentlich jedem halbwegs geradeaus denkenden Menschen bewußt.

    Das hätte ich eigentlich auch gedacht. Was darauf schließen läßt, daß es im PI-Umfeld Menschen gibt, die es mit dem Geradeausdenken nicht so haben. Denn dort wird selbst bei einfachen Kriminellen, die Bin Laden höchstens peinlich wären, ein Zusammenhang mit dem Islam hergestellt, nur weil ihr Opa vor 40 Jahren aus der Türkei eingewandert war.

    Daß “der Muslim” ein genauso netter Mensch sein kann wie “der Christ”, “der Jude”, der “Buddhist” oder “der Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters” ebenso. Und daß bei jugendlichen und heranwachsenden Gewalttätern die Religionszugehörigkeit regelmäßig eine untergeordnete Rolle spielt, ist auch keine neue Erkenntnis.

    Eben. Jetzt muß das nur noch einer den Rechtspopulisten in für sie verständlichen Worten erklären. Denn die sind bisher nicht in der Lage, diese nun wirklich nicht sehr komplexe Tatsache zu begreifen.

    Andererseits ist häufig durchaus ein signifikant höherer Anteil dieser Straftäter eine Person mit Migrationshintergrund (und damit meine ich, um H.M. Broder zu zitieren, keine Dänen, Isländer oder Holländer). Ob dieses Phänomen mit der Religionszugehörigkeit zu erklären ist (ich denke, eher nicht) oder mehr mit den kulturellen Besonderheiten, die beer7 dargestellt hat, kann man sicher nüchtern analysieren.

    Das versuche ich mit der Umfrage ja gerade. Denn bei diesen Straftätern gibt es weit mehr und auch signifikantere Gemeinsamkeiten als ihre Religion, also könnte es auch jeder andere der von mir zur Auswahl gestellten Faktoren sein. Ich werde die nächsten Tage das wie gesagt noch näher erläutern, dann wird vielleicht klarer, worauf ich hinaus will.

    Natürlich (!) ist der Islam also keine Begründung oder gar Bedingung für kriminelles Verhalten.

    Wieso wird dann bei PI eben dieser Zusammenhang immer wieder hergestellt? Es geht bei PI ja vergleichsweise selten um die winzige Minderheit der Al-Qaida-Terroristen, sondern mehrheitlich um ganz gewöhnliche Straßenkriminalität, worauf dann die Kommentarmeute von den Blogbetreibern unwidersprochen „Musels raus!“ ruft. Dieselbe Kriminalität von autochthonen Deutschen hingegen wird immer öfter relativiert statt mit demselben Herzblut kritisiert.

    Dies gesagt, darf man aber auch nicht aus den Augen verlieren – was gerade Du auch häufig zu recht herausgestellt hast -, daß derzeit bei keiner anderen Religion ein derart großes Erregungs- und Gewaltpotential der Volksmassen besteht wie beim Islam.

    Selbst wenn es da tatsächlich einen Zusammenhang geben mag, dann ist der so zweitrangig, daß er verglichen mit anderen Faktoren irrelevant wird. Zumindest ist mir keine Verbrennung dänischer Flaggen durch superreiche Ölscheichs, die in Oxford studiert haben und jetzt mit amerikanischen Banken im 5-Sterne-Hotel Millionendeals abwickeln, bekannt. Und daß das perspektivlose Proletariat auch ohne vorherige Koranlektüre nach Aufhetzung durch nationalistische Fanatiker nicht immer die klügsten Entscheidungen trifft, sollten gerade wir Deutschen am besten wissen.

  14. 80 % der jugendlichen Intensivtäter in Berlin haben das gemeinsame Merkmale „arabische oder türkische Abstammung“ und zugleich auch „Islam als kultureller Hintergrund“. Da diese Merkmale in der Gesamtbevölkerung von Berlin auf vielleicht 20 % der Menschen zutreffen, ist der Zusammenhang statisch hochsignifikant. Man kann dann darüber streiten, ob A) „arabische oder türkische Abstammung“ (wer das sagt, ist natürlich ein Rassist) oder B) „Islam als kultureller Hintergrund“ (wer das sagt, ist dann islamophob) entscheidend ist. Ich persönlich schließe A) aufgrund positiver eigener Erfahrung mit Menschen türkischer Abstammung, die aber zum Islam distanziert sind, aus.

  15. Paul,

    dass die Perspektivelosigkeit etwas mit der in der arabisch-muslimischen Kultur verbreiteten Erziehung von Buben zu tun haben koennte, wird von Dir ausgeblendet, obwohl ich oben schon einmal darauf hingewiesen hatte. Die Maedchen aus dem selben Milieu werden ja nicht gerade besser behandelt als die Jungen. Deine These von Proletariat und Auswegslosigkeit kann die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht erklaeren. Die geschlechtsapezifischen Unterschiede in der Kindererziehung in dieser Kultur schliesst die Erklaerungsluecke. Nur hast Du damit wieder das kulturelle Element drin, das Du anscheinend nicht vertragen kannst.

  16. @ beer7

    Man muß eklatante Defizite bei der Erziehung von Kindern ja nicht hinnehmen, im Gegenteil. Da gibt es über die Ungleichbehandlung von Mädchen hinaus noch ganz andere Mißstände, die nicht geduldet werden dürfen. Gerade deswegen verstehe ich aber nicht, daß in konservativen Kreisen staatliche Eingriffe in die Erziehung als sozialistische Kindesenteignung abgelehnt werden. Um die Kindergartenpflicht zu vermeiden, verbietet man dann lieber gleich den kompletten Islam. Da werden die Prioritäten definitiv falsch gesetzt.

  17. @ Gansguoter

    Erstaunlich. Ich wußte gar nicht, daß in Berlin prügelnde Familienväter vor den Augen der Nachbarschaft demütigend in Handschellen in den Polizeiwagen gezerrt werden, daß die Ehefrauen von Einwanderern fließend und nahezu akzentfrei Deutsch sprechen, daß dort schlechte Schüler den Nachmittag auf der Schulbank statt vor der Spielhalle verbringen, daß halbstarke Möchtegernmachos notfalls zwangsweise lernen, daß man Mädchen nicht als Nutte beschimpfen darf, nur weil sie sich schminken, daß jeder Jugendliche dort nach dem Schulabschluß eine Lehrstelle hat oder daß die Zahl der Hartz IV-Empfänger in Berlin gegen Null geht.

    Nachdem all die sozialen Probleme bei Euch ja gelöst sind und die Zahlen trotzdem noch so auffällig zuungunsten der ethnischen Minderheiten sind, macht es natürlich Sinn, sich auf die Einebnung der kulturellen Unterschiede zu konzentrieren.

  18. „Kindergartenpflicht“?! Soweit ich weiss, gibt es noch nicht einmal genuegend Kindergaerten fuer alle die Kinder, deren Eltern sie gern freiwillig in den Kindergarten schicken wuerden.

    Da die Kirchen Kindergaerten betreiben duerfen, kann das islamischen Gemeinden kaum verwehrt werden. Eine Kindergartenpflicht, die auch in muslimischen Kindergaerten erfuellt wird, koennte aber kaum der islamischen Erziehung gegensteuern, wie Du das anscheinend gern haettest.

    Wenn Kinder entgegen den Wertvorstellungen ihrer Eltern im Kindergarten beeinflusst werden sollen, dann ist das in meiner Sicht tatsaechlich ein grober Eingriff in die weltanschauliche Freiheit der Eltern. Und diese Freiheit steht auch muslimischen Familien zu!

  19. @ beer7

    Ganz genau, es gibt nicht mal genug Kindergartenplätze für die, die das freiwillig tun würden. Wenn der Staat aber bestimmte Normen wie die universellen Menschenrechte für allgemeingültig erklärt, dann sollte er sie auch durchsetzen.

    Und er sollte das gefälligst selber tun, anstatt es einzelnen Gruppen – ganz gleich ob christlichen oder muslimischen – zu überlassen. Ich habe nichts gegen eine ergänzende Sonntags- oder auch Freitagsschule, aber die Grundrechte sollte immer noch der Staat vermitteln und nicht der nette Scientologe von nebenan.

    Das zeigt aber, daß die Diskussion um den bösen Islam völlig an den eigentlichen Ursachen der hiesigen Mißstände vorbeigeht. Wir kriegen nicht mal eine ordentliche Trennung von Kirche und Staat hin, und dann sollen wir den Leuten verbieten dürfen, Moscheen zu bauen?

    Was die von Dir angesprochene Freiheit der Eltern angeht, so stehen Normen wie die Menschenrechte eindeutig ÜBER damit kollidierenden weltanschaulichen Freiheiten von Eltern. Wäre dem nicht so, wären diese Normen nicht allgemeingültig und hätten damit in der Verfassung nichts zu suchen.

  20. Ich habe meine Zweifel, ob eine geschlechtsspezifische Kindererziehung bereits als Verstoss gegen die Menschenrechte gehandelt werden kann. Du bewegst Dich auf bruechigem Eis, scheint mir. Die Menschenrechte wurden als Rechte definiert und nicht als Normen. Ein Verstoss gegen sie ist daher in westlichen Rechtsstaaten ein Delikt im strafrechtlichen Sinn, fuer einen Verstoss gegen Normen gilt das nicht.

    Ein Kind, dem beigebracht werden, dass Maennern und Frauen von Gott verschiedene Rollen zugedacht wurden, wird nicht in seinen Menschenrechten verletzt. Auch dann nicht, wenn es ein Maedchen ist und es durch die Beobachtung seiner Eltern den Eindruck gewonnen hat, dass die Rolle der Frau wohl weniger wert ist.

    Wenn Du den Staat hier schon eingreifen lassen willst, dann naeherst Du Dich der Gedankenpolizei.

    Warum muss der Staat eigentlich immer alles selber betreiben? Nach anekdotischen Erhebungen in meinem Bekanntenkreis sind die kirchlichen Kindergaerten besser als die staatlichen. Ein Abschaffen aller Alternativen zum staatlichen Erziehungsmonopol wuerde kaum den Anreiz zur staendigen Verbesserung schaffen. Ich meine, es reicht, wenn der Staat eine gewisse Kontrollfunktion uebernimmt und ansonsten die Eltern frei waehlen koennen, wem sie ihre Kinder anvertrauen.

  21. @ beer7

    Ich habe meine Zweifel, ob eine geschlechtsspezifische Kindererziehung bereits als Verstoss gegen die Menschenrechte gehandelt werden kann. Du bewegst Dich auf bruechigem Eis, scheint mir.

    Also wenn es nicht so schlimm ist, verstehe ich nicht so ganz, wieso man den Islam dann so heftig dafür kritisiert?

    Die Menschenrechte wurden als Rechte definiert und nicht als Normen. Ein Verstoss gegen sie ist daher in westlichen Rechtsstaaten ein Delikt im strafrechtlichen Sinn, fuer einen Verstoss gegen Normen gilt das nicht.

    Ich hatte den Begriff Normen hier nur ganz allgemein in dem Sinne gemeint, daß es sich hier um etwas handelt, bei dem der Staat offenbar das Recht hat, es seinen Bürgern vorzuschreiben.

    Ein Kind, dem beigebracht werden, dass Maennern und Frauen von Gott verschiedene Rollen zugedacht wurden, wird nicht in seinen Menschenrechten verletzt.

    Solange es dabei bleibt, daß Frauen Kinder kriegen können und Männer nicht so ohne weiteres, vielleicht nicht. Aber wenn es bedeutet, daß der Junge alles darf und das Mädchen nichts, schon.

    Auch dann nicht, wenn es ein Maedchen ist und es durch die Beobachtung seiner Eltern den Eindruck gewonnen hat, dass die Rolle der Frau wohl weniger wert ist.

    Wenn es jeden Tag im Kindergarten genau das Gegenteil hört, wird es Fragen stellen, die seine Eltern spätestens beim Einbürgerungstest selber zufriedenstellend beantworten müssen.

    Wenn Du den Staat hier schon eingreifen lassen willst, dann naeherst Du Dich der Gedankenpolizei.

    Also bisher hatte ich eigentlich eher den Eindruck, daß die Gedankenpolizei diejenigen sind, die den Koran auf eine Stufe mit „Mein Kampf“ stellen und gleich ganz verbieten wollen. Und um die ging’s mir ja in meinem Artikel.

    Warum muss der Staat eigentlich immer alles selber betreiben? Nach anekdotischen Erhebungen in meinem Bekanntenkreis sind die kirchlichen Kindergaerten besser als die staatlichen.

    Sofern man dort die Evolutionstheorie nicht durch den Kreationismus ersetzt und die Zustimmung zur Jungfrauengeburt keinen Einfluß auf die Versetzung hat, halte ich das ebenfalls durchaus für möglich.

    Ein Abschaffen aller Alternativen zum staatlichen Erziehungsmonopol wuerde kaum den Anreiz zur staendigen Verbesserung schaffen. Ich meine, es reicht, wenn der Staat eine gewisse Kontrollfunktion uebernimmt und ansonsten die Eltern frei waehlen koennen, wem sie ihre Kinder anvertrauen.

    Sicher, wenn der Staat die Einhaltung der Spielregeln überwacht, braucht er natürlich nicht mehr selber mitzuspielen. Und wenn die religiösen Einrichtungen die weltlichen Vorgaben brav umsetzen, habe ich als alter Kapitalist auch nichts gegen konfessionelle Schulen als Konkurrenz. Nur, warum sollte das dann bei muslimischen Schulen nicht ebenso funktionieren? Auch da würde dann ja gelehrt, was im Lehrplan steht, und nicht was irgendein Mullah gerne hätte.

  22. Der Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit ist ein gutes und wichtiges Anliegen. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus müssen gesetzlich und politisch bekämpft werden.

    Dieses politische Gebot erlaubt es jedoch nicht objektive Tatsachen zu fälschen oder einfach auszublenden.

    AIDS trifft in vielen westeuropäischen Ländern hauptsächlich Homosexuelle. Diese zu stigmatisieren widerspricht der politischen Korrektheit. Daher wurde versucht AIDS als eine Krankheit darzustellen, die alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen trifft.

    Für viele Homosexuelle hätte eine direktere Aufklärung zwar stigmatisierend aber vielleicht lebensrettend sein können.

    Der Schutz vor Diskriminierung als politisches Gebot, war für die Betroffenen zwar angenehm, aber auch mit sehr schlimmen Folgen verbunden.

    Der Islamismus ist Teil der islamischen Religion, da die Schaffung eines islamischen Staats gefordert wird, auch wenn große Teile der Muslime ihre Religion anders auslegen und den demokratischen Verfassungsstaat akzeptieren.

    Für diese Muslime ist es unangenehm mit diesem Thema konfrontiert zu werden und es ist für uns unangenehm, sie mit diesem Thema zu konfrontieren.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/

  23. @Paul13
    Erstaunlich. Ich wußte gar nicht, daß in Berlin prügelnde Familienväter vor den Augen der Nachbarschaft demütigend in Handschellen in den Polizeiwagen gezerrt werden, daß die Ehefrauen von Einwanderern fließend und nahezu akzentfrei Deutsch sprechen, daß dort schlechte Schüler den Nachmittag auf der Schulbank statt vor der Spielhalle verbringen, daß halbstarke Möchtegernmachos notfalls zwangsweise lernen, daß man Mädchen nicht als Nutte beschimpfen darf, nur weil sie sich schminken, daß jeder Jugendliche dort nach dem Schulabschluß eine Lehrstelle hat oder daß die Zahl der Hartz IV-Empfänger in Berlin gegen Null geht.

    Du redest von vietnamesischen Immigranten. Auf die trifft das in etwa zu. Dieselben Ausgangsbedingungen, aber eine ganz andere Reaktion darauf. Ähnliche Beobachtungen gibt es in GB zwischen Indern und Pakistanis. Der gleiche Ausgangspunkt. Die Inder arbeiten sich hoch, die Pakistanis verharren im sozialen Elend.

    Und falls jetzt der Einwand mit den bildungsnahen Türken kommt, die inzwischen schon Privatschulen gründen, um ihren Kindern eine gute Schuldbildung zu ermöglichen – das sind ja nun auch gerade die Türken, die sich von ihren angestammten Milieus distanzieren.

  24. @ Lebowski

    Ich rede nicht von Vietnamesen, sondern davon, daß hier wieder sämtliche anderen Faktoren einfach ausgeblendet werden um dann jegliche Kriminalität auf irgendwelche uralten Koransuren zu schieben.

  25. @Paul13
    Die meisten ernstzunehmenden Islamkritiker schieben die Kriminalität ja nicht auf die Koransuren.
    Der Islam konstituiert wie alle Religionen ein Wertesystem, dass auch dann säkular weiter existiert, wenn die eigentliche Religion schon längst ihre Bedeutung verloren hat – wie gesagt Max Weber.
    Man kann sagen, dass bspw. Skandinavien tief vom Protestantismus beeinflusst ist, selbst wenn die wenigsten Menschen dort noch religiös aktiv sind. So ist das auch im Islam.
    Jungtürken erwerben ihr Machotum ja nicht durch das Lesen von Koransuren, aber sie wachsen nunmal in einer Umgebung auf, in der solches Verhalten entweder hingenommen oder sogar noch gefördert wird. Aber diese Umgebung ist eben durch das Normensystem des Islam beeinflusst. Der Einfluss des Islams ist indirekt.

  26. @ lebowski2

    Da würde ich widersprechen. Da mag es vielleicht Zusammenhänge geben, aber erstens sind die vergleichsweise marginal und zweitens ist das keine Einbahnstraße. Eine Religion selbst spiegelt ja bereits das kulturelle Umfeld wieder, in dem sie entsteht. Armut bedingt beispielsweise den Katholizismus mindestens ebenso wie das umgekehrt der Fall ist.

  27. @Paul
    Eine Religion selbst spiegelt ja bereits das kulturelle Umfeld wieder, in dem sie entsteht.

    Das tut sie, aber gleichzeitig transformiert sie ihr Umfeld auch.
    Jesus hat ja nicht nur sein kulturelles Umfeld widergespiegelt sondern ist auch gegen Ausartungen dieses Umfelds vorgegangen, zB dem Pharisäertum.
    Das kann ich beim Islam nicht erkennen. Nach meiner Ansicht hat der Islam im Gegenteil seinem kulturellen Umfeld noch eine höhere Legitimation verschafft. Frauen waren in allen Kulturen schlechter gestellt als Männer, aber sie haben sich vielfach emanzipiert, das ist aber im Islam anders , weil da die Schlechterstellung Teil der Religion geworden ist.

  28. @ lebowski

    Neues Testament, Epheser 5: „Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wir dem Herrn (Christus); denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen.“

    Wenn das gläubige Christen heutzutage etwas lockerer handhaben können, warum dann nicht auch gläubige Moslems in Bezug auf ihre heilige Schrift?

  29. @ Lebowski

    Chewey weist hier auf einen wichtigen Punkt hin. Meine sehr katholische Oma vertrat noch die Ansicht, daß Frauen „den unteren Weg“ zu gehen hatten, und das ist gerade mal ein paar Jahrzehnte her. Neue Generationen können ganz andere Sichtweisen haben. Man muß ihnen diesen Wandel dann aber auch zubilligen.

    Wobei aber selbst das nur hinsichtlich der zweiten Problemgruppe, den alteingesessenen Traditionalisten, Abhilfe bringen würde. Die erste Gruppe, die der religiösen Fundamentalisten, würde auch das nicht überzeugen, und die dritte Gruppe, die einfachen Kriminellen, interessiert das ganze Thema überhaupt nicht.

  30. Du hast aber bestimmt Verständnis dafür, dass ich bei diesem Selbstfindungsprozess nicht in der Nähe sein möchte. Was soll man machen, bis einige Grundrechte auch im Islam angekommen sind? Den Leuten hier ein eigenes Gehege zuweisen, wo man das Grundgesetz außer Kraft setzt? Und was passiert mit den muslimischen Frauen, die diesen Selbstfindungsprozess überspringen und direkt ihre Grundrechte in Anspruch nehmen wollen, wie -sagen wir mal- Ayaan Hirsi Ali. Sollen wir der sagen: Oh, tut uns Leid, ihr Muslime seid leider noch nicht so weit, du musst leider noch 20 Jahre warten und für Deinen ehermann die Haussklavin spielen, aber dann darfst Du mal alleine auf die Straße gehen.

    Ich kann ja den Afghanen im Rahmen ihrer nationalen Souveränität die Zeit für einen Selbstfindungsprozess zubilligen.
    Aber hier will ich das eher nicht.

    Also, Paul, Dein Argument ist im Grunde ein gutes Argument gegen muslimische Zuwanderung.

  31. @ lebowski

    Wo hab ich auch nur angedeutet, daß ich unverhandelbare Grundregeln der Zivilisation nicht durchgesetzt sehen will? Im Gegenteil, meine Kritik geht ja gerade dahin, daß man, statt den Islam zu verbieten, sich lieber erst mal darum bemühen sollte, die eigenen Gesetze konsequent anzuwenden.

    Wenn diese Gesetze akzeptiert werden, was spricht dann dagegen, daß jemand sich dann trotzdem weiterhin zum Islam bekennt, auch wenn Mohammed das vor über tausend Jahren vielleicht anders sah? Nur weil der PI-Obermullah dekretiert, daß man das dann nicht mehr Islam nennen darf?

  32. Paul,

    mein Staatsverstaendnis ist, dass der Rechtsstaat Gesetze setzt, aber keine Normen. Die Gesellschaft kann Normen entwickeln. Abweichung von gesellschaftlichen Normen ist aber nur dann strafbar, wenn die Abweichung eine Uebertretung geltenden Rechts darstellt.

    Den Koran und Mein Kampf auf einer Ebene zu sehen, ist bis auf weiteres nichts weiter als die Ausuebung des Rechts auf freie Meinungsaeusserung. Wurde in Deutschland schon gefordert, den Koran zu verbieten? Im uebrigen scheint mir auch das Verbot von „Mein Kampf“ ziemlich hanebuechen…

    Meines Wissens ist Kreationismus gerade kein Merkmal der in Europa verbreiteten Konfessionen.

    Mir faellt auf, dass den christliche Konfessionen sehr wohl zugestehst, ein Wertesystem zu bilden, das Du ziemlich kritisch betrachtest. Beim Islam gelingt Dir das nicht in derselben Deutlichkeit. Warum?

  33. @ Beer7

    Doch, das Verbot des Koran wurde und wird in der Islamophobikerszene immer wieder gefordert und auf Widerspruch trifft diese Forderung eigentlich nie. Und wenn es legitim ist, das zu fordern, dann muß es auch legitim sein, diese Forderung zu kritisieren.

    Ihc sehe das Wertesystem des Islam übrigens durchaus kritisch. Das Christentum ist mir in seiner kindlichen Naivität sogar sympathischer. Aber nur weil ich das so sehe, kann ich das noch lange nicht zur Grundlage eines allgemeinen Gesetzes machen.

  34. @Paul
    Du gehst davon aus, dass es einen unpolitischen Islam geben kann, aber der Islam ist seinem Selbstverständnis nach schon politisch.

    Bernard Lewis,Die Assassinen:
    „So durchdringen sich in der islamischen Geschichte und besonders zur Zeit der frühen, grundlegenden Ereignisse, die Gemeinbesitz aller Muslime und für ihr kollektives Bewußtsein prägend sind, Credo und Macht, wahrer Glaube und weltliche Herrschaft total. Dazu gibt es weder im Christentum eine Parallele, noch gab es sie im Judentum seit den frühesten Büchern des Alten Testaments. Der Islam, sagte Ajatollah Chomeini, ist Politik, oder er ist gar nichts.“

    Ein apolitischer Islam ist historisch ohne Beispiel.
    Atatürk hat versucht, ihn zurückzudrängen, aber er ist wiedergekommen. Und auch hier gewinnt er immer mehr Einfluss.

  35. ihr wisst doch nicht was ihr schreibt, wenn ihr etwas aber auch nur etwas ahnung habt dann würdet ihr sowas nie schreiben…
    denkt mal nach oder falls dass euch zu schwer fällt dann geht auf http://www.diewahrereligion.de da sieht ihr was islam ist und nicht das was in eueren Köpfen drin ist falls da was drin ist…
    friede sei mit euch

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