Islam = Krieg?


Berlin/Gütersloh – Ein eigener islamischer Religionsunterricht für muslimische Kinder – das fordert Peter Rieger von der Bertelsmann-Stiftung. Er leitet die Studie „Muslimische Religiosität in Deutschland“, die er heute vorstellt und die SPIEGEL ONLINE vorliegt. 90 Prozent der befragten Muslime bezeichnen sich in der Studie als religiös. Zum Vergleich: Nur 70 Prozent der gesamtdeutschen Bevölkerung gaben gegenüber der Bertelsmann-Stiftung an, religiös zu sein.

[…] „Überraschend“ empfindet Martin Rieger von der Bertelsmann-Stiftung, dass der Islam nur bei einer kleinen Gruppe von Muslimen die politische Einstellung beeinflusst. Nur 16 Prozent sagen, der Glaube habe eine Wirkung auf ihre politische Haltung, rund zwei Drittel lehnen sogar eine eigene islamische Partei ab.

Ui, da wird bei den politisch inkorrekten Möchtegernkölnern aber ein großes Heulen und Zähneknirschen sein. Denn auch der ausgefuchsteste Demagoge der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ wird es nur unter brutaler Vergewaltigung der Prozentrechnung schaffen, jene 84% der Muslime, die einen Einfluß des Islam auf die Politik ablehnen, in jene 10% reinzuquetschen, die sich nicht als religiös bezeichnen.

Genau das aber wäre notwendig, damit die in diesen Kreisen verbreitete Gleichung „Islam = das Denken und Handeln jedes einzelnen Gläubigen rund um die Uhr vorrangig bestimmende Politreligion mit dem Ziel der Welteroberung durch Bosheit, Schwert und Gebärmutter“ wenigstens ein kleines bißchen Sinn bekommt. Da wollen wir doch gleich mal schauen gehen, wie sie das wegzuerklären versuchen…

~ von Paul13 - Freitag, 26. September 2008.

27 Antworten to “Islam = Krieg?”

  1. Wenn es stimmt, wäre das natürlich erfreulich.
    In England und den USA sind die Zahlen sehr viel negativer:
    http://de.danielpipes.org/article/2799
    http://www.iht.com/articles/ap/2007/05/22/america/NA-GEN-US-Poll-Muslim.php
    Immerhin will anscheinend ein Drittel eine islamische Partei. Dazu kommen dann noch andere Radikale, zB türkische Nationalisten. Davon abgesehen kommt es nicht so sehr auf die Meinung der Mehrheit an, sondern darauf, was gegen die Radikalen unternommen wird. Die NSDAP hat mal mit sechs Leuten angefangen. Trotzdem, es bestätigt mich in meiner Auffassung, dass Deutschland mit diesem Islam-Problem relativ gut zurecht kommt.

  2. Aber Paul, das ist doch ganz einfach! PI lässt die Studie weg, und Du lässt die Verhaftung heute Morgen am Kölner Flughafen, und den versuchten Mordanschlag auf zwei Kölner Polizisten weg. So hat halt jeder seinen persönlichen Filter eingebaut.

  3. @Paul
    Prognose: Die Muslime lügen damit sie heimlich alles hier übernehmen können.

  4. Gratulation! Letzte Woche die Nazis besiegt und jetzt stellt sich auch noch heraus, dass fast alle Muslime nette Menschen sind.
    Also wenigstens hat man die Halbnazis nicht umsonst unter Missachtung des Grundgesetzes weggemobbt. Schließlich hat man ja nur nette Menschzen verteidigt.
    Das ist quasi ein Doppeltriumph!
    Und halt dich fest, Paul, eine Studie von PEW kommt zu noch besseren Ergebnissen.
    http://pewglobal.org/reports/display.php?ReportID=262

    Demnach sind die meisten Europäer anti-muslimisch eingestellt und auch nicht selten antisemitisch.

    Kleiner Wermutstropfen bei der Sache:

    „While European views towards Jews have become more negative, the deepest anti-Jewish sentiments exist outside of Europe, especially in predominantly Muslim nations. The percentage of Turks, Egyptians, Jordanians, Lebanese and Pakistanis with favorable opinions of Jews is in the single digits.“

    Oops, über 90 % der Muslime sind Antisemiten. Aber wahrscheinlich war Peter Rieger so schlau, erst gar nicht nach der Einstellung von Muslimen in Deutschland zu Juden zu fragen.
    Jede Wette, dass er zu ausgesprochen unangenehmen Ergebnissen gekommen wäre. Denn eines habe ich bei meinen seltenen Bekanntschaften mit Muslimen festgestellt: sobald es um Juden geht, wird Klartext geredet.

  5. Paul,

    das ist zu oberflaechlich. Leider fuehren PI und Konsorten zum instinktiven Einnehmen der Gegenposition.

    Ich empfehle Dir folgende Texte:
    http://korrektheiten.wordpress.com/2007/10/19/warum-das-christentum-zur-demokratie-passt-der-islam-aber-nicht-teil-i-christentum/
    http://korrektheiten.wordpress.com/2007/10/24/warum-das-christentum-zur-demokratie-passt-der-islam-aber-nicht-teil-ii-islam/
    http://korrektheiten.wordpress.com/2008/07/27/der-mekkanische-koran-eine-themenanalyse/
    http://korrektheiten.wordpress.com/2008/09/20/der-medinensische-koran-eine-themenanalyse/

    Fuer mein Teil bin ich weitgehend ueberzeugt worden…

  6. @ Adnan

    Ich muß die Verhaftung nicht weglassen. Mit ein paar Leuten kann man auch nur 1% islamistischer Terroristen nicht mal ansatzweise mathematisch aushebeln. Die Erklärung von PI, wie man 84% in 10% unterbringt, steht hingegen immer noch aus. Und daß Du diese Erklärung auch nicht beibringen konntest, bestätigt mich nur in meiner Auffassung.

  7. @ Lebowski

    Die Islamophoben können ruhig den islamischen Antisemitismus zur Sprache bringen. Aber sie sollen auch die Ursachen korrekt benennen. Die syrischen Antisemiten z.B. sind das nicht, weil der Koran es ihnen befiehlt, sondern weil es ihnen von einer nicht mal religiösen Diktatur eingetrichtert wird.

    Man kann eine Religion nicht pauschal für jede Verfehlung verantwortlich zu machen, die von ihren Anhängern begangen wird, weil es neben der religiösen noch eine kulturelle Prägung gibt, politische Zwänge, materielle Bedürfnisse und vieles mehr, was oft weit größeren Einfluß hat.

    Das klassische Beispiel ist der typische PI-Asoziale mit Migationshintergrund. Das sind in der Regel Typen, die nicht mal wissen, wie man Moschee schreibt, aber bei PI wird so getan, als hätte Mullah Bin Laden ihre Untaten in seinem anatolischen Exil höchstpersönlich geplant.

    Wer aber alles vom saudischen Terroristenfürsten über kurdische Politkriminelle, marrokanische Drogendealer, albanische Türsteher bis hin zum türkischen Strassenschläger mit dem Koran begründet, reduziert die Menschen hingegen nur auf ihre religiöse Herkunft.

    Das ist doch lächerlich, sonst wäre Auschwitz kein Verbrechen der Nazis, sondern eines der Christen ganz allgemein. Für den GULag wären nicht die Commies verantwortlich, sondern der Papst, weil die Christen ja alle gleich sind. Das ließe sich endlos und nicht zum Vorteil des Christentums fortführen.

    Wer nicht zwischen religiösem Fundamentalismus, archaischen Wertvorstellungen und gewöhnlicher Kriminalität nicht unterscheiden kann, sondern all das der ersteren Gruppe zuordnet, der darf sich nicht wundern, wenn er damit dem Kampf gegen diese Mißstände nur schadet.

  8. @Paul13
    „Die syrischen Antisemiten z.B. sind das nicht, weil der Koran es ihnen befiehlt, sondern weil es ihnen von einer nicht mal religiösen Diktatur eingetrichtert wird.“
    Antisemiten sind grundsätzlich immer Idealisten. Niemand muss sie dafür bezahlen oder dazu anstacheln, dass sie ihren antisemitischen Quark verbreiten, Antisemitismus ist für die meisten Herzensangelegenheit.
    Wenn die säkulare Diktatur in Syrien verschwindet, wird der Antisemitismus trotzdem bleiben.

    „Man kann eine Religion nicht pauschal für jede Verfehlung verantwortlich zu machen, die von ihren Anhängern begangen wird, weil es neben der religiösen noch eine kulturelle Prägung gibt, politische Zwänge, materielle Bedürfnisse und vieles mehr, was oft weit größeren Einfluß hat.“

    Eine Religion, vor allem, wenn sie so großen Einfluss hat wie der Islam, bestimmt auch das geistige Klima in einem Land. Dazu müssen die Leute nicht mal unbedingt diese Religion praktizieren.
    Die ganze japanische Kultur ist stark vom Zen-Buddhismus beeinflusst, obwohl die allerwenigsten diese Religion auch tatsächlich praktizieren. Gleiches gilt für China und den Konfuzianismus.
    Deswegen lassen sich sehr wohl aus dem Studium einer Religion Rückschlüsse auf andere Sachverhalte ziehen.
    Bspw. kann man sagen, dass die islamische Welt wissenschaftlich rückständig ist, auch wenn es im einzelnen hervorragende muslimische Wissenschaftler geben mag. Aus der Tatsache, dass die Wissenschaft im Islam der Religion untergeordnet ist und religiöse Dogmen nicht in Frage stellen darf, ergibt sich nunmal mit einer gewissen Zwangsläufigkeit eine wissenschaftliche Rückständigkeit.
    Andererseits ergibt sich bspw. aus der bigotten katholischen Sexualmoral, dass es wahrscheinlich nirgendwo so viele sexuelle Neurosen gibt wie in der christlichen Welt. Und der Hinweis, dass es im katholischen Milieu ja auch jede Menge sexuell völlig normale Leute gibt, entkräftet das Argument nicht.
    Max Weber konnte eine Studie verfassen über die „protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Ich glaub aber nicht, dass er in dieser Studie schreibt, dass gläubige Protestanten den Kapitalismus erfunden haben oder dass man Protestanten für die Entstehung des Kapitalismus verantwortlich machen darf (oder muss). Er wird wohl darauf hinaus wollen, dass die Arbeitsethik des Protestantismus das Enstehen des Kapitalismus begünstigt hat, ohne dass er dafür einzelne Protestanten in Haftung nehemn muss.
    Und genausogut darf man über statistische Erhebungen oder wissenschaftliche Untersuchungen eine Gewaltaffinität des Islam feststellen, ohne dass man dafür einzelne Muslime angreifen muss, die durchaus friedlich sein können.

  9. Ach, da wir gerade beim Thema sind: Volker Beck und Gregor Gysi hatten zur Gegendemo gegen die Al-Quds-Demo von „Muslimen“ aufgerufen. So richtig geklappt hats aber nicht:
    http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/detail_ddp_2223507020.php
    Es waren auch erstaunlich wenige antifaschistische Widerstandskämpfer anwesend. Fritz Schramma hat man auch nicht gesichtet, Wowi auch nicht.
    Tja!

  10. […] 1 Siehe dazu auch: NBFS […]

  11. ich teile vieles an eurer Kritik an P.I., aber die Aussagekraft einer derartigen Umfrage schätze ich leider sehr gering ein.

    Mag schon sein, dass nur ein kleiner Teil (16 %) der hier lebenden Muslime einen islamischen Staat sofort auch in Deutschland einrichten will.

    wenn die Leute keinen politischen Islam wünschen, warum wird dann in der Türkei eine islamistische Partei gewählt?

    Die türkische Parallelgesellschaft in Deutschland steht zu einem Großteil hinter dieser Partei.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/

  12. @ Lebowski

    Wenn die säkulare Diktatur in Syrien verschwindet, wird der Antisemitismus trotzdem bleiben.

    Also in einem demokratischen Syrien, das im Wohlstand schwelgt und mit Israel in gutnachbarschaftlichen Beziehungen lebt, würde das über kurz oder lang sinken. Sagen wir auf das Niveau von Deutschland. Das ist zwar auch immer noch zu hoch, aber schwerlich auf den Koran zurückzuführen.

    […] Und genausogut darf man über statistische Erhebungen oder wissenschaftliche Untersuchungen eine Gewaltaffinität des Islam feststellen, ohne dass man dafür einzelne Muslime angreifen muss, die durchaus friedlich sein können.

    So ein Vergleich würde aber erst dann Sinn machen, wenn man Verfälschungen durch alle anderen Faktoren zuverlässig ausgeschlossen hätte. Daß dies auch nur versucht würde, kann ich bei PI oder Pro-Köln nicht mal ansatzweise erkennen.

  13. @ aron2201sperber

    Auch Erdogans Islamisten haben sich nicht wie befürchtet zu türkischen Taliban entwickelt, sondern eher zu einer Art islamischer CDU. Vielleicht nicht unbedingt die der 90er-Jahre, aber auch der verklemmte 50er-Jahre Konservativismus ist nicht mit den Brutalomethoden zeitgenössischer islamistischer Schariaregime vergleichbar.

    Was immer an den kriminellen Umtrieben – und zwar auch denen von Migranten – zu kritisieren ist, soll durchaus angesprochen werden, aber die Ursachen dazu sollten dann auch korrekt benannt werden. Wenn ein türkischer Drogendealer von PI an den Pranger gestellt wird, dann wird er das als Exekutor des Koran, und das ist nur noch lächerlich.

  14. @Paul

    „Also in einem demokratischen Syrien, das im Wohlstand schwelgt und mit Israel in gutnachbarschaftlichen Beziehungen lebt, würde das über kurz oder lang sinken. Sagen wir auf das Niveau von Deutschland. Das ist zwar auch immer noch zu hoch, aber schwerlich auf den Koran zurückzuführen.“

    Blah, blah, blah!!! Evidenz = Zero! Also dann doch lieber Studien von der Bertelsmann-Stiftung.

  15. @aron2201sperber

    „wenn die Leute keinen politischen Islam wünschen, warum wird dann in der Türkei eine islamistische Partei gewählt?“

    Leider ist schon lange vergessen, dass erst im letzten Mai massive Demonstrationen gegen die Islamisierung der Türkei stattgefunden haben. Damals waren bis zu einer Million Menschen auf den Straßen. Wahrscheinlich waren das lauter islamophobe Spinner. Und wenn der realpolitikophobe Paul uns jetz schon den Erdogan schönreden muß, dann gibt’s noch ’ne Rieslingfüllung ins mittlerweile leere Tulpengläschen. Selektivmoralisten mag ich am meisten! Und dann nix wie weg! Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage. ;-)

  16. @ beer7

    Selbst wenn es da einen Zusammenhang gäbe, so wäre der im Falle des vielzitierten türkischen Drogendealers weit geringer als der zu anderen Faktoren wie Beruf, Bildung, Alter, Geschlecht, aber auch staatlichem Versagen. Wenn das alles stimmt, mag der Koran wegen mir auch noch Unterschiede verursachen, aber die wären so klein, daß es niemanden mehr interessieren würde.

  17. @ Adnan

    Nicht weniger Evidenz als die gegenteilige Behauptung.

  18. „90 Prozent der befragten Muslime bezeichnen sich in der Studie als religiös. Zum Vergleich: Nur 70 Prozent der gesamtdeutschen Bevölkerung gaben gegenüber der Bertelsmann-Stiftung an, religiös zu sein.“

    Toller Vergleich! Noch besser aber wäre: „Zum Vergleich: Nur 10 Prozent der Atheisten bezeichnen sich als religiös.“

  19. Naja.
    Alle haben wohl die Zusammenfassung der Studie gelesen, weil… naja, weil auch die Medien nur die Zusammenfassung nachdruckten und kritiklos kommentierten.
    Bei den Bertelsmännern gibt´s die Studie, aber mehr oder minder nur einige Ergebnisse und die Kommentare einiger Größen wie Süßmuth oder Udo Steinbach dazu zu lesen. S. Bensheik gibt, zu meiner Überraschung, einen sehr indifferenten Kommentar dazu ab.
    Ich frage mich, warum? Alle sind doch ganz happy…
    Aber von vorne: Es wurde eine telefonische Befragung von 2000 Muslimen durchgeführt. Wie man an die Probanden kam, dazu noch eine repräsentative Zahl von Sunniten, Schiiten, Aleviten herausgefieselt hat, steht leider nicht in der Studie.
    Dass dies sehr schwierig ist, ist, z.B., in der Studie des BMI (Bundesministerium des Inneren) „Muslime in Deutschland“ aus dem Jahr 2007 beschrieben: Nach einer Vorauswahl über entsprechend klingende Namen, wurden eine Gruppe der vermuteten Muslime vorab angeschrieben: Rücklaufquote um 5%. Usw, usf.. Nur türkisch sprechende Leute dürften vermutlich schon dadurch aus dem Raster gefallen sein.
    Auch nicht beruhigend: Als „hochreligiös“ bezeichneten sich über 40% der Sunniten, also der zahlenmäßig größten Gruppe hierzulande. Dabei waren es vor allem die Jüngeren der Befragten, die sich so bezeichneten. Im Vortext der BMI-Studie werden auch andere Studien zitiert, die sich gerade mit diesen Jugendlichen befassen: Die „Hochreligiösen sind, im Gegensatz zu der Jubelarie von SPON etc. gerade für autoritäre Strukturen sehr empfänglich und entziehen sich eher einer Integration. Aus Schäubles Vorwort: …“Dabei besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen defizitärer gesellschaftlicher Integration und fundamentaler religiöser Orientierung. Die Studie gelangt zu dem besorgniserregenden Ergebnis, daß sich in Deutschland ein ernstzunehmendes islamistisches Radikalisierungspotetial entwickelt hat.“
    Einige Fragen in der Studie sind auch ziemlisch wischiwaschi:
    „Sind Sie bereit Opfer für Ihre Religion zu bringen?“ Ja was denn? Auf die Schweinshaxe verzichten? Sich nicht in die Luft zu sprengen?
    Dann das Zitat: „Nur 16 Prozent sagen, der Glaube habe eine Wirkung auf ihre politische Haltung“ liest sich in der Studie so:
    „Nur 16% sagen, der Glaube habe einen SEHR STARKEN Einfluss auf ihre politische Haltung“.
    Rita Süßmuth liest aus einer Telefonumfrage sogar demografische Daten heraus: „Die Studie zeigt, dass auch die Geburtenrate nicht über dem Durchschnitt liegt“… Also das kann das Statistische Bundesamt genauer beantworten. Davon abgesehen liegt die Geburtenrate bei den säkular eingestellten Muslimen im Durchschnitt, bei den Hochreligiösen deutlich darüber.
    Undsoweiter. Es wird also viel hineininterpretiert in diese Studie, aber es werden noch nicht einmal die formalen Kriterien bei der Erstellung benannt.
    Davon abgesehen: Die meisten der Befragten sind wohl nicht in irgendwelchen Verbänden organisiert und möglicherweise „apolitisch“. Aber genau diese Verbände geben vor, politische Forderungen für alle Muslime zu stellen.
    Zum Zweiten lassen sich gerade bei den „Hochreligiösen wahrscheinlich Politik und Religion nur schwer trennen, da diese sich eigentlich auch der Scharia verpflichtet fühlen müßten. Und diese ist nicht gerade rechtsstaatlich ausgerichtet.
    Zum Dritten: Würde man so seelig dreinschauende Bibelschwenker in einer Broschüre über Christen abbilden wie in der Bertelsmann-Studie entsprechende Muslime abgebildet sind, wäre ihnen die Häme von SPON, Herrn Paul etc. sicher. Aber die muss man ja nicht respektieren. Sind ja völlig unexotisch und stehen nicht unter dem besonderen Schutz der Sozialintelligentia…

  20. @Paul13
    So ein Vergleich würde aber erst dann Sinn machen, wenn man Verfälschungen durch alle anderen Faktoren zuverlässig ausgeschlossen hätte. Daß dies auch nur versucht würde, kann ich bei PI oder Pro-Köln nicht mal ansatzweise erkennen.

    Dann kann man den Wissenschaftsbetrieb direkt einstellen. Das schafft nur Allah, alle störenden Faktoren zu eliminieren.

  21. es stimmt, dass die AKPler eindeutig weniger othodox als etwa die taliban sind, mir ist auch Mussolini lieber als Hitler und Honecker lieber als Stalin

    der vergelich mit der CDU hinkt leider sehr, die CDU ist zwar eine Christenpartei, hatte aber niemals die errichtung eines christlichen Staats zum Ziel

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2008/07/30/akp-doch-nicht-verboten-%e2%80%93-grose-erleichterung-im-orf/

  22. Paul13

    Kennst Du die Serie von Shrinkwrapped „The Arab Mind“? http://shrinkwrapped.blogs.com/blog/the_arab_mind/index.html

    Du scheinst darauf bestehen zu wollen, dass das psychische Set-up aller Menschen sich nur unwesentlich unterscheidet.

    Das halte ich fuer einen Glaubenssatz.

    Mein gewachsener (ich ging vom selben Glaubenssatz aus) Eindruck ist, dass es riesige Unterschiede gibt, die sich mehr oder weniger deutlich mit „Kulturen“ (Wie definiere ich „Kultur“) decken. Manfred hat in seinen verschiedenen Texten seine Analyse auf die sozialpolitischen Elemente innerhalb des Islams gestuetzt. Shrinkwrapped bezieht sich vor allem auf Kindererziehung.

  23. @beer7. Ich sehe da keinen qualitativen Unterschied. Das ist die gleiche masslos überzogene Islamkritik, nur halt anspruchsvoller. Sozusagen pi für Gebildete.

  24. @Paul13. Als was diese Leute sich selbst sehen ist ziemlich egal. Mit der gleichen Methode würden sich die Extremisten der Stasipartei vorbildliche Demokraten nennen und vor 30 Jahren, als sie sich noch SED nannten, ebenso.

    Da müsste die Selbstwahrnehmung der Muslime gegen einen umfangreichen Fragekatalog geprüft werden. Das geschiehtr aber nicht, weil der Sinn solcher Studien ein rein politischer ist. Sozusagen eine Auftragsarbeit zwecks Ideologieproduktion. Adressat: Politiker und die verblödete Wählermasse. Wissenschaftlich betrachtet ist die Studie dagegen völlig wertlos.

  25. Emmett Grogan,

    Beziehst Du Dich auf Manfreds Texte oder auf Shrinkwrapped? Deine Antwort erscheint mir merkwuerdig verkuerzt.

    Wenn „Alle Menschen ticken mehr oder weniger gleich“ ein Glaubenssatz ist, dann steht er natuerlich ueber jeder etwaigen Ueberpruefung seiner Grundlagen. Wenn es sich nicht um einen Glaubenssatz handelt, sollten ein paar Ueberlegungen, ob ein konstituierender gemeinsamer Text oder eine bestimmte Kindererziehung eventuelle Unterschiede bewirken koennten, eine differenziertere Behandlung erwarten koennen.

  26. Daß „alle Menschen gleich ticken“ hat doch nie jemand ernsthaft behauptet, oder? Selbstverständlich gibt es kulturelle Unterschiede und entsprechend sehr weit auseinanderklaffende Wertvorstellungen (oder, schicker ausgedrückt: normative Bezugssysteme). Entscheidend ist doch, daß man
    a) diese nicht als unwandelbar begreift (ganz entscheidend in der Integrationsdebatte) und
    b) sie nicht alle auf „den Islam“ als einzigen (oder zumindest wichtigsten) Faktor zurückführt, sondern anerkennt, daß „die Muslime“ sehr unterschiedlichen Kulturen angehören und entsprechend auch untereinander sehr unterschiedlich ticken können, daß oft Andersgläubige aus demselben Kulturkreis ähnlicher ticken als Muslime aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

  27. Die Studie wäre interessanter gewesen, wenn (selbstverständlich Angehörige aller Religionen) konkreter gefragt worden wäre. Vereinfacht: Stellung zu Juden, Atheisten Homosexualität,Heiliger Krieg, Heirat Christ-Muslim e.t.c.

    Ich habe den Eindruck, „heiße Eisen“ hat die Studie nicht aufgreifen wollen.

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