Fremdschämen in Frankreich


Ein „Anti-Islamisierungskongress“ europäischer Rechtsradikaler in Köln sorgt seit Wochen für Aufregung. Bis zu 40.000 Demonstranten erwartet die Polizei. Doch das Gipfeltreffen ist keins – Europas bekanntester Rechtspopulist Jean-Marie Le Pen wird nicht teilnehmen, bezichtigt die Organisatoren gar der Lüge.

Köstlich! Die Kasper von Pro-Köln sind selbst einem Le Pen noch peinlich. Und da sage noch mal jemand, Politik wäre nicht lustig.

~ von Paul13 - Donnerstag, 18. September 2008.

30 Antworten to “Fremdschämen in Frankreich”

  1. Interessant! Ein Haufen unbekannter Rechtspopulisten kündigt einen Anti-Islamisierungskongress an und das schlägt Wellen über den Iran bis nach Malaysia. Was ist an einen popeligen Kongress oder einem kleinen Internetfilmchen (wie das von Wilders) so interessant, dass sich ein eine Volksfront von CDU bis zu den Kommunisten bildet, um eine Horde Frauenunterdrücker und Meinungsfreiheitseinschränker in Schutz zu nehmen.
    Das muss wohl Angst ums Geschäft sein.

  2. Ja, das wird der Knüller in Köln. Laut Indymedia demonstrieren jetzt auch Nazis gegen Nazis am Wochenende. Und wenn dann Paul mit seinem Bush junior T-Shirt zwischen Mein Parteibuch und Da Rockwilda direkt hinter Che2000 aufmaschiert, dann blickt selbst Fielmann nicht mehr durch. :-)

  3. @ lebowski

    Daran ist interessant, daß es den Rechtsextremen erstmals gelungen ist, ihren Anhängern vorzugaukeln, eine ganz normale bürgerlich-populistische Partei zu sein. Wer zur Sonnenwendfeier der NPD kommt, weiß in der Regel, was ihn da erwartet. Wer für Pro-Köln gegen die Ehrenfelder Moschee demonstriert, hingegen nicht.

  4. @ Adnan

    Da irrst Du, und genau das ist wohl der Unterschied zwischen uns. Ich würde nicht nur nicht mit Pro-Köln gegen den Islamismus demonstrieren, sondern auch nicht mit DaRockwilda oder Bartels gegen die Rechtsradikalen. Du scheinst da hingegen weniger Breührungsängste zu haben, sonst würdest Du mir die meinen nicht vorwerfen.

  5. Paul, jetzt liest du dir mal ganz in Ruhe den Artikel von Tobias Kaufmann im Kölner Stadtanzeiger durch, und vielleicht kapierst dann sogar du, was Sache ist. Obwohl? ;-)

    http://www.ksta.de/html/artikel/1221775307769.shtml

  6. @ Adnan

    Ich sehe, Du bist lernfähig. Kaufmann bestätigt nämlich meine Linie zu 100%. Widerstand gegen Islamismus statt Islam sowie die Ablehnung von Pro-Köln als Kooperationspartner in diesem Kampf.

  7. Na ja was ich so lese zeugt das alles nicht gerade von Demokratie.
    Da sind ein paar aengstliche Buerger erst von ein paar faschisten und der Presse gehijacked worden. Nun findet ein, durchaus grenzwertiger, Kongress statt und will dort sein demokratisches Recht auf Meinungsaeusserung in Anspruch nehmen.
    Was passiert? Nun nichts, was ich mit einer guten und gefestigten Demokratie in Verbindung bringe. Im Gegenteil. Und damit ist jetzt nicht unbedingt die Veranstaltung der vermeindlichen Nazis gemeint die nun von vermumten Linken durch die Strassen gejagt werden. Wobei natuerlich nur, wenn diese in der Minderheit sind.
    Also genau wie bei Glatzen, faschisten etc.
    Doch nun kommt aus meiner Sicht das perfide daran, keinen scheint es ernsthaft zu stoeren dass Linke Chaoten hier mit Gewalt vorgehen da es sich ja „nur um Nazis“ handelt.
    Alles eigenartig was man hier in Deutschland so unter Meinungsfreiheit und Demokratie versteht. Ich glaube so langsam wird es ernsthaft Zeit ans Koffer packen zu denken.

  8. @Ausländer
    Du sprichst mir aus dem Herzen. Man muss die rechten Gestalten, die da am Wochenende auflaufen, nicht toll finden. Aber Tatsache ist, dass die Veranstaltung genehmigt wurde und Pro-Köln eine demokratisch gewählte Partei ist, die das Recht hat, so eine Veranstaltung durchzuführen.
    Von einem Oberbürgermeister und erst Recht von einem Ministerpräsidenten sollte man eigentlich erwarten können, dass sie als gewählte Volksvertreter demokratische Rechte verteidigen.
    Wie kann man von Polizisten erwarten, dass sie ihren Kopf für die demokratie hinhalten während sich die demokratischen Dienstherren argumentativ vom Acker machen.

    Den Protest gegen diese Veranstaltung kann man getrost solchen peinlichen Gestalten wie Wolfgang Niedecken überlassen.

  9. „Von einem Oberbürgermeister und erst Recht von einem Ministerpräsidenten sollte man eigentlich erwarten können, dass sie als gewählte Volksvertreter demokratische Rechte verteidigen.“ was natürlich bedeutet, dass man jeden Protestmarsch auf dem Markt taubstumm hinnehmen muss. SCHWEIGEN ist nämlich die demokratische Pflicht des demokratisch gewählten Volksvertreters.
    Es sei denn, irgendwo wird im Einklang mit der Bauordnung eine Moschee gebaut. Dann MÜSSEN „die da oben“ „das Maul aufmachen“ für „den kleinen Mann“ sonst sind es nur „demokratisch“ „gewählten“ „Volksvertreter“.

  10. @Paul
    Dass du den Artikel von Kaufmann nicht wirklich verstanden hast, das war nir von Anfang an klar!

    „Ich sehe, Du bist lernfähig“

    Sehen, sehen, tust du garnix, du Blindschleiche! Aber es stimmt, im krassen Gegensatz zu dir, bin ich tatsächlich lernfähig!

    Du Demokrat für Arme! Für ganz arme Arme! Wirklich für ganz, ganz, ganz Arme!

  11. @Daniel
    Komm mir doch nicht mit so einem Quatsch.
    Als ob gerade die Kölner CDU nicht schon allen möglichen Islamisten und türkischen Rechtsradikalen ihre Aufwartung gemacht hätte.
    http://www.ksta.de/servlet/OriginalContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1213962196887
    http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2001/44/09a.htm

    Das ganze Gelaber vom Schramma wirkt vor diesem Hintergrund doch reichlich verlogen.

  12. @ Auslaender

    Das stimmt natürlich. Nur weil das islamfeindliche Deppen sind, hat man noch lange nicht das Recht, sie deswegen zu verprügeln. Mit christenfeindliche Deppen darf man das ja auch nicht.

    In einer Demokratie besteht nun mal auch das Recht auf Dummheit. Und rechte Idioten haben dasselbe Recht auf diese Dummheit wie linke Idioten. Wenn auf Dummheit Prügelstrafe stehen würde, gäb’s hier eine Menge andere Kandidaten, die dann ebenfalls ein paar aufs Maul kriegen müßten.

    Diese Möchtegern-Antifa schadet dem Kampf gegen den Rechtsextremismus genauso wie die Pro-Köln-Spinner dem Kampf gegen den Islamismus. Im Prinzip stehen die alle auf derselben Seite, sie wissen es nur nicht.

  13. @ Lebowski

    Es besteht aber ein Unterschied zwischen dem Genehmigen eines solchen Kongresses und dessen widerspruchslsem Hinnehmen. Ich bin durchaus dafür, daß auch gewaltfreie rechte Idioten sich ohne Gefahr für Leib und Leben treffen dürfen, aber ich bin eben auch dafür, daß man ihnen dann genauso gewaltfrei zeigt, daß sie eben nur Idioten sind.

  14. @ Adnan

    Eine ausgefeilte Argumentation, muß ich schon sagen. Jetzt weiß ich nur immer noch nicht, wo Kaufmann sich für PI und Pro-Köln in die Bresche wirft und mir widerspricht.

  15. @lebowski
    Hä???????

  16. @daniel
    Mein Kommentar war nicht so schwer zu verstehen. Versuchs nochmal!

    @Paul13
    „..daß auch gewaltfreie rechte Idioten sich ohne Gefahr für Leib und Leben treffen dürfen, aber ich bin eben auch dafür, daß man ihnen dann genauso gewaltfrei zeigt, daß sie eben nur Idioten sind.“

    Ja, aber was den Widerstand angeht, schießt man inzwischen mit Kanonen auf Spatzen, und ein weiteres Manko dieses antifaschistischen Widerstands besteht darin, dass man Leute wie Ahmadineschad als Verbündete hat, der natürlich jede Islamkritik verboten sehen möchte.

  17. @Paul
    Sie haben selber geschrieben, dass auch eine rechtspopulistische Gruppe wie pro köln das Recht haben müsse, so eine Veranstaltung abzuhalten. Das wurde ihr gestern von der Antifa unmöglich gemacht.Schramma hat das als „Sieg der Demokratie“ bezeichnet und auch sonst hat sich keiner darüber aufgeregt. Auch nicht die „liberalen“ Blogs. Das kann einen schon wütend machen.

  18. Ich stimme da mit Auslaender und lebowski überein. Egal welche Gestalten da aufmarschieren (und bei Veranstaltungen der Linken hab ich schon weitaus schlimmere gesehen) es kann nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Es geht mir schon lange gegen den Strich das die gewalt der sogenannten AntiFa hier in Deutschland anscheinend stillschweigend akzeptiert wird.
    Ich würde mittlerweile sogar soweit gehen und hier schon Paralleleln zu den SA-Schlägertrupps zu ziehen. Die AntiFa ist mittlerweile ähnlich gut organisiert und hat ebenso genügend Rückendeckung in den Medien und der Politik.

  19. @chripa
    „Schramma hat das als Sieg der Demokratie bezeichnet uns auch sonst hat sich keiner darüber aufgeregt.“
    Das stimmt nicht, siehe z.B. hier:
    http://zettelsraum.blogspot.com/2008/09/zitat-des-tages-ein-sieg-der-stadt-kln.html
    oder
    http://hotelvilladeart.wordpress.com/2008/09/20/pro-trottel/
    gleich in der Nachbarschaft von nbfs gibt es also sehr wohl Kritik. Ich dachte ich hätte gestern auch einen guten Artikel in der faz dazu gelesen, kann aber gerade keinen Link dazu finden.
    Aber natürlich ist es beängstigend, wie der Großteil der Öffentlichkeit tut als wäre nichts besonderes gescehen, dabei hat Köln dem Terror durch die Verletzung Demonstrationsfreiheit nachgegeben und ihm auch noch gedankt.
    Schramma muss zurücktreten, da er offenbar Probleme mit einer freiheitlich demokratischen Grundordnung hat.

  20. @ Chripa

    Das kann einen tatsächlich wütend machen. Allerdings nur jene Leute, die es auch wütend macht, wenn der faschistische Mob Ausländer durch die national befreiten Zonen Ostdeutschlands hetzt. Ich denke also, daß sich die Wut unter den Pro-Köln-Sympathisanten in Grenzen hält.

  21. @ garydausz

    Bei dieser Möchtegern-Antifa muß ich unwillkürlich an Kurt Schumachers Ausdruck von den rotlackierten Faschisten denken. Da könnte ich echt kotzen, daß man gegen diesen Pro-Köln-Dreck anschreibt, und dann kommen diese gehirnentkernten pseudolinken Vollidioten daher und fallen einem in den Rücken, indem sie den rechten Vollidioten schön pressewirksam den Märtyrerstatus verleihen. Wenn man sie verknackt, sollte an auf keinen Fall vergessen, die Förderung rechtsradfikaler Propaganda noch als Anklagepunkt obendraufzupacken.

  22. @ Schmock

    Ja, das ist beängstigend. Das scheinen viele jener, die sich mit mir über die Pro-Köln-Pleite freuen, noch gar nicht in seiner ganzen Tragweite erfaßt zu haben. Wenn wir jetzt an dem Punkt sind, wo ein Schlägertrupp den Staat mit Gewalt dazu bringen kann, Veranstaltungen der politischen Konkurrenz aus Sicherheitsgründen zu verbieten, dann gute Nacht.

    Das ist besonders bitter, als es so überflüssig ist, da Pro-Köln es selbst einem schlichter strukturierten Antifaler ja nun wirklich nicht allzu schwer macht, diese Kasper argumentativ zu zerlegen. Das ist ein intellektuelles Armutszeugnis für Leute, die sich für links halten. Die Linke halte ich nämlich tendenziell eigentlich für intelligenter als die Rechte. Aber da gibt’s offenbar auch ein geistiges Prekariat.

  23. Das ganze war eine durch und durch peinliche Veranstaltung und zwar quer durch so ziemlich alles was einen echte Demokratie ausmacht. Angefangen bei den Medien ueber die Politiker hin zu den Linksfaschisten und ein Grossteil der Gegendemonstrierer wusste auch nur das es gehen echte und vermeindliche Nazis geht.
    So treibt man bsorgte Buerger nicht in eine Auseinandersetzung mit den Problemen oder vermeindlichen Problemen.
    Und ich lasse jede Wette das wenn morgen eine Umfrage ueber das fuer und wieder dieses Moscheebaus nicht wenige der „Antinazis“ mal locker ihre Unterschrift gegen die Moschee setzen werden.
    Denn dann geht es ja nicht gegen Nazis sondern gegen die Moschee.
    Das ist wie mit den Lichterketten gegen Nazis nach irgendwelchen Ausschreitungen gegen Auslaender.

  24. @Paul
    Ja, aber realistisch gesehen stellen die Rechtsradikalen nun einmal die geringere Bedrohung dar. Das liegt ua auch an der demografischen Entwicklung.

  25. Ja, Paul, hör‘ gut zu. Nazis sind nämlich hässlich und impotent, die koennen keine Kinder machen selbst wenn sie ein Blitzmädel dafür abbekämen.

  26. @Paul
    „Die Linke halte ich nämlich tendenziell eigentlich für intelligenter als die Rechte.“
    Das sehe ich nicht so, zumindest was den „Mob“ betrifft. In den Reihen der Antifa-Aktivisten laufen genauso viele Hohlbirnen mit wie in den Reihen der Neo-Nazis. Versucht man mit diesen Leuten (AntiFa) zu diskutieren kommt ausser hohlen „Weltkapitalismus“ und „Globaler Ausbeutungs“ Phrasen nichts gescheites dabei heraus. Die kauen auch nur das wieder was ihnen von anderen in den Mund gesteckt wurde.

  27. @ Chripa

    Also die demographische Bedrohung durch die Antifa dürfte auch nicht höher sein als die durch die Faschos.

  28. @ garydausz

    Grundsätzlich erfordert es aber mehr Intelligenz, sich etwas neues auszudenken als für etwas zu kämpfen, daß es schon mal gab.

    Wobei es sicherlich richtig ist, daß dieser tumbe Brutalo-Abschaum, der den Begriff Antifa in Köln diskreditiert hat, sich im Prinzip aus derselben Klientel rekrutiert, die sonst die Rechten mit Kanonenfutter versorgt. Das sind im Prinzip ebenfalls meist irgendwelche Loser, die ihre Aggressionen an Schwächeren auslassen wollen, nur daß sie sich anders als die Faschos dabei auch noch als Gutmenschen fühlen wollen.

  29. @Paul
    Die Rechtsradikalen rekrutieren sich vor allem aus bestimmten Regionen, die am Aussterben sind. Wenn also zB in der Uckermark weniger Kinder geboren werden, stehen auch weniger potenzielle Nazis zur Verfügung.

  30. „The spread of freedom is the best security for the free. It is our last line of defense and our first line of attack.“

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