Treffer, versenkt!


Der ultimative Kommentar zum am 20. September in Köln unter dem Namen „Anti-Islamisierungskongreß“ zusammenkommenden Gruselkabinett des europäischen Rechtspopulismus stammt aus Amerika:

That list contains virtually every racist, fascist leader in Europe, and you can bet that the usual suspects will be defending it. The concept of fighting against the global jihad has lost much of its credibility, because some of the most visible spokespeople refuse to unequivocally renounce their associations with this crew of vile Neanderthals.

„Vile Neanderthals“ gefällt mir am besten. Hoffentlich begreifen die „usual suspects“, daß sie im Kampf gegen den Jihadismus ungefähr die Funktion haben, den ein Klotz am Bein beim 100m-Sprint erfüllt.

~ von Paul13 - Dienstag, 9. September 2008.

39 Antworten to “Treffer, versenkt!”

  1. Volltreffer!

  2. Direkt ins Munitionslager *g*

  3. @Paul13
    Kennst Du nennenswerten demokratischen Widerstand gegen die Islamisierung? Ich nicht!

  4. @Paul
    Aber die Islamisierung kennst Du doch, oder?

  5. @ lebowski

    Islamisierung ist so ein schönes Wort, bei dem man nie weiß, was damit genau gemeint ist.

    Wenn es um den Kampf gegen den Islamismus geht, da gibt es eine ganze Menge demokratischen Widerstand. Oder hältst Du mich nicht für demokratisch? ;-)

    Wenn es aber um den Kampf gegen den Islam geht, stellt sich die Frage, ob sich Demokraten an dem überhaupt beteiligen sollten. Religionsfreiheit gibt es schließlich nicht ohne Grund.

  6. @ daniel

    Auch an Dich die Frage, was genau Du damit meinst? Das Vordringen des Islamismus oder das des Islam?

  7. @Paul

    Paul, es gibt Leute, die im Gegensatzt zu dir, noch nicht vergessen haben, dass die Mehrzahl der Attentäter von 9/11, in Moscheen, die in Deutschland stehen, radikalisiert wurden!

    P.S.: Warum gibt’s eigentlich in islamischen, nicht islamistischen, Ländern so gut wie keine Religionsfreiheit?

  8. @Paul
    Frage schon beantwortet. Damit:“Wenn es aber um den Kampf gegen den Islam geht, stellt sich die Frage, ob sich Demokraten an dem überhaupt beteiligen sollten. Religionsfreiheit gibt es schließlich nicht ohne Grund.“
    @adnan
    Weil die meisten islamischen Länder Diktaturen oder Monarchien sind.

  9. @ Adnan

    Daniel hat mir die Worte aus dem Mund genommen.

  10. @daniel
    „Weil die meisten islamischen Länder Diktaturen oder Monarchien sind“, so wie die Niederlande, Schweden oder Dänemark…

  11. @daniel
    „Weil die meisten islamischen Länder Diktaturen oder Monarchien sind.“
    Und ist das jetzt Zufall oder könnte es am Islam liegen?
    Denn schließlich bringen Religionen, die eine bedingslose Unterwerfung unter den Willen ihres Gott fordern nur selten selbstbewußte Bürger hervor.

    @Paul
    Wie willst Du denn juristisch erfassen, was eine „Religion“ überhaupt ist. Muss man jeden Quark, an den Menschen glauben, für voll nehmen, nur weil er mit dem Etikett „Religion“ versehen ist.
    Nach meiner Ansicht ist die Religionsfreiheit deutlich überflüssig, da sie implizit schon in den anderen Freiheiten enthalten ist.

  12. @Schmock
    Ne, keine Demokratien mit einer mit Repsäsentationsaufgaben betrauten Krone sondern Monarchien.

  13. @Schmock
    Du hast recht – Daniel hätte einfach sagen sollen: Es sind keine Demokratien ;-)

  14. @S1iG
    Keine freiheitlichen Demokratien.

  15. @daniel
    Die Niederlande ist eine Monarchie.
    Ich verstehe immer noch nicht den kausalen Zusammenhang. Gibt es in einer Diktatur nie Religionsfreiheit oder nur seltener als in einer Nichtdiktatur?
    Mal zwei Beispiele, die mich an Deiner These Zweifeln lassen:
    1.Der Iran hatte unter dem Schah wohl mehr Religionsfreiheit als zur Zeit in der islamischen Republik, die ja immerhin partizipative Elemente hat.
    2.Napoleon Bonaparte hat den Code Civil eingeführt.

  16. @Schock
    Stimmt – das passt noch besser!

  17. @daniel
    Nachtrag:
    Man kann sich die Welt auch im Kleinen anschauen.
    1.In vielen Dörfern in Europa gab es Antisemitismus, auch praktischen, also konnten Juden dort nicht ihren Glauben ausleben.
    2.Die Fraktion der Islam-Hasser (z.B. PI) ist bestrebt Moscheebau zu unterbinden. (Das ist im Übrigen nicht nur ein Angriff auf die Religionsfreiheit, sondern auch auf das Privateigentum.) Dabei sind das Leute die heute in Deutschland (Belgien, Frankreich, etc) leben, also in einem relativ freiheitlichen demokratischen Staat. Wenn sie sich politisch durchsetzen, dann aber „Gute Nacht“ Moschee (und Religionsfreiheit).

  18. @S1IG
    Ich bin gespannt darauf, wie viele Staats- und Regierungsformen Du kennst…
    @Schmock
    NATÜRLICH gibt es in einem demokratischen Staat mit größerer Wahrscheinlichkeit Religionsfreiheit als in einem nicht-demokratischen. Letzterer kann nämlich einfach die Freiheit der Religion verbieten, ersterer bekommt dann Probleme mit dem Label „demokratisch“. Was den Antisemitismus (geht’s denn gar nicht mehr ohne…) und die Pipiköpfe angeht: Der Unterschied zwischen Fanatikern in Demokratien und Fanatikern in Diktaturen ist der, dass die „demokratischen Fanatiker“ seltener die Gesetze in ihrem Land machen.

  19. Unglaublich, was sich dieser Broder schon wieder erlaubt:

    „Human Rights Watch regt sich mal wieder darüber auf, das in fünf Staaten, die alle zufällig dem islamischen Kulturkreis angehören, Kinder hingerichtet werden. Aber ist das nicht auch ein Zeichen dafür, dass in diesen Staaten Kinder besonders ernst genommen werden? Im übrigen, wenn man Elfjährige verheiraten kann, kann man auch Fünfzehnjährige hinrichten, oder?“

    Pfui deubel! Zum Glück gibt’s Paul!

  20. Äh, Paul, ist jetzt Daniel dein neuer Stichwortgeber? Na dann, wünsch ich dir viel Erfolg für die Zukunft!

  21. @ Lebowski

    Und ist das jetzt Zufall oder könnte es am Islam liegen?

    Eher Zufall. Sonst wäre die Zahl der Diktaturen und Monarchien im christlichen Kulturkreis nicht um ein vielfaches höher als die im Islam.

    Denn schließlich bringen Religionen, die eine bedingslose Unterwerfung unter den Willen ihres Gott fordern nur selten selbstbewußte Bürger hervor.

    Das haben aber alle Religionen gemeinsam. Wenn man sie die Geschicke des Staates bestimmen läßt, ist das nie gut, ganz gleich, ob man nun nach Mekka oder Rom betet. Davon mal abgesehen haben alle Religionen zusammen nicht mal annähernd soviele Opfer verursacht wie die ohnehin meist weltlichen Terrorregime.

    Wie willst Du denn juristisch erfassen, was eine “Religion” überhaupt ist. Muss man jeden Quark, an den Menschen glauben, für voll nehmen, nur weil er mit dem Etikett “Religion” versehen ist.

    Für voll nehmen muß man gar nichts. Aber respektieren, daß andere das tun.

    Nach meiner Ansicht ist die Religionsfreiheit deutlich überflüssig, da sie implizit schon in den anderen Freiheiten enthalten ist.

    Ist mir auch recht. Dann bin ich für die Gleichberechtigung des Islam eben nicht aufgrund der Religionsfreiheit, sondern wegen der Gedankenfreiheit. Solange die ihre Mitmenschen in Ruhe lassen, ist mir das völlig wurst. Und zwar aus Schweinefleisch. ;-)

  22. @ S1IG/Schmock

    Korrekterweise hätte Daniel zwar zwischen konstitutionellen und absoluten Monarchiien unterscheiden müssen, aber ich hab ihn gleich verstanden, weil ich den Begriff Monarchie in der Regel auch ohne Attribut im Sinne einer Form von Diktatur verwende. Die gebrachten Beispiele aus Skandinavien buche ich, sofern ich nicht auf den Unterschied zur Republik hinweisen will, auch immer unter Demokratien ab.

  23. @Paul
    Das stimmt schon – aber ich denke beim Erbenszähler und Begriffs-Zerdiskutierer muss man ein wenig nachhaken ;-)
    Letzlich war das nur ein Versuch einen Weg da raus zu zeigen – vollkommen unerheblich wieviele Staats- und Regierungsformen ich kenne. ;-)

  24. @Paul13
    „Sonst wäre die Zahl der Diktaturen und Monarchien im christlichen Kulturkreis nicht um ein vielfaches höher als die im Islam.“
    Kannstde das mal erläutern?!

    „Das haben aber alle Religionen gemeinsam. Wenn man sie die Geschicke des Staates bestimmen läßt, ist das nie gut, ganz gleich, ob man nun nach Mekka oder Rom betet. Davon mal abgesehen haben alle Religionen zusammen nicht mal annähernd soviele Opfer verursacht wie die ohnehin meist weltlichen Terrorregime.“

    Knapp vorbei!
    Eigentlich würde ich Dir ja Recht geben, da ich in einer katholischen Kleinstadt aufgewachsen bin, wo die Leute teilweise noch dachten, dass Gott CDU wählt.
    Trotzdem:
    Sowohl Islam als auch Christentum sahen sich im Mittelalter vor die Entscheidung zwischen Rationalismus und Orthodoxie gestellt. Das Christentum hat sich für den Rationalismus entschieden, der Islam für die Orthodoxie. Christlich Klöster in dieser Zeit waren die ersten Protouniversitäten. Und Wissenschaften wie die Astronomie waren ursprünlich als Hilfswissenschaften der Theologie gedacht, die sich dann aber schnell von dieser emanzipierten.
    Die christliche Kirche hat eher unfreiwillig an ihrer eigenen Entmachtung mitgearbeitet, deswegen darf
    man Sie milder beurteilen als den Islam.

    „Aber respektieren, daß andere das tun.“
    Das wüsste ich aber!
    Das wäre ja der allerschönste Kulturrelativismus!
    Wieso soll ich Leute respektieren, die einer Religion angehören, für die ich ein Ungläubiger bin, den man gefälligst zu massakrieren hat?
    Und wenn ein türkischer Vollproll vor Dir steht und verlangt: „Respekt, Alter, Respekt!“, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass Du dieser Forderung nachkommst, es sei denn, er hat ein Klappmesser dabei.

  25. @ Adnan

    Ich glaube nicht, daß Broder die christliche Tradition der Hexenverbrennung wesentlich sympathischer findet. Im übrigen hat er damit nicht islamische Demokratien kritisiert und nicht mal alle ismaischen Diktaturen, sondern nur jene unter letzteren, die eine islamistische Ideologie zur Staatsräson machen.

    Was Daniel angeht, so kann ich ihm, nur weil ich meist anderer Meinung bin als er, doch nicht auch dann widersprechen, wenn er recht hat, und das dann auch noch mit der Begründung, daß er ja Daniel ist. Stell Dir mal vor, ich würde das mit Dir so machen. Dann dürfte ich Dir ja auch nie zustimmen.

  26. @ lebowski

    Kannstde das mal erläutern?!

    Da gibt’s nicht viel zu erläutern. Der christliche Kulturkreis hat im Laufe der Zeit wesentlich mehr Diktaturen hervorgebracht als der islamische. Das liegt schon in der Natur der Sache, denn es gibt auch weit mehr christliche Staaten als islamische. Wenn man dann noch die nichtchristlichen Diktaturen hinzunimmt, wird die Fixierung auf den Islam als Wurzel allen Übels sowie die Weigerung, sauber zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden, vollkommen lächerlich.

    Um es klar zu sagen: Sofern die Mullahs oder ein anderer islamistischer Spinner nicht doch noch irgendwann die Atombombe kriegt, werden alle islamischen Staaten zusammen niemals auch nur annähernd in jene Regionen kommen wie die nichtislamischen Regime. Oder um es noch deutlicher zu sagen: Selbst wenn wir Hitler, Stalin, Mao und die üblichen Verdächtigen mal beiseite lassen, werden sie sogar Mühe haben, auch nur die Kolonialherrschaft des christlichen Belgien zu toppen.

    Knapp vorbei!

    Na, dann laß Deine Zahlen mal hören.

    […] Sowohl Islam als auch Christentum sahen sich im Mittelalter vor die Entscheidung zwischen Rationalismus und Orthodoxie gestellt. Das Christentum hat sich für den Rationalismus entschieden, der Islam für die Orthodoxie.

    Das heißt aber auch, daß eine Religion sich offensichtlich grundsätzlich erst mal reformieren kann.

    […] Die christliche Kirche hat eher unfreiwillig an ihrer eigenen Entmachtung mitgearbeitet, deswegen darf man Sie milder beurteilen als den Islam.

    Also unfreiwillig würde ich jetzt aber nicht gerade als Pluspunkt bei der Beurteilung werten.

    Das wüsste ich aber!
    Das wäre ja der allerschönste Kulturrelativismus!
    Wieso soll ich Leute respektieren, die einer Religion angehören, für die ich ein Ungläubiger bin, den man gefälligst zu massakrieren hat?

    Das verlangt ja keiner von Dir. Aber zwischen dem (Un)Recht, seine Mitmenschen als Ungläubige zu massakrieren und dem Recht, gen Mekka zu beten, besteht dann doch noch ein klitzekleiner Unterschied. Kulturrelativismus ist idiotisch. Religionsfreiheit ist es nicht.

    Und wenn ein türkischer Vollproll vor Dir steht und verlangt: “Respekt, Alter, Respekt!”, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass Du dieser Forderung nachkommst, es sei denn, er hat ein Klappmesser dabei.

    Vor so Gestalten habe ich keinen Respekt, höchstens Angst. Aber gerade der Typ mit dem Klappmesser ist das beste Beispiel, daß die Islamophobie völlig an der Sache vorbeigeht. Das Problem der vielzitierten türkischen Türsteher und Drogendealer mit ihren Klappmessern ist, daß sie kriminelle Arschlöcher sind, nicht daß sie vor 10 Jahren mal eine Moschee von innen gesehen haben.

    Wäre dem so, dann gäbe es keine russischen, jugoslawischen und deutschen Kriminellen. Wir haben also ein Problem im Umgang mit Kriminalität, nicht mit Religion. Wenn man gegen Kriminelle wie gegen die Ursachen, die sie zu welchen werden lassen, intelligent und entschlossen vorgehen würde, dann könnte man Mohammed endlich einen guten Mann sein lassen, findest Du nicht?

  27. „Das liegt schon in der Natur der Sache, denn es gibt auch weit mehr christliche Staaten als islamische.“

    Deswegen sollte man mit relativen Zahlen operieren und nicht mit absoluten. Denn nach so einer Logik wäre ja auch die AUM-Sekte besser als das Christentum.
    Demokratisch sind im Islam Indonesien und die Türkei, mit Abstrichen der Libanon. Wobei Atatürk, der Gründer der türkischen Republik ein entschiedener Gegener des Islam war.
    Mit der Demokratie siehts von daher nicht allzu üppig aus.

    „Das heißt aber auch, daß eine Religion sich offensichtlich grundsätzlich erst mal reformieren kann.“

    Reformwillige gab es im Islam einige, die meisten kriegten die Todesstrafe. Auch heute noch werden in Internetforen moderate Muslime als „Takfir“ beschimpft – als Ungläubige.
    (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25719/1.html)
    Das Blöde ist nunmal, dass radikale Muslime immer auf hunderte Seiten Koran verweisen können, während sich die Moderaten mühsam ein paar doppeldeutige Zitate vom Munde absparen müssen.

    „Aber zwischen dem (Un)Recht, seine Mitmenschen als Ungläubige zu massakrieren und dem Recht, gen Mekka zu beten, besteht dann doch noch ein klitzekleiner Unterschied.“

    Es geht weder um das eine noch das andere. Niemand spricht den Moslems das Recht ab gegen Mekka zu beten.
    Und selbst Moslems lehnen den Terror ab.

    Aber da ist noch ein Zwischending, unangenehm sichtbar geworden mit den Mohammed-Karikaturen: reaktionär, anti-emanzipatorisch, repressiv.
    Aber die Rechten sind nun blöderweise die Falschen, den Herrschaftsanspruch des Islam zu bekämpfen, das ist nur die unangenehme Alternative zwischen Not und Elend.

  28. @lebowski
    Das wirklich blöde ist, dass radikale Muslime Gewalt benutzen, wo die moderaten mit Vernunft zu argumentieren versuchen. Radikale sind meist Gewaltbereit, während die moderaten in der Regel gegen Gewalt sind. Das ist ein großer Vorteil für die Islamisten.

  29. @Paul
    Zum Thema Demokratie und Religionsfreiheit:
    Ich denke, dass eine Demokratie alleine keine hinreichende Bedingung für und keine Demokratie eine hinreichende Bedingung für keine Religionsfreiheit ist. Es kommt auch auf die Sitten und das Rechtsempfinden der Menschen und der Regierenden an.
    Zum Beispiel:
    Nehmen wir mal an in Deutschland gibt es eine Volksabstimmung zum Moscheebau, ob Moscheen gebaut werden dürfen und wenn ja, wie klein diese zu sein haben. Was für ein Ergebnis würdest Du erwarten? Ich selbst bin mir nicht sicher, es wäre wohl auch regional unterschiedlich. Es ist mir in diesem Fall aber nicht klar, ob hier die demokratischere Urteilsfindung (also wenn das Volk direkt entscheidet) nicht zu weniger Religionsfreiheit führt.

  30. Es muss natürlich heißen:

    Ich denke, dass eine Demokratie alleine keine hinreichende Bedingung für und keine Demokratie keine hinreichende Bedingung für keine Religionsfreiheit ist.

  31. @schmock
    Ein wirklich interessanter Punkt der dazu führt, dass es nicht das demokratische Element ist sondern der Rechtsstaat, der die Religionsfreiheit garantiert. Und Rechtsstaat und Demokratie – wenn man sie als Abstimmung über alles verstehen will – vertragen sich manchmal eben nicht (Dein Beispiel spielt die Schweiz ja gerade durch). Nun sind aber die meisten Demokratien „Rechtsstaaten“ und die meisten Diktaturen sind es eben nicht.

  32. @daniel
    Der Rechtsstaat garantiert also die Religionsfreiheit.
    Nun ist der Islam von Mohammed nicht nur als spirituelle Anleitung zum Leben, sondern auch explizit als Rechtssystem gegründet worden, im Gegensatz zum Christentum, das im Rechtssystem des römischen Reiches gegründet wurde. Jesus war auch im Gegensatz zu Mohammed kein politischer Führer, soweit wir wissen.
    Kann es also nicht sein, dass diese Eigenschaft des Islam, auch ein Rechtssystem zu sein, in islamisch geprägten Gesellschaften den Rechtsstaat unterminiert?

  33. @Paul
    „Der christliche Kulturkreis hat im Laufe der Zeit wesentlich mehr Diktaturen hervorgebracht als der islamische.“
    Es ist aber schon bemerkenswert, dass sich Europa viel schneller entwickelt hat und heute zivilisatorisch deutlich besser darstellt, als zum Beispiel arabische Länder. Das könnte auch kulturelle Gründe haben.
    Der Islam ist ganz sicher nicht die Wurzel allen Übels, er ist aber wohl eine Wurzel von einigem Übel. Der Antisemitismus in Europa hat ja auch fußt ja auch auf dem christlichen Antijudaismus.

  34. @Schmock
    Das mit dem Rechtssystem ist, finde ich, so eine Sache. Die Römer haben Jesus ja nicht ans Kreuz genagelt weil er Jude, kein Jude oder Sektierer war sondern als Aufrührer. Mindestens implizit hat jede Religion ihr Rechtssystem, das Argument finde ich auch nicht sehr stark, erkenne aber an, dass es für den Islam inzwischen fast unwidersprochen ist.
    Deswegen kann ich Deiner Schlussfolgerung in sofern zustimmen, als sich der Islam vortrefflich dazu eignet, einen Rechtsstaat zu verhindern. Das geschieht aber meines Erachtens aufgrund der von den Diktaturen diktierten Auslegung der Religion und die kann fast jede Richtung annehmen. Die praktizierte passt den Diktatoren dort halt in den Kram.

  35. @Schmock
    Und der „christliche Kulturkreis“ besteht ja nicht nur aus Europa. Da sind zivilisatorisch an allen anderen Ecken der Welt die Dinge kaum weniger im Argen als im „arabischen Raum“. Wenn ich nur an Russland denke…

  36. @ lebowski

    Deswegen sollte man mit relativen Zahlen operieren und nicht mit absoluten.

    Nein, sollte man in diesem Falle nicht. Denn den Islamophobikern geht es ja nicht darum, ob das Christentum reformfähiger ist als der Islam oder darum, daß irgendjemand von Verstand bestreitet, daß der Islam Reformbedarf hat, sondern darum, das der Islam als GRUNDSÄTZLICH NICHT reformfähig erklärt wird. Und zwar „nicht“ im Sinne von „NICHT“.

    Denn nach so einer Logik wäre ja auch die AUM-Sekte besser als das Christentum.

    Falsch. Nach meiner Logik würde ich jenen Mitglieder der AUM-Sekte, die davon Abstand nehmen, Nichtmitglieder abzumurksen, zubilligen, ungehindert zum großen AUM zu beten, wenn ihnen danach ist. Das Christentum könnte mir persönlich sogar sympathischer sein, aber das wäre irrelevant, weil es ja nicht um meinen Glauben geht, sondern um den des AUM-Anhängers.

    Demokratisch sind im Islam Indonesien und die Türkei, mit Abstrichen der Libanon. Wobei Atatürk, der Gründer der türkischen Republik ein entschiedener Gegener des Islam war.
    Mit der Demokratie siehts von daher nicht allzu üppig aus.

    Und Bosnien. Und Kosovo. Und Irak. Und Afghanistan ist auf dem Weg zumindest schon weiter als, sagen wir, Spanien unter Franco. Aber das ist eh egal. Denn um die PI’sche Islamophobie zu widerlegen, reicht schon eine einzige (in Zahlen: 1) muslimische Demokratie. Damit geht es nämlich nicht mehr darum, den Islam zu verbieten, sondern nur noch ihn zu verbessern.

    […] Das Blöde ist nunmal, dass radikale Muslime immer auf hunderte Seiten Koran verweisen können, während sich die Moderaten mühsam ein paar doppeldeutige Zitate vom Munde absparen müssen.

    Lies mal in der Bibel, wie da nach dem Auszug aus Ägypten der Bär gesteppt hat, und dann reden wir noch mal darüber. Du machst hier den Fehler, rational an religiöse Schriften heranzugehen. Die wenigsten Menschen hierzulande dürften an die Jungfrauengeburt oder die Unfehlbarkeit des Papstes glauben. Trotzdem bezeichnen sie sich als Christen und möchten die Weihnachtsmesse nicht missen.

    Hier geht es eben nicht um Fakten, sondern um Glauben. und wenn jemand meint, daß es seinem Seelenheil zuträglich ist, nach einem Schweineschnitzel und Feierabendbierchen noch mal kurz gen Mekka zu beten, dann muß er das Recht haben, sich dabei als Moslem zu fühlen. Ganz gleich, ob der, der ihm das verwehren will, nun al-Qaida-Fundamentalist ist oder PI-Islamophobiker.

    Es geht weder um das eine noch das andere. Niemand spricht den Moslems das Recht ab gegen Mekka zu beten.

    Aber nur solange sich die Gebete selber ausdenken. Der Koran steht nämlich neben „Mein Kampf“ auf dem Index, wenn es nach der PI-Klientel geht.

    Und selbst Moslems lehnen den Terror ab.

    Ganz genau. Und fühlen sich trotzdem als Moslems. Mit anderen Worten: Geht doch!

    Aber da ist noch ein Zwischending, unangenehm sichtbar geworden mit den Mohammed-Karikaturen: reaktionär, anti-emanzipatorisch, repressiv.

    Reaktionär, anti-emanzipatorisch, repressiv gibt’s aber auch unabhängig vom Islam. Nicht zuletzt bei denen, die jetzt bei der Anti-Islamkonferenz den dicken Max machen. Deswegen darf man sich beim Kampf gegen Reaktion, Emanzipationsfeindlichkeit und Repression nicht solche Verbündeten suchen. Wem Le Pen näher ist als Bassam Tibi, steht auf der falschen Seite.

    Falls Du mal sehen willst, wohin das führt, wenn man das anders handhabt, dann schau Dir mal die Kommentare zu diesem PI-Thread an:

    http://www.pi-news.net/2008/09/ein-zeichen-setzen-und-entsprechend-waehlen/

    Da streiten sich die „Gemäßigten“ mit den NPD-Anhängern nur noch darum, ob man nicht besser die REPs wählt. Daß PI mal ein CDU-Blog war, ist gerade bei diesem Artikel nicht mal mehr ansatzweise erkennbar.

  37. @ Schmock

    Die Mehrheit wäre vermutlich gegen den Moscheebau. Das wäre aber anders, wenn der Staat gegen Islamisten und Kriminelle vorgehen statt sie dulden würde, so daß die Menschen andere Kulturen nur noch mit Folklore statt Belästigung verbinden würden. Das Problem ist also weniger eines der Religion als des Umgangs des Staates mit Gesezesbruch.

  38. @Paul13
    Ich will nur auf ein paar Einwände von Dir eingehen, sonst wirds zu lang:
    Falsch. Nach meiner Logik würde ich jenen Mitglieder der AUM-Sekte, die davon Abstand nehmen, Nichtmitglieder abzumurksen, zubilligen, ungehindert zum großen AUM zu beten, wenn ihnen danach ist.

    Spannende Frage! Leider kann ich die nicht eindeutig beantworten.
    Muss man eine Religion akzeptieren- auch wenn der Inhalt dieser Religion anti-demokratisch und menschenverachtend ist-, solange deren Anhänger keine Straftaten begehen?
    Sagt man ja – man muss die akzeptieren-, hat man im Sinne des liberalen Rechtsstaats richtig gehandelt, nimmt aber blöderweise billigend im Kauf, dass immer Menschen in diesem Staat leben, die Gegner dieses Staates sind, was letzten Endes zu seiner Zerstörung führen wird.
    Sagt man nein, entscheidet man sich gegen die Liberalität und versucht freheitliche Werte quasi zu erzwingen, was natürlich ein Widerspruch in sich.
    Das ist das Böckenförde-Dilemma:

    „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt, mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren versuchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“

    – „Staat, Gesellschaft, Freiheit“ 1976

    Im übrigen: was Du der AUM-Sekte oder dem Islam zubilligst, muss Du natürlich auch den Rechtspopulisten zubilligen.
    Will heißen, Du kannst ja wohl nicht die Gesinnungsfreiheit der ersteren verteidigen, aber die Gesinnungsfreiheit der Letzteren einschränken, denn auch Pro-Köln verhält sich legal. Oder haben die irgendwelche Straftaten begangen?

    Reaktionär, anti-emanzipatorisch, repressiv gibt’s aber auch unabhängig vom Islam.
    Es geht aber um die gesellschaftliche Akzeptanz, die diese Einstellungen haben.
    So verweist der eine oder andere Türke schon mal gerne, wenn es um Frauenrechte geht, darauf, dass der Westen ja wohl um nichts besser sei, wenn man sich so den Fall Josef Fritzl oder andere anschaut.
    Der Unterschied besteht aber eben darin, dass kein Mensch im Westen auf die Idee käme, zu applaudieren, wenn Fritzl vor Gericht freigesprochen würde, während andererseits in Gerichten regelmäßig Jubel ausbricht, wenn Ehrenmörder mit Freispruch oder geringen Strafen davon kommen.

  39. Und eine Sache muss dann doch noch mal angeführt werden. Der Kongress findet hauptsächlich wegen des Moscheebaus in Köln statt. Die Moschee wird von der Ditib gebaut, die bspw. über das Verhältnis von Mann und Frau Folgendes zu sagen hat:


    „Der Islam verbietet Darstellungen von Nacktheit und Unmoral. Er verbietet, dass sich Männer und Frauen, die nicht verheiratet oder ersten Grades verwandt sind, berühren. […] In den vergangenen Jahrzehnten haben wir am Beispiel der westlichen Welt sehen können, dass die sexuelle Freiheit […] Ursache für Perversität, unnatürliches sexuelles Verhalten und Krankheiten ist, derer man nicht mehr Herr wird. […] Der Prophet hat in seinen Ausführungen eine wichtige Unterscheidung getroffen. Diejenigen Ehebrecher, die nicht verheiratet sind, werden körperlich gezüchtigt und in die Verbannung geschickt. Die verheirateten Ehebrecher jedoch werden gesteinigt […]. Deswegen müssen auch alle Wege, die zu Ehebruch führen, verhindert werden: Zum Beispiel dürfen Frauen und Männer, die nicht verwandt oder verheiratet sind, nicht zusammen sein und sich verabreden. Sie sollen auch nicht so schauen und reden, dass man dies für die Vorbereitung eines Ehebruchs halten könnte. Es gibt auch einen Augen- und Zungenehebruch. […] Auch sollen Frauen nicht alleine reisen. Und sie müssen hinschauen, wie sie mit einem fremden Mann sprechen. Sie sollen alle Sinne kontrollieren, damit der andere sexuell nicht erregt wird. Frauen sollen ernsthaft und besonnen reden, und sie sollen sich schön zudecken, wenn sie vor die Türe gehen. […] Im Islam ist Homosexualität eine große Sünde. Analverkehr ist verboten, ebenso die Onanie. Wir mögen es nicht, wenn man sich mit der Hand befriedigt.“

    (Zit. n. Kölner Stadtanzeiger vom 5. Juni 2008)

    Solche Leute zu unterstützen, und sei es nur dadurch, dass man ihre Gegner, die kein bisschen besser sind, anzugreifen, sollte sich eigentlich von selbst verbieten.

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