Pitzke in den Vatikan!


Ein Babybauch beschäftigt die USA: Wie glaubhaft ist eine ultrakonservative Republikanerin, deren ledige, minderjährige Tochter ein Kind erwartet?

Ich würde mal sagen, verdammt glaubhaft. Sie ist sogar bereit, ihre eigenen Moralvorstellungen zurückzustellen, wenn die christliche Theorie in der Praxis in Konflikt mit ihrer Ablehnung von Abtreibungen gerät. Das ist unabhängig davon, wie man jetzt selber dazu steht, eine beeindruckende Konsequenz, von der sich so mancher bigotte Sonntagschrist eine Hostie abschneiden könnte.

Auf jeden Fall ist sie beeindruckender als die Inkonsequenz eines Marc Pitzke, der zwar für ein sich progressiv gebendes Magazin schreibt, dessen offenkundiger Wunsch nach Einführung der Sippenhaft (anders ist die Bewertung eines Menschen anhand der Handlungen seiner Verwandtschaft ja nicht zu verstehen) aber reaktionärer ist als alles, was man Sarah Palin bisher nachsagen konnte.

~ von Paul13 - Mittwoch, 3. September 2008.

12 Antworten to “Pitzke in den Vatikan!”

  1. Außerdem soll man McCain wählen. Und der ist ein Veteran wenns um Befreiung geht. ;)

  2. Paulchen beschäftigt sich mit dem Christentum? Ganz großes Kino! Wo steht denn die christliche Theorie im Konflikt mit der Ablehnung von Abtreibungen? Ratze, bitte übernehmen Sie! Dass Pitzke ein Arschloch ist, bleibt natürlich Fakt.

    P.S.: Was wirklich toll am neunen Chromebrowser ist? Man kann mehrzeilige Textfelder ganz einfach mit der Maus aufziehen! Kilometerweit.

  3. @ Adnan

    Mit christlichen Moralvorstellungen ist hier nicht die Haltung zur Abtreibung gemeint, sondern die zu wildem, hemmungslosen Sex Minderjähriger ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des örtlichen Pfarrers. Und da hat Palin eben Proritäten gesetzt.

  4. Nun kommt es aber gar nicht so selten vor, dass katholische Priester Kinder zeugen, häufig mit ihrer „Haushälterin“. Diese werden dann in der Regel nicht von der Kirche verstoßen, sondern sie bleiben im Amt, die Kirche zahlt Unterhalt für die Kinder und es wird der große Mantel des Schweigens darüber gehüllt. Viele junge Fans des alten Papstes (Karol Wojtyla) und Mitglieder der katholischen Kirche hatten und haben vvorehelichen Geschlechtsverkehr und benutzen dabei sogar Kondome und trotzdem empfängt die katholische Kirche sie mit offenen Armen. Die Beichte ist schon eine tolle Erfindung…
    Glücklicherweise ist die katholische Kirche weniger konsequent und pragmatischer als viele Leute glauben.

  5. @Adnan
    Harte Worte über den Spitzke – Du hast aber recht ;-)

    Das mit den Texfeldern ist bei Safari auch so – ein Webkit-Feature…

  6. Zitat Pitzke:
    „…indem sie Palin zur Märtyrerin erheben, verfemt und verfolgt von der linken „Medienelite“, jenem beliebten Sündenbock.“

    Denkt der, dass er durch schlechte Uebersetzung davon ablenken kann, dass dabei z.B. von Spiegel und Konsorten die Rede ist?

    Interessant: Die Medien inkl. DailyKos-maessige Typen ignorieren als inoffizielle Obama-Wahlkaempfer Obamas Aufruf zum Respekt vor der Familie genau so wie zivile Pali-Kaempfer Friedensgebote verschiedener Pali-Regierungen ignorieren – da koennen die Offiziellen halt nichts machen.

    Was die Reaktion der Abtreibungsgegner angeht (sowohl zur wirklich unerwuenschten Schwangerschaft der B. Palin, als auch zum von Arschloechern (jetzt werden sich normale Arschloecher bei mir beschweren) wie Pitzke als unwert angesehene Kind Trig Palin):

    Ein grosses Verstaendnisproblem der US-Medien (und der dt. wohl auch) ist wohl folgendes:
    Leuten, die u.a. Abtreibungsgegner sind, geht es relativ selten um Verhinderung von Abtreibung bei gewuenschten Schwangerschaften (oder auch Wunschkindern), sondern eher bei ungewuenschten Schwangerschaften und „unwertem Leben“. Die Medien, und Linke hier (USA) generell, ringen sich einen ab, was die Reaktion obengenannten unter-anderem-Abtreibungsgegner wohl sein wird. Die Reaktion ist mehr (S. Palin) oder weniger (B. Palin) Applaus, im Sinne von „dass ist das, wovon wir reden.“

  7. […] Republikanerin, deren ledige, minderjährige Tochter ein Kind erwartet? Kein Gedanke, daß das verdammt glaubhaft sein könnte. Ähnliche Bissigkeiten konnte man von Pitzke über Obama leider noch nicht lesen. Da ist immer von […]

  8. @Paul
    „Mit christlichen Moralvorstellungen ist hier nicht die Haltung zur Abtreibung gemeint, sondern die zu wildem, hemmungslosen Sex Minderjähriger ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des örtlichen Pfarrers. Und da hat Palin eben Proritäten gesetzt.“

    So so, die Prioritäten! Hat die Gute aber nicht in einer Kirche vor Jugendlichen und Kindern doziert, der Irak-Krieg sei „ein von Gott gewollter Krieg“? Kannst du uns das mal etwas näher erläutern? Ich meine so als ultimativer Amerika-Experte?

  9. @ Adnan

    Sofern sie das nicht ganz allgemein philosophisch abstrakt meint, ist das mit dem gottgewollten Krieg natürlich Unsinn. So eine Denkweise ist zumindest nicht meine Welt. Religion hat in der Politik meiner Ansicht nach nichts zu suchen. Nur verstehe ich den Zusammenhang mit dem von Dir zitierten Satz nicht ganz. Worauf willst Du raus?

  10. [url=http://www.thedailyshow.com/video/index.jhtml?videoId=184086&title=sarah-palin-gender-card]@Paul den Fuchs[/url] ;-)

  11. […] davon, dass die Schwangerschaft von Palins Tochter – nichtzuletzt in Deutschland – durchaus mit Häme aufgenommen wurde: Bislang wurde noch jedes erfolgreiche Naseschneuzen Obamas […]

  12. […] Marc Pitzke, SPIEGEL ONLINE Korrespondent in New York, ist bereits mehrfach durch seine äußerst faire und objektive Berichterstattung über den US-Wahlkampf aufgefallen. Doch was Pitzke in seinem neusten Beitrag “Palin plauscht sich in die […]

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