George und Georgien


Der Krieg am Kaukasus ist eine echte globale Krise. Russlands Aufbäumen gegen das westlich orientierte Georgien zeugt von extremem Geltungsbedürfnis und erinnert an den Kalten Krieg. Vor allem aber tritt eine neue chaotische Weltordnung zu Tage – in der sich die Fehler von Bushs Außenpolitik rächen.

Zur ganzen Wahrheit gehört, dass die USA sich einen höllischen Spaß daraus gemacht haben, Russland und damit Wladimir Putin als Weltmacht von gestern zu behandeln. George W. Bush kündigte den ABM-Vertrag und erfand den Raketenschild mit den Standorten Tschechien und Polen. Die Revolutionen in der Ukraine und in Georgien, Nachklänge des revolutionären Herbstes 1989, fanden mit gütiger Hilfe und Nachhilfe amerikanischer Stiftungen und Think Tanks statt. Nichts daran war falsch, aber Amerika, die unvergleichlich überlegene Supermacht, war klein genug, sich damit zu brüsten.

Also das ist mal eine ganz neue Variante: Nachdem auch bei der Appeasementfraktion allmählich die Erkenntnis zur reifen beginnt, daß das Auftreten Russlands irgendwie doch ein klitzekleines bißchen bedrohlich rüberkommt, muß ein Schuldiger für die Krise im Kaukasus her, um vom eigenen Versagen abzulenken, und wer eignet sich da besser als George W. Bush?

Aber anstatt ihm zu Recht vorzuwerfen, daß er in seiner Gutmütigkeit Putin ein bißchen zu tief in die Seele geschaut hat, kritisiert man ihn ausgerechnet dafür, daß er ansonsten eigentlich alles richtig gemacht, aber es nicht gut genug versteckt hat, so als ob man Bush zugejubelt hätte, wenn er sich beispielsweise pro forma gegen die Demokratisierung Osteuropas ausgesprochen hätte.

Wohl selten haben sich die Bushhasser in ihrer obsessiven Fixierung auf den amtierenden US-Präsidenten als Wurzel allen Übels so blamiert wie Gerhard Spoerl mit dieser grotesk konstruierten Pseudoargumentationskette. Zum Glück muß George Orwell nicht mehr erleben, wie hier das Richtige nur deswegen falsch wird, weil es von den falschen richtig genannt wird.

~ von Paul13 - Donnerstag, 14. August 2008.

44 Antworten to “George und Georgien”

  1. Das stimmt allerdings, das habe ich beim lesen des Artikels auch gedacht.

  2. @ Paul

    Und wieder hören wir die Stimme der Vernunft:
    http://www.slate.com/id/2197281/pagenum/2/

    Als einer der NBFS-geprüften „Bush-Hasser“ muß ich zugeben: ja wir machen G.W. Bush dafür verantwortlich, dass:

    – dieser einen – erfolglosen – Krieg in der wichtigsten Ölregion der Welt führt, der mit zur Explosion der Ölpreise geführt hat
    – dieser Krieg die USA welrweit militärisch handlungsunfähig gemachr hat und die Androhung einer militärischen Intervention heutzutage mit einem ironischen Lächeln zur Kenntnis genommen wird (… so,so. Eine amerikanische Intervention mit richtigen Truppen. Sehr beunruhigend).
    – er weder von Außenpolitik im allgemeinen noch von Diplomatie als sicherheitspolitischen Instrument im Besonderen etwas versteht
    – und die größenwahnsinnigen Parolen, die ihn seine Berater aufsagen lassen („Greater Middle East“ u.ä.), das verbliebene Ansehen unseren wichtigasten Verbündeten weiter beschädigt.

    Wie hilflos die letzte verbliebene Supermacht nach acht Jahren dubya heute darsteht zeigen die ganz harten Sanktionen, die Bushs treueste Fans angesichts des Konflikts in Georgien fordern:
    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/08/13/AR2008081303365.html

    Als da wären: Boycott der Olympischen Winterspiele, Aussetzen des NATO-Russia-Rates und ganz gemein: Verhinderung der russischen WTO-Mitgliedschaft. Und dann? Kaufen die Westeuropäer dann kein russisches ÖL + Gas mehr? LOL !!!

    Sie sehen, es gibt den Zusammenhang zwischen George und Georgia. Sie wollen diesen nur nicht sehen, weil er die ganze Erbärmlichkeit von Großschnauze dubya und seiner entourage so grausam enthüllt. New World Order, sure.

  3. @ NMR

    Ich würde ja noch verstehen, wenn Du die Drohung mit einem Krieg gegen den Iran als ein Argument von vielen für die höheren Ölpreise heranziehst, aber da Du das mit Deiner sachkenntnisbefreiten Äußerung über die militärischen Kapazitäten der USA ja kategorisch ausschließt, machst Du Dich mit Deinem Beharren auf dem Irakkrieg des Jahres 2003 als Ölpreisttreiber im Jahr 2008 nur noch lächerlich.

  4. Merke: Kein Argument ist den Bush-Hassern zu daemlich als dasss es nicht angefuehrt werden kann.
    Im uebrigen ist Bush an allem schuld, wenn das nicht der Fall ist, dann ist es trotzdem so.
    Im uebrigen, wenn Bush morgen ueber Waser laufen sollte, dann wuerden die Bush Hassen schreien: Schau mal der Bush ist so daemlich der kann noch nicht einmal schwimmen.

  5. Die Medienkultur verliert immer mehr an Unabhängkeit… Es ist wirklich traurig, wie sich Sender wie ARD/ZDF, Phoenix und N-TV dazu verleiten lassen, in Krisenzeiten Propaganda für den Westen zu fahren…
    Neutrale Berichterstattung ade…

  6. Das ist jetzt aber Satire?

  7. @Auslaender
    Satire? Lach – einige Leute wissen wirklich nicht wie schlecht es schon lange um die „Unabhängigkeit“ und „Objektivität der deutschen MSM steht… Da ist es doch kein Wunder, dass man Putin und dessen Lakaien noch ein wenig mehr am Hintern leckt. Nun versucht man dessen Feldzüge unter den Teppich zu kehren.

    BTW: Wenn die Hämorrhoiden drücken, das Haar dünner wird usw. auch dann ist für die Dummbeutel Bush schuld! Er scheint so, dass er es richtig macht ;-)

  8. @S1IG
    Ehrlich dafuer kann ich den Praesidenten verantwortlich machen?
    Wusste ich noch gar nicht. Ich haette da ja jetzt auf mein fortschreitensdes Alter getippt nachdem ich mit Gulf War Syndrom als Ursache dafuer einfach nicht aus der active ready reserve rauskam.
    Geil, da werde ich doch gleich mal die Klageschrift fuer mich bei einem Bundesgericht einreichen, bevorzugt in Californien ;-)

  9. LOL – Auslaender!

  10. Mal was Kurioses: http://www.overclockersclub.com/news/22928/

  11. @ Paul

    Wie wäre es denn mit dem Stand des Irakkrieges im Jahre 2007/8 als Argument für die ÖLpreisentwicklung in den letzten 1,5 Jahren?
    Und zum Thema militärische Kapazitäten: man stelle sich vor die Bush-Administration hätte die 150.000 im Irak stationierten Truppen + Equipment einsatzbereit zu seiner Verfügung. Wäre schon fast eine Drohkulisse. Aber so was wirkt ja bei den den sozialistisch-kommunistisch-zaristisch verseuchten Russen nicht.

    Mich würde allerdings dann doch interessieren, was Sie von dem Sanktionskatalog von NC-Freund Krauthammer halten. Voll gut, oder zu wenig interventionistisch und besser gleich
    taktische Atomwaffen auf die GVRZ?
    Sie als Militärexperte, erzählen Sie doch mal, wie man es richtig macht.

  12. @ NMR

    Also militärisch würde ich schon mal gar nichts machen. Konventionell mag Rußland kein Gegner mehr sein, aber Atomwaffen sind nun mal der große Gleichmacher. Die 150.000 Mann sind im übrigen als Drohkulisse gegen die Mullahs weit besser eingesetzt.

    Krauthammers Sanktionskatalog fand ich für meinen Geschmack etwas unvollständig, aber inzwischen ist mir ohnehin eine bessere Idee gekommen, die man vorher noch ausprobieren sollte. Geh einfach mal auf die Hauptseite und guck nach, was oben steht.

  13. Wenn DJ in der richtigen Ecke steht gibt er seine wahre Denke zum Besten und verfällt leicht in faschistisches Vokabular, wie z.B. „verseucht“.

  14. Aber so was wirkt ja bei den den sozialistisch-kommunistisch-zaristisch verseuchten Russen nicht.

    Da begreift einer nicht, dass es nicht um DIE Russen geht, sondern um deren kommunistischen lupenrein-demokratischen Unterdrücker. Und daran ist dann sicher auch wieder Bush schuld…

  15. @ Islamisten-Gnom und Ali B.log-Troll

    Da begreifen zwei – wieder einmal – nicht, dass ihnen als Idioten das Stilmittel der Ironie auf ewig verschlossen bleiben wird. Aber ein Geheimnis der kommunistisch-faschistisch-zaristischen Weltverschwörung könnten Sie doch mal lüften: wer ist „DJ“?

  16. Na dann goennt euch mal die Kommentare zu diversen Artikeln in der Eurpaeischen Presse zu den Russen dort und vor allem der Besuch von Merkel dort. Bis auf Ausnahmen voellig entgegengesetzt zu den Kommmentaren in Deutchland, nicht das der gute George dort immer gut weg kommt, aber Merkel trifft es haerter.
    Ribbentrop-Mollotow ist da noch harmlos. Offensichtlich geht, wie von mir oft beobachtet, nicht nur bei den „Neuen“ EU Laendern das Alarmsignal los wenn deutsche und russen zu eng verbandelt sind. Da wird dann selbst in den Niederlanden Sarkozy vorgezogen und der kommt bei denen selten gut weg.

  17. @ auslaender

    Genau. Und nächste Woche wird dann die Bundesrepublik wegen erwiesener Kollaboration mit dem bolschewistischen – äh, neu-zaristischen Feind aus EU + NATO ausgeschlossen. What rubbish! Ist es denn so schwer zu begreifen, dass das 20. Jahrhundert jetzt fast ein Jahrzehnt vorbei ist?

  18. @ DJ,

    du und ironisch und auch noch ’ne ganze Weltverschwörung die das 20. Jhd. für ungültig erklärt?

  19. Na ja auf jedenfall kann einem Frau Merkel schon fast leid tun, zeigt es doch wie sehr die EU zerissen ist und jahrzehnte von einer Einigung die ueber eine Wirtschaftsnation hinausgeht entfernt ist. Selbst dem deutschen Michel kann sie es nicht recht machen wie man z.B. in den Kommentarsektionen der Welt oder SPON lesen kann. Dabei nehme ich ihr durchaus ab das sie es gut meint.
    Spannend ist jedenfalls zu sehen wie sehr in den jeweilligen Kommentarsektionen Russland bejubelt wird und auch im Westlichen EU Bereich (nein damit ist nicht nur UK gemeint) die Aktion durch Russland eindeutig abgelehnt wird, auch wenn man sich noch nicht einig ist ob Saakaschwili nun angefangen hat oder nicht. Auch fehlen mir dort die hinweise auf Juden und Freimaurer die man hier so oft findet.

    In den deutschen Bereichen dagehen wird gejubelt und gefeiert und kein vergleich zu den USA ist zu daemlich als das er nicht erwaehnt wird und Merkel wird wie gesagt ebenfalls uebelst beschimpft aber aus einer anderen Motivation heraus.
    Fakt ist die EU sowie die NATO stehen wieder einmal vor einem ernsthaften Problem, noch so eine Nummer mit deutschen querschuesse und es wird zu schweren Problemen in beiden Vereinigungen kommen.
    Wird man Deutschland deswegen rausschmeissen wollen?
    Nein wohl kaum, denn wie Altkanzler Kohl einmal sagte, die Mitgliedschaft in EU (EG seinerzeit) und NATO dienen auch dazu das Deutschland nicht in der Lage ist kurzfristig unsinn zu machen, wenn sich mal die Politische Landschaft in Deutschland aendert.
    Da rechne ich persoenlich ehr mit einem Zusammenbrechen und anschliessender Neuorganisation beider Organisationen in den naechsten zwanzig Jahren.
    Fakt ist aber auch das Deutschland in den letzten Tagen gezeigt hat dass es immer noch nicht weiss wo es hingehoert.
    Mehr als 60 Jahre Demokratie und Freiheit zumindest im Westteil und fast zwei Jahrzehnte Widervereinigung haben daran wohl bei der breiten Masse immer noch nichts geaendert.

  20. Nachdem Schroeder ja schon die ganze Zeit sich ueber sein Sprachrohr Steinmeier geaeusert hat spricht er nun auch selbst.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572483,00.html
    Wie nicht anders zu erwarten ist natuerlich Georgien schuld an der Krise, wer auch sonst?

  21. @ auslaender

    Wie lautet der alte Witz: Paranoia ist eine schöne SAche weil man sich nie einsam fühlt.

    Seit mittlerweile fast zwanzig Jahren lasse ich mir von Ihrsgleichen erschauernd von der Gefahren des Vierten RTeiches und des neuen „Kohl/Schröder/Merkel – Jelzin/Putin/Medwedjew Paktes“ erzählen – und glaube kein Wort. Wenn sich die Bundesrepublik seit der Wiedervereinigung außenpolitisch durch eines auszeichnet, dann durch eine tiefgehende Skepsis gegenüber dem Einsatz militärischer Mittel als Instrument der Politik. Auch wenn mit die „Anti-Deutschen“ das Gegenteil erzählen und von der Europäischen Großstreitmacht und `doitscher´ Führung schwadronieren. Aber kommen wir zu ihren Chaos-Phantasien im Einzelnen:

    1. Da ich nie von Merkel-Mächen „unserer ersten Bundeskanzlerin“ geschwärmt habe, überrascht mich ihre Hilflosigkeit in einer kritischen Situation – ohne eine monatelange Planung der Redebeiträge – nicht sonderlich. Wobei die Möglichkeiten der BRD wie der EU (und der USA!) konkret, d.h. militärisch im Kaukasus zu intervenieren, doch arg begrenzt sind. Was sie im Gegensatz zu Rice + Bush vermieden hat, war durch eine große Klappe ihre Ohnmacht allzu deutlich zu demonstrieren.

    2. Die Skepsis gegenüber der amtierenden georgischen Führung war ein wichtiger Grund für die ablehnende Haltung bei der Mehrheit der europäischen NATO-Mitglieder gegenüber eines MAP für Georgien auf dem Gipfel in Bukarest im April. Der größenwahnsinnige Angriff der georgischen Streitkräfte hat diese Zweifel eindrucksvoll bestätigt.

    3. Die NATO hat sich seit Ende des Kalten Krieges drastisch gewandelt und wird dies weiter tun. Die spannende Frage bleibt, ob die militärische Integration der Europäer innerhalb der NATO oder parallel statfinden wird. Auch darüber wird mit dem nächsten amerikanischen Präsidenten zu reden sein.

    4. „To keep the Americans in, the Russians out and the Germans down“ ist doch mittlerweile ein etwas veraltetes Konzept. Insbesondere weil der die Freiheit Europas bedrohende deutsche Imperialismus so weit abgerüstet hat, dass er zu Blitzkriegen mangels Luftstranspotkapazitäten und eigener Feindaufklärung kaum in der Lage wäre.

    5. „Prognosen sind sehr unsicher, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“ (Mark Twain). Und erst recht für einen Zeitraum von zwanzig Jahren. Trotzdem wage ich die These, dass es die EU auch 2028 noch geben wird. Ob sie schon die Struktur eines europäischen Bundesstaates angenommen hat oder weiter vor sich hin wurschtelt wage ich nicht zu prophezeien. Sie wird noch etwas größer geworden sein – so 30-35 Mitglieder schätze ich – und in vielen Bereichen, z.B. der Außen- und Sicherheitspolitik, noch enger zusasmmenarbeiten als heute. Und natürlich wird es weiterhin unendlichen Knatsch geben – wegen Stimmrechten, Agrarquoten und Steuersätzen.

    Aber es wird die EU weiterhin geben, schlicht weil es zur ihr in Europa angesichts einer sich dramatisch wandelnden Welt keine Alternative gibt. Auch wenn solche Formen der politischen Kooperation in Ihren Ballerspieelen nicht vorkommt.

  22. @Auslaender
    Du hast recht – Schröder ist die Einheit von Europa und der westlichen Welt erneut sch… egal. Er wird ja dafür von seinem kommunistischen lupenreinen demokratischen Arbeitgeber fürstlich entlohnt. Wenn Du die Kommentarspalten in D erwähnst, dann stimmt das auch.
    Die Idee der kolletiven Bestrafung für solche Meinungsäußerungen, ist scheinbar in der ideologischen Indoktrination einiger Leute zu suchen. Das sitzt so tief, dass man dann solchen Unsinn behauptet ;-)

  23. @nmr
    Na ja zur Zeit sehe ich, und nicht nur ich, da aber ein ganz anderes Bild als das Du da zeichnest und das nicht erst seit gestern. Seit Schroeder und seinem Verhalten, nicht erst seit der Goslar Rede, wird Deutschland wider kritisch beaeugt und bewertet.
    Deutsche Zeitungen, und deutsche Politiker, schreiben zwar gerne von Europa meinen aber doch immer in erster Linie Deutschland.
    Die Wirklichkeit in EU und NATO sieht aber meist anders aus als es dargestellt wird. Mich wundert nur dass es noch nicht zu einem groesseren Bruch gekommen ist, gut das mag den Wirtschaftlichen Verflechtungen geschuldet sein und dass es keine fuer Europa ernsthaften Sicherheitprobleme gab, aber die Bruchlinien sind da. Wer die nicht sieht ist blind. Wenn sie denn mal gesehen werden, werden sie gerne und oft den USA in die Schuhe geschoben die ja kein interesse an einem „starken Europa“ Europa haben, was aber voellig Schwachsinnig ist.
    Es gibt keine Einstimmige EU, schon gar nicht wenn es um die Sicherheit geht, deswegen wird es auch keinen echten EU Aussenminister und keine echte EU Verteidigung geben.
    Auch ich hatte einmal durchaus die Hoffnung dass es sowas geben wird, doch bereits Mitte der 90er habe ich die Hoffnung in den Papierkorb gelegt.

  24. Die galoppierende Gehirnerweichung geht bei DJ schon so weit, dass er heute schon nicht weiß, dass er gestern noch behauptete sich an den Diskussionen auf diesem Blog erst seit einigen Wochen zu beteiligen. Aber sein Stil ist hat seit ca. fünf oder sechs Jahren nicht geändert.

    Mal ganz abgesehen von den Qualitäten der Politiker die er kritisiert, hat er keinerlei Qualität, sonst würde er die Zitate, mit denen er um sich wirft, wenigstens beherzigen. Außerdem hätte er vielleicht schon bemerkt, dass seine Prognosen keinen Pfifferling wert sind und niemand ihn gebeten hat welche abzuliefern.

  25. @ ali B.log-Troll

    Um mal was angemessenes zu erwidern: pfffft.

  26. @ NMR

    „To keep the Americans in, the Russians out and the Germans down“ ist doch mittlerweile ein etwas veraltetes Konzept.

    Wieso? Hat sich doch bewährt.

  27. @ auslaender

    Da es wahrscheinlich im basis traing course „overseas foreign policy 101“ nicht vorkam:

    – Selbst wenn einzelne EU-Mitgliedstaaten aus der EU ausscheiden wollten – sie könnten es aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Das haben mittlerweile sogar die britischen Konservativen kapiert (nachdem ihre Mitglieder aus der City es den anderen erklärt hatten). Die beiden einzigen westeuropäischen Staaten, die nicht auf den Europäischen Binnenmarkt angewiesen sind, leben von Sondereffekten: Norwegen (Öl) und Schweiz (Schwarzgeld bzw. Steuerhinterziehung).

    – Die Deutsche kapitalistische Klasse (für Sie: germanische Vermögensbesitzer) haben ein hohes Interesse an einem modus vivendi mit Rußland – weil ihr mittlerweile große Teile Ost(mittel)europas gehört. Und sie würde sehr gerne – allerdings zu Medwedjews Bedingungen – in den russischen Markt expandieren.

    – Das letzte, was diese Entscheidungsträger – und ihre Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Spanien, Italien, you name it – gebrauchen können, ist ernsthafter Knatsch mit ihrem Rohstofflieferanten Nummer eins und zunehmend wichtigen Absatzmarkt darüber, wer irgendwelche Dörfer im Norden Georgiens kontrolliert.

    – Die von Ihnen erträumten Bruchlinien zwischen Neuer und Alter EU unterstellen, dass Rußland die Wiederherstellung der Sowjetunion bzw. die militärische Kontrolle über ihr ehemaliges Gebiet anstrebt. Dazu sind die russischen Streitkräfte weder in der Lage, noch ist die russische Führung daran interessiert.

    – Wozu auch? Um in der Region Gori nach Öl zu bohren? Hätte Sakaaschwili nicht aus innenpolitischen Gründen die Flucht nach vorn angetreten, so könnte die Konflikt um Ossetien noch zehn Jahre vor sich hin schwelen – genau wie in Transnistrien, Nagorny-Karabach und in zehn anderen ethnisch-religiösen Gebietsstreitigkeiten in den Randregionen der ehemaligen SU.

    – Und um Sie völlig zu entmutigen: bis Weihnachten redet kein Schwein mehr über die russische Aggression in Georgien und den drohenden WK III, weil es bis dahin schon 4-5 neue, interessante Krisen gibt. Oder können Sie mir aus dem Stand sagen, wie die aktuelle Sicherheitslage im Osten des Kongo ist?

  28. @ NMR

    Die Deutsche kapitalistische Klasse (für Sie: germanische Vermögensbesitzer) haben ein hohes Interesse an einem modus vivendi mit Rußland

    Schön zu sehen, daß Du und die deutsche kapitalistische Klasse einer Meinung sind.

  29. @ Paul

    Na das kann man doch von einem Krypto-Kommunisten, fast 3/4-Faschisten, ziemlich Radikal-Islamisten und staatlich gepr. Terroristen-Versteher – zu Einzelheiten lesen Sie beim Blog-Troll & dem Islamisten-Gnom nach – erwarten.

    Die einfache Regel lautet: Krieg ist teuer und er produziert oft nicht die erhofften Ergebnisse. Selbst die Amerikaner unter George „dubya“ Bush werden keinen führen, um einen ihrer Wunderknaben rauszuhauen, der zu lange in den NeoCon-Seminaren gesessen (und den Quatsch geglaubt) hat.

  30. @nmr
    Schoen das Du in Deiner Aroganz mal wieder nicht folgen konntest.
    Bereits jetzt ist die EU defacto nichts anderes als immer noch die EG, da half auch der Trick nichts mit dem „Vertrag“.
    Wie man gerade schoen gesehehn hat bei Sarkozy vs Merkel, vor allem aber auch wie Merkel „Reise“ bei den Westnachbarn aufgenommen wurde.
    Toll auch das Du mir indirekt recht gegeben hast, das es noch immer funktioniert die deutschen „unten“ zu halten. Kohls und die Vision seiner Westnacbarn scheint wohl zu funktionieren.
    Wir unterhalten uns dann weiter wenn die Ukraine Heim ins „Reich“ geholt wird, an den Rest der schon in der NATO ist wird Putin sich vorerst offensiv nicht rantrauen. Es sei denn er wuerde es sofort machen, noch ist die Konfusion zu gross in NATO und EU wie man damit jetzt umgeht, das man Russland eben doch nicht trauen kann wie die ganzen alten Kalten Krieger es immer gesagt haben.
    Zur Sicherheitslage im Kongo muesste ich mich aus dem Stand heraus erst mal informieren, Afrika ist da nicht so sehr auf meinem Radar. Wuerde ein paar Stunden dauern, ein bischen telefonieren und mailen dann wuerde es aber wohl halbwegs klappen.
    Nur aus dem Stand wirklich nicht.

  31. @nmr
    Selbst, wenn Uganda und Ruanda wieder im Kongo einmarschieren sollten, was hat das mit der NATO zu tun? Die USA und Europa sind schon ausgelastet mit Irak und Afghanistan.

  32. @Tyron
    War doch nur die uebliche Ablenkung,nicht mehr und nicht weniger.
    Genau wie das ganze nebuloese geschreibsel von ihm.
    Oder hat Du auch nur ein ernsthaftes Argument gefunden?
    Sagt ja keiner dass ich recht haben muss, nur ein vernuenftiges Gegenargument das zur Diskussion beigetragen hat habe ich nicht gesehen.

  33. @Auslaender
    Wie war das: Reich des Bösen 0 – westliche Welt 1 – das scheint immer noch zu wurmen ;-) Du redest von größerem Bruch – andere machen daraus „Ausscheiden aus der EU“. Und als bestes Beispiel ist die Verarsche von Schröder (zummammen mit seinem Lehnsherren Putin) an Polen.

    @Paul
    Schön zu sehen, dass DJ immer noch (nach über 2 Jahren) den Unsinn mit den Krypto-Kommunisten bringt. Die sinnfreien Selbstbezichtigungen folgten immer dann, wenn die Argumente ausgingen… Manches ändert sich nie ;-)

    P.S. Wenn ich so was lese:

    Wenn sich die Bundesrepublik seit der Wiedervereinigung außenpolitisch durch eines auszeichnet, dann durch eine tiefgehende Skepsis gegenüber dem Einsatz militärischer Mittel als Instrument der Politik.

    Dann frage ich mich, warum die Deutschen so viel Druck wegen eines miltärischen Eingriffs der NATO im Kosovo-Krieg gemacht haben. Am Ende war man wegen der „Abrüstung des deutsche Imperialismus“ unfähig den hilflosen Opfern der Kommunisten und Faschisten da unten zu helfen. Die Amis mussten dann aus der Patsche helfen…

  34. „Um mal was angemessenes zu erwidern: pfffft“

    Richtig, so ungefähr hört es sich an, wenn die Luft aus dem Ballon entweicht. Erstaunlich ist nur, dass du dieses Geräusch noch hören kannst.

  35. Ist eigentlich irgend jemanden aufgefallen dass die Vertreter einen starken UN, sich gar nicht melden?
    Das die Versuche innerhalb der UN voellig laecherlich sind, Medwedew tagelang nicht fuer Herrn Ban Ki Moon zu sprechen war.
    Nicht dass ich die UN fuer extrem Relevant halte, es ist nur spannend das schweigen zu hoeren, die die UN fuer wichtig und relevant halten.

  36. @ Auslaender

    Stimmt, jetzt wo Du’s sagst, das fällt auf. Die Amis, die NATO, das alte Europa, das neue Europa – alle haben sich zu Wort gemeldet, selbst Gasprom-Gerd hat seinen Senf dazugegeben, aber an irgendwelche nenneswerten Beiträge der UNO kann ich mich tatsächlich nicht erinnern.

  37. Und wo wir gerade dabei sind, wer ist denn jetzt eigentlich der Sprecher der EU?
    Herr Sarkozy, Frau Merkel oder Herr Steinmeier?
    Schroeder ist es ja nun nicht ;-)
    Wo ist die gewollte „Eine“ Stimme Europas?
    Die Nachbarn reiben sich jedenfalls gerade ein wenig die Augen und fragen sich das auch.

  38. Ausländer, du siehst das völlig falsch! Gabor Steingart, die absolute Mastermind des Spiegels, hat heute Mittag endlich in das Geschehen im Kaukasus eingegriffen und eine fulminate, absolut schlüßige Analyse abgeliefert:

    „Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin wird derzeit oft mit Stalin und Hitler verglichen – zu Unrecht. In Wahrheit ist er ein russischer Kennedy. Und Putins Kuba heißt Georgien.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572691,00.html

    Noch Fragen?

  39. Die Russkies wollen bleiben. http://www.vienna.at/news/politik/artikel/russische-soldaten-graben-sich-vor-tiflis-ein/cn/apa-114383356

  40. @Auslaender+Paul
    Die UN-Fritzen verprassen gerade das Geld im Sommerurlaub – die haben keine Zeit. ;-) Auch die EU ist in den Ferien….

    @Adnan
    Habe das Machwerk heute Mittag gelesen – ist ja nur Online – sonst schade ums Papier ;-)

  41. @ Adnan

    Ich halte Steingart ja für einen klugen Kopf, aber das war definitiv ein Griff ins Klo. Diese Gleichsetzung eines Demokraten mit einem Autokraten ist nur noch peinlich. Mit sowas beschädigt er nur sich selbst.

  42. @Analytics
    Keine Sorge – vor kurzem wurde ja noch von einem Insider erklärt, dass die Russen keine militärische Kontrolle über ehemalige Gebiete der SU anstreben. Die russischen Streitkräfte sind dazu nicht in der Lage und die Führung hat kein Interesse. Bitte keine Panik verbreiten…

  43. Die UN popelt in der Nase, IRK darf nicht rein in die „Voelkermordzone und
    so mancher Journalist spricht noch immer von „Praesident Putin“.
    Die UN Befuerworter halten sich stark bedeckt und hoffen das niemand sie danach fragt. Die Ausreden die da kommen koennten waeren ja auch mehr als laecherlich.
    Und ja Russland hat die Ultimative Wunderwaffe, sie koennen ganze Armeechore in Stunden uebeall dislozieren.
    Und der Iran arbeitet nicht an Raketen die Orbitalfaehig sind und wenn dann nur zu friedlichen Zwecken.

  44. @S1IG, good point, indeed.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: