…uuund weiter geht’s (nach rechts)


Wer wissen will, welch langen Weg das ehemalige christlich-konservative Merkel-Fan-Blog „Politically Incorrect“ auf seiner unbeirrbaren Reise nach rechtsaußen zurückgelegt hat, sollte sich den Spaß machen und mal anschauen, was für finstere Veranstaltungen dort inzwischen gegen Kritik verteidigt werden, wenn sie denn nur der antiislamischen Sache dienen.

Dort wird zur Zeit nämlich wiederholt ein von „Pro Köln“ organisierter und für den September geplanter sogenannter „Anti-Islamisierungskongreß“ gegen Politik und Medien in Schutz genommen, dessen Zusammensetzung selbst konservative CDUler, die dem gefühlten Linksruck der Union distanziert gegenüberstehen, angeekelt zusammenzucken lassen sollte.

Gegen diesen Kongreß wurde inzwischen auch eine Protestseite eingerichtet, deren Unterstützer zwar ebenfalls nicht gerade die politische Referenzklasse darstellen, die aber den personellen Hintergrund der Kölner Islamhatz recht treffend zusammengefaßt haben (weswegen diese Passagen bei PI im Gegensatz zu anderen desselben Textes wohl auch nicht zitiert wurden):

Viele FunktionärInnen und Mitglieder von „pro Köln“ kommen aus neonazistischen Parteien und Gruppierungen wie etwa der NPD, den „Republikanern“ und der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“.

[…] Für den Kongress im September haben sich unter anderem VertreterInnen extrem rechter Parteien aus Österreich (FPÖ), Belgien (Vlaams Belang), Italien (Lega Nord), den USA (Robert Taft Group), Großbritannien (British National Party), Spanien und Ungarn angesagt. Außerdem soll der international bekannte Vorsitzende der extrem rechten Front National (FN), Jean Marie Le Pen, anläßlich des Kongresses in Deutschland auftreten.

Wohlgemerkt, hier geht es nicht nur um irgendwelche tumben Kommentare, für die die Redaktion gar nichts zu können vorgibt, sondern um ein europaweites Treffen von Rechtspopulisten und Softcorefaschisten, das von den Blogbetreibern selber mehr oder weniger offen beworben wird, obwohl ihnen durchaus bekannt war, wer sich dort alles ein Stelldichein gibt.

Das Gejammer, zu Unrecht in die rechtsradikale Ecke gestellt zu werden, können sie sich bei PI in Zukunft jedenfalls sparen. Zu Unrecht ist da gar nichts. Nur zu rechts.

~ von Paul13 - Mittwoch, 30. Juli 2008.

8 Antworten to “…uuund weiter geht’s (nach rechts)”

  1. Ein Kommentar, in dem ich Martin Hohmann als Antisemiten und Christlichen-Gottestaat-Befürworter outete, wurde kommentarlos gelöscht.

    Ich nutzte einen Hitler-Vergleich der übertrieben und auch eher schwachsinnig provozierend war, das gebe ich zu.

    Aber immerhin haben sie gezeigt, dass sie unliebsame Einträge innerhalb weniger Minuten löschen können ;)

    Und im Gegensatz zu anderen Leuten möchte ich meine Zeit nicht als Blog-Troll verschwenden *g*

  2. Le Pen ist tatsächlich auf dem offiziellen Plakat zu sehen.
    http://www.kongress.pro-nrw-online.de/pdf/pkfpoepronrwantiislam.pdf

    Tsts, „nein, wir sind nicht rechtsextrem“!

  3. einschränkend muss ich zwar erwähnen PI seit geraumer Zeit nicht mehr besucht zu haben, jedoch von „Rechtsaussen“ oder gar „rechtsradikaler Ecke“ würde ich da nicht reden. Das hiesse sich dem von Linksaussen vorgegebenen ethisch-moralischen Begriff zu beugen. Eine etwas differenziertere Betrachtung wäre da geraten.

  4. @ Andreas

    Danke für die Info, das ist ja interessant! Wenn sie wollen, geht das also durchaus mit dem Moderieren.

  5. @ Emmett Grogan

    Also wenn Propaganda für Le Pen nicht rechtsaußen oder rechtsradikal sein soll, was denn dann?

  6. Dass Ralph Giordano für Pi auch indirekt noch seinen Namen hergab bzw. sich instrumentalisieren ließ ist die eigentliche Tragik.

    Die Formulierung „ehemalige christlich-konservative Merkel-Fan-Blog“ trifft übrigens den Nagel genau auf den Kopf.

    Anfang 2007 konnte man als Unterstützer Israels noch einigermaßen bedenkenlos sich bei PI engagieren.

    Inzwischen ist der Zug in eine Richtung abgefahren, die schlicht inakzeptabel und oft verabscheuungswürdig ist.

  7. @ Bernd Dahlenburg

    Ich würde das zwar schon etwas früher zurückdatieren, aber grundsätzlich hast Du recht. Da gibt es eine deutliche Entwicklung, die sich immer weiter beschleunigt, so als ob die rechte Szene nach den Ruderbänken auf dem Kommentardeck inzwischen auch die PI-Kommandobrücke besetzt hat.

  8. Was die Veranstaltung in Kölle angeht. Letztens gab es da eine Veranstaltung türkischer Faschisten (denn dazu würde ich die „Grauen Wölfe“ zählen) mit politischer Unterstützung einiger Unionspolitiker, die sich gerade in Kölle nicht mehr zu schade sind, sich von Islamisten und Nationalisten instrumentalisieren zu lassen.
    (http://www.wdr.de/themen/politik/parteien/cdu/koeln/080623.jhtml)

    Aus Gründen der Gleichbehandlung würde ich sagen: entweder man erlaubt allen Faschisten, ihr Unwesen zu treiben, oder man verbietet es allen. Letzteres wäre mir lieber.

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