Die SED ist nicht besiegt!


So müsste nach Dirks Ansicht die Schlagzeile wohl lauten. Schließlich gibt es sie ja immer noch, wenn auch nur als Partei namens Die Linke. So wie im Irak: Anhänger Saddam Husseins gibt es immer noch, also kann der Krieg gegen den Irak nicht gewonnen worden sein. Dass die gleichen Typen, die, als sie noch an der Regierung waren, mit Giftgas und Panzerarmeen komplette Völkermorde und Regionalkriege anzetteln konnten, sich heute nur noch mit der rostigen Kalaschnikow die Strassen entlang drücken können, ficht die letzten Träumer von der Niederlage des US-Imperialismus nicht an. Heißa, verloren! Wo auch nur ein Terrorist eine Bombe legt, da wird kein Krieg gewonnen. Also: Auf geht’s, Dirk, schnell ins friedliche Nordkorea auswandern! Da bist Du sicher.

Da es hier gerade so gut paßt und mir angesichts der fachmännischen Analyse militärhistorischer Fragen durch libertäre Semipazifasten ohnehin die Zeit zu schade ist, es extra noch mal umzuformulieren, kopiere ich an dieser Stelle deshalb einfach mal meinen NBFS-Kommentar von vor 2 Wochen rein, welcher damals an den blogeigenen Haus- und Hoftroll gerichtet war, nachdem der vorher ähnlich ausgefeilte strategische Überlegungen zur Frage, wann man einen Krieg als gewonnen betrachten darf, zur Diskussion gestellt hatte:

Also nach Ende der Luftschlacht um England im Herbst 1940 war für Deutschland bestenfalls noch ein Unentschieden drin. Da war der Krieg gerade mal ein Jahr alt. Im Winter 1941/42 stand nach dem Debakel der Wehrmacht vor Moskau und dem Kriegseintritt der USA die Niederlage der Deutschen bereits fest. Da war vom II. Weltkrieg gerade mal ein gutes Drittel rum. Und im Frühjahr 1943 ist die Chancenlosigkeit Nazideutschlands nach den Kapitulationen in Stalingrad und Tunis selbst für militärische Laien erkennbar.

Und da kommst Du daher und meinst allen Ernstes aufgrund der Fußballweisheit “abgepfiffen wird zum Schluß”, daß erst am 8. Mai 1945 der Krieg in Europa entschieden war? Selbst al-Qaida gibt den Kampf um den Irak offensichtlich verloren und konzentriert sich jetzt auf Afghanistan, nur unser Rene Dirk träumt weiter vom Endsieg. Grotesk…

~ von Paul13 - Dienstag, 29. Juli 2008.

27 Antworten to “Die SED ist nicht besiegt!”

  1. @Paul
    So von wegen RMA und Dünkirchen würd‘ ich ja behaupten, das alles stand schon früher fest.

  2. @ daniel

    Gut, ich wollte da mal großzügig sein und das ganze zu Renes Gunsten rechnen. Im Prinzip war die Idee, daß Deutschland die Welt erobern könnte, natürlich von vorneherein genauso aussichtslos wie die, daß ein paar Terroristen einen Krieg gegen die USA und die irakische Bevölkerung gewinnen könnten. Trotzdem hat es vier bis fünf Jahre gebraucht, damit sich das auch bei den schlichteren Gemütern rumspricht.

  3. @Paul
    Man muss eben nur wissen wo die schlichtesten Gemüter sitzen…

  4. @ daniel

    Ach, die melden sich schon von ganz alleine. :-)

  5. @Paul
    Aber jetzt mal richtig: Den Unterschied zwischen „wird gewinnen“ und „hat gewonnen“ kennst Du dann doch, oder? Das ist der Unterschied zwischen einem Sarg, gefüllt mit GI und einem GI, gefüllt mit Stolz. Ansonsten – um es mal mit der paulschen Bildsprache zu erklären – solltest Du dringend mal nach Landstuhl gehen und den Verletzten und Gestorbenen erzählen, dass sie den Krieg gewonnen haben. Und das für die kommenden 5-X Jahre!

  6. @ daniel

    Wenn Du meinen Artikel komplett gelesen hast, weißt Du, daß ich den Unterschied durchaus kenne. Es ist der zwischen dem Dezember 1941 und dem 8. Mai 1945. Die meisten Toten gab es in der Zeit dazwischen, nicht davor. Das ändert aber nichts am Ergebnis.

    Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, daß Du den durch den Krieg verletzten und verstümmelten alliierten Soldaten auch nach der Kapitulation Nazideutschlands gerne was vom Sieg erzählt hättest. Womit klar wäre, wie sinnvoll dieses „Argument“ ist.

    Im Irak sind wir übrigens, wenn man sich die militärische Entwicklung ansieht, irgendwo in den Jahren 1943/44. Wer jetzt noch vom Endsieg der diversen Terroristen im Irak faselt, hat die letzten 12 Monate offenbar komplett verschlafen.

  7. @ daniel

    Aber ich vergaß, hier steht’s ja auch noch Unentschieden zwischen Regierung und Widerstand:

    http://tinyurl.com/5b228u

    Mal sehen, ob der Staat sich auf Dauer halten kann, wenn da dauernd Bomben hochgehen.

  8. Bisschen windschief, die Analogie mit dem zweiten Weltkrieg.
    Den Krieg gegen den Irak hatte man schon gewonnen, bevor er überhaupt angefing. Schließlich war von der irakischen Armkee so gut wie nichts mehr übrig und kaum einer hatte Lust für Saddam zu sterben.
    Der sogenannte Krieg im Irak ist eine Mischung aus gewöhnlicher Schwerstkriminalität, Bandenwesen, tribalistischen und innerislamischen Konflikten.
    Es gibt blöderweise keine Armee, die man besiegen kann und dann ist der Spuk vorbei. Erst wenn die sogenannte „Armee“ besiegt ist, geht der Spuk richtig los.
    Kein Großfeuer, sondern tausende kleine Feuer,die überall neu entstehen können, und schwer unter Kontrolle zu kriegen sind.

  9. @ Rene (lizaswelt)

    Sehr lustig, hohoho. Wir haben alle ganz doll gelacht. Und damit war es aber auch das letzte Mal, daß ich Dir durchgehen lasse, hier Kommentare im Namen anderer Leute zu schreiben. Sollte ich es noch mal sehen, daß Du hier als Lizas Welt oder jemand anders auftrittst, der Du nicht bist, wird das gnadenlos gelöscht. Auch eine komplette Sperre für Dich behalte ich mir dann vor, Traffic oder nicht. Auch großzügige Leute wie ich haben ihre Toleranzgrenze.

  10. @Paul
    Das mit der ETA versteh ich nicht. Sorry. Dass der Krieg schon vorher entschieden war, das mag uns ja jetzt beiden klar sein und war es schon immer. Nur wenn Du zugibst, dass zwischen „Entscheidung“ und „Sieg“ und „Fertig“ noch tausende Tote liegen, dann wundert mich warum Du als Pragmatiker dann nicht einfach hinnimmst, dass die Unterscheidung unwichtig ist – außer im Kampf um die Debattenlufthoheit mit Libertären Laien und den Renes?
    PS.: „Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, daß Du den durch den Krieg verletzten und verstümmelten alliierten Soldaten auch nach der Kapitulation Nazideutschlands gerne was vom Sieg erzählt hättest. Womit klar wäre, wie sinnvoll dieses “Argument” ist.“ Daran erinnere ich Dich bei der nächsten „willst Du die Menschen im Irak den Terroristen überlassen – Fragerei…“

  11. @ daniel

    Wir könnten jetzt gerne eine semantische Diskussion starten, aber das geht an der Sache vorbei. Einen Sieg im Sinne einer formellen, vom kompletten Zentralkomitee des irakischen Islamofaschismus unterschriebenen, Kapitulationurkunde wird es nie geben, alleine schon, weil es besagtes Kommitee nicht gibt.

    Trotzdem ist dieser Krieg gewonnen. Wegen mir kannst Du aber auch gerne sagen, er ist entschieden. Kasper wie Rene, die nicht mal wissen, wie sie selber heißen, werden solch ausgefeilten Differenzierungen aber kaum zu folgen in der Lage sein. Selbst etwas intelligentere erzliberale sind davon ja überfordert.

  12. @Paul
    Abgesehen von meinem Faible für semantisches halte ich die Unterscheidung für wichtig. „Gewonnen“ bedeutet „Bring the boys back home“, das ist GWB auf nem Flugzeugträger mit Banner. „Entschieden“ ist „keep on fighting“ – da fließt noch Blut und Menschen sterben. Deswegen benutzt man so gerne – Du ja auch – „gewonnen“ weil es nicht mehr so nach „Krieg ist aber immer noch“ klingt. Sorry, aber das ist Deine kleine Art Realitätsverklärung…

  13. @ Lebowski

    Das mit der Kriminalität ist ein wichtiger Hinweis. Die Kriminalität als Phänomen wird man genausowenig völlig ausrotten können wie den Terrorismus, denn so wie es immer Kriminelle geben wird, wird es auch immer Terroristen geben. Nach dieser Definition ist der Kampf gegen die Kriminalität wie auch den Terrorismus von vorneherein verloren.

    Hier geht es aber um die Machtfrage, und wenn Kriminelle bzw. Terroristen die nicht stellen können, haben sie den Krieg als solchen verloren. Daß NMR, Rene und all die anderen das davon zu trennen versuchen, zeigt, daß sie den Kampf um die Macht in Baghdad selbst schon verloren geben und jetzt nur noch die Begriffe des Gewinnens und Verlierens umzudefinieren versuchen.

  14. @ daniel

    Ich bestreite doch gar nicht, daß im Irak noch gekämpft wird. Ich bestreite aber, daß die USA diesen Krieg verlieren. Aber wir können ja einen Deal machen. Ich nehme ab jetzt das Wort „entschieden“, und Du erklärst Rene und Dirk dann bei Bedarf den Unterschied und begründest in für sie nachvollziehbaren Worten, warum die USA den Krieg nicht verlieren WERDEN. Du hast dann semantische Genauigkeit und ich erspare mir eine Menge Zeit.

  15. Vor ca. zwei Monaten am Times Square:

    http://tinyurl.com/5lkald

  16. @Paul
    Da geb ich mir jetzt die Hand drauf, dann Sind Du und Dur sich ja einig… ;-)

  17. @ daniel

    Wußten wir’s doch. ;-)

  18. @Paul
    btw: Wusstest Du, dass alibaba mich mal als Rene bezeichnet hat? Und daraus folgend: Wie viele Leute treiben sich dann hier rum?

  19. @ daniel

    Also Du bist sicher nicht Rene. Weder Stilistisch noch inhaltlich noch IP-technisch.

  20. Und wenn ich Rene wäre und Rene (Also ich)sagt, dass ich Du bin und Du ja S1IG bist…mir wird das zuviel (eigentlich zuwenig…)

  21. @daniel
    Ich denke Du irrst Dich – Alibaba hat das meines Wissens nie behauptet. :-)

  22. @ daniel,

    rene ist unverwechselbar! Du hast aber mal wieder bewiesen, dass du auch unverwechselbar bist.

  23. hey cool!!
    ich habe nur eine identitaet !!
    kann mich uebrigens der meinung, so man denn haare spalten
    (bin grade in HKG, in china nennen sie sows FLOEHE F###EN),
    dass der krieg im irak sowieso gewonnen ist anschliessen und der knflikt auch entshieden ist, auch wenn noch einiges an blut euphrat und tigris hinabfliessen wird..

  24. @Paul: In 20 Jahren erscheint gewiss eine neue Version der „Verlorene(n) Siege“, dieses Mal nicht von von Manstein, sondern von Zarqawis Nachfolger…

    Die nächste dringende Frage ist jedoch: wird der Irak eine Demokratie?
    Sieht man sich mal die Schiitenpartei an und deren Kontakte zum Iran („islamic revolution“) an, wird man da schon pessimistisch.

  25. @ Tyrion

    Ich wär da mal nicht so pessimistisch. Ich denke, die Schiiten wissen die Demokratie inzwischen genug zu schatzen, als daß sie bereit wären, sich als Araber persichen Großmachtträumen zu unterwerfen.

  26. @Tyrion
    Was die Chancen auf Demokratisierung im Irak angeht, bin ich da noch optimistischer als Paul. Strukturell ist der Irak ein Topkandidat für eine Demokratie. Richtig saubere Transition, konsequentes Abschneiden oder Einbinden alter Eliten, dazu eine sehr günstige wirtschaftliche Prognose. Ich denke, in sechs bis acht Jahren berichten die Medien über übels geführte Wahlkämpfe im Irak mit richtig schlimmen unter-der-Gürtellinie-Schmutzkampagnen. Das wird super, dann möcht ich mich gerne mal mir der Islamistdasproblem-Fraktion unterhalten…

  27. @ daniel

    Da sind wir mal einer Meinung. Wenn die Korruption das beherrschende Thema wird, ist das Gröbste meist geschafft. Da werden sich die Islamhasser noch wundern…

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