Enemy down!


Er zählte zu den meistgesuchten Verbrechern der Welt, jetzt wurde Radovan Karadzic gefasst. Führende Diplomaten zeigen sich hocherfreut. US-Vermittler Holbrooke pries das Ende der Flucht des „europäischen Bin Laden“ – für das Kriegsverbrechertribunal kam es gerade noch rechtzeitig.

Ja das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht! Hab schon gar nicht mehr dran geglaubt, daß sie ihn wirklich noch einmal erwischen. Denn in einer Welt, in der sich alles nur noch um muslimische Terroristen und Tyrannen dreht, drohen ihre kommunistischen oder faschistischen Vorgänger zunehmend in Vergessenheit zu geraten, und das, obwohl die in der Regel weit mehr Blut an den Händen haben als ihre islamistischen Erben.

Deswegen ist die Bezeichnung „europäischer Bin Laden“ auch keine Übertreibung, sondern nur insofern falsch, als die dem armen Osama bitter Unrecht tut, denn so viele Menschen wie Karadzic hat er bisher nicht ansatzweise auf dem Gewissen. Vor allem aber erinnert die Festnahme an einen Völkermord, der durch europäisches Appeasement erst möglich wurde und der dann durch eine US-Militärintervention gestoppt wurde.

Die Muslime in aller Welt sollten das nicht vergessen. Und wir die Muslime in Bosnien nicht. Deswegen gibt es von diesem Blog aus heute ein solidarisches „Allahu akbar!“ in Richtung Sarajewo, wo das Ereignis gebührend gefeiert wurde. Und auch wenn ich keinen Schampus vertrage, mach ich angesichts dieser wundervollen Neuigkeiten einfach mal eine Flasche auf. Selbst wenn ich sie danach in den Ausguss schütten muß.

~ von Paul13 - Dienstag, 22. Juli 2008.

9 Antworten to “Enemy down!”

  1. @Paul
    „Die Muslime in aller Welt sollten das nicht vergessen.“

    Aber Paul, die haben doch gar keine Zeit, die sind immer noch am Feiern: http://www.hagalil.com/01/de/Antisemitismus.php?itemid=2582

    „Und auch wenn ich keinen Schampus vertrage, mach ich angesichts dieser wundervollen Neuigkeiten einfach mal eine Flasche auf. Selbst wenn ich sie danach in den Ausguss schütten muß.“

    Alte NeoCon Taktik, gell!

  2. @ Adnan

    Das war ein klassisches Eigentor, lieber Adnan. Denn Kuntar ist kein Muslim, sondern Druse. Bei den widerlichen Jubelorgien für Kuntar wie auch bei seinen Untaten selbst ging es nicht um Religion, sondern um knallharten klassischen Nationalismus.

    Karadzic ist übrigens Christ. Nur falls Du die Mitglieder einer Religion mal wieder auf die Religion selbst hochrechnen willst.

  3. „Das war ein klassisches Eigentor, lieber Adnan. Denn Kuntar ist kein Muslim, sondern Druse.“

    Gut gebrüll Löwe! Kuntar wurde von der drusischen Hisbollah gefeiert? Soso!

    „Karadzic ist übrigens Christ.“
    Wenn dieses Tier eins nicht ist, dann ist es ein Christ!
    Ich habe auch keine christlichen motivierten Jubelschreie für seine Taten mitbekommen. Die Jubler waren und sind eher Ultranationalisten.

    In Bosnien ging’s wohl eher um ethnische und nicht um relgiöse Säuberungen. Aber ein schönes Beispiel wie gefährlich Vielvölkerstaaten sein können. Und wie sich das Osmanische Reich auf dem Balkan aufgeführt hat? Ist wohl besser wenn man das nicht so genau weiß.

  4. „Denn in einer Welt, in der sich alles nur noch um muslimische Terroristen und Tyrannen dreht, drohen ihre kommunistischen oder faschistischen Vorgänger zunehmend in Vergessenheit zu geraten, und das, obwohl die in der Regel weit mehr Blut an den Händen haben als ihre islamistischen Erben.“

    Und in einer Welt, in der sich alles um muslimische Terroristen dreht, hofiert man einen Terroristen wie Hashim Thaci als „Premierminister des Kosovo“.

    Ein donnerndes Allahu akbar zurück an den Islamisten Paul13.

    Was allerdings den Vergleich mit bin Laden anbelangt: Ja, da sucht man über mehr als zehn Jahre einen Verbrecher mitten in Europa und lacht gleichzeitig darüber, dass „die Amis“ Bin Laden seit sieben Jahren in afghanischen Höhenlagen nicht finden. Tse tse….

  5. @ Adnan

    Er wurde nicht von der drusischen Hisbollah gefeiert, sondern von der libanesischen Hisbollah, die durch das Spielen der nationalistischen Karte bei jenen Libanesen Punkte zu machen versuchte, die ihr sonst den Ausverkauf der libanesischen Interessen an Syrien und den Iran vorwerfen.

    Was die bosnischen Christen angeht, so wurden deren Greueltaten auch im Namen des Christentums begangen. Die bosnischen Flüchtlinge haben nicht ohne Grund am orthodoxen Weihnachtsfest besonders um ihre Angehörigen gebangt. Trotzdem konstruiere ich daraus keinen christlich-orthodoxen Religionskrieg.

  6. @ Mark P. Haverkamp

    Thaci ist weder der erste noch der letzte Terrorist, der dank der lieben Realpolitik zum Staatsmann mutiert. Einige kriegen sogar den Friedensnobelpreis.

    Wobei man noch mal erwähnen sollte, daß Thaci kein muslimischer Terrorist im eigentlichen Sinne war. Zumindest nicht mehr als Karadzic ein christlicher Terrorist war.

  7. „Und auch wenn ich keinen Schampus vertrage, mach ich angesichts dieser wundervollen Neuigkeiten einfach mal eine Flasche auf.“

    Leider hab ich so edles Gesöff nicht da, deswegen bleibt es bei einem solidarischen „Allahu akbar!“

    Möge Karadzic in seiner Zelle verrotten!

  8. […] Infos auch bei Paule von […]

  9. @ netzklempnerin

    Hab mich leider zu weit aus dem Fenster gelehnt, hab die Flasche schlicht und einfach nicht gefunden, obwohl ich eigentlich sicher bin, daß irgendwo im Keller noch eine steht.

    Also hab ich was viel wertvolleres aufgemacht: Meine letzte Dose Maccabi-Bier! Die hab ich dann allerdings auch leergetrunken. :-)

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