Warum wir Schröder nicht brauchen


Schröder redet? Über China? Das sollte man sich nicht entgehen lassen:

Wer über China redet, muss anerkennen, dass das Land in den vergangenen drei Jahrzehnten rund 400 Millionen Menschen aus bitterster Armut und Hunger befreit hat.

Wer über China redet, muß aber auch anerkennen, daß dessen Führer in den drei Jahrzehnten zuvor die Menschen erst in jene bittere Armut und gestürzt haben, aus denen sie sie dann in den drei Jahrzehnten danach so eindrucksvoll befreit haben. Aber was ist auch von Enkel Gerd zu erwarten, wenn schon Opa Willy zu seinen Lebzeiten eben diesen Massenmord als großen zivilisatorischen Erfolg verherrlicht hat.

Wenn man die Lebensstandards in China und Afrika vergleicht, die vor 30 Jahren auf einem ähnlichen Niveau waren, dann hat China einen gewaltigen Schritt getan, indem es seinen Bürgern ein besseres Leben ermöglicht hat.

Wenn man hingegen den Lebensstandard von Südkorea oder auch nur den von Botswana betrachtet, die all das inkl. dem Aufbau einer demokratischen Gesellschaft ganz ohne Völkermord und Hungersnot geschafft haben, sieht der Schritt hingegen gleich viel kleiner aus. Aber vom Aufsichtsratsessel bei Gasprom aus gesehen wirkt vermutlich selbst ein Rückschritt bei den Menschenrechten noch wie ein Fortschritt.

Es gehört zu den größten zivilisatorischen Erfolgen des vergangenen Jahrhunderts, dass China diesen Modernisierungsschritt vollzogen hat und zugleich als Vielvölkerstaat seine Stabilität wahren konnte.

Hm, offenbar neigt nicht nur der Opa zu menschenverachtender Geschichtsklitterung.

[…] Die Armee wurde seit 1987 um rund ein Drittel reduziert, die Militärausgaben liegen bei etwa einem Zehntel der amerikanischen.

Daß die Armee dabei umfassend modernisiert wurde, und zwar gerade hinsichtlich ihrer Offensivkapazitäten, hat Schröder dabei dummerweise vergessen zu erwähnen. Falls er es überhaupt wußte. Aber selbst wenn, ein Angriff auf Taiwan wäre für ihn ja ohnehin nur eine innere Angelegenheit Chinas, und ob die Chinesen ihre besetzten Häuser nun mit Langstreckenraketen oder Flugzeugträgern räumen, geht niemanden außer ihnen selbst was an.

Verstärkt wird das Land aktiv bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen.

Stimmt. Und zwar indem es die Friedensmissionen durch Unterstützung jener Terrorregime behindert, deren Verbrechen die Mission überhaupt erst nötig machen, oder indem es ein Eingreifen der UNO mit einem Veto im Sicherheitsrat gleich von vorneherein abblockt. Passivität kann man das wahrlich nicht nennen. Da steckt schon ausgesprochener Vorsatz und systematisches Handeln dahinter.

Und damit hätten wir dann auch die erste Seite der oberpeinlichen Diktatorenversteherei unseres Möchtegernweltstaatsmanns glücklich überstanden. Wer sich die anderen vier trotzdem noch antun will, nur zu. Aber bitte nicht erwarten, in einem Artikel von Gerhard Schröder über China irgendwas zum Völkermord durch dessen Vasallen im Sudan zu hören. Das Wort „Darfur“ kommt nämlich auch auf den restlichen Seiten nicht vor.

~ von Paul13 - Montag, 21. Juli 2008.

9 Antworten to “Warum wir Schröder nicht brauchen”

  1. China stellt seit den 1990ern tatsächlich zunehmend Soldaten für UN-Friedenstruppen bereit. Allerdings nur in Fällen in denen keine „nationalen Interessen“ berührt sind und der betroffene Staat zustimmt (Kambodscha, Osttimor, Sierra Leone, Haiti, etc.). Ansonsten ein sehr schöner Kommentar. Schröder ist kein „China-Kenner“, sondern ein Schleimer. Von sowas lassen sich die Chinesen nicht beeindrucken. Aber der Sozi-Gerd ist natürlich immer ein gern gesehener Gast in Peking und Moskau…

  2. @mrpresident
    Gast bedeutet so viel wie „nützlicher Idiot“ oder? ;-)

  3. Immer wenn Schröder den Mund aufmacht, weiß man, was man an der Merkel hat. Die scheint jedenfalls kapiert zu haben, dass die Anbiederei und Anschleimerei sozialdemokratischer Prägung bei einigen Politikern nichts bringt.
    Schließlich funktionieren politische Beziehungen oftmals genauso wie zwischenmenschliche Beziehungen, in denen Arschkriecher meistens verachtet bestenfalls aber nicht für voll genommen werden.

  4. der Terror war notwendiger Begleitumstand des gewaltigen Industrialisierungsziels – das kommt da rüber und das ist die alte kommunistische Leier zur Rechtfertigung des sozialistischen Massenmords. Da ist er ja in Russland auch gut aufgehoben. Da gilt doch: Stalin der grösste Held aller Zeiten.

    Entweder füttert die Nomenklatura den Ex Kanzler mit solchen Erkenntnissen, oder aber das geht noch auf seine Zeit als Steigbügelhalter der Stamokap Jusos zurück. Oder beides, was sehr wahrscheinlich ist.

    Es ist eine Schande, dass man solchen Leute in der BRD überhaupt auch nur zuhört!

  5. @ Paul

    „Aber was ist auch von Enkel Gerd zu erwarten, wenn schon Opa Willy zu seinen Lebzeiten eben diesen Massenmord als großen zivilisatorischen Erfolg verherrlicht hat.“

    Hast du da ein Zitat zur Hand?

    Apropos: Jetzt gibt Adolf seinem Kumpel in der Hölle wohl einen aus, oder?
    http://www.welt.de/politik/article2234910/Kommunisten_wollen_Heiligsprechung_Stalins.html

  6. @ Chewey

    Leider nicht. Hab das nur mal bei einem Brandt-Interview in einer Radiosendung gehört, ich glaube im Hessischen Rundfunk. Hab deswegen auch nicht mehr den genauen Wortlaut (den hat aber vielleicht noch der HR), er hat aber die Industrialisierung Chinas unmißverständlich als eine der großartigsten Leistungen in der Geschichte der Menschheit bezeichnet.

    Das war kurz nachdem Demographen herausgefunden hatten, daß den Chinesen ihren Berechnungen nach 60 Millionen Menschen „fehlen“, die im Gulag und bei den Hungersnöten verreckt sind, deswegen war ich bei der Bemerkung Brandts dann auch so geschockt, daß ich sie mir gemerkt hab. Was immer ihn da geritten hat, aber das war gewiß nicht der Höhepunkt seines politischen Wirkens.

  7. Schon meine junge Erdkundelehrerin wusste über China zu erzählen, dass man so viele Menschen einfach nicht demokratisch regieren kann – und das war Anfang der 80er, noch vor irgendeiner Modernisierung. Die Sprüche sind die selben geblieben.

  8. @ werner

    Da war sie schon weiter als einer meiner damaligen Mitschüler. Das war ein Grüner, und der meinte so ca. 1983/84, daß China ja eine Demokratie sei. Und er meinte nicht Taiwan…

  9. Was will man auch von einem Inter-Sozi verlangen. Wird endlich Zeit, dass wir die ganzen Sozialisten in ihre geliebten Gulags stecken.

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