Schweigen ist Silber, schämen ist Gold


Eigentlich muss es irgendetwas Drittes geben zwischen dem bodenlosen Zynismus, den Nicolas Sarkozy walten lässt, damit er eine Party steigen lassen kann, mit sich selber als Hauptattraktion, und der absoluten Trostlosigkeit, die sich zwangsläufig einstellt, wenn Leichen und Gefangene ausgetauscht werden.

Gibt es tatsächlich. Leider hat aber auch der SPIEGEL die Politik der prinzipienfesten Härte gegnüber Tyrannen und Terroristen viel zu lange und erbittert als weltfremde neokonservative Cowboymethoden bekämpft, als daß die empörten Krokodilstränen ob der Anwendung der genialen Realpolitik europäischer Prägung jetzt nicht ein bißchen arg künstlich daherkämen.

Und daß ein unfaßbar bitterer Anlaß wie die so dumme wie unmoralische Freilassung eines grausamen Kindermörders auch noch als Anlaß mißbraucht wird, ein bißchen billiges Sarkozy-Bashing unterzubringen, nur weil der die langjährigen Forderungen der westlichen Medien nach einem Kuschelkurs gegenüber Assad brav umsetzt, macht die Sache nicht besser.

~ von Paul13 - Donnerstag, 17. Juli 2008.

3 Antworten to “Schweigen ist Silber, schämen ist Gold”

  1. Ich würde den „deutschen Mittelweg“ empfehlen.

    „Der Durchbruch, das stellte ein an ausgesuchte Medien gestreutes Papier des Merkel-Hauses fest, sei „ein großer Erfolg für die Bundesregierung“ und für den BND, „der großartige Arbeit geleistet“ habe.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,566171,00.html

    Das ist mal Diskretion verglichen mit der Großkotzigkeit eines Sarkozy. Dass man sich noch damit brüstet, Drahtzieher dieses Trauerspiels gewesen zu sein, ist ein weiteres Highlight.

  2. Ich warte nur darauf, dass irgendjemand erklärt, die Geschichte zeige mal wieder, dass den rassistischen Israelis eine handvoll Araber kaum mehr Wert sei als zwei jüdische Leichen. Ich finde, ein Staat, der lieber einen rassistischen Mörder herumlaufen lässt als zwei seiner Staatsbürger selbst nach dem Tod dem Feind zu überlassen, fühlt sich seinem Volk gegenüber über alle Maße der Vernunft hinaus verpflichtet. Und das bewundere ich aufrichtig.
    @Rene
    Wer dazu, dass ein Kindsmörder als „Freiheitskämpfer“ freigepresst wird nicht zu sagen hat und stattdessen irgendeinen semi-hämischen Witz über den Wahlkampf in den Kolonien macht, hat tatsächlich nichts zu sagen. Und sollte das in dem Zusammenhang auch mal tun.

  3. @ Paranoiker

    Du mußt jetzt tapfer sein, aber ich bin NICHT Daniel. Er würde sich gegen diese Unterstellung vermutlich auch ausdrücklich verwahren. ;-)

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