Obama lernt


Nachdem Obama sich mit nur bei der Loony Left mehrheitsfähigen Forderungen wie der nach einer kaum verhüllten bedingungslosen Kapitulation der Hypermacht USA vor den letzten versprengten al-Qaida-Überlebenden im Irak durch die Vorwahlen gemogelt hat, rückt er jetzt zunehmend in die politische Mitte, weil ihm allmählich zu dämmern scheint, daß der Präsident letzten Endes immer noch von Joe Sixpack gewählt wird und nicht alternativ einfach von Michael Moore zum König von Amerika ernannt werden kann.

Da er seine darob etwas verwirrten bisherigen Unterstützer aber nicht auch noch mit konkreten Ankündigungen vergrätzen will, in welches Körperteil genau er ihnen den Tritt versetzen wird, nachdem sie ihre Schuldigkeit getan haben, begleitet er seinen Kurswechsel mit einem selbst für Wahlkämpfe ungewöhnlich vagen Wischiwaschi-Programm. Dies wird exemplarisch sichtbar an der Ankündigung seiner außenpolitischen Prioritäten, die wahrscheinlich die meisten Menschen inkl. des derzeitigen Amtsinhabers problemlos so unterschreiben könnten:

Fünf Prioritäten kündigte Obama für den Fall an, dass er gewählt werde: Er will den Krieg im Irak „verantwortlich“ beenden, al-Qaida und die Taliban besiegen, Nuklearwaffen und -material von „Schurkenstaaten und Terroristen“ fernhalten, eine unabhängige Energieversorgung sichern und die Allianzen mit den Verbündeten erneuern.

Dazu vielleicht noch die Bekundung des Wunsches nach einem allgemeinen Weltfrieden, und selbst im amerikakritischsten attac-Büro werden die Räucherstäbchen auf dem Obama-Altar angezündet. Dumm nur, daß Politik nicht davon bestimmt wird, WAS man will – da wollen bekanntlich alle mehr oder weniger das gleiche und natürlich gute -, sondern WIE man selbiges zu ereichen gedenkt. Da reicht es aber nicht, pseudokonkrete Ankündigungen in die Welt zu setzen wie dieses Prachtexemplar politischen Nullsprechs:

„Als Präsident werde ich meinen Militärs einen neuen Auftrag erteilen – den Krieg im Irak zu beenden“.

Besagte Militärs dürften sich dann nämlich nur grinsend anschauen und den vergilbten Befehl von Präsident Bush aus dem Jahre 2003 aus dem Aktenordner kramen, wo genau das auch schon mal drinstand. Der einzige Unterschied zu Bushs damaliger Order ist nur das Fehlen des Wörtchens „siegreich“. Und jetzt, wo sie gerade dabei sind, den Befehl des Meisters erfolgreich umzusetzen, kommt der Lehrling und plappert es noch mal nach. So mag man naive Wähler an der Nase herumführen können. Verantwortungsvolle Weltpolitik geht anders.

Aber Obama kann ja, wie er selber sagt, noch dazulernen. Und so wie es aussieht, hat er entgegen den Erwartungen der europäischen „Hände weg von Afghanistan“-Fraktion nicht wirklich vor, die aus dem Irak abgezogenen Einheiten aufzulösen und in kiffende Hippie-Kommunen umzuwandeln, sondern viel mehr, sie an den Hindukusch zu verlegen, und zwar nicht zur Absicherung des Rückzugs der bisherigen Einheiten, sondern weil er den dortigen Krieg nicht nur zu führen, sondern zur Abwechslung auch mal zu gewinnen gedenkt:

„Afghanistan hat Probleme, weil wir durch den Irak-Krieg abgelenkt sind. Unsere Truppen und die Nato-Verbündeten kämpfen dort heroisch, aber wegen unseres Engagements im Irak fehlt es an Ressourcen.“ Der Krieg gegen Taliban und al-Qaida dort sei aber der Krieg, den die USA gewinnen müssten. Obama hatte bereits zuvor angekündigt, 10.000 Soldaten mehr nach Afghanistan schicken zu wollen.

Es scheint, als müßten auch Obamas Jünger noch dazulernen.

~ von Paul13 - Mittwoch, 16. Juli 2008.

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