Von israelischen Feuerzangen, arabischen Kartoffeln und persischen Atomöfen


Falls die Mullahs darauf bauen, daß die arabischen Führer kollektiv in Tränen oder gar Wutgeschrei ausbrechen, wenn die bösen Zionisten ihre schönen Nuklearfabriken in Schutt und Asche bomben, könnte ihnen möglicherweise eine herbe menschliche Enttäuschung bevorstehen:

Offizielle Vertreter eines arabischen Staates haben gegenüber Israel bei informellen Treffen angedeutet, dass sie nichts gegen eine israelische Militäroperation gegen den Iran einzuwenden hätten. Dies teilen politische Quellen in Jerusalem mit. Grund hierfür sei die Sorge vor dem wachsenden iranischen Einfluss in der Region, vor allem im Kreis der schiitischen Gemeinden in arabischen Staaten.

[…] Die Vertreter des arabischen Staates versicherten ihren israelischen Gesprächspartnern, dass auch andere arabische Staaten wegen der iranischen Politik besorgt seien. Ein Teil der arabischen Staaten fürchtet, dass ein Machtzuwachs des Iran zur Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten führen könnte. Diese Sorge besteht freilich vor allem innerhalb arabischer Staaten mit einer schiitischen Minderheit.

Womit allen offiziellen Solidaritätsbekundungen zum Trotz ein für allemal klargestellt wäre, daß das Schicksal der entrechteten palästinensischen Brüder die Herrscher der arabischen Welt weit weniger umtreibt als das Wohlverhalten ihrer noch weit entrechteteren schiitischen Untertanen.

Und zum Schluß noch einmal ein Grundkurs Logik für all jene, die meinen, iranische Atomwaffen wären kein Problem für die Welt und mit Erfüllung dieses berechtigten nationalen Anliegens hätte Achmadinedschad keine weiteren Forderungen an die Tschechoslowakei Welt mehr:

Vergangene Woche sagte der Kommandant der iranischen Armee, General Hassan Firusabad, dass der Iran bei einem Angriff die Straße von Hormus für die Schifffahrt schließen würde. Dies ist bereits das zweite Mal, dass iranische Offizielle diese Absicht erklären.

[…] Die politischen Quellen in Israel teilten der Haaretz mit, dass eine Eskalation der iranischen Erklärungen jene Golfstaaten in Sorge versetze, die an amerikanischer Verteidigung vor Teheran interessiert sind. „Wenn der Iran so droht, während er keine Atomwaffen hat, was wird er tun, wenn sein Atomprogramm voranschreitet?“, beschrieb eine der Quellen die Sorge der Golfstaaten.

(Quelle: Haaretz, 11.07.08)

~ von Paul13 - Freitag, 11. Juli 2008.

4 Antworten to “Von israelischen Feuerzangen, arabischen Kartoffeln und persischen Atomöfen”

  1. „Womit allen offiziellen Solidaritätsbekundungen zum Trotz ein für allemal klargestellt wäre, daß das Schicksal der entrechteten palästinensischen Brüder die Herrscher der arabischen Welt weit weniger umtreibt als das Wohlverhalten ihrer noch weit entrechteteren schiitischen Untertanen.“

    Diese Folgerung ist schlichtweg falsch. Wenn ich Palästinenser wäre so wären Atomwaffen in den Händen der Mullahs eine meiner größten Sorgen Denn wohin werden sie wohl zielen? Und was wird ein selbstbewußter Iran für eine Palästinapolitik betreiben? Richtig, mehr Gewalt und Zerstörung.
    Richtig ist hingegen, dass die arabischen Herrscher die Hamas und die Hisbollah nicht mögen, das war aber auch vorhin schon bekannt und gut bei einigen israelischen Aktionen gegen eben jene zu sehen.
    Dass den allermeisten Arabern das Schicksal der Palästinenser am Arsch vorbei geht ist zwar trotzdem richtig, hat aber mit der Einstellung zu iranischen Allmachtsphantasien nicht viel zu tun.

  2. Ach Gottchen, wer glaubt denn noch an die persisch-arabische Solidarität? Da müßte sich wirklich Islamophobie mit Verblödung paaren. Mein Tip zum Verständnis des Nahen Ostens: Machiavelli lesen. Vorbedingung wäre es da natürlich, den Gegner als vernunftbegabten Menschen anzuerkennen, das ist unbequem.

    Meine Prognose: Eine böse Überraschung wird eher der David erleben, der im Goliath nur eine übergroße Zielscheibe seht.

  3. @ Hermann

    Na ja, es gibt in den Appeasementkreisen schon noch eine ganze Reihe von Leuten, die glauben, daß ein israelischer Angriff auf den Iran zu einer einem Flächenbrand im Nahen Osten und einer gigantischen Terrorwelle führen würde oder daß die Araber den Konflikt mit Israel als ihr Hauptproblem und eine iranische Atombombe als Mittel ansehen, um die US-Imperialisten in die Schranken zu weisen.

  4. […] die über die hier gemachten taktischen Überlegungen hinausgehen, erfahren wir bei no blood for sauerkraut ein paar Hinweise (und überlassen damit das Spekulieren den Lesern). RSS Kommentar-Feed […]

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