Schnellmerker an der Front


Sie kommen in kleinen Gruppen, benutzen tückische Sprengfallen: Die Taliban setzen die Truppen in Afghanistan mit neuen Methoden unter Druck.

Sind ja wirklich tolle Hechte, diese Taliban! Kleine Gruppen, Sprengfallen – die haben schon originelle Ideen, unsere bärtigen Robin Hoods. Und sie haben nur mehrere Jahre voller krachender militärischer Niederlagen sowie tausende von Toten in ihren Reihen benötigt, um schlappe 33 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs darauf zu kommen, daß sie mit ihrer bisherigen Taktik irgendwas falsch gemacht haben könnten, Respekt!

Ok, zugegeben, wenn sie statt Schulen zu zerstören lieber lesen gelernt hätten, dann hätten sie durch Lektüre des einen oder anderen Standardwerks über den Guerillakrieg natürlich auch ohne blutige eigene Erfahrungen zum Ergebnis kommen können, daß eine Guerilla sich einer technologisch wie zahlenmäßig überlegenen Militärmacht nicht gerade in einer offenen Feldschlacht entgegenstellen sollten, aber was soll’s. Um die Militärfachleute des SPIEGEL zu beeindrucken reicht’s jedenfalls immer noch. Und nur darum geht es letztlich.

Deshalb, liebe NATO, sei Dir eine selbsterfüllende Prophezeiung der Elbuferindianer ins Stammbuch geschrieben: „Wenn Ihr den letzten Taliban getötet und den letzten Terroristen eingefangen habt, werdet Ihr feststellen, daß die Medien in Euren Ländern notfalls auch vor einer Leiche kapitulieren können.“

~ von Paul13 - Mittwoch, 2. Juli 2008.

31 Antworten to “Schnellmerker an der Front”

  1. Man könnte fast meinen, dass der SPIEGEL aus Mangel an Beiträgen zum Thema „Afghanistan“ Frau Putz aus ihrem sicheren Beiruter Domizil zugeschaltet und sie mit einer Revolverstory beauftragt hat, weil sie Terroristen so gerne beim Raketenbasteln zusieht. (http://spiritofentebbe.wordpress.com/2008/01/29/uli-im-wunderland/)

  2. @ Rene

    Ich würde mal so ins Blaue hinein sagen, die Macht in Kabul zu übernehmen. Bis zu Lektion 1 des Guerillakrieges haben sie’s ja auch schon geschafft.

  3. Der Westen ist aber auch nicht unbedingt sehr helle in der Counterinsurgency. Es würde die Basis der Taliban schwächen, wenn die Bauern eine Alternative zum Opium hätten. Ein großes Programm zum Anbau von Maulbeerbäumen und Seidenraupenzucht wäre eine Möglichkeit, die durchaus mit Nachhaltigkeit verbunden sein könnte. Militärische Repression,ohne der armen Bevölkerung eine soziale Perspektive zu geben kann nicht funktionieren. Haben die Leute diese Perspektive, wären sie eher bereit, aktiv bei der Bekämpfung der Taliban mitzuwirken. WAs Letztere angeht, mal Ramsan Kadyrow fragen, wie man so was macht.

  4. @ che2001

    Also ich fänd’s besser, wenn sie hier im Westen Drogen ab 18 komplett freigeben und gleichzeitig Staaten wie Afghanistan ein Freihandelsabkommen anbieten würden. Dann würde es sich nicht mehr lohnen, Opium anzubauen, und die Bauern dort hätten auch mit normalen Lebensmitteln eine sinnvolle Alternative.

  5. @ che2001

    Was die Terroristenbekämpfung angeht, so ist Kadyrow der letzte oder zumindest vorletzte, an dem man sich orientieren sollte. Methoden wie in Tschetschenien sind nichts, was der SPIEGEL sonderlich goutieren würde, wenn sich die Amerikaner ihrer bedienen sollten. Zudem sind sie auch noch kontraproduktiv.

    Die NATO macht das schon ganz gut, man läßt sie nur oft nicht, wie sie könnte, und sorgt mit dem dauernden Gerede von Exit-Strategien dafür, so daß die Menschen sich nicht sicher sein können, daß die NATO sie auch auf Dauer beschützt. Und das ist bei einem grausamen Gegner wie den Taliban extrem wichtig.

  6. @Paul
    „Ok, zugegeben, wenn sie statt Schulen zu zerstören lieber lesen gelernt hätten, dann hätten sie durch Lektüre des einen oder anderen Standardwerks über den Guerillakrieg natürlich auch ohne blutige eigene Erfahrungen zum Ergebnis kommen können, daß eine Guerilla sich einer technologisch wie zahlenmäßig überlegenen Militärmacht nicht gerade in einer offenen Feldschlacht entgegenstellen sollten, aber was soll’s.“

    Es ist doch eigentlich hinlänglich bekannt, dass die Taliban ausschließlich auf ein ganz bestimmtes Buch abfahren. Klassische Einbuchstrategie.

    Natürlich haben die Taliban fertig. Das große Problem ist halt, dass die das nicht merken. Ist fast genauso wie bei den Palästinensern. Die haben eigentlich seit fast 60 Jahren fertig.

  7. @ Rene

    Daß das mit der offenen Feldschlacht in die Hose geht, war ihnen offensichtlich nicht bewußt, sonst würde sich der SPIEGEL jetzt nicht so erstaunt die Augen reiben, daß sie es plötzlich mit „neuen Methoden“ probieren, und sie hätten auch nicht tausende Kämpfer bei erfolglosen Versuchen verloren, Gebiete zu erobern bzw. zu halten. Das einzige was noch dümmer als diese Taktik ist, ist sie als intelligent zu verteidigen.

  8. ²Natürlich haben die Taliban fertig. Das große Problem ist halt, dass die das nicht merken. Ist fast genauso wie bei den Palästinensern. Die haben eigentlich seit fast 60 Jahren fertig.“

    @ Adnan,

    da hast du natürlich völlig recht. Das Problem ist nur, einige können tatsächlich lesen bzw. kriegen sehr gut mit, was man hier so im Parlament von sich gibt. In dem Sinne wirken auch deutsche Medien genau wie D. J. und Rene als Kriegstreiber, weil Sie alle westlichen Werte ablehnen und gegen Terroristen nur eine Strategie akzeptieren; Rückzug.

  9. @ ali B (blog-troll)

    Das ist schon ziemlich Orwell (Mini-Wahr): Kriegstreiber ist derjenige, der den Erfolg eines Feldzuges in Frage stellt, weil die Kampfweise für den Konflikt ungeeignet ist. Und wer bestreitet, dass die Taliban unmittelbar vor der Kapitulation / der Selbstauflösung stehen, lehnt „alle westlichen Werte“ ab. Ja,ja.
    Aber da die einzige Form der Wahrheit die Wiederholung ist (Buddha nicht Goebells):

    „June was the deadliest month for U.S. troops in Afghanistan since the war there began in late 2001, as resilient and emboldened insurgents have stepped up attacks in an effort to gain control of the embattled country.“

    For further information:
    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/07/01/AR2008070103070.html

  10. @Rene: „sehr geringer Verschleiß“? Glaubst du also, die Verluste der Taliban seien geringer als die der NATO?

  11. @ D. J.,

    Mantras runterbeten hälst du du jetzt also für die einzige Form der Wahrheitssuche. Da können die Rosenkranzbeter und die Marx-Ausendig-Kenner aber locker mithalten.

    Natürlich wird dein link die Taliban so freuen, dass vollkommen ihre eigenen Verluste vergessen und beschließen, genau so weiter zu machen wie bisher mit ihrem am 11.09.01 begonnenen Befreiungskrieg“.

    Da kannst dich nun beim besten Willen nicht auf Orwell berufen, denn alles was du vorbringst und zitierst ist Neusprech nach dem Muster wie es Paul immer wieder dem Spiegel nachweist. Bei dir und deinen Kumpanen sind selbst volle Gläser ganz leer.

  12. Und was heist das in totalen Zahlen jeneits pseudjournalistischen Geschwaffel zur Bedienung der entprechenden Leserklientel?
    Jedenfalls nicht das was in den Zeilen behauptet wird.

  13. @ D. J.,

    Mantras runterbeten hälst du du jetzt also für die einzige Form der Wahrheitssuche. Da können die Rosenkranzbeter und die Marx-Auswendig-Kenner aber locker mithalten.

    Natürlich wird dein link die Taliban so freuen, dass sie vollkommen ihre eigenen Verluste vergessen und beschließen, genau so weiter zu machen wie bisher mit ihrem am 11.09.01 begonnenen „Befreiungskrieg“.

    Da kannst dich nun beim besten Willen nicht auf Orwell berufen, denn alles was du vorbringst und zitierst ist Neusprech nach dem Muster wie es Paul immer wieder dem Spiegel nachweist. Bei dir und deinen Kumpanen sind selbst volle Gläser ganz leer.

  14. Rene,

    du bist doch die wandelnde Inkarnation des Neusprech, du lügst am laufenden Band – gewissermaßen ein running gag.

    Friedensfreunde=Neusprech
    Friedensbewegung=Neusprech
    Volksdemokratie=Neusprech
    UNO als Hüterin der Menschenrechte=Neusprech

  15. @ Rene

    Sie sind es? Das meinst Du wirklich ernst? Dann laß mal Zahlen rüberwachsen.

  16. @ Paul

    Zahlen? Sie wollen Zahlen? Bitte schön:

    http://www.armscontrolcenter.org/policy/securityspending/articles/analysis_c110_s_2764_war_bridge/

    Noch Fragen?

  17. @nmr
    Keine Deiner Nebellinks, sondern Renes Aussage das die Verluste der Koalitionsstreitkraefte hoeher sind als die der Talibs soll er belegen.
    Zudem das heutige Kriege mehr Kosten als die Vergangen ist mehr als logischm, es sei den der Westen arbeitet wieder mit den gleichen Wirkungsmitteln wie in den vorangegangen und nimmt sich ein Beispiel an Russland und Chechnya, das kann man billiger haben.

  18. @ Auslaender

    Ich weiß auch gar nicht, was NMR mir mit den Zahlen sagen will. Er kommt mir verwirrt vor nach der ganzen Hubschrauberzählerei.

  19. @Paul+Auslaender
    Ihr habt Euch den Link angeschaut – er nicht ;-) Er hatte ja auch die berüchtigten CIA-Dokumente…

    No Hope, No Change! ;-)

  20. Jetzt antwortet das Jägerli schon fürs renlein. Da muss die Friedensuni (=Neusprech) wohl mal dringend die nicks neu verteilen und die Kompetenzen klären.

  21. @ alibaba

    LOL Aber welche Kompetenzen? ;-)

  22. Die Kostenargumente zu vergangen Konflikten ist immer mehr als laecherlich. Man stelle sich vor es wuerden die ganzen Eingelagerten Wirkmittel fuer den „grossen Krieg“ ausgepackt werden, so nach dem Motto: Heh das Verfallsdatum laeuft ab, lass uns den scheiss raushauen. Passiert noch sehr oft bei Uebungen im scharfen Schuss um den z.B. Geschuetzbesatzungen eine entsprechende realistische Uebung zu bieten. Himmel da brauche ich mit einem 155mm Geschuetz nicht eine Murmel sondern gleich volle Power aus allen Rohren um die gleiche Wirkung zu erreichen wie ein modernes Wirkmittel. Die Schaeden wegen der Flaechenbelegung zum ausschalten eines Zieles will ich da gar nicht aufzaehlen wenn ich da eine flaeche ensprechender Groesse mit Feuer belegen muss um einen verlausten MG Schuetzen auszuschalten. Ist der gleiche Quatsch wie Flaechenbombadierung, wenn ich diesen scheiss schoen hoere, da moechte ich manchmal sagen das die mal ihren Opa oder ihre Oma fragen sollen was Flaechenbombadierung ist. Moderne Wirkmittel mit entsprechender Treffgenauigkeit bei minimalen Fremdschaeden kosten nun mal Geld.
    Wenn ich mir alleine die Kosten fuer den Koerperschutz bei einem Soldaten anschaue werden die Kosten mehr als deutlich. Meine erste Weste, die eigentlich nur Splitterschutz bot, kostete so um die 300 Bucks meine heutige liegt bei etwas ueber 1000. Hinzu kommen persoenliche Kommunikationskosten etc.

  23. @ Paul,

    hier ein Beispiel für die Bemühungen um islamistisches Neusprech:

    „Allen Genannten gemeinsam ist der Versuch, das Konzept des islamischen Jihad in eine zivilere Sprache zu übersetzen und so für soziale und antikapitalistische Bewegungen zu öffnen.“

    und hier der link dazu:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/thomas_v_d_osten_sacken_und_thomas_uwer_verstaendnisvolles_europa/

  24. @ Rene

    Äh, Rene, da Du derjenige bist, der uns besagte Zahlen schuldet, solltest nicht gerade DU NMRs Zahlen kommentieren.

    Also, wie sieht’s aus? Worauf stützt Du Deine irrwitzige Behauptung, daß die NATO höhere Verluste hat als die Taliban?

    Oder rechnest Du auf NATO-Seite die amerikanischen Verlusten im Vietnamkrieg hinzu, weil die USA in der NATO sind, und einer der damaligen Präsidenten Nixon war, und der wiederum die Taliban unterstützt hat, womit die beiden Konflikte ja irgendwie zusammenhängen, und überhaupt und sowieso?

  25. Mein Kadyrow-Vorschlag war Ironie, der Rest ernst gemeint. Mit legalem Heroin hätte ich allerdings so meine Probleme, auch wenn ich bei anderen Drogen für die Freigabe bin.

  26. @Rene: du bist ja wahnsinnnig. Die Taliban haben alleine an einem Tag mehr Kämpfer verloren als wir in beinahe sieben Jahren. Grob geschätzt ist das Verhältnis mindestens 1:10, macht also mindestens 9000 Taliban. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass die Verluste der Talibs fünfstellig sind.

    GUckst du hier: http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/1672938.stm
    Alleine bei der Kapitulation Kunduz‘ haben die Taliban Verluste in Höhe von 1000 Mann erlitten.

    Machst du dich über uns lustig?

  27. @ Che2001

    Ach so, sorry. Hast mich für einen Moment erschreckt, denn so hatte ich Dich eigentlich auch nicht eingeschätzt.

    Das mit dem Heroin ist zugegeben so eine Sache, aber andererseits, wer’s will, kommt auch so dran, dann aber in einer Qualität, die mitunter lebensgefährlich schlecht ist, und zu einem Preis, den man sich ohne kriminelle Aktivitäten kaum leisten kann.

    Grundsätzlich gilt, wenn ich jemandem das Recht zubillige, sich selbst umzubringen, dann darf ich ihm auch nicht in der Wahl der Methode reinreden.

  28. @ Tyrion

    In manchen Gefechten liegt das Verhältnis sogar näher an 1:100 als 1:10. Das sind ja auch nicht mehr die kampferprobten Taliban, die die ebenso kampferprobten Mujahideen besiegt haben, sondern zunehmend nur noch bedauernswertes Kanonenfutter, das von der Talibanführung aus Pakistan zum Sterben über die Grenze geschickt wird.

  29. Obama und der Truppenabzug, man das ging ja schneller als ich dachte. Hatte mit einer laengeren Schamfrist gerecnet

    http://www.welt.de/politik/article2173302/Obama_knickt_beim_Irak-Truppenabzug_ein.html

  30. @ Auslaender

    Krass! Das hätte ich auch nicht gedacht. Ich dachte, er wartet bis nach der Wahl.

    @ NMR

    Wo bist Du? Klär uns auf, was da los ist? Er hat doch ganz was anderes gesagt!

  31. Werden fuer nmr dann wohl nur „Wahlluegen“ sein um am „rechten Rand“
    zu fischen, von einhalten kann da ja nie die Rede sein.
    Oder die fiesen Dunkelmaenner der Neo-Cons.
    Hm, der Mann demontiert sich schneller als ich dachte. Die Linke Basis versucht er wohl damit zuhalten das er hofft sie werden ihne waehlen um McCain zu verhindern.

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