NeoCon ihrer Majestät?


Die Lage in Simbabwe gerät außer Kontrolle. Staatschef Mugabe hält trotz aller Kritik an der geplanten Stichwahl fest – und manövriert sich vollends in die internationale Isolation. Seine Häscher gehen mit irrsinniger Brutalität gegen Opposition und Volk vor.

[…] Trevor Ncube, aus Simbabwe stammender Herausgeber der südafrikanischen Wochenzeitung „Mail & Guardian“, berichtete nach seiner Rückkehr aus Harare: „Die Zanu-Milizen fragen ihre Opfer nur noch: Lang- oder Kurzarm? Dass heißt, sie können wählen, ob ihnen die Hand oder der ganze Unterarm abgehackt wird.“

[…] Wer nicht spure, werde in Foltercamps gebracht. „Einer meiner Mitarbeiter hat mir erzählt, dass seine Eltern dorthin gebracht worden seien. Sie haben gesehen, wie eine Oppositionsanhängerin gezwungen wurde, ein Büschel trockenes Gras in ihre gefesselten Hände zu nehmen. Dann steckten Zanu-Leute das Gras an beiden Enden an.“

Was für Sissis, diese Westmedien! Erst die wahren Skandale wie die Demütigungen in Abu Ghureib jahrelang unter den Teppich kehren, aber dann wegen dem bißchen Armabhacken und Menschenanzünden so einen Aufstand machen. Das ist alles sowohl notwendig wie auch verhältnismäßig, wo doch so viel auf dem Spiel steht. Robert Mugabe braucht keine dummen Ratschläge seiner ehemaligen Kolonialherren, sondern unsere „kritische Solidarität“.

[…] Der radikalste Vorschlag aber kommt von dem britischen Oberhausmitglied Paddy Ashdown. Er befürchtet, dass es in Simbabwe ohne Eingreifen von außen zu einem Blutbad wie in Ruanda kommen wird, wo 1994 in ethnischen Kämpfen 800.000 Menschen buchstäblich abgeschlachtet worden sind.

Für den Briten gibt es daher nur eine Lösung: „Da hilft wohl nur noch ein Militärschlag.“

Dieser elende Kriegstreiber! Nur wegen ein paar Prügeleien gleich nach der Kavallerie zu rufen. Er sollte sich Paddy Bushdown nennen. Aber was soll man auch von jemandem wie ihm anderes erwarten. Die Briten sind eh alles Pudel der Amerikaner, und im Oberhaus sitzen sowieso nur Imperialisten, die davon träumen, sich die Bodenschätze der ehemaligen Kolonie Rhodesien wieder anzueignen. Deshalb muß es heute mehr denn je heißen: Kein Krieg nirgends (außer wenn Robert Mugabe ihn führt)!

~ von Paul13 - Mittwoch, 25. Juni 2008.

4 Antworten to “NeoCon ihrer Majestät?”

  1. Wir schafften es vor 63 Jahren, einen Diktator mit Lichterketten ins Exil zu treiben. Und wenn wir jetzt eine Kette quer durch ganz Deutschland bilden, werden wir Mugabe garantiert beeindrucken.

    Ich setz schonmal eine Kanne Diskussionstee auf.

  2. Lesetipp: „Junge Welt“ vom 11. und 12. Juni 2008

    Es kann kein Arschloch groß genug sein, daß die Ex-SED nicht versuchen wird, es mit dem Kopf auszufüllen!
    Hoffentlich ist in den Hintern von Chavez, Ahmadiblablabla und Konsorten genug Platz für Lafontaine, Paech und Genossen!

    Für meine Wortwahl bitte ich um Verständnis. Bedauern kann ich sie nicht.

  3. @ Rene

    Ach, da ist er ja wieder: Folterfreund Paul.
    Na mal sehen, wann Du Dich auch für die Gefangenen auf Guantanamo so ins Zeug wirfst.

    Nicht bevor Völkermordfreund und Atomkriegsfan Rene Abbitte leistet und öffentlich erklärt, daß es ein riesiger Fehler war, gegen den Sturz Saddam Husseins gewesen zu sein und daß alle Irakkriegsgegner menschenverachtende Kulturrelativisten sind.

    Dann bin ich sicher dazu bereit mich dafür einzusetzen, Guantanamo in ein ganz normales Kriegsgefangenenlager umzuwandeln, und endlich damit aufzuhören, den Kriegsgefangenen auch noch Datteln aus ihre Heimatländern einfliegen zu lassen.

  4. Schön und gut, aber ist es nicht ein permanenter Skandal, daß Leute wie dieser Afro-Hitler überhaupt erst (solange sie dem Westen nützlich erschienen) mit dergleichen Ehren überhäuft wurden, die man ihnen nun wieder mit großer Mißbilligungsgeste entziehen kann? Und sind selbst nach Euren bescheidenen (weil dem moralischen Rigorismus eines Null-Staatlers wie mir nicht verpflichteten) Maßstäben nicht ca. die Hälfte aller Träger von Friedensnobel-, Aachener Karls-, Bundesverdienstkreuzen, und blablafaselsülzpreisen doch eher Gestalten, die man nicht zur Zierde des Menschengeschlechtes zählen muß? Das Verleihen von Preisen, Urkunden, Auszeichnungen (nebst Dotationen) gehört zur Liturgie des Etatismus (hat mich schon als DDR-Kind immer angewidert, diese Veteranen mit Klimperladen an der Brust)! Egal, ob monarchisch oder republikanisch, der Ekelpegel ist immer extrem hoch!

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