SPIEGEL findet „Smoking Gun“


Die von israelischen Kampfflugzeugen im September in Syrien bombardierte geheimnisvolle Anlage soll ein gemeinsames syrisch-iranisch-nordkoreanisches Militärprojekt gewesen sein. Es handelte sich offenbar um einen im Bau befindlichen Nuklearreaktor Al-Kibar für waffenfähiges Plutonium.

Was ist denn jetzt los? Nachdem der SPIEGEL jahrelang jeden seiner Artikel zum Atomstreit mit dem Iran mit einem fast schon satirischen Disclaimer beendet, der noch einmal ausdrücklich darauf hinweist, daß der Westen die Mullahs nur verdächtigt, an Atomwaffen zu arbeiten, diese aber mit Indianerehrenwort versichern, das nicht zu tun, macht er jetzt selbst den Powell und wedelt völlig überrascht mit Geheimdienstberichten, die feststellen, daß die Mullahs gar keine Indianer sind.

Da scheint inzwischen offenbar selbst den Friedensfreunden in der Brandstwiete die Düse zu gehen, daß Schurkenstaaten diesen Ehrentitel möglicherweise nicht ganz zu Unrecht tragen. Nur sollten sie aufpassen, daß sie nicht als „Curveball II“ in die Geschichte eingehen. Denn wenn dereinst Präsident Obama den Iran ins Kambrium zurückgebombt hat, war der SPIEGEL mittendrin statt nur dabei. Und dann wollen wir keine Titelgeschichten über irgendwelche Irankriegslügen lesen!

~ von Paul13 - Montag, 23. Juni 2008.

4 Antworten to “SPIEGEL findet „Smoking Gun“”

  1. @ Paul

    Gibt es Ihnen nicht zu denken, dass ein Geheimdienst ausgerechnet dem SPIEGEL solch brisantes Material anvertraut haben soll?

    By the way: was machen Sie eigentlich wenn die IAEO-Experten vor Ort keine eindeutigen Beweise für eine geheimes syrische Atomanlage finden? Werden die dann das Terroristen-Unterstützer nach Gunatanamo gebracht oder reicht ein lebenslanges Berufverbot?

  2. @ NMR

    Gibt es Ihnen nicht zu denken, dass ein Geheimdienst ausgerechnet dem SPIEGEL solch brisantes Material anvertraut haben soll?

    Nö, das war ja eigentlich ein alter Hut für jemanden, der 1 + 1 zusammenzählen kann. Der SPIEGEL braucht halt nur immer ein wenig länger und hat’s offenbar gerne schwarz auf weiß.

    Was die IAEO-Experten angeht, falls die tatsächlich nichts finden, so wären angesichts derartiger Dummheit und Naivität solche Zellennachbarn in Guantanamo eine Beleidigung für jeden halbwegs professionellen Terroristen. Ich finde da sollte man sie einfach auslachen. Alles andere wäre zu viel der Ehre.

  3. Ich finde da sollte man sie einfach auslachen.

    Das stimmt – so wie es deren Boss schon seit geraumer Zeit ergeht :-)

  4. […] … Israel und der zerbombte Atomreaktor in Syrien […]

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