T-Day – Invasion in Südafghanistan


Invasion? Ha, endlich bricht das imperialistische Kartenhaus zusammen. Wurde aber auch Zeit. Die NATO wurde nun also doch von den Taliban vernichtend geschlagen. Der Süden Afghanistans ist offenbar bereits verloren. Ob es schon irgendwo Bilder vom Dach der US-Botschaft in Kabul gibt, wo die Blackhawks das Küchenpersonal ausfliegen? Gleich mal den HD-Recorder über die diversen Nachrichtensender laufen lassen.

Erst eine spektakuläre Gefangenenbefreiung, dann die Einnahme eines ganzen Bezirks nahe Kandahar: Die Taliban demonstrieren Stärke in Afghanistan.

Bezirk? Komisch, irgendwie kam das in der Titelzeile ein bißchen dramatischer rüber. Aber gut, Bezirk ist ja auch schon was. Wer weiß wie groß der ist, so ein Bezirk. In Nordrhein-Westfalen kommen auf jeden Regierungsbezirk immerhin mehrere Millionen Menschen, das wäre in einem Land wie Afghanistan ja auch schon eine ganz schöne Schlappe für die westlichen Besatzer. Nur die Hoffnung nicht aufgeben.

500 Kämpfer haben sich verschanzt – offenkundig wollen die Radikalislamisten einen Angriff der Nato provozieren.

Wie, 500 Kämpfer? Moment mal bitte! Sollte doch wohl eher 50.000 heißen, oder? Für eine ausgewachsene Invasion wäre das Auflaufen in Bataillonsstärke nun wirklich ein bißchen wenig. Aber gut, Druckfehler können auch dem professionellsten Nachrichtenmagazin im Bemühen um ausgewogene Information seiner Leser mal passieren. Das mit den fehlenden Nullen klärt sich bestimmt gleich auf.

Berlin – Am Wochenende jubelten die Taliban in Afghanistan, nun bereiten sie eine neue Auseinandersetzung mit der afghanischen Armee und der Nato vor.

Na, da wird die NATO ja sofort im Anschluß an diese Schlappe eine weitere strategische Niederlage erleiden. Erst wird sie von den Invasionstruppen der Taliban aus Teilen Südafghanistans zurückgedrängt, und so wie es aussieht, werden die Kolonialarmeen es vermutlich nicht mal zurückerobern können. Tja, Bush, war wohl nix mit dem Sturz der rechtmäßigen Regierung Afghanistans. Jetzt holen sich die Taliban zurück, was ihnen gehört.

Hunderte Kämpfer nahmen in der Nacht von Montag auf Dienstag einen ganzen Bezirk nordwestlich der Provinzmetropole Kandahar im Süden des Landes ein,

Hunderte? War das jetzt am Ende doch kein Druckfehler? Aber ich dachte, Invasion, Südafghanistan, NATO und so? Also jetzt bin ich doch ein bißchen enttäuscht. Andererseits, wenn ein paar hundert Kämpfer die NATO aus ganzen Bezirken Afghanistans vertreiben können, ist das ja vielleicht ganz gut, denn dann muß das ja eine verdammt schlagkräftige Truppe sein. Ganz schöne Kampfmaschinen, diese Gotteskrieger, Respekt!

verschanzten sich in bis zu zehn Dörfern und rüsten sich nach Aussage von Augenzeugen für einen massiven Kampf.

Zehn??? Dörfer!?!? DAS ist ein Bezirk!? Mann, was habe diese doofen Afghanen aber auch für eine beschissene Verwaltungsstruktur. Vielleicht sollte die Bundeswehr doch in den Süden, damit sie diesen Wilden mal beibringt, wie man einen richtige Regionalgliederung aufzieht. Zum Glück hab ich weitergelesen, statt die Kumpels gleich nach dem ersten Absatz anzurufen, daß sie den Schampus kaltstellen können. 10 Dörfer, unglaublich…

[…] Nach Angaben des Provinzpolizeichefs Sayed Agha Saqeb halten sich mindestens 500 Taliban-Kämpfer in zwei Dörfern im Distrikt Arghandab nördlich von Kandahar verschanzt, andere Quellen sprechen von bis zu zehn Ortschaften, die von den Taliban kontrolliert würden.

Sagt mal, wollt Ihr mich verarschen? WAS ZUM TEUFEL HEISST JETZT ZWEI!?!?!? Ihr habt eben noch von zehn geredet! 10!!! Das ist eine eins mit einer Null! Am Anfang war von einer kompletten Invasion die Rede, und jetzt sind es möglicherweise nicht mal 10 verdammte Dörfer, sondern ZWEI? Mich interessiert nicht ob die Scheiß-Yankees von ein paar Heuschobern vertrieben wurden oder nicht. Südafghanistan, hört Ihr!? Invasion. NATO. Das volle Programm. Weiter oben. In Eurem Artikel. Das faß‘ ich ja nicht…

Über Nacht waren Hunderte schwer bewaffnete Kämpfer in Pick-ups und auf Motorrädern in Arghandab eingefallen und stießen auf keine Gegenwehr der in dieser Region sehr schwachen afghanischen Armee. Auch die Nato-Truppen, hauptsächlich von Kanada gestellt, reagierten zunächst nicht auf die Invasion der Gotteskrieger.

Ihr Brandstwietenkasper macht Euch lustig über mich, gell? Jetzt reicht’s mir aber! Da waren also gar keine nennenswerten Truppenverbände, die von den glorreichen Rebellen besiegt wurden? Nix mit hellem Blut auf heißem Sand? Die sind einfach mit ihren Mühlen durch ein paar verschlafene Käffer gebrettert, wie die Dorfugend, wenn’s bei der Kirmes im Nachbarort Freibier gibt? Das darf doch nicht wahr sein. Wie steh ich denn jetzt da? Aber ok, ganz ruhig, Heu-wä-gel-chen, Heu-wä-gel-chen, einfach tief durchatmen. Und dann ruf ich erst mal bei Flaggen-Schlüter an. Mal sehen, ob ich das USA/NATO-Standardpaket „Hindukusch-Feuerzauber“ noch abbestellen kann…

~ von Paul13 - Mittwoch, 18. Juni 2008.

36 Antworten to “T-Day – Invasion in Südafghanistan”

  1. Ist das (ich hab nicht nachgesehen) der Hohlspiegel?

    2 doerfer erledigt s.k.h. prinz harry doch ganz alleine… dont panic. ;)

  2. @ Dagny

    Sogar verlassene Dörfer, wie sich jetzt herausgestellt hat:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,560338,00.html

    Da scheinen sich die Befreiten ja mächtig gefreut zu haben, daß die Befreier kamen. :-)

  3. @ Paul

    Ich frage mich, wo NMR bleibt, der uns erklärt, dass es nicht Aufgabe der Taliban-Rebellen ist, die Machtfrage zu stellen, sondern durch Nadelstiche die Koalitionstruppen zu quälen und nicht beobachtete Gebiete wieder einzunehmen, um erneut Resourcen zu binden.
    Ansonsten ist dein neuer Artikel aber ein echtes Highlight. Dass dem SPIEGEL das nicht selber peinlich ist. Aber die kennen eben ihre Leser. Katastrophen haben sie nun mal am liebsten :-)

  4. @ Paul:

    „verlassene Dörfer“

    Warten die Taliban dort auf die Bomben?

  5. @ Paul / Chewey

    Wie waren noch Pauls Worte „nachlassende Kampfbereitschaft“ und „befriedeter Irak“? Da es offensichtlich nur durch die höchste Form der Wahrheit – die Wiederholung – geht:

    1. Bei dem Konflikt in Afghanistan handelt es sich um einen Abnutzungskrieg. Ziel der Taliban ist nicht der militärische Sieg in der offenen Feldschlacht, sondern der Abzug der westlichen Truppen.

    2. Entscheidend ist nicht so sehr die öffentliche Wahrnehmung des Konfliktes in den westlichen NATO-Staaten, in denen der Krieg schon seit längerem nur noch am Rande vorkommt, wenn mal wieder ein Zinksarg zu Hause ankommt, oder weitere Militäreinsätze bewilligt werden sollen. Entscheidend ist die Wahrnehmung der Taliban und der Regierung Karsai in den Augen der afghanischen Bevölkerung, die in den umkämpften Landesteilen lebt. Und die haben eines begriffen: die Taliban kommen und gehen, wie es ihnen paßt – und sie werden noch da sein, wenn man in den USA nur noch über die Gestaltung des Afghanistan-Memorials diskutiert.

    3. Wenn Sie immer noch nicht die Logik eines Guerillakrieges verstanden haben, ernnern sich an das letzte Fiasko: Vietnam. Die Tet-Offensive des Viet Cong war militärisch eine klare Niederlage – poltisch war sie der Anfang vom Ende der amerikanischen Intervention. Aber die USA haben ja nach Pauls Ansicht den Vietnamkrieg nicht verloren – sie haben nur eine längere Pause bei den Kampfhandlungen eingelegt.

  6. @ Feynman

    Warten die Taliban dort auf die Bomben?

    Oder auf bessere Zeiten. Mal schauen, was zuerst kommt. ;-)

  7. @ NMR

    Zugegeben, diesen Taliban hier ist eine gewisse Kampfmoral nicht abzusprechen. Dafür aber umso mehr die Zurechnngsfähigkeit. Denn sich der gesamten westlichen Welt zahlenmäßig unterlegen in einem menschenleeren Gebiet zur offenen Feldschlacht stellen zu wollen, ist zweifellos der heißeste Kandidat auf den Darwin-Ward des Guerilla-Krieges der letzten Jahrzehnte. Dagegen war die französische Herangehensweise an Dien Bien Phu geradezu ein brillianter Geniestreich.

    Nur daß gerade Du das veteidigst, obwohl es der klassischen Guerillalehre völlig entgegensteht, und dann auch noch General Giap, der wenigstens ein bißchen mehr im Kopf hatte als nur Gedanken an hemmungslosen Sex mit 72 willigen Gespielinnen, mit in den Dreck ziehst, enttäuscht mich. Deine Commie-Freunde würden sich im Grab umdrehen, wenn sie sehen müßten, wie dumm sich ihre islamistischen Erben anstellen.

    P.S.: Was die Tet-Offensive angeht, so ist es schön, daß Du wenigstens einsiehst, daß sie militärisch ein völliges Fiasko war und der Rückzug der USA zumindest aus diesem Grund völlig überflüssig.

  8. @Paul

    „obwohl es der klassischen Guerillalehre völlig entgegensteht“

    Uninteressant ob klassisch oder progressiv, Hauptsache erfolgreich! Man sollte schon festhalten, dass es ein starkes Stück ist, wenn die Taliban mittlerweile wieder die Fähigkeiten besitzen, in der zweitgrößten Stadt von Afghanistan mit ca. 300.000 Einwohnern, ca. 1000 Gefangene aus dem Gefängnis zu befreien.

    Und Karsai will ja mit seiner völlig korruptionsfreien Regierung nächstes Jahr wiedergewählt werden. Da wirken solche Aktionen nicht gerade vertrauensbildend bei der potentiellen Wählerschaft. Dann hoffen wir mal, dass das demokratische Afghanistan die „Richtigen“ wählt.

    „Deine Commie-Freunde würden sich im Grab umdrehen, wenn sie sehen müßten, wie dumm sich ihre islamistischen Erben anstellen.“

    Da wäre ich aber mal vorsichtig! Also die islamistischen Erben in Palästina schlagen sich jetzt schon seit 60 Jahren äußerst erfolgreich. Und solange die Taliban sich im demokratischen Pakistan, das ja bei den letzten Wahlen laut Paul den Islamisten eine empfindliche Niederlage zugefügt hat, durch Friedensabkommen mit der pakistanischen Regierung, regelmäßige Kuraufenthalte zur Reproduktion leisten können, fürchte ich, werden die ähnlich Erfolgreich sein.

    „als nur Gedanken an hemmungslosen Sex mit 72 willigen Gespielinnen“

    Sex sells! Also mir persönlich würde die Vorstellung von 72-fachem Geschlechtsverkehr eher Sorgen bereiten. Aber deinem berühmten „Kleinen Mann“, der angeblich nur Fressen, Frieden und Ruhe will, den kann man anschinend ziemlich erfolgreich mit den 72-Vigins ködern.

  9. @ Paul

    „Was die Tet-Offensive angeht, so ist es schön, daß Du wenigstens einsiehst, daß sie militärisch ein völliges Fiasko war und der Rückzug der USA zumindest aus diesem Grund völlig überflüssig.“

    Die USA sind aus Vietnam abgezogen, weil die Bevölkerung nicht mehr geglaubt hat, das dieser Krieg zu gewinnen sei und sie die Opfer nicht mehr tragen wollte. Ein Rückzug ist nie „überflüssig“ sondern Ergebnis einer solchen, POLITISCHEN Entscheidung.

    Was das für Afghanistan heißt? Lesen Sie hier:
    http://www.slate.com/id/2193750/

  10. @ NMR

    „Ziel der Taliban ist nicht der militärische Sieg in der offenen Feldschlacht, sondern der Abzug der westlichen Truppen.“

    Danke, NMR. Wenigstens auf einen kann man sich immer noch verlassen.

    „Da es offensichtlich nur durch die höchste Form der Wahrheit – die Wiederholung – geht“

    Du weißt schon, dass das eine Definition von Propaganda ist? Ich erspare dir jetzt mal, von wem sie stammt.

  11. @ Adnan

    Du findest die letzten 60 Jahre palästinensischer Politik erfolgreich? Statt einen eigenen Staat haben sie ein Nichts in Tüten. 60 Jahre sind ein ganzes Menschenleben. Das heißt, sie haben ihr komplettes Volk einmal weggeworfen. Wenn das erfolgreich ist, dann will ich nicht wissen, was erst los ist, wenn’s mal nicht nach Plan läuft.

  12. @ NMR

    Eben, „geglaubt hat“. Wie Du selber vorher festgestellt hattest, war das aber ein Irrglaube. Was mal wieder zeigt, daß der Westen und auch die USA weit besser sind als ihr Ruf und sie nur an ihrer PR noch arbeiten müssen. Da sind ihre Feinde immer irgendwie erfolgreicher.

  13. @Paul

    Erfolgreich hätte ich in Anführungszeichen setzten sollen!

  14. So ein Guerillakrieg ist eben auch nicht mehr das, was er zu Maos Zeiten war, der ja bekanntlich noch wie ein (Hai)fisch im Wasser schwamm. Bei Ernesto Guevara war das ja schon nicht mehr der Fall aber dafür taugte der wenigstens noch als Märtyrer und Pop-Ikone. Die Taliban und andere Djihadisten klappt das einfach nicht mehr, wegen der Märtyrerinflation und weil so ein Selbstmordattentäter nach vollbrachter Tat keine gute Ikone abgibt.

    Den Taliban und den Djihadisten fehlt eben zweierlei: Das irdische feministische Element und ästhetisches Feingefühl. Mao war ja ein echter Wüstling und Guevara war selbst im Dschungel noch ein richtiger Womanizer. Beim Vietcong standen auch Frauen in der ersten Reihe – bestimmt nicht nur zum Schießen. Selbst bei der frühen Fatah durften Frauen noch mitmachen, obwohl der Yassir angeblich gar nicht so auf Frauen stand.

    So ganz allein im H2 ohe O, oder O ohne H2, klappt das eben mit dem Schwimmen nicht.

    Aber mal ernsthaft: Wer glaubt das das Schlachten von Kindern und das Steinigen von Frauen, das Verhindern des Schulunterrichtes für kleiner Mädchen, und das Köpfen von Geiseln und die Ermordung von unzähligen Marktbesuchern ein Guerillakrieg oder den Djihad ausmacht, ist nicht nur ein Idiot. Solche Typen sind misanthropische Idioten

  15. Kann es sein das da ein wenig mit den Faehigkeiten fuer die Gefangenenbefreiung uebertrieben wird?
    Fahrt doch mal einen LKW voll Sprengstoff an ein mittleres deutsches oder euopaeisches Gefaengnis. Mal sehen wieviele dann auf der Flucht sind. Das ist nun wirklich keine Grosse strategische Kunst.
    Das ist eine Frage des Willens und die Notwendigkeit einen bescheuerten zu finden der in die Mauer faehrt.
    Wenn ich schon das sabbertriefende Geschwaetze in der Presse hoere. Invasion, faehigkeiten der Taliban etc.
    Das ist so was von bescheuert das einen die Talibs schon fast leid tun koennen, wenn man nicht wuesste was das fuer Typen sind.
    Die Frage ist doch bloss wieviele Talibs sind schlau genug im Richtigen Moment die AK fallen zu lassen und beim schanzen aufgepasst haben und die Hacken abklappen um evtl. zu ueberleben wenn die Walze ueber sie hinweg fegt.

  16. @ Auslaender

    Ja, das ist ganz große Guerillakunst: Einen Schützengraben ausheben, in dem man sich dann verschanzt, um den Angriff der LAV, A-10, AH-64 und MLRS mit der Kalaschnikow abzuwehren. Wer immer sich diesen Blödsinn ausgedacht hat, er ist vermutlich der erfolgreichste Agent, den die CIA je beim Feind unterbringen konnte. Sinn macht dieser Plan wirklich nur, wenn es das Ziel ist, möglichst schnell zu den 72 Jungfrauen zu gelangen. Das sollte so tatsächlich in Rekordzeit zu erreichen sein.

  17. Anscheinend war das tatsächlich der Plan:

    http://www.welt.de/politik/article2122984/Nato-Offensive_toetet_Hunderte_Taliban-Krieger.html

  18. Na ja wenn man sich ein bischen in der canadischen und britischen Presse umchaut scheinen Talibs genau wie ANA sich bei den Zahlen wohl verstaerkt ein bischen im Bereich 1001 Nacht zu bewegen.
    Es scheint wohl darauf hinauszulaufen das die Talibs nicht ganz so gierig auf die Jungfrauen sind wie versprochen und lieber rennen oder eingraben, die Zahlen der ANA wohl ein bischen hochgegriffen was den Body Count angeht. FRagt sich nur um welchen Faktor. Tippe damalauf verluste von Talibs die nicht schnell genug gerannt sind im Bereich oberer zweistelliger bis niedriger dreistelliger. Fakt ist so scheint es das die Talibs mal wieder verloren haben. Vor allem gegen die weitgehends eingesetzte ANA die das ganze wohl mit den Canadischen Truppen als Life-Fire Uebung durchgezogen haben um die Koordinationsfaehigkeiten im rollenden Gefecht zu ueben.

  19. @ Paul

    Eben weil die amerikanischen Öffentlichkeit dies „geglaubt“ hat sind die USA 1971 ruhmreich und (fast) siegreich abgezogen. Hat knapp 60.000 Zinksärge / body-bags gedauert bis es soweit war. Es würde mich sehr wundern, wenn es in Afghanistan nicht sehr viel früher soweit sein wird. Da hilft dann auch keine „gute PR“ …

  20. Ich stimme mit Paul und den anderen überein. Die Taliban stehen kurz vor ihrer Niederlage, haben Rekrutierungsprobleme (deshalb auch die Gefängnisbefreiung) und von erfolgreicher Guerilla-Kampfführung keinen Schimmer.

    Deswegen wird es nun Zeit für den Bundeswehr-Abzug, zumal im Norden die Taliban quasi nicht mehr existent sind. Und mit dem jämmerlichen Resthaufen in Kandahar und Umgebung (ca. 500 Kämpfer laut Artikel) wird die ANA auch allein fertig. Ich würde sagen: The job is done, Mission accomplished! Die NATO hat bewiesen, dass sie doch nicht ganz unnütz ist.

  21. @ Alex

    Falsch. Die ANA wird damit noch nicht alleine fertig. Wenn sie das aber irgendwann tut, da hast Du recht, können die Truppen natürlich nach Hause.

    Was den jämmerlichen Resthaufen angeht, damit sind die Alliierten zwischenzeitlich tatsächlich fertig geworden, aber es gibt ja noch ein paar mehr als nur 500.

    Und während im Süden die Taliban offenbar geschlagen sind, wehren sie sich im Osten immer noch. Es gibt also noch viel zu tun.

    P.S.: Deutschland war spätestens 1942/43 militärisch geschlagen. Die Kapitulation fand aber erst am 8. Mai 1945 statt. Erklär mir das.

  22. @ alex

    „Die Taliban stehen kurz vor ihrer Niederlage, haben Rekrutierungsprobleme (deshalb auch die Gefängnisbefreiung) und von erfolgreicher Guerilla-Kampfführung keinen Schimmer.“

    Eines muß man Ihnen lassen – Ihre Ironie hat was.

  23. @ Auslaender

    Fahrt doch mal einen LKW voll Sprengstoff an ein mittleres deutsches oder euopaeisches Gefaengnis. Mal sehen wieviele dann auf der Flucht sind. Das ist nun wirklich keine Grosse strategische Kunst.

    Aber Auslaender? Kannst Du Dich denn nicht mehr daran erinnern, daß kurz nachdem die RAF damals die JVA Weiterstadt in die Luft gejagt hat, die Bundesregierung aus Berlin ausgeflogen werden mußte und Christian Klar zum ersten Bundeskanzler der Revolutionären Volksregierung ausgerufen wurde?

  24. @Paul
    Zudem Zeitpunkt habe ich mich gerade mit der Zahl 814 rumgeaegert und das ganze nur hinterher mitbekommen.

  25. @ Auslaender

    Macht nichts, NMR kann sich bestimmt noch genau erinnern und erklärt usn die Details des Zusammenbruchs des alliierten Besatzerregimes. ;-)

  26. @Auslaender
    Immerhin hat jemand die „Freiheitskämpfer“ aus dem imperialistischen Krallen befreit – nicht vergessen: Überall kapitatlistische Raubkriege und koloniale Feldzüge. Und die alte Parole gilt immer noch: von den Sowjets lernen…. So wird das gemacht! Versagertruppe!

  27. ich wollte mal dazu anregen, sich im presseverteiler der linken einzuschreiben, da gibt es stoff für euch in hgülle und fülle. zum beispiel das hier zum thema afghanistan:

    0857 / 25. Juni 2008
    Pressemitteilung von Wolfgang Gehrcke

    Auch noch mehr Soldaten werden den Konflikt in Afghanistan nicht lösen

    Zur geplanten Aufstockung des deutschen militärischen Engagements in Afghanistan erklärt der Sprecher für Internationale Beziehungen der Fraktion DIE LINKE, Wolfgang Gehrcke:

    „Im achten Jahr der Militärintervention in Afghanistan nimmt der Widerstand gegen die Besatzung zu. Getragen wird er auch von afghanischen Stämmen, hauptsächlich von Paschtunen, aber auch von anderen, die von westlichen Militärs fälschlicherweise als Taliban bezeichnet werden, um sie als Feindeskräfte identifizieren zu können. Westliche Militäroperationen sind nicht erfolgreich und laufen ins Leere. Doch sie fordern immer wieder zu viele Opfer unter der Zivilbevölkerung.

    Es sind nicht nur die Taliban, sondern zunehmend die stolzen Stämme Afghanistans, die sich gegen die Einmischung des Westens wehren. Die Karsai-Regierung ist im Lande äußerst unpopulär, weil sie von der Mehrzahl der afghanischen Bevölkerung als eine vom Ausland abhängige, fremdbestimmte Regierung empfunden wird. Mit diesem Hintergrund droht eher eine Vietnamisierung des afghanischen-Konflikts als eine Lösung.

    Keine kommunikative Glanzleistung ändert etwas an den Tatsachen: Deutschland gerät mit der Entscheidung, das Bundeswehr-Kontingent weiter aufzustocken, immer tiefer in den afghanischen Sumpf. Und es wird mit jedem Tag schwerer werden, wieder herauszukommen. Die NATO setzt auf militärische Überlegenheit und die Warnungen verschiedenster Afghanistan-Experten, dass dieser Krieg militärisch nicht zu gewinnen ist, werden auch von der deutschen Politik in den Wind geschlagen.

    Die Bundesregierung rechnet damit, dass der verstärkte Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zum Wahlkampfthema wird. Das muss er auch. Über die Frage, ob Deutschland mit noch mehr Soldaten am Hindukusch Krieg führen soll, müssen die Wählerinnen und Wähler entscheiden.“

    F.d.R. Christian Posselt

    ——————————————————————————
    Pressesprecher
    Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
    Platz der Republik
    11011 Berlin
    Telefon +4930/227-52800
    Telefax +4930/227-56801

  28. @ Jost Kaiser

    Danke für den Hinweis! Ist ja wirklich wieder oberschräg, was die da ablassen. „Stolze Stämme“ – die deutsche Linke im 3. Jahrtausend…

  29. interessant auch die frage: ist die linke gegen den einsatz, weil sie glaubt, beraten von nva-guerilliakampfspezialisten, die sich vopn angola bis kuba bestens auskennen mit Stämmen“, ihn nicht gewinnen zu können („afghanischer sumpf“)?
    oder haben diese ethno-folkloristen angst um die „stolzen stämme“, was weniger neu wäre für linke, die ja jeden dritte-welt-totalitarismus noch besungen haben, von pol pot bis maos morderbanden?

    jedenfalls eine krude mischung.

  30. auch dies: keine fremdbestimmung=taliban, findet die linke super.

    ich hatte immer auf die sozialdemokratie gehofft, die ja mit schröder an der spitze die vertrauensfrage gestellt hat, um diesen antitotalitären kampf zu führen.
    ja, die spd hat eine antitotalitärte tradition, bzw. HÄTTE sie.
    aber die denken wahrscheinlich genauso wie die linke.

  31. @ Jost Kaiser

    Mir kommt das schon so vor, daß es eher die Angst der Ethnofolkloristen um die stolzen Stämme ist. So nach dem Motto „Wenn selbst die Taliban einknicken, wer wird sich dann dem Burger-Imperialismus noch entgegenstellen?“

  32. @ Paul,

    das ist auch die Vorlage von der DJ abschreibt!

  33. @ Alibaba

    Genau der Gedanke schoß mir auch spontan in den Kopf. Das klingt irgendwie schon sehr nach unserem Jägermeisterkollektiv.

  34. @Jost
    Danke für diesen aufschlußreichen Lesehinweis. Um stolze Stämme und edele Wilde haben sich die Linken (damlas noch SED) gern gekümmert. Mir fallen auf Schlag die Moskitos und Sumos ein. Da hat man kräftig geholfen die Jungs auf Linie zu bringen… Oder die Tätigkeit Der Linken SED in Äthiopien in den 70er Jahren.

  35. die wahrheit ist: die linke ist in wahrheit geostrategisch nicht karl marx, sondern eher karl may.

    ich kann nur sagen, angesichts der verlegeung der deutschen quick reaction force nach afghanistan: reisst den verdammten hnurensöhnen endlich den arsch auf.
    we support our troops.

  36. @ Jost Kaiser

    Der mit Karl May ist gut, den muß ich mir merken! Das trifft’s wirklich.

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