Klare Worte vom Kandidaten


Was ist falsch an folgendem Text:

Sen. John McCain vowed that as president he would deepen American defense cooperation with Israel. “Those who threaten Israel, threaten us. I will bring an unshakeable commitment to Israel’s security and guarantee Israel’s military strength so that it can defend itself from any threat – from Gaza to Tehran. McCain said he would sign a memo of understanding promising Israel $30 bn over 10 years. He was addressing the American Israeli Public Affairs Committee’s (AIPAC) annual conference, June 4.

McCain spelled out his position on talks with Iran. He said: “I will do everything in my power – everything, everything – to prevent Iran from obtaining a nuclear weapon.” Iran has grown stronger and increased its support for terror since this administration went to war in Iraq “and I refuse to support a policy that has made the US and Israel less secure.”

Proposing getting US troops out of Iraq “carefully”, McCain urged broaching Iran first with “aggressive principles and diplomacy. We have no time to waste. I would keep the military option on the table to defend our security and our ally Israel,” he stressed.” But, he said, diplomacy can be tough if backed by real leverage with no illusions. “We must give Iran a clear choice: Abandon nuclear weapons, support for terror and hatred for Israel or else we will ratchet up the pressure. Al Qods is rightly labeled a terrorist organization.

“If we must use military force, we are more likely to succeed at home and abroad if we have exhausted our diplomatic efforts.

He endorsed the Bush vision of a two-state solution for Israel and the Palestinians, saying there was no room at the negotiating table for [the Hamas] terrorists. While stressing that Israel’s identity must be preserved as “a Jewish state with secure, defensible borders and Jerusalem its undivided capital,” McCain also stated that the Palestinians need a state “that is contiguous.” He advised Israel to take steps consistent with its security to ease conditions on the West Bank and refrain from building new settlements.

McCain declared repeatedly that as president he would never compromise on his commitment to Israel’s security – “not while there are still voices that deny the Holocaust, not when there are terrorists who threaten Israel’s existence and there are rockets raining down from Gaza.”

1. Daß McCain sich so vorbehaltlos an die Seite Israels stellt und es mit einem milliardenschweren Rüstungspaket aufrüsten will, statt sich klar von dieser bisherigen Politik der Bush-Administration zu distanzieren

2. Daß McCain vor der jüdischen Lobby einknickt und sich für Jerusalem als ungeteilte Haupstadt Israels einsetzt, statt wie Obama einen gerechten Frieden im Nahen Osten zu fordern

3. Daß McCain in schlimmster NeoCon-Manier die Hamas als Terrororganisation diffamiert, statt wie Obama ohne Vorbedingungen mit jedem reden zu wollen

4. Daß McCain auch die Al-Quds-Brigaden der Iranischen Revolutionsgarden als terroristisch beschimpft, statt wie Obama gegen den entsprechenden Gesetzentwurf zu stimmen

5. Daß McCain gegenüber dem Iran massive Drohungen bis hin zum Atomkrieg ausspricht, statt wie Obama auf Gespräche mit dessen Führung zu setzen

6. Daß McCain die Truppen vorsichtig aus dem Irak zurückziehen will, statt wie Obama den sowieso verlorenen Krieg durch einen schnellstmöglichen Rückzug zu beenden

7. Daß McCain jetzt das Gegenteil all jener außenpolitischen Ansichten vertritt, mit denen er die Vorwahlen gewonnen hat, statt wie Obama zu seiner Meinung zu stehen

8. Der Name McCain

~ von Paul13 - Donnerstag, 5. Juni 2008.

27 Antworten to “Klare Worte vom Kandidaten”

  1. Das ist die Obama-Rede, oder nicht?

  2. @ Dagny

    Klick mal auf den Link. :-)

  3. @ Paul

    :-)) Wirklich sehr witzig!
    Allerdings, wenn Obama jetzt ein bisschen mehr die Katze aus dem Sack läßt, kann man ja nicht wirklich von Wählerbetrug reden, oder? Dazu hätte er bereits als Präsident gewählt sein müssen.
    Er dürfte es jetzt schwerer haben, sich mit seinen Vorstellungen von McCain abzugrenzen.

  4. @ Chewey

    Also gegenüber den bisherigen Unterstützern ist das schon ein ganz gewaltiger Wahlbetrug. Das ist ungefähr so, wie wenn Oskar Lafontaine Spitzenkandidat der Linkspartei wird, aber kurz vor den Wahlen auf einmal erbittert für die Agenda 2010 kämpft und 10.000 Bundeswehr-Soldaten in den Süden Afghanistans schicken will.

  5. @ Paul

    :-)))
    Vielleicht bezieht sich „Change“ ja auf seine Art des Politikverständnisses ;-)

  6. Wie funktioniert denn Wahlkampf in einer Demokratie? Man erzählt jeder potentiellen Wählergruppe genau das was sie hören will. Und die AIPAC will halt was von engen Beziehungen zu Israel hören. Eigentlich doch ganz einfach, oder?

  7. Adnan, jetzt nicht mehr „i.A.“? Herzlichen Glückwunsch zu der Beförderung!

  8. @Wahlkampf: Klar erzaehlt man jeder Waehlergruppe deren Stimmen man will dass man das tut, was diese horen wollen. Nur wenn man sich dabei zu sehr widerspricht, wird man von keinem gewaehlt.

  9. @Silver Surfer
    „Adnan, jetzt nicht mehr “i.A.”? Herzlichen Glückwunsch zu der Beförderung!“

    Ja, dank des umfangreichen Resozialisierungs- und Alphabetisierungsprogramms das ich mittlerweile erfolgreich absolviert habe, bin ich nun ein vollständiges Mirglied der deutschen Gesellschaft geworden. Danke Berlin! Danke auch an Paul, der immer an mich geglaubt hat. ;-)

  10. @dagny

    Du must zwischen Vorwahlkampf und richtigem Wahlkampf unterscheiden. Das sind 2 Paar Stiefel.

  11. @ Adnan

    Wenn das aber der Unterschied zwischen Militärstiefeln und Jesuslatschen ist, sollte man stutzig werden. Vor allem wenn die Konkurrenz es gleich ohne letztere hinkriegt.

  12. @Adnan: So jemanden würde ich niemals wählen. Wer weiß, was der morgen erzählt. Oder was er dann tatsächlich macht? So „funktioniert Wahlkampf in einer Demokratie“ nicht.

  13. „So “funktioniert Wahlkampf in einer Demokratie” nicht.“

    Wieso? Gegen Hillary hat Obama Linksaussen unbedingt gebraucht um sich gegen sie durchzusetzten. Um sich jetzt aber als zukünftiger Präsident durchzusetzten, bracht er die Mitte und kann Linksaussen getrost fallen lassen. Was soll Linksausen den machen? McChain wählen? Wohl eher nicht, oder?

  14. Ich kann McCain nicht mal richtig schreiben. Wahrscheinlich wird sich das auch nicht lohnen. :-)

  15. @Adnan: Ich glaube, sie halten die Amerikaner für ein bisschen dämlich. Die Leute werden sich schon an das erinnern, was Obama damals zu „Linksaussen“ gesagt hat. McCain hat sich ja auch nicht verbogen. Und der musste zuerst „Rechtsaussen“ überzeugen. Nach Ihrem Modell jedenfalls… Bei Kerry wurde daraus 2004 die „Flip-Flop-Kampagne“. Und das hat ihm sicherlich keine Stimmen gebracht.

  16. amen, und danke fuer den beitrag ;-) ich will u.a. dank der „tollen politik“ wieder weg…

  17. @mrpresident

    Ehrlich gesagt halte ich die meisten Wähler in den westlichen Demokratien für ein bisschen dämlich. ;-)

    Aber nochmal zu der skandalösen Meinungsänderung von Obama: Wenn ich mir so auf die schnelle die großen amerikanischen Tageszeitungen anschaue, scheint das in den USA momentan überhaupt kein Thema zu sein. Haben die das alle nicht mitbekommen? Lesen die etwa kein NBFS? Die einzigen die bis geschockt sind, sind die Palästinenser. Aber die sind ja hauptberuflich geschockt und empört.

    http://alsharq.blogspot.com/2008/06/obamas-pro-israel-rede-schockt.html

  18. @Paul

    Wo genau siehst du denn die Widersprüche zwischen dieser Rede und vorherigen Äußerungen? Ich jedenfalls denke, daß ein klarer Standpunkt in Verhandlungen und die Bereitschaft zu reden (mit Iran oder auch anderen) ganz wunderbar zusammengehen, ganz entsprechend dem Kennedy-Zitat, das Jost in seiner Überschrift hat….

  19. es geht kaum anders, als wie adnan es beschireben hat,
    Die Demoks bestehen aus
    links/grün/(obama)
    modern(istisch)/liberal(clinton)

    unter sich haben die Demokraten ein 50-50 gewicht, aber die Republikaner haben gar keinen öko-grünen Flügel oder so,

    das heißt, praktisch NICHTS VON DEM, was Obama im Vorwahlk. propagiert hat, kommt in diesem Teil dran,

    weil er ja die Schwankenden -Reps- überzeugen muß, die definitiv lieber Hillary gehabt hätten

    Wenn man der Meinung ist, etwas gutes tun zu können, aber man kann es nicht mit totaler Ehrlichkeit erreichen, muß man halt abwägen.

    Das von vorne rein als schlecht anzusehen ist abstrakt, nicht praktisch, eine Restspur Christlicher ZwangsMoral, die nicht weiterbringt.

  20. @ Bruno

    Unter anderem darin, daß das, was er jetzt sagt, genau das ist, was McCain schon die ganze Zeit gesagt hat, und was er ihm als Bush III vorgeworfen hat.

  21. @ Albert

    Natürlich ist es clever und nachvollziehbar, aber es macht ihn weder sympathischer noch glaubwürdiger. Und es läßt böses für den Moment ahnen, wo der Wind gerade mal aus einer anderen Richtung weht.

  22. Yeeeepeee…..
    Paul bezeichnet Obamas Taktik als clever und nachvollziehbar!

    In der LAT ist eine ganz lesenswerter Artikel:

    „For Obama, perhaps the biggest challenge lies in three big industrial states that offer a rich trove of electoral votes: Ohio, Pennsylvania and Michigan.

    In the Ohio and Pennsylvania primaries, Obama won scant support from white blue-collar voters, a key bloc in the Rust Belt. History suggests that they will lean toward McCain. In 2004, white voters with no college degree voted for Bush over Kerry by 23 percentage points; Obama cannot afford to lose them by such a wide margin.“

    http://www.latimes.com/news/politics/la-na-map5-2008jun05,0,5018624.story?page=2

    Wenn Obama die blue-collar votes bekommt, dann ist er durch! Oder es kommt ganz anders, wer weiß das schon so genau. :-)

  23. @ Paul

    Eine kleine Einführung in die amerikanische Außenpolitik ab 2009:
    http://www.slate.com/id/2192940

  24. Wenn Obama es tatsächlich schaffen sollte, mit einem solchen Schlingerkurs die amerikanischen Wähler zu überzeugen, so schafft er es vielleicht auch, in einem Spitzentreffen Achmadinejad zu überzeugen, Israel in Zukunft als seinen besten Freund und Partner in der Region zu betrachten. You never know … maybe he can.

  25. @ werutzb

    I recommend to choose an appropriate forum for your questions :-)

  26. @ Chewey

    Sorry, hab den Spammer gelöscht und erst dann gemerkt, daß Du bereits geantwortet hast.

  27. @ Paul

    Kein Problem – war ja mehr ein kleiner Spaß von mir :-)

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