Na endlich, ein Selbstmordanschlag!


Vor der Polizeidirektion im irakischen Sindschar hat ein Mann einen Sprengstoffgürtel gezündet – er riss 16 Menschen mit in den Tod, die sich dort gerade bewerben wollten. Ein weiterer Selbstmordattentäter bei Mossul brachte zwei Soldaten um.

Na also, da hat der SPIEGEL kurz vor Monatsende ja doch noch was zum Thema Irak gefunden, worüber sich berichten läßt, ohne den Irakkriegsgegnern die letzte Hoffnung auf den Endsieg über den US-Imperialismus zu rauben. Ein Selbstmordanschlag also.

Ist ja auch viel bedeutsamer als die nebensächliche Meldung, daß, sofern nicht bis übermorgen noch eine Katastrophe passiert, der Mai 2008 der Monat mit den geringsten Verlusten seit der Befreiung des Irak war. Ganz zu schweigen von dem Vierteljahrhundert davor, wo Saddam mitunter in wenigen Stunden „Frieden“ schaffte, wofür die Islamisten heutzutage einen ganzen Monat lang hart arbeiten müssen.

Aber genug geplaudert. Da wird ja wohl noch irgendwo schnell eine Meldung aufzutreiben sein, in der Obama uns erklärt, mit welchen Mitteln er den damaligen Zustand wiederherzustellen gedenkt. Und vor allem, wo darin genau der Vorteil liegt.

~ von Paul13 - Donnerstag, 29. Mai 2008.

17 Antworten to “Na endlich, ein Selbstmordanschlag!”

  1. @ Paul

    Sie haben da was falsch verstanden: Kolonialkriege führt man, um ein Land zu erobern, zu besetze und sich seine Ressourcen anzueignen – nicht um Geld draufzuzahlen. Stand der Dinge im Irak: laufende Kosten des Irakkrieges bisher 540 Mrd. US $. Gesamtkosten > 1 Billion und ein Ende noch lange nicht abzusehen. Von der politischen Kosten in der Region und den indirekten ökonimischen Kosten (Barrel > 130 US$) mal ganz abgesehen.

    Außerdem kann ich Sie beruhigen: bei der Abspaltung Kudistans und der Teilung des Rest-Iraks wird noch genug Blut fließen.

    Die spannende Frage ist nur noch: in welcher Weise werden die amerikanischen Truppen daran noch beteiligt sein. Da wird president Obama im Frühjahr eine Entscheidung treffen müssen. Aber da werden Sie ja noch mit Trauern beschäftigt sein …

  2. @nmr
    Mein lieber nmr, waere das ein „Imperialistischer Kolonialkrieg“ gewesen, dann waere es billiger gewesen. Manchmal wenn ich mir die Kosten ansehe frage ich mich zynisch,ob wir nicht
    erst einen haetten fuehren sollen und das mit der Demokratisierung auf spaeter verchieben. E waere billiger gewesen und wir haetten das Geld aus dem dann uns gehoerenden,Oelverkauf zur Finanzierung der Demokratisierung nutzen koennen.
    Sie muessen aber wirklich verzweifelt sein. Nun gut ich kann es verstehen. Alle Hoffnungen die sie hatten das die Hubschrauber zum Abzug ueber dem Babylon Hilton auftauchen sind nicht eingetreten. Da kann man schon verzweifeln wenn alle Wunschtraeume einfach nicht real werden wollen.
    Was den Rest von Ihnen angeht: gelaechter, Schenkelklopf. Traeumer.

  3. NMR ist wirklich lustig. Er könnte sicher mit der Linken und dem SDS ein Abendprogramm auf die Beine stellen. Für diese Unterhaltung würde ich gutes Geld bezahlen!

  4. @mrpresident
    Warte mal ab wenn Obama, sollte er denn gewaehlt werden, zum Hassobjekt der Euro-Linken wird und wie nmr dann ueber ihn herziehen wird wenn nmr „Prognosen“(Wahnvorstellungen) nicht wahr werden.

  5. @ auslaender

    Der Irakkrieg wurde zur Befreiung der Iraker und zur Demokratisierung des Landes geführt? Da kann ich nur sagen: mission accomplished. Oder – bitteres Gelächter und stille Resignation über die politische Ignoranz der NeoCons und „firepower“-Strategen.

    Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben sollten – die Invasion / Besatzung des Irak hat auf jeden Fall eines erreicht: den Aufstieg des Iran zur regionalen Großmacht. Was es das, was Bush mit seiner Vision von einem Broader Middle East Initiative angestrebt hat?

  6. @ DJ,
    sieht so eine regionale Gr0ßmacht aus?:
    http://debatte.welt.de/kolumnen/73/periskop/74335/wachsende+klassenunterschiede+im+iranischen+gottesstaat

    Alles so ein bisschen GerneGroß (GaGa) wie du auch – gelle?

  7. @nmr
    Iran Grossmacht?
    Welchen Feuchten Traum hast Du denn jetzt schon wieder?

  8. @ ali.b & Co.

    Durch den Einfluß der iranischen Führung auf die irakische Zentalregierung und die wichtigsten schiitischen Gruppen wird sich – wenn überhaupt – eine pro-iranische Zentralgewalt etablieren. Das ist mittlerweile die Befürchtung selbst konservativer amerikanischer think tanks. Denn ein mit einem schiitischen Irak kooperierender Iran kann erheblichen Druck auf Kuwait und die andeen Golf-Anrainer ausüben. Nicht zuletzt deshalb sind die sunnitischen Regierungen äußerst zurckhaltend gegenüber der verschärften Konfronttion zwischen der Bush-Administration und der amtierenden iranischen Führung. Damit wäre eine Lehrbuch-Definition einer Großmacht erfüllt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fmacht

    Dass ein Wirtschaftboycott des Iran angsichts der aktuellen Lage auf den Energiemärkten schlicht lächerlich ist, sollte sich mittlerweile selbst zu Ihnen rumgesprochen haben:
    http://commentisfree.guardian.co.uk/richard_silverstein/2008/04/israels_tehran_connection.html

    Und was der WELT-Artikel mit regionalen Status des Iran zu tun haben soll, wird nicht recht klar. Seit wann kann ein Land bei erheblichen Einkommensunterschieden in der eigenen Bevölkerung keine Großmacht sein? Erzählen Sie das mal Putin oder Bush (oder Hu Jintao).

    Setzen und nachlesen!

  9. Paul

    Spam-filter checken.

  10. @NMR: Da würden Sie dann aber als Erster rausfliegen…

  11. @mrpresident
    Das ist ein Kommentar von ihm anscheinend auch, deswegen wohl die Aufforderung an Paul. Außerdem ist NMR, wie Du selbst sagst unterhaltsam und das ist doch das wichtigste, das sollten auch Spamfilter bedenken.

  12. @ NMR

    Kolonialkriege führt man, um ein Land zu erobern, zu besetze und sich seine Ressourcen anzueignen – nicht um Geld draufzuzahlen. Stand der Dinge im Irak: laufende Kosten des Irakkrieges bisher 540 Mrd. US $. Gesamtkosten > 1 Billion und ein Ende noch lange nicht abzusehen. Von der politischen Kosten in der Region und den indirekten ökonimischen Kosten (Barrel > 130 US$) mal ganz abgesehen.

    Mal ganz davon angesehen, daß nur ein von jeglichen makroökonomischen Zusammenhängen unberührter politischer Autist auf die Idee kommen kann, den hohen Ölpreis mit dem Irak zu begründen, finde ich es so überraschend wie erfreulich, daß Du ganz wunderbar und schlüssig nachgewiesen hast, daß der Irakkrieg eben KEIN Kolonialkrieg ist. ;-)

  13. @ NMR

    Der Irakkrieg wurde zur Befreiung der Iraker und zur Demokratisierung des Landes geführt? Da kann ich nur sagen: mission accomplished.

    Das Ziel wurde jedenfalls weit mehr erreicht als nach jeder Befreiung durch Deine diversen Commiefreunde von Mengistu bis Pol Pot. Was die Frage aufwirft: Was heißt „mission accomplished“ eigentlich auf russisch?

  14. @Schmock: Ich weiß nicht, wo sie bei mir eine Aufforderung bemerken. Das war lediglich eine Feststellung. Ich würde um keinen Preis der Welt auf die lustigen Anekdoten von NMR verzichten wollen. Das können Sie mir glauben. ;-) Ich lese diese nämlich genauso gerne, wie die Berichte auf German-Foreign-Policy.com. Das ist alles sehr hochwertige Unterhaltung.

  15. @ Paul

    Das Problem an Kolonialkriegen ist: man kann sie auch VERLIEREN. Und das ist der Bush-Administration im Irak passiert. Was nichts an der Tatsache ändert, dass die Invasion / Besetzung erfolgte, um die amerikanische KONTROLLE über die irakische Ölförderung – und der unwichtigen kleinen Nachbarsstaaten Kuwait, Emirate, Saudi-Arabien – zu sichern. Hat nur nicht geklappt, weil unser Super-Team Cheney/Bush lieber auf die Militärexperten Rumsfeld, Wolfowitz, Feith & Co. als auf die Regionalspezialisten in State Departement und CIA oder auch nur die JCS gehört haben.

    Was den Zusammenhang zwischen Ölpreis und Irakkrieg betrifft – zunächst die Fachleute:
    http://www.ccc.nps.navy.mil/rsepResources/si/apr03/middleEast.asp

    und jetzt die gewöhnlich nicht informierten Laien:
    http://www.amconmag.com/2008/2008_03_10/cover.html

    Ansonsten: jaja.

  16. @nmr
    Sag mal hast Du dem link der NPS wirklich gelesen, so inkl. Datum und Conclusions?
    nmr, es wird mal wieder Zeit fuer einen Nickwechsel und einen fresh start.

  17. @ NMR

    Daß ich jemandem, der allen Ernstes meint, der derzeitige Ölpreis wäre die Folge des Irakkriegs, und das mit einem 5 Jahre alten Artikel begründet, mit langweiligen Zahlen und Fakten zu aktuellem Wirtschaftswachstum, Arbeitslosenquoten oder Ölproduktion nicht zu kommen brauche, weil sie ihn nur unnötig verwirren würden, ist mir schon klar.

    Aber daß die Verlustzahlen im Mai die niedrigsten des gesamten Irakkriegs waren, sollte selbst Dir nicht entgangen sein. Wenn das verlieren ist, was hat Saddam dann 30 jahre lang getan? Total supermegaabgelost? Der einzige, der den Irakkrieg noch verlieren kann, ist Obama.

    Selbst al-Qaida ist im Irak im wesentlichen auf ein kleines Gebiet im Norden von Mossul zusammengeschrumpft, und da kämpfen sie im wesentlichen ums nackte Überleben. Wie die die Macht in Baghdad erobern wollen, darfst Du uns gerne mal zu erklären versuchen. Das wird bestimmt lustig.

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