Harte Kerle, weiche Hirne


Die Führung der US-Armee ist alarmiert: Neue Untersuchungen zeigen, dass immer mehr Soldaten an psychischen Problemen leiden. Mit jedem Einsatz im Krisengebiet Irak wächst die Wahrscheinlichkeit, an Angst- und Stresszuständen zu erkranken.

Wie gleichzeitig bekannt wurde, gewinnen die hier angesprochenen Untersuchungsergebnisse ihre Brisanz im wesentlichen dadurch, daß sich offenbar überraschend herausgestellt hat, daß Angehörige der Streitkräfte anderer Nationen Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen weit problemloser verabeiten.

Ob deutsche SS-Männer mit Erschießungskommandoerfahrung, russische Tschetschenienveteranen und Hobbygeiselnehmer, afrikanische Kindersoldaten und asiatische Schädelbergaufschichter – anders als diese degenerierten amerikanischen Weicheier, die nicht mal eine anständige Schießerei wegstecken, belastet echte Kerle nicht mal ein zünftiges Massaker.

Aber auch im direkten Vergleich im Irak fällt die Bilanz zuungunsten der Amerikaner aus. Während US-Soldaten so sensibel reagieren, daß es offenbar Grund genug ist, immer wieder aufs neue darüber zu berichten, ist dergleichen von Saddams Schergen oder Qaida-Terroristen offensichtlich nicht bekannt, sonst hätte es dazu ja auch mal ein paar Zeilen gegeben.

Ist aber auch irgendwie logisch, denn wo ex-GIs als Quittung für ihre imperialistischen Eroberungskriege zu Recht in der Psychatrie verrotten, vögelt der islamistische Halsabschneider 72 Jungfrauen und fühlt sich danach schlimmstenfalls ein wenig erschöpft, während der Ba’ath-Faschist nach einem Tagewerk voll des gerechten nationalen Befreiungskampfes abends zufrieden grinsend an der Wasserpfeife saugt.

Was lernen wir daraus? Man sollte das Kriegführen von vorneherein jenen überlassen, die damit auch umgehen können. Dann muß sich hinterher auch niemand schlecht fühlen und alle sind glücklich. Und sei es nur, weil uns solch nichtssagenden wie irreführenden SPIEGEL-Artikel dann erspart bleiben.

~ von Paul13 - Montag, 7. April 2008.

7 Antworten to “Harte Kerle, weiche Hirne”

  1. Wie Polemik richtig und lustig geht vorher lieber nochmal bei Broder nachlesen, sonst kommen nachher noch mehr solcher Blogeinträge dabei heraus…

    Und wenn offenbar auch die englischen Soldaten besser zurechtkommen, was kann man denen dann nachsagen, damit der Spiegel auch ja wieder „irreführend“ berichtet hat?
    Dass sowas über Terroristen nicht berichtet wird, liegt in der Natur der Sache, wie soll es bei denen solche Untersuchungen geben? Und wen würde das jucken? Wie ich es verstehe, sollte also so ein Artikel anfangen mit „aber die andern haben NICHTMAL SO EINE UNTERSUCHUNG, DIE SIND BÖSE BÖSE BÖSE!!!“, ja? Trivialitäten, die jedem bekannt sind, wozu soll man das nochmal ausführen?

  2. @ M

    Z.B. um den Eindruck der verzerrten Darstellung zu umgehen.

  3. @Paul: ein Tip für einen Blogeintrag
    Egon Bahr über EU, Afghanistan und Wandel durch Annäherung, etwas älter, aber trotzdem aktuell

    http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/756/119611/

    Erinnert irgendwie an Helmut Schmidt – wieso nur?

  4. @ Tyrion

    Muß mal schauen, in wie weit ich das zeitlich hinkriege. Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für den Hinweis!

  5. @Paul13
    kennst Du die „Untersuchungen“ der Psyche von SS- und Exekutionskommandos (Browning, Keegan)?

  6. @ daniel

    Ich schon. Aber der SPIEGEL offenbar nicht. Sonst würde er öfters mal darüber berichten, daß die Schurken sich Sorgen um die Seelen ihrer Schergen machen.

  7. @Paul13
    Mein Punkt war: Machen sie ja nicht, darin sind wir uns einig. Aber dass Mord und Totschlag nicht gut für die Psyche sind ist auch bekannt und dass die Amerikaner nicht gerade bekannt dafür sind von Staatswegen ihre Veteranen zu verhätschlen leider auch…

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