Good news from Tibet


Lhasa ist längst zu Chinas Gaza-Streifen geworden. In den Straßen und Klöstern führen nicht mehr die Anhänger des Dalai Lamas das Wort. Es ist der Geist des „Tibetischen Jugendkongresses“, der jetzt den Ton angibt.

[…] Nicht der Dalai Lama hat diese zornigen jungen Leute groß gemacht, sondern der Unwillen Chinas, eine politische Lösung für Tibet zu suchen. Sie sind, wie die Kinder Gazas, die Geschöpfe sozialer Ausgrenzung und kultureller Unterdrückung.

Der SPIEGEL hat mal wieder die wirklichen Sensationen, bei denen der Rest der Weltöffentlichkeit nur zu blöd ist, sie als solche zu erkennen. Denn wenn man die Schlagzeile „Tibet ist Chinas Gaza-Streifen“ richtig interpretiert, sind die chinesischen Besatzer nicht nur schon vor Jahren aus Tibet abgezogen, sondern haben der dortigen Bevölkerung damals auch eine autonome Selbstverwaltung zugestanden und zudem noch die Schaffung eines unabhängigen Staates am Ende einer international vereinbarten „road map“ in Aussicht gestellt. Jetzt, wo die Chinesen endlich weg sind, sollte also niemand mehr da sein, der die Jugend Tibets sozial ausgrenzt und kulturell unterdrückt.

Da fragt man sich umso mehr, wieso die Radikalen um den Dalai Lama sich dann nicht endlich dazu bereiterklären, das Existenzrecht Chinas uneingeschränkt anzuerkennen oder doch wenigstens mal damit aufhören, chinesisches Territorium vom Himalaya aus mit Raketen zu beschießen bzw. in Peking den Nachwuchs an der KP-Parteischule zu massakrieren. Und daß sie bisher noch kein Restaurant in Shanghai in die Luft gejagt haben, liegt vermutlich auch nur daran, daß sie immer vergessen, sich rechtzeitig den Sprengstoffgürtel umzuschnallen, bevor sie sich selber verbrennen. Aber selbst dazu sind religiöse Fanatiker wie diese buddhistischen Mönche offenbar noch zu doof.

~ von Paul13 - Montag, 17. März 2008.

9 Antworten to “Good news from Tibet”

  1. Manche daemlichkeiten sind wirklich nicht mehr zu ertragen.

  2. Gerade zu wenig terroristisch aktiv zu sein, scheint in der Außenwirkung eher von Nachteil zu sein. Idealismus auf Ghandiart langweilt den Deutschen wie die westliche Welt insgesamt, erst mit einem gehörigen Schuss Barbarei und dem notwendigen Feuerwerk macht man auf seine Anliegen richtig aufmerksam.

  3. Die Mönche bräuchten halt dringend einen vernünftigen PR-Berater, und logischerweise auch Lehrbücher wie man Raketen und Bomben baut.

  4. @NUB und Hardy
    Ihr habt recht – friedlicher Protest wird niedergeknüppelt. Bisher waren die Copyright-Verletzung durch China das Hauptärgernis – die Unterdrückung durch das kommunitische Regime wurde zwecks des Reibachs immer schön verdrängt… Die „Friedensfreunde“ jammern nur bei Terroristen…

  5. Man müsste mal eine Sammlung anlegen.

    „Lhasa, Chinas Gaza-Streifen.“ — DER SPIEGEL, 16.3.08

    „Kolumbien, das Israel Lateinamerikas.“ — Hugo Chavez, vor 2 Wochen

    „Alter halts Maul, du bis schlimmer wie n Jud!“ — Deutschlands Dönerbuden und Internetcafes, täglich 100 Mal.

  6. […] Gaza und die UN Bei No Blood for Sauerkraut macht man sich schon weidlich lustig ueber den bloedsinnigen Vergleich zwischen dem Gazastreifen und […]

  7. auch wenn’s jetzt off topic ist: thx @ silver surfer fuer den hinweis auf das voellig geistesgestoerte chávez-zitat, das mir bislang komplett entgangen war.

  8. @antilenin
    Ist gar nicht so Offtopic – die Mischpoke in Peking und der feine Herr in Lateinamerika arbeiten doch Hand in Hand, wenn es um die Unterdrückung geht… Die sind doch VolksKampfgenossen.

  9. dieser vergleich ist wirklich extrem geisteskrank…
    der spiegel kann echt seine anti-israel propaganda echt bei jedem thema unterbringen *kotz*

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