Prioritäten mal anderS(PD) gesetzt


Nackt im Internet oder seriös im Gemeinderat? Ein SPD-Ortsverein in Schleswig-Holstein hat eine Kandidatin für die Kommunalwahl vor die Alternative gestellt. Die Frau verzichtete – auf die Kandidatur.

Na, jetzt greift endlich mal jemand nach dem ganzen Chaos der letzten Wochen bei der SPD durch! Bei unbedeutenden Nebensächlichkeiten wie der Kooperation mit den Ex-Kommunisten kann man ja notfalls mal das linke Auge zudrücken, aber dafür muß man dann da, wo’s wirklich wichtig ist, dem Verfall der Sitten endlich zuverlässig Einhalt gebieten. Potentielle bürgerliche Wähler dürfen schließlich nicht mehr als unbedingt notwendig verschreckt werden.

Und wenn schon nicht mal mehr Genossinnen, die das Grundgesetz falsch verstanden haben (es heißt in Art.21 Abs. 1 GG ja nicht „das Gewissen der Abgeordneten wirkt an der Bildung des politischen Willens des Volkes mit“), so ohne weiteres aus der Fraktion gemobbt werden können, dann muß das wenigstens bei NestbeschmutzerInnen möglich sein, die den Spießer im Wechselwähler verärgern, bevor der seine Stimme bei der Parteiführung abgegeben hat.

Doch nicht nur der eher konservative BILD-Leser, der sich immer ganz doll über die nackigen Mädels auf Seite 1 aufregt, darf nicht über Gebühr verärgert werden, auch dem Proletarier im Sozialdemokraten, dem man immer erzählt, daß vom Aufschwung nur die Reichen profitieren, wird bei der Vorstellung von nur mit einem roten Schal bekleideten ParteifreundInnen Angst und Bange. Denn wenn der Rocksaum über die Halskette rutscht, werden die Reichen noch reicher. Und das wollen wir ja nicht.

~ von Paul13 - Mittwoch, 12. März 2008.

3 Antworten to “Prioritäten mal anderS(PD) gesetzt”

  1. […] Siehe auch: NBFS […]

  2. Paul

    Was für ein Spießer-Haufen. Allerdings Nacht-Fotos von Frau Metzger? Dann doch lieber Aufnahmen von der Roten Andrea mit ihrem Arabian lover von den Grünen …

  3. Von Prioritäten mal abgesehen (da gebe ich Dir Recht):

    Ich finde, es wäre nicht in Ordnung von einer Politikerin Nacktfotos im Internet zu haben. Eine gewisse Kleiderkultur, wozu auch das angemessene Bedecken zählt, gehört zu unserer Kultur. Privat kann damit jeder umgehen, wie er mag. Als öffentliche Person hat aber eine Gemeinderätin auch eine Vorbildfunktion. Zudem vertritt sie ihre Partei.

    Das Internet ist ein ganz und gar öffentliches Medium. Es würde uns ja auch nicht gefallen, wenn Angela Merkel oben ohne durch Berlin spazieren würde. Das ist einfach nicht angemessen.

    Wenn Birgit Auras das nicht begreift und die Bilder entfernt, sollte sie sich weiterhin privat verwirklichen und ist als Person in öffentlichen Ämtern nicht geeignet.

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