Staat? Mit (innerer) Sicherheit nicht!


Nachdem wir in Teil I bereits die Möglichkeiten diskutiert haben, ein anarcho-libertäres Gemeinwesen gegen Bedrohungenen von außen zu schützen, wenden wir uns in Teil II den Vorschlägen des Autors zur inneren Sicherheit zu:

es ist sicherlich möglich auch sicherheitsagenturen zu gründen die dafür bezahlt werden sich mit sicherheitsproblematiken auseinenderzusetzem |

diese konnten wachschutz anbieten, fälle ermitteln oder einfach schlecht geschützte teile der gemeinschaft suchen und sicherheitshinweise geben

Bei der Schutzfunktion haben wir aber wieder das Problem der Territorialität des Schutzprinzips, von dem auch Nichtmitglieder profitieren. Das müßte man erst mal in den Griff kriegen. Bei den Ermittlungen wiederum wird’s ohne Gewaltmonopol sehr schwierig, auch nur mal einen Zeugen vorladen oder gar einen Verdächtigen verhören zu dürfen. Da könnte ja jeder kommen. Und was ist mit dem Abhören von Telefonen? Darf jeder private Sicherheitsdienst die dazu benötigte Ausrüstung beim Media Markt kaufen? Kann ich das auch, oder muß ich mich erst als Sicherheitsdienst zertifizieren lassen? Falls ja, anhand welcher Kriterien und vor allem, von wem? Ohne wenigstens eine gewisse staatliche Oberaufsicht dürfte das kaum gehen.

strafvollzug in diesem sinne würde es nicht geben |

eine ’strafe’ muss das unmittelbare ziel haben andere zu schützen, nicht bestimmte gedanken zu bestraften der irgendwelche rachgelüste zu erfüllen

Die Priorität sollte tatsächlich auf dem Schutz vor neuen Verbrechen statt auf der Sanktionierung der alten bestehen, das ist ein wichtiger Punkt. Das geschieht aber nicht zuletzt durch Prävention, und die wäre in einer anarcho-libertären Gesellschaft aufgrund der weit schlechteren sozialen Bedingungen gerade für die wirtschaftlichen Verlierer eh der große Schwachpunkt. Dann liefe alles immer recht schnell auf Sicherungsverwahrung raus, und aus Kostengründen würde dabei auch bei Kindern und Jugendlichen kaum etwas in die Resozialisierung gesteckt, wenn die Erfolgsaussichten sich nicht mit dem Budget der jeweils zuständigen Justizfirma in Einklang bringen lassen.

Davon abgesehen gäbe es ja auch keine allgemeingültigen Normen für Gerichtsverfahren etc., d.h. jeder kann einfach von der Straße weggefangen und auf die Teufelsinsel verschleppt werden, wenn der jeweilige Subunternehmer der Ansicht ist, daß seine Kunden das so wollen. Bei alledem darf aber auch die Wiedergutmachung des Schadens nicht vergessen werden, und zu der gehört unter anderem eben auch das Stillen des Rachebedürfnisses des Opfers, was in einer Gesellschaft ohne verbindliche Normen nicht ungefährlich ist. Während das in einem Staat durch ein Strafgesetzbuch geregelt werden könnte, ist hier der Willkür Tür und Tor geöffnet.

gerichte sollten primär schlichtungseinrichtungen zwischen opfer und täter sein, es ist wichtig das der täter mit dem konfrontiert wird was er tut |

Das ist sicher absolut richtig und wird heute leider völlig vernachlässigt. Gerade bei jungen Tätern dürfte das noch einiges bewirken können, weil die Konfrontation mit der Tat den Täter zwingt, sich damit ernsthaft auseinanderzusetzen.

da sie gerichte könnten als dienstleister dann auch dinge klären mit denen heute niemand vor gericht gehen würde

Gegen den vermehrten Einsatz von Schiedsgerichten gerade bei Bagatelldelikten und Straftaten Jugendlicher ist ebenfalls nichts einzuwenden. Wobei das wie auch die erwähnten Schlichtungseinrichtungen aber ebenso innerhalb des bestehenden Systems funktionieren würde

das sind ziemlich optimale bedingungen zur resozialisierung da dem täter möglichst alle freiheiten weiter offen stehen | bis auf diese in der die gefahr zu hoch ist das er erneut aggressionen verübt

Genau dann besteht aber wieder das Problem, daß man dann immer ganz schnell bei der Sicherungsverwahrung landet, da ein Wiederholungstäter sonst ja nichts zu befürchten hat. Wobei das zusätzlich noch vom für ihn zuständigen Justizunternehmen abhängt, was wieder zu völliger Willkür führen könnte. Wenn der für die Prognose zuständige Psychologe zu nett ist, kann der Verurteilte beliebig oft neue Straftaten begehen, bis etwas passiert, ist der hingegen zu hart, ist er schon als Jugendlicher für alle Zeiten weg vom Fenster. Und verbindliche Normen, die das oder auch nur die Qualifikation der zuständigen Psychologen regeln, gibt es ja nicht.

in ‘kapitalistischen’ gesellschaften sollte die sanktionierung von ‘kaptialverbrechen’ meiner meinung nach innerhalb eigentumsvereinbarungen geregelt werden |

eine veilversprechende methode währe samtliche durch den ‘dieb’ entstandene verluste einfach vollständig rückerstatten zu lassen |

Das ist ebenfalls ein sehr vernünftiger Ansatz, bei dem man sich fragt, wieso das je anders gemacht wurde. Wobei es sowohl sinnvoll als auch vertretbar wäre, zusätzlich noch eine Strafe in maximal selber Höhe draufzupacken, denn sonst könnte sich der Täter sagen, wenn’s klappt, bin ich reich, wenn nicht, geb ich’s halt zurück und probier es noch einmal.

das hat den vorteil das ein ‘dieb’ in der regel eine gute chance hat für den schaden aufzukommen, und gleichzeitig einen erheblichen grund hat sich zu stellen, da der schaden (ermittlungskosten, produktionsausfälle etc. ) immer höher wird

Die Beteiligung der Täter auch an an den Ermittlungs- bzw. Verfahrenskosten wäre sicher ebenfalls überlegenswert. Aber gerade das wäre eine Neuerung, die anerkannter Regeln bedarf, sonst lassen sich diese Kosten nicht objektiv ermitteln. Das wäre innerhalb einer staatlichen Ordnung wesentlich leichter umzusetzen als bei einer normenlosen Gesellschaft.

auf keinen fall dürfen ‘kapitalverbrechen’ eine legitimation zur gewalt sein |

Sicherlich auch bedenkenswert. Was aber wieder die Frage aufwirft, wer auf welcher Grundlage diese Normen setzt und ihre Einhaltung kontrolliert. Einen Staat haben wir ja nicht mehr. Und eventuell bekommt ein Sicherheitsunternehmen leichter den Zuschlag, wenn es das Versteck der Beute aus den – mutmaßlichen? – Dieben herausprügelt oder sie zu Abschreckungszwecken gleich erschießt.

die höchste sanktion für ein verstoß gegen eingentumsvereinbarungen muss dessen aufkündigung sein, mit dieser wird sämtliches eigentum des ‘diebes’ nichtig, und er wird es schwer haben erneut so eine vereinbarung zu bekommen

Das ginge eventuell schon zu weit. Der Täter sollte nur für den Schaden und im Rahmen der verhängten Strafe haften. Was die Eigentumsvereinbarung angeht, wenn man die aufkündigen kann, stellt sich nicht nur die Frage, von wem man die auf welcher Rechtsgrundlage erhält, sondern auch, wie das mit jenen ist, die sie nicht unterzeichnet haben?

Unterm Strich bleiben anders als bei den Vorschlägen zur militärischen Verteidigung durchaus eine Reihe von guten Ansätzen, die aber im Rahmen einer staatlichen Ordnung genauso gut, wenn nicht besser umzusetzen wären, während jene Ideen, die staatliche Normen und ihre Umsetzung ablehnen, nicht praktikabel wären. Was bleibt, ist ein Plädoyer für einen effizienteren Staat, nicht seine Abschaffung.

~ von Paul13 - Mittwoch, 20. Februar 2008.

17 Antworten to “Staat? Mit (innerer) Sicherheit nicht!”

  1. Das alles streng durchdacht führt letztlich genau zu so einem System wie es längst existiert.

    http://luclog.blogsome.com/2007/11/27/grundsatzliches-zum-wirtschaftsliberalismus/

  2. @ Luclog

    Meine Rede! Sicherlich besser organisiert und effizienter als heute, aber eben immer noch ein Staat mit einem Minimum an Zwängen.

  3. Man kann ja immer alles verbessern. Nur ist der plumpe anarchische Weg, ein ganz einfacher Rückschritt. Ein zurück zur Natur und zurück zu den Ursprüngen. Diese Ideen sind gefährlicher als man gemeinhin annimmt. Stichwort ist hier: Rousseau.

    http://luclog.blogsome.com/2007/10/29/die-bio-bestie/

  4. Zitat:

    „Da kommt man hoffentlich nie über die Stammtische hinaus. Andernfalls sähe ich mich veranlaßt, von meinem Menschenrecht auf Notwehr Gebrauch zu machen und solche Spinner zu pfählen oder andere lustige Dinge mit ihnen zu machen. Vielleicht gibt es ja gute Therapeuten für Leute wie Dominik Hennig. Oder ein paar freundliche Linke aus seinem Landkreis, die so ekelresistent sind, dass sie sich mit ihm mal zu einem netten Plausch über seine geistigen Verwirrungen treffen können.“

    Fazit: Das sozial-faschistische Schweinesystem will mir wegen meiner Kritik am Fiskalfaschismus seine SA schicken: http://www.perspektive2010.org/blog/2008/02/21/doppelauszeichnung-fuer-dominik-hennig-gerbrunn/

    Werde mir mal lieber eine Knarre besorgen zum Selbstschutz! Oder soll ich warten, bis der Staat kommt?

  5. Was hat die FDP verbrochen, um solche Irre wie DDH zu verdienen?

    Möllemann, natürlich. Aber da gab es doch so etwas wie eine Selbstreinigung, wenn auch arg verspätet?

    Bevor der Drecksack Möllemann endlich sich aus 600 Metern auf den Acker warf, wie ein Flummiball wieder hochsprang und noch ein, zwei Mal aufdotzte (alles hoffentlich noch bei Bewusstsein), war er doch in den offiziellen Kreisen der FDP bereits unten durch, oder nicht?

    Kann man DDH nicht auf irgendeine umweltgerechte Art entsorgen, vielleicht aus ihm einen Briefbeschwerer pressen?

  6. @Silver Surfer
    Ist das Ironie? Soll das vielleicht lustig sein?
    Man sollte vor dem Tod von Leuten doch deutlich mehr Respekt haben. Außerdem was ist das Problem mit DDH? Ich stimme meist nicht mit ihm überein und halte viele seiner Sätze für gnadenlos überzogen, manchmal sogar für dumm, aber warum sollte man ihn entsorgen? Dieses Vokabular und diese Vorstellungen sollten unter zivilisierten Leuten keinen Platz haben.

  7. Darf ich jetzt auch nicht mehr auf Möllemanns Grab pissen?

  8. @DDH
    Ich hoffe echt, dass dies nur dummes, unbedachtes und folgenarmes Wortgeplänkel ist. Beileid zu solchen Reaktionen.
    Das mit der Waffe ist vielleicht keine schlechte Idee, um den größenwahnsinnigen Machtträumern (oder eher Gewaltträumern) zu zeigen wer am längeren Hebel sitzt.

  9. @Silver Surfer
    Nein.
    Vielleicht bist Du ja gerade lustig, nur erschliesst sich dies mir nicht, bin wohl zu konservativ.

  10. @ Silver Surfer

    Bitte keine persönlichen Drohungen oder so was! DDH redet zwar viel Unsinn, aber auch als böser Staazi muß ich darauf hinweisen, daß Demokratie unter anderem auch das Recht auf die falsche Meinung beinhaltet. Und dieses Recht sollten wir alle verteidigen statt es einzuschränken. Sonst habe ich am Ende keinen mehr, mit dem ich mich streiten kann. ;-)

  11. @ DDH

    „Werde mir mal lieber eine Knarre besorgen zum Selbstschutz! Oder soll ich warten, bis der Staat kommt?“

    Ich persönlich würde Dir ja eine Kombination aus beidem empfehlen. Doppelt hält bekanntlich besser. Auf jeden Fall drück ich Dir da bei allen politischen Differenzen die Daumen. So Sprüche sind nicht lustig.

  12. Ich habe zu flüchtig gelesen und dadurch übersehen, dass es zu „DDH“ auch einen „3-D-Namen“ gibt. Deswegen sorry für „entsorgen“ und „Briefbeschwerer“.

    Ansonsten würde ich alles genau so noch einmal schreiben.

  13. @ Silver surfer

    Ich glaub Dir schon, daß Du das nicht so meinst, aber so was kann man schnell falsch verstehen. Die militante Antifa hat mir auch schon meine „Entsorgung“ angekündigt, deswegen kann ich DDH durchaus verstehen, wenn er da nur begrenzt drüber lachen kann. So, und jetzt haben wir uns alle wieder lieb!

  14. Zurück zum Topic – mit David D. Friedman: http://www.daviddfriedman.com/Libertarian/Machinery_of_Freedom/MofF_Chapter_29.html

    POLICE, COURTS, AND LAWS—ON THE MARKET

    How, without government, could we settle the disputes that are now settled in courts of law? How could we protect ourselves from criminals?

    Consider first the easiest case, the resolution of disputes involving contracts between well-established firms. A large fraction of such disputes are now settled not by government courts but by private arbitration of the sort described in Chapter 18. The firms, when they draw up a contract, specify a procedure for arbitrating any dispute that may arise. Thus they avoid the expense and delay of the courts.

    The arbitrator has no police force. His function is to render decisions, not to enforce them. Currently, arbitrated decisions are usually enforceable in the government courts, but that is a recent development; historically, enforcement came from a firm’s desire to maintain its reputation. After refusing to accept an arbitrator’s judgment, it is hard to persuade anyone else to sign a contract that specifies arbitration; no one wants to play a game of ‚heads you win, tails I lose‘.

    Arbitration arrangements are already widespread. As the courts continue to deteriorate, arbitration will continue to grow. But it only provides for the resolution of disputes over pre-existing contracts. Arbitration, by itself, provides no solution for the man whose car is dented by a careless driver, still less for the victim of theft; in both cases the plaintiff and defendant, having different interests and no prior agreement, are unlikely to find a mutually satisfactory arbitrator. Indeed, the defendant has no reason to accept any arbitration at all; he can only lose–which brings us to the problem of preventing coercion.

    Protection from coercion is an economic good. It is presently sold in a variety of forms–Brinks guards, locks, burglar alarms. As the effectiveness of government police declines, these market substitutes for the police, like market substitutes for the courts, become more popular.

    Suppose, then, that at some future time there are no government police, but instead private protection agencies. These agencies sell the service of protecting their clients against crime. Perhaps they also guarantee performance by insuring their clients against losses resulting from criminal acts.

    How might such protection agencies protect? That would be an economic decision, depending on the‘-costs and effectiveness of different alternatives. On the one extreme, they might limit themselves to passive defenses, installing elaborate locks and alarms. Or they might take no preventive action at all, but make great efforts to hunt down criminals guilty of crimes against their clients. They might maintain foot patrols or squad cars, like our present government police, or they might rely on electronic substitutes. In any case, they would be selling a service to their customers and would have a strong incentive to provide as high a quality of service as possible, at the lowest possible cost. It is reasonable to suppose that the quality of service would be higher and the cost lower than with the present governmental system.

    Inevitably, conflicts would arise between one protective agency and another. How might they be resolved?

    I come home one night and find my television set missing. I immediately call my protection agency, Tannahelp Inc., to report the theft. They send an agent. He checks the automatic camera which Tannahelp, as part of their service, installed in my living room and discovers a picture of one Joe Bock lugging the television set out the door. The Tannahelp agent contacts Joe, informs him that Tannahelp has reason to believe he is in possession of my television set, and suggests he return it, along with an extra ten dollars to pay for Tannahelp’s time and trouble in locating Joe. Joe replies that he has never seen my television set in his life and tells the Tannahelp agent to go to hell.

    The agent points out that until Tannahelp is convinced there has been a mistake, he must proceed on the assumption that the television set is my property. Six Tannahelp employees, all large and energetic, will be at Joe’s door next morning to collect the set. Joe, in response, informs the agent that he also has a protection agency, Dawn Defense, and that his contract with them undoubtedly requires them to protect him if six goons try to break into his house and steal his television set.

    The stage seems set for a nice little war between Tannahelp and Dawn Defense. It is precisely such a possibility that has led some libertarians who are not anarchists, most notably Ayn Rand, to reject the possibility of competing free-market protection agencies.

    But wars are very expensive, and Tannahelp and Dawn Defense are both profit-making corporations, more interested in saving money than face. I think the rest of the story would be less violent than Miss Rand supposed.

    The Tannahelp agent calls up his opposite number at Dawn Defense. ‚We’ve got a problem. . . .‘ After explaining the situation, he points out that if Tannahelp sends six men and Dawn eight, there will be a fight. Someone might even get hurt. Whoever wins, by the time the conflict is over it will be expensive for both sides. They might even have to start paying their employees higher wages to make up for the risk. Then both firms will be forced to raise their rates. If they do, Murbard Ltd., an aggressive new firm which has been trying to get established in the area, will undercut their prices and steal their customers. There must be a better solution.

    The man from Tannahelp suggests that the better solution is arbitration. They will take the dispute over my television set to a reputable local arbitration firm. If the arbitrator decides that Joe is innocent, Tannahelp agrees to pay Joe and Dawn Defense an indemnity to make up for their time and trouble. If he is found guilty, Dawn Defense will accept the verdict; since the television set is not Joe’s, they have no obligation to protect him when the men from Tannahelp come to seize it.

    What I have described is a very makeshift arrangement. In practice, once anarcho-capitalist institutions were well established, protection agencies would anticipate such difficulties and arrange contracts in advance, before specific conflicts occurred, specifying the arbitrator who would settle them.

    In such an anarchist society, who would make the laws? On what basis would the private arbitrator decide what acts were criminal and what their punishments should be? The answer is that systems of law would be produced for profit on the open market, just as books and bras are produced today. There could be competition among different brands of law, just as there is competition among different brands of cars.

    In such a society there might be many courts and even many legal systems. Each pair of protection agencies agree in advance on which court they will use in case of conflict. Thus the laws under which a particular case is decided are determined implicitly by advance agreement between the protection agencies whose customers are involved. In principle, there could be a different court and a different set of laws for every pair of protection agencies. In practice, many agencies would probably find it convenient to patronize the same courts, and many courts might find it convenient to adopt identical, or nearly identical, systems of law in order to simplify matters for their customers.

    Before labelling a society in which different people are under different laws chaotic and unjust, remember that in our society the law under which you are judged depends on the country, state, and even city in which you happen to be. Under the arrangements I am describing, it depends instead on your protective agency and the agency of the person you accuse of a crime or who accuses you of a crime.

    In such a society law is produced on the market. A court supports itself by charging for the service of arbitrating disputes. Its success depends on its reputation for honesty, reliability, and promptness and on the desirability to potential customers of the particular set of laws it judges by. The immediate customers are protection agencies. But the protection agency is itself selling a product to its customers. Part of that product is the legal system, or systems, of the courts it patronizes and under which its customers will consequently be judged. Each protection agency will try to patronize those courts under whose legal system its customers would like to live.

    Consider, as a particular example, the issue of capital punishment. Some people might feel that the risk to themselves of being convicted, correctly or incorrectly, and executed for a capital crime outweighed any possible advantages of capital punishment. They would prefer, where possible, to patronize protection agencies that patronized courts that did not give capital punishment. Other citizens might feel that they would be safer from potential murderers if it was known that anyone who murdered them would end up in the electric chair. They might consider that safety more important than the risk of ending up in the electric chair themselves or of being responsible for the death of an innocent accused of murder. They would, if possible, patronize agencies that patronized courts that did give capital punishment.

    If one position or the other is almost universal, it may pay all protection agencies to use courts of the one sort or the other. If some people feel one way and some the other, and if their feelings are strong enough to affect their choice of protection agencies, it pays some agencies to adopt a policy of guaranteeing, whenever possible, to use courts that do not recognize capital punishment. They can then attract anti-capital-punishment customers. Other agencies do the opposite.

    Disputes between two anti-capital-punishment agencies will, of course, go to an anti-capital-punishment court; disputes between two pro-capital-punishment agencies will go to a pro-capital-punishment court. What would happen in a dispute between an anti-capital-punishment agency and a pro-capital-punishment agency? Obviously there is no way that if I kill you the case goes to one court, but if you are killed by me it goes to another. We cannot each get exactly the law we want.

    We can each have our preferences reflected in the bargaining demands of our respective agencies. If the opponents of capital punishment feel more strongly than the proponents, the agencies will agree to no capital punishment; in exchange, the agencies that want capital punishment will get something else. Perhaps it will be agreed that they will not pay court costs or that some other disputed policy will go their way.

    One can imagine an idealized bargaining process, for this or any other dispute, as follows: Two agencies are negotiating whether to recognize a pro- or anti-capital-punishment court. The pro agency calculates that getting a pro-capital-punishment court will be worth $20,000 a year to its customers; that is the additional amount it can get for its services if they include a guarantee of capital punishment in case of disputes with the other agency. The anti-capital-punishment agency calculates a corresponding figure of $40,000. It offers the pro agency $30,000 a year in exchange for accepting an anti-capital-punishment court. The pro agency accepts. Now the anti-capital-punishment agency can raise its rates enough to bring in an extra $35,000. Its customers are happy, since the guarantee of no capital punishment is worth more than that. The agency is happy; it is getting an extra $5,000 a year profit. The pro agency cuts its rates by an amount that costs it $25,000 a year. This lets it keep its customers and even get more, since the savings is more than enough to make up to them for not getting the court of their choice. It, too, is making a $5,000 a year profit on the transaction. As in any good trade, everyone gains.

    If you find this confusing, it may be worth the trouble of going over it again; the basic principle of such negotiation will become important later when I discuss what sort of law an anarcho-capitalist society is likely to have.

    If, by some chance, the customers of the two agencies feel equally strongly, perhaps two courts will be chosen, one of each kind, and cases allocated randomly between them. In any case, the customer’s legal preference, his opinion as to what sort of law he wishes to live under, will have been a major factor in determining the kind of law he does live under. It cannot completely determine it, since accused and accuser must have the same law.

    In the case of capital punishment, the two positions are directly opposed. Another possibility is that certain customers may want specialized law, suited to their special circumstances. People living in desert areas might want a system of law that very clearly defines property rights in water. People in other areas would find such detailed treatment of this problem superfluous at best. At worst, it might be the source of annoying nuisance suits. Thus the desert people might all patronize one protection agency, which had a policy of always going to a court with well-developed water law. Other agencies would agree to use that court in disputes with that agency but use other courts among themselves.

    Most differences among courts would probably be more subtle. People would find that the decisions of one court were prompter or easier to predict than those of another or that the customers of one protection agency were better protected than those of another. The protection agencies, trying to build their own reputations, would search for the ‚best‘ courts.

    Several objections may be raised to such free-market courts. The first is that they would sell justice by deciding in favor of the highest bidder. That would be suicidal; unless they maintained a reputation for honesty, they would have no customers–unlike our present judges. Another objection is that it is the business of courts and legislatures to discover laws, not create them; there cannot be two competing laws of gravity, so why should there be two competing laws of property? But there can be two competing theories about the law of gravity or the proper definition of property rights. Discovery is as much a productive activity as creation. If it is obvious what the correct law is, what rules of human interaction follow from the nature of man, then all courts will agree, just as all architects agree about the laws of physics. If it is not obvious, the market will generate research intended to discover correct laws.

    Another objection is that a society of many different legal systems would be confusing. If this is found to be a serious problem, courts will have an economic incentive to adopt uniform law, just as paper companies have an incentive to produce standardized sizes of paper. New law will be introduced only when the innovator believes that its advantages outweigh the advantages of uniformity.

    The most serious objection to free-market law is that plaintiff and defendant may not be able to agree on a common court. Obviously, a murderer would prefer a lenient judge. If the court were actually chosen by the disputants after the crime occurred, this might be an insuperable difficulty. Under the arrangements I have described, the court is chosen in advance by the protection agencies. There would hardly be enough murderers at any one time to support their own protective agency, one with a policy of patronizing courts that did not regard murder as a crime. Even if there were, no other protective agency would accept such courts. The murderers‘ agency would either accept a reasonable court or fight a hopeless war against the rest of society.

    Until he is actually accused of a crime, everyone wants laws that protect him from crime and let him interact peacefully and productively with others. Even criminals. Not many murderers would wish to live under laws that permitted them to kill–and be killed.

    ——————————————————————————–

  15. Angesichts dieser Debatte, wo die libertäre Front ‚dummen‘ Staazis wieder einmal erklärt, wie das so abläuft mit der inneren Sicherheit, ein kleines Schmankerl:

    Gerne auch in groß.

    Tja, da hat wohl jemand den Staat wieder für sich entdeckt. Und: widerspricht ein libertärer Diskussionsteilnehmer? Bis auf eine Person nicht. Und diese scheint nciht libertär zu sein.

    Genau so ist es nämlich: Keine Polizei soll es nämlich nur geben, wenn Libertäre von deren Existenz betroffen wären – man selber will von ihnen nicht belästigt werden. Aber den anderen will man sie auf den Hals hetzen!

    Haha!

    So viel zur ach so durchdachten Theorie +hust+ der Libertären.

  16. @ eindimensional

    Das ist es was ich nicht verstehe: Die Libertären wären als isolierte und schlecht organiserte (Halb)pazifisten geradezu prädestiniert, von Terrorregimen und Mörderbanden mit als erste massakriert zu werden. Andererseits würde das erklären, wieso sie konkrete Ideen zur Realisierung ihrer Ideen so vehement zu vermeiden suchen. Würde ich angesichts dieser Perspektiven auch. Da haben NeoCons wie ich es naturgemäß einfacher. ;-)

  17. […] Cf. hierzu auch: Die Irrtümer des Hans-Hermann Hoppe Harry Binswanger zum Thema Anarchismus Objektivismus vs. Anarchismus (diverse Minarchie-/Anarchie-Debatten) Blanker(tz) Wahnsinn Staat oder nicht Staat, das ist hier die (Verteidigungs)frage Staat? Mit (innerer) Sicherheit nicht! […]

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